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Wiener Morgenzeitung · 1926-06-19 · Heft 2629 (19.6.1926) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2629 (19.6.1926)
Date
1926-06-19
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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| Polen: SSgrosgyl Wien, zum Aöholeii in der Expedition, 11., Taboisti. I-?., oder in einer VerschlefssteHe Trafik) inonatl. ö Schilling Strassen verkant in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmied. I.. Wollzelle 11 Mit Postversand Hit Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling 1 schecho-Slow akei: Mon. I< 22. J u g o s 1 a wi e n: Mon. Din. 60. Polen: Mon. 6Zloty. Deutschland: Mon. Gm. 4, Frankreich. Belgien: Mon. Frcs. 25 ^acMahinngen bei I' r e i — Erhöhungen vorbehoKn» Nr. 2629 Wiener orgenzriuma ipreis 20fll Engl and: Mon. 4 Schilling. Italien: Atonatl. 20 Life: Rumänien: Mon. 170 Lei. Bulgarien: Mon.WOLew*. Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration: Wien, II. Taborstr. I Telephone: 44-0-38, 43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX.. Universitätsstrasse 6-8 (Druckerei lg. Steinmann) m MLii. Men, ignmstttfl. 18. gawi 1926 Oesterreichisches Postsparkassen - Konto Nr. 150.69- 8. Snftrgons Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. EM« populäre Qesehäffisstelfa Fritz DÜHOäi, Wim KärntmerstaalS© 4L empfiehlt zur neuen Oesterr. Klassenlotterie Qiüeksüos® (i/, 8 22, % 8 -33, V4 8 8,) Zahlung nach Empfang Ziehung beginnt schon 22. Jung 1926 Möglicher Hö chstgewinn: 750.000 Prämie und Haupttreffer 500.000 250.000 zahlreiche andere, insgesamt 50.000 Treffer mit nahezu Millionen Schilling. SraSf Dentiflore n’gt und garantiert unschädlich ist. Dabei hat Twerdys höchst nnv^nehmeti erfrischen ripn Ueschmack. — Ueberall (aromatische Zahnpasta], in Oläsern S 2.60 und Tuben 2.40, I robetube S —.90, zeichnet sich vor anderen Zahnpasten dadurch aus, daß sie die Zähne In kurzer Zelt blendend wdß rel- Dentlflore einen ApoBliiako „ziajm goldenen Hirschen“ des W. Twerdy, Wien, I., Kohimärkt Mr.1t Rinielen übernimmt das Antericht«- ministeriüm. Die Wahl - Dr. R i n t e l e n s : zum llnterri chtsrmnrster wird voraussichtlich bereits in den ersten Tagen der kommenden Woche im Nationalrat erfolgen. ' Der steirische Landeshauptmann hat sich zur Uobernahme des Unterrichtsportefeurlles bereit erklärt, nachdem die; christlich-soziale Landesparteileitung in Steiermark gestern ihre Zustimmung gegeben hat. Ms sein Nachfolger im Grazer Landhaus wird unter anderem'Doktor Gürtler genannt. Ein Allsweg aus der verfahrenen Situation nn Parlament wird jetzt Von den Sozialdemokraten angedeutet.:. Sie verlangen die Zurückziehung des Erlasses des Unterrichtsministers vom 19. Mai über den Grundschullehrplan und die Mederherstellung des Zustandes, wie er seit dem Jahre 1920 bestanden hat. Hier trifft.sich die sozialdemokratische Forderung auch mit der der Großdeutschen, welche an dem erwähnten Ministerialerlaß vieles ansznsetzen haben. Gesterlt vormittags hielten die Vertreter der Mehrheitsparteien unter Vorsitz des Bundeskanzlers Dr. R a m e k und in Anwesenheit des mit der Leitung des Unterrichtsministeriums betrauten Ministers Dr. Re sch eine Besprechung ab. Die 'Entscheidung über die Allfhebung des Erlasses vom 19.- Mai wird dem neilen Unterrichtsminister Vorbehalten. Sobald seine Person feststeht, werden die Besprechungen der Mehrheitsparteien fortgesetzt werden, die sich natürlich lticht nur ans die Schulfrage, sondern vor allem auch auf die A r b e i t s l o s e n ve r s i ch e r u n g werden erstrecken luüssen. Obgleich die Majoritätsparteien formell noch immer an Dr. R a m e k festhalten und die Chriftlichsozialen ihrn sogar ein Vertranensvotuln erteilt haben, hält man dafür, das; die Sozialdemokraten Ramek unter allen Umständen beseitigen wollen lurd das; man ihnen schließlich den Bundeskanzler wird opfern müssen. , Verichwd'mng gegen Mustafa Kemal Pascha. Mehrere Verhastungen in Smyrna. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Konstantinopel, 18. Juni. In Smyrna wurde soeben «-ine große Verschwörung gegen den Präsidenterl der Türkei, M u st <t f a K e m a l P a s ch a, entdeckt. Mehrere Rädelsführer ivnrden verhaftet. Die Verschwörung gegen Mustafa .Kemal Pascha wurde unmittelbar vor der Ankunift des Präsidenten in Smyrna aufgedeckt. Unter den Verhafteten befinden sich einige höhere Persönlichkeiten. Die Polizei beschlagnahmte Waffen und Bomben. Der Hanptverschwörer soll ein ehemaliger Abgeordneter sein. An Kabinett Poinrare? Mtis Mission gescheitert. — Herriots vergebliche Bemiihnnsen. (Eigendienst der „Wiener Morgenzertnng" Paris, 18. Juni. Da es B r i a n d nicht gelungen ist, Poinrare und H e r r i o t zur Teilnahme an einem K o n z e n t r a ti o n s k a b i n e t t zu bewegen, begab sich Briand nachmittags ins Elysee, um den Präsidenten der Republik von dem Scheitern seiner Bemühungen zu unterrichten. Doumergue berief darauf Herriot zu sich. Herriot erklärte dem Präsidenten, das; er den Versuch unternehme n wolle, ein Kabinett zusammenzubringen. Herriot hat seine Besprechungen - zur Kabinettsbildung mit einem Besuch bei dem Senatspräsidenten de S e l v e s begonnen, worauf er in der Kammer mit dem radikalen Deputierten M a l v y, N e n o u l t und S a r r a u t konferierte. Briand soll in der Kammer sich geäußert haben, er habe sich für Herriots Ablehnung damit revanchiert, daß er ihn dem Präsidenten der Republik als den für die Regierungsbildung geeigneten Mann empfahl. Briand meint^ 'daß Herriot, selbst wenn ihm die Kabinettsbildung geWgen sollte, in kürzester Zeit über das Washi n gtoner Schnldenabkommen zu Fall kommen tb^rde. Abends wird bekannt, daß Herriot sowohl Briand wie Poineare zur Teilnahme an s e i n e m K a b i n e t t anfgefordert hat. Beide haben abge lehnt. In politischen Kreisen glaubt man, das; Herriot die Kabinettsbild n n g k a um gelingen dürfte, da sich die Linkskreise Rechenschaft davon oblegen, daß ein Kabinett Herriot trotz des unzweifelhaft guten Willens des Kammerpräsidenten in finanzieller Hinsicht eine Katastrophe darstellen würde. Außerdem weist man darauf hin, daß er eine sehr schwache Mehrheit hätte. In politischen Kreisen' neigt man der Ansicht zu, daß die Ereignisse aus eine Regierung Poineare hinsteuern. Es ist aber auch nicht ausgeschlossen, daß man in letzter Minute wieder ans Briand zurückgreifen wird. Die Rückwivkurrg auf den Franken. Paris, 18. Juni. Das Scheitern der Mission Briands und die Verzögerung der Regierungsbildung hat heute auch in der Kursbewegung'des Franken Ausdruck gestruden. Das Pfund stieg von 173.60 auf 176.45 und der D o l l a r von 35.50 aus 36.60. EM— Syrien vor Jvuvene'l dementiert das Bombardement von Damaskus. Genf, 18. Jnni. Der französische Oberkommissär /von Syrien, Henri de Jouvenel, gab gestern vor der ständigen Mandatskommission des Völkerbundes eine mehrstündige Darlegung über feine Tätigkeit in Syrien. Wie erinnerlich, hat die Mandatskommission ans ihrer letzten Tagung ziemlich scharfe Kritiken gegen die Art vorgebracht, wie Frankreich unter General Sarrail als Oberkommissär von Syrien dieses Mandat verwaltet, und sich auch gegen die Art der Berichterstattung dtlrch die französische Regierung gewendet. De Jouvenel versuchte nun eingeherü) darzulegen, daß die Verwaltung des Landes deshalb so ungewöhnliche Schwierigkeiten verursache, weil der wirkliche Wille dor Bevölkcr.umg nicht festzustettsn sei. In den Städten herrschten die politische n A g i tat o r e n, die irr jeder Siadt andere Ziele verfolgten, und auf dem Lande der G r o ß g r u n d b e s i tz. Die W a h l e u hätten den Zweck gehabt, den Willen der Bevölkerung festzustellen. Diese seien von den Agitatoren boykottiert worden. Der interessanteste Teil der Darlegungen de Jonvenels galt dem Bombardement vor; Damaskus, das es nach seltner Darstellung übrielMpt nicht gegeben habe. .Angesichts der Ansammlung aller Arten von Rebellen in dem M i da nv i e r t e l habe die französische Verwaltung die eigentliche Stadt mit einem Stacheldrahtzann umgeben und die ruhige Bevölkerung aufgefordert, sich innerhalb dieses Festnngsbezirkes zu begeben. Die Lage im Mi da «viertel sei allmählich immer bedrohlicher für die Stadt Damaskus geworden, und deshalb habe d e r bekannte A ngriff auf das Midanviertel „gerade im Interesse der Stadt Damaskus selbst" aufgenoninien werden müssen. (Die Nachricht von die chm Massaker und Bombardement war im Herbst vom ägyptisch-arabischen Komitee in Kairo <tu die in Rom weilende syrische Abordnung telegraphiert worden -und hatte •tu den Kreisen der Mandatskommission peinlichste Sensation hervorgerufen. — Tie Red) Zum Schluß kündigte de Jouvenel an, daß der französisch-türkische Vertrag von Angora, der ein Frenndschafts- und Nichtangriffspakt sei, beim Völkerbund registriert werden solle, sobald ihn die türkische Nationalversammlung ratifiziert habe. Der Vertrag sichere Syrien s u ö rdli ch e G r e n z e u gegen die Türkei. Nach dem Abschluß dieses Vertrages erblicke er nunmehr feine politische Aufgabe darin, die vier verschiedenen Staaten Syriens zu konsolidieren und sie durch einen Vertrag mit Frankreich zu verknüpfen, ähnlich wie dies England durch , seinen Vertrag mit dem Irak getan habe. Am Nachmittag werden die Kommifsionsmitglieder dem 'französischen Oberkommissär verschiedene Fragen vorlegen, ans die er sich bereit erklärt hat, ergänzende Auskünfte zu geben. Dieser interessantere Teil der Verhandlungen über Syrien wird Jkfy aber hinter dersch-lostsenen Türen abspielen. Me Konferenz der Ueinen Entente. Beides, 18. Juni. Nach Beendigung der heutigen Sitzung der kleinen Entente wurde .folgende amtliche Mititeilnng veröffentlicht: Die Minister der kleinen Entente Haber; die Aussprache über die Beziehungen ihrer Länder zu den Nachbarstaaten abgeschlossen. Insbesondere wurde die Lage in Mitteleuropa und auf dem Balkan erörtert. Weiters wurde eine Debatte über alle auf den Völkerbund bezüglichen Fragen abgefuhrt und eine gemeinsame Stellungnahme der Vertreter der drei Länder in der September- -tagiring des Völlerbundes festgelegt. In allen diesen Fragen war das Einvernehmen vollständig. Dieser Meinungsaustausch der Minister der kleinen Entente hat neuerlich die Nützlichkeit ein er fo-rtgesetzten Fühlungnahme gezeigt, bei dev jedesmal alle die internationale Lage der drei Länder berührenden Fragen erörtert und im Geiste intimen Vertrauens geklärt worden, das seit fünf Jahren durch nichts weder getrübt wurde, noch getrübt werden konnte. Die nächsten Konferenzen der kleinert Entente werden im De Pt em b e r in Ge ns und im nächsten Frühjahr >in Prag abgehakten werden. Horlhys Revanche. Ungarische KrwcMüeihe soll in der Tschrchofiotvakvi gefälscht worden sein. Budchrest, 18. Jnni. Wie die Blätter berichten, haben die polizeilichen Erhebungen in Angelegenheit i>ev falschen nngarischen nostrisizierten .Kriegsanleiheobligationen zu dem Ergebnis gest'chrt, das; es sich um eine Aktion handelt, die in der Tschechoslowakei ihren Ursprung habe, voll wo die Mt falschen U e b e r st e m P e l u n g e n versehenen Titres nach Ungarn eingeschmuggelt worden seien. „Uj Nemzedek" bringt Einzelheiten über die technische Abwicklung der Aktion. Danach habe eine Gesellschaft, deren Mitglieder noch nicht bekannt seien, hinter der jedoch a ng e b l i ch politische Faktoren der Tschechoslowakei stünden, große Mengen der ans den tschechoslowakischen Staat entfallenden Kriegs- >a ulet h e o bl iga ti o ne n in der Tschechoslowakei znsammengekauft. Mit Hilfe der gefälschten S t a mpiglien seien dann die Kriegsanleihetitres mit sÄkDen ungarischen NostrifizienrngsAaus'eln versehen worden.

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