Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2627 (17.6.1926)
- Date
- 1926-06-17
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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jjPolem~3S ti^Digy | ' Wien: ZumAbholen in der , Expedition, ]L Taborstr. 1-3, oder in einer VeredileJsstetie ■ fTttflk) moxratl. 5 Schilltog Strassenverkauf in Wien; durch die Kolporteure der Fbma G o I d schm ied, I.. WollzeÄe 41 \ Mit Post versend itit Wien; und Oesterreich monstßteh 5 SchUHng 1 s c-h e c h o - S low akei: Mon. K 22. Jugoslawien: Mon. Din. 60. Polen: Mon. / 6 Zloty. Deutschland:! Mon. Gm. 4, Frankreich, B el g i e n: Mon. Frcs. 25 ‘ NadiuhlmkreB bet Frei»* «rhOhanften rorbebUKa mmm Rk. 2627 ig^raii ad~gi Wiener orgeiyeitung England: Mon. 4 Schilling. Italien: Monati. 20 Ute: Rumänien: Mon. 170 Lei. Bulgarien rMon.lQOLewf« Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration: Wien, II. Taborjtr.l Telephone: 44-0-38,43-3*19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 lX.. Universitätsstrasse 6-8 (Druckerei ig. Steinmann) Oesterreichisches Postsparkassen - Konto Nr. 180.69:- Wien. Donnerstag. 17. Sutti 1926 8. Jahrgang Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. Brianb betraut. Pvinoirre Mimnzmiriister. — Herviot Jrrnenminist er? (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Paris, 16. Juni. Briand hat abends die Kabine ttsvllLung übernommen. Die allgemeine Tendenz geht dahin, daß Briand Ministorpräsidcnt uni) Außenminister, Po in ca re Finanzminister und Herriot Minister des Innern werden soll. Man verhehlt sich aber nicht die Schmierigkeit, zwei Persönlichkeiten, die einander politisch so fe-vnstchen wie Herriot und Poincare, zur Zusammenarbeit in einem Mmisterinm zu bewegen. Abends fand eine Besprechung zwischen Briand und Poincare statt, nach welcher Poincare im Senat erklärte, er sei gr u nbs ä tzl i ch be r oi t, das F i na nzpor tefoui lle in einem neuen Kabinett .zu übernehmen. Allerdings werde er sehr weitgehende Bedingungen stellen. Gegen eine Uebernahme des Ministeriums des Innern durch Herriot macht sich jedoch unter beit Mitgliedern 'der Rechten, die sich gestern in 'der Kammer hinter Briand .stellten, lebhafte Opposition geltend. Die für die nächste Woche angesetzte Reise des Präsidenten Donmergue nach London ist auf unbestimmte Zeit verschoben worden, wie erklärt wir!) so- .wohl wegen der schweren Wirtschaftskrise, in der sich England vesti-d'.', als auch wchen der FinanMsi-und der noch ungeklärten politischen Situation.in Frankreich. BeMörrene pülitische ZttuktiM in Prsg. Zugeständnisse an die Deutschen? .(Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Prag, 16. Juni. Die innerpolitische Lage hat heute eine leichte Entspannung erfahret!, ohne daß ein Ausweg aus der .verworrenen Situation gesunden wäre. Da die sozialistische .und kommunistische Opposition drohte, gegen die Kongrga noch schärfer Vorgehen als gegen die Zölle, und unt die ruhige Beratung der Staatsangestelltonvorlage. zu erntögtichen, haben sich die Parteien geeinigt, die Kongrna erst nach Erledigung des Staatsangcftelltengesetzes in Beratung zu ziehen. Da aber die^sozialistischen Parteien erklärt haben, daß sie der Regierung Cerny keine n e n e n S t e n e rn bewilligen werden, muß, wenn keine Wendung emtritt, eine neue Mehrheit für die Deckung d c r Staatsa n g e st e l l t e n g e h ä l t e r gesucht werden. In den Mandclgängen des Abgeordnetenhauses wurde das bisher unbestätigte Gerücht kolportiert, daß die deutschen Parteien der Zollmehrheit auch für.die Steuern stimnten werden. Im Zusammenhang mit der Abstimmung über die Zölle wird von Zugestän d n >i s s e n gesprochen, welche die gegenwärtigen tschechischen Mchcheitsparteien den Deutschen gewährt haben sollen.' So soll ein Arrangement zw i> sche n de m B ode nam t und dem Stift Tep-l bezüglich Mavienbad getroffen worden sein. Der Kiadnoer Demonstrationsstrett. Kladno, 16. Juni. Das für heute angesagte Demonst r a t i o n s m e e t i n g de r K la d no e r A r b -e i t e rschaft gegen die Agrarzölle, an dem sich mehr als 15.0 0 0 Personen beteiligten, ist in vollkommener Ruhe and Ordnung verlaufen. khamberlain über Sr. Nmmerma«. (Eigendienst der „Wieiter Morgenzeitung".) London, 16. Juni. Im Untekhaus erklärte Außenminister -Lhamb e rla in auf eine Anfrage, wer Dr. Zi m nt e rm a n kn O e st e r r e t ch ersetze n werde, das Amt, das Dr. Zimmennan bekleide, würde in Gemäßheit des Be- Wnssüs des BAkerbundrates a>n 1. I n l i 19 2 6 e r- 'löschen. Chamberlain gab der Wertschätzung der britischen Regierung für die äußerst lvertvollen Dienste Mrsdrnck, die Dr. Zimmevman de nt Wiederaufbau En r o«p^ s nach d«n Kriege geleistet habe. Jas PalWnamandal. Behandlung in der BSlkerbundkommWon am 21. FM. Genf, 15. Juni. (I. T. A.) Die Behandlung des Paläst'inamcptdats rmd die Prüfung des Berichtes über die PaiäftinaNerwlÄtung im Jahre 1925 durch die ständige Mandatskommission des Völkerbundes wird am 21. d. beginnen. Kolonel SYmes, der Cyeffekretär der Pailästmavegiernng, wird bei dieser Gelegenheit die britische Regierung vertreten und die Fragen der Mandatskommission beantworten. Prof. Dr. Chatm Weizmann, der Präsident der Zionistischen Organisation, der bereits in Genf emgetrosfen war, hat Genf wieder verlassen, um sich nach Berlin und von dort nach London zu begeben. Weizmann in Berlin. Berlin, 15. Juni. Präsident Weizmann ist gestern nachmittags von Genf hier angekommen. In Begleitung Dr. Weizmanns befinden sich die Herren Dr. Bertold Fe-iwel, Leiter des Hauptbureaus des Keren .Hajessod, und Dr. Eber, Mitglied der Exekutive. Im Verlauf seiner Anwesenheit in Berlin wird Herr Dr. Weizmann mit Proß Tr. Albert Einst ein und anderen Gelehrten Besprechungen über Angelegenheiten der hebräischen Universität in Jerusalem pflegen. Heute abends ist auch der Direktor des Jewish Colonial Trust, Dr. Georg Holpern, der in dev letzten Zeit in Palästina weilte, hier eingetrosstn. Das zionistische Mionskomtree. London, 13. Juni. (I. T. A) Die nächste..Sitzung des. Aktionskomitees ■ der Zionistischen Organ ifatiom wird arn, 22. Juli in L o n d o n eröffnet werden. Aus Initiative der amerikanischen Zionisten wird, am 17. Juli in London eine Konferenz der allgemeinen Zionisten beginnen. Die Konferenz wird über Vorschläge betreffend Stärkung der Zentrumsgruppen innerhalb der Zionistischen Organisation sowie über Fragen des Budgets der Zionistische!: Organisation für das Jahr 1926-27 und der Ergänzung der Zionistischen Exekutive Beratungen pflegen und Beschlüsse lassen. Die Fahreskonferem der amerikanische« z-onisten. Ncw-Iork, 15. Juni. (I. T. A.) Die 29. Jähreskonserenz der Zionistischen Organisation Amerikas wird am 28. Juni zu Buffalo beginnen. Mehr als 800 Delegierte aus allen Tellen Amerikas werden ihr beiwohnen. Zum ersten Male seit der Spaltung im Jahre 1921 werden an den Beratungen die einstigen Führer, Richter Julian W. Mack und Doktor Stephen S. W>rse, aktiv teilnehmen. Den Ergebnissen dieser Konferenz wird in Arnerika mit großem Interesse entgegengsse'hcn. Einen größeren Raum in den Beratungen werden die. Beschwerden über Nichterfüllung gewisser M a n d a t s v e r p f l i ch t u ng e n s e i t e n s d e r Mandatar m a ch t einnchmen. Angesichts der Tagung der ständigen Mandatskommission in Genf, vor der die Vertreter des Waad Leumi die gleichen Beschwerden Vorbringen, wird dev. Stellungnahme der ameri- Mtmktion der englischen Arbeitervnktei. Gegen die Verlängerung der Arbeitszeit im Kohlenbergbau. London, 16. Juni. Die Führer der Arbeiter- Partei berieten heute über die gegenüber dem Vorschläge " der Regierung auf V e r l ä n g e r u n g der A b e i t 8 $ c i t in: Kohlenbergbau einznnehinende Haltung. Es besieht die Absicht, die Debatte über die Rogienmgsvor>chläge durch O b st r u kt i o n z u b eh tndern oder ganz u » m ö g bi ch zu. machet«. Lloyd George erklärte heute, die Liberalen würden . im Unterhatrse mit der A r b e i t e t p <t x t e t gegen die Negierung stnnmvn. Die intemktimmte Bergarbekierkonserenz in tzWlnvd vechindert. London, 16. Jnni. (Wolfs.) „Daily Expreß" berichtet, d atz die d e n t s ch e n und die u ftzr . eine t.iitcrnati-fln a n g a r i s ch e n Vertreter e Konferenz fiir ■ die kanischen Zionisten besondere Aktualität beigemefsen. Durch solche Aktionen der amerikanischen Zionisten wird bk- Position der Zionistischen Weltorganisation und >des Waad Leumi, wie man glaubt, gestärkt. Den Vorsitz wird der Präsident der amerikanischen Organisation, Herr Louis L i p s k y, führen, der eben aus London zu rückgeikehrt ist, wo er, wie es heißt, mit -dem Präsidenten der Zionistischen Weltorganisation, Dr. Weizmann, und anderen Führern, der Bewegung hinsichtlich-der geplanten Anleihe für P a l ä st i n a a u f b a u und anderer Angelegenheiten von hoher aktueller Bedeutrrng Beratungen gepflogen hat. Er wird wohl hierüber der Konferenz Bericht erstatten. Fouvenel bleibt in Frankreich. Syrien hat schon eine Regiermtgskrise. Paris, 16. Juni. Der Staatschef von Syrien, D a m a t Ahmed N a m i, hat, wie bereits gemeldet, das syrische Ministerium a n f g e l ö st. In gut unterrichteten französischen Kreisen verlautet, daß dies auf Verlangen des Oberkommissärs de Jouvenel erfolgt sei, weil durch das Ministerium Schwierigkeiten m i t d e m Libanon eingt'treten seien, durch die die französische Autorität geschädigt wurde. Man behauptet in Paris, daß ein Zusammenhang zwischen der englischen Kampagne und den Bemühungen Italiens im Völkerbund bestehst, das s h r i s ch e Mandat an s i ch z n b r i n g e n. Frankreich sei jedoch fest entschlossen, aus dem Libanon eine H o ch b u r g des fran.zösischen HandeIs und Kultureinflusses. zu machen. Italiens Aussichten seien also ganz hoffnungslos. Offiziös wird jedoch zugegeben, daß das Prestige Frankreichs in Syrien durch die Entwertung des-Frankens, der dor' Z w a n g s k n r s hat, bedeutend gelitten habe. Zahlreiche syrische Kaufleute forderten die Wiederei-n-stühr u n g d e s ä g h p t i s ch e n P f u n d e s. Vom Quai d'Orsay wird bestätigt, daß d e I o u v e n e l n-icht mehr nach Syrien zurückkehren wiüd. Man spricht von Albert Sa r r au t als mutmaßlichem Nachfolger, glaubt jedoch, daß dieser lieber auf dem Konstantinopeler Bokschafterposten bleiben wird. Das Memorandum an den BMerbnra über die Pogrome. Paris, 15. Juni. (I. T. A.) Wie die I. T. A. erfährt, hat das Komitee der jüdischen Delegationen in Paris dev Verteidigung S ch wa rzbar tHs jenes Memorandum über die ukrainischen Pogrome ü'hermittelt, das am 8. Dezember 1920 dev Vollverstmrmlnng des Böl-keübu-ndes Vorgelegen Hatto. In diesem Memorandum werden die Pogrome ausführlich geschildert und die Hauptschuldigen, die Offiziere P c t lj u ras, namentlich angeführt und das Gewissen dor Menschheit dagegen anfgerufen, daß die Urheber und Ausfühver dieser Schlächtereien ungestraft bleiben. Der Völkerbund ivurde ersucht, Schritte zu urrtern-ehrnen, -damit iz-ie Schuldigen der Strafe zugeführt werden. Arbeiter im Bergbcmgewerbe, die morgen in London eröffnet werden sollte. keineVisafü reine Einreisenach England erhalten hätten. W e verlautet, sei dieses Vorgehen das Ergebnis einer amtlichen Untersuchung ihrer Tätigkeit. Die Organisationen hätten daraufhin die Kon" f e r e n>z a-b g e s a g t. Amerika »ad der Austritt Braßtteas am dem BSikerbund. Washington, 16. Jnni. Dev amerikanische Gesandte in Rio de Janeiro dementiert in einem an das Staatsdepartement gerichteten Telegranmt die Nachricht, daß er dem Präsidenten von Brasilien znnr Austritt ans den: Völkerbund seine Glück w ü n s ch e ausgesprochen hätte. ,-Asioeiated Preß" meldet, daß Staatssekretär Kellog nnd andere Beainte des Staatsdepartements die Beröffentlichung eines offiziellen Dementis der Gerüchte, wonach die Negierung in Washington auf Brasilien in dieser Frage cingewirkt hätte, für vollkominen überstnssig halten. " i« Stoffen, Wafchwaren, BadekMMN, «Snteln, \l, Taborstrass« 48 Telephon 47-1-39 En pos En Mail