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Wiener Morgenzeitung · 1926-06-16 · Heft 2626 (16.6.1926) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2626 (16.6.1926)
Date
1926-06-16
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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•NtMi ®*m, MMwch Wiener Morgenzeitung SM, Mhue. Such. bUMI MftdMI Wllfwl) WHl Das'für Palästina überaus aktuelle Medkttttgs- und Gartenstadtproblem ve.nn.laßt eine Griywe p a l ä ft i n e u s is che r Jngenienre u»d Architekten, eine Studienreise nach Deutschland, H o l l a n d >md England zu nnternehmen. Die Ergebnisse dieser Reise sollen, sinngemäß palästinensischen Verhältnissen augepaßt, im Heimatlandc verwertet iverden. Diese Idee, die Gebiete des vorbildlichen Wohnungsbaues und der Gartenstadtbetvegung an Ort mtö stelle eingehend zu studieren, wurde im Vorjahre von der deutschen Gartenstadtgcsellschaft unter Beteiligung einer Reihe von Fachleuten verwirklicht und die Leistungen holländischer und englischr Architekten in Wort und Bild in einem von Dr. Hans Kampsmeyer verfaßten Werke eingehend gewürdigt.*) Das Werk, das eine Fülle von Anregungen auch für den Nichtfachmann bietet, verdient von jedem, dem der Wiederaufbau Palästinas am Herzen liegt, mit besonderem Interesse gelesen zu werden. — Die baukunstlcrischen Leistungen der holländischen Architekten führen, von neuen Bamnethoden ausgehend, bei größter Sparsamkeit, erfüllt vom Geiste der Gegenwart, zu mustergültigen Resultaten. Die von einigen angestellten Versuche, Wohnhäuser auf industriellem Wege herzustellcn, sind besonderer Beachtung wert. England, der Ausgangspunkt der Gartenstadtbewegung, rückt mit seinen vorbildlichen, aus bodenständigen Formen entwickelten Häusern in die erste Reihe der Länder, die diesen Baugedanken zuerst erkannt und in die Tat umgesetzt haben. Für die vielfach zunächst verkannte und verlästerte Garteustadtbewegung gilt dasselbe wie von dem Wiederaufbau Palästinas: „Die Utopien von gestern sind die Wirklichkeiten von heute und die Selbstverständlichkeiten von morgen." I o s eff-Hachm. %m de» Theater n. Ä u r g l h e a t e r. Morgen, '/,8Uhr, „E i n M> e a I e r Gatte". Akademietbeater. Morgen Erstaufführung von „M a d e l von heute". Lustspiel von Gustav Davis. Operntbealer. Morgen, 7 Uhr, ei Maske nb a II". Deutsches Volkstheater. Heute beschließt Elisabeth Beraner'in „D i e h e i l i g e Johanna" ihr diesmaliges Gastsviel. Samstag Erstaufführuug tes Lustspieles „Doktor Juct Szabo" von Ladislaus F o d o r mir Leopoldine K o n st a n t i n in der Titelrolle. Theater tu der Joiefstadt. Heute, 7*8 Uhr. Erstaufführung des Lustspiels „Zurückzur Schule" von Vrrabeau, deutsch von Berra Zuckerkand! Vollster. „Das S ch-!w arzwa 1dm äd e l", das in Wien keine Unbekannte mehr ist. hat von ihrem Tondichter Leon Jeffffel keine sonderlich reiche Mitgift mitbekommen. Sie ist mit etlichen billigen Schlagern und instrumentalen Effekten, ausgestattet, im übrigen ist sie für den Wiener Geschmack rhythmisch zu schwerfällig, und ihre Sentimentalität ist aufgeschminkt, nicht naturecht. In der Hauptsache liebt sie von der utrierten Possenhaftigkeit ihrer ^risoden, welche in der Volksrper gm herausgearbeitet wurden. Herr Rolle als großschnauziger Berliner, zugleich als Regisseur, erntete leb-, haften Beifall, Mimi Vesely war wieder eine muntere Soubrette, Fritz Werner fesch und resolut wie immer. Auch Frau Bayer und Herr Dr. Warden hielten sich güt im Ensemble der wenig studierten Vorstellung, welche von Kapellmeister Swarowsky recht und schlecht — stellenweise recht schlecht —.dirigiert wurde. e. s. Der Stoff zu Pinskis „Der ewige Jude". Der hebräische Schriftsteller und Gelehrte Dr. Samuel Rappaport schreibt uns: „Mich wundert es, daß ich in keiner einzigen Besprechung von Pinskls „Der ewige Jude" bemerkt gefunden habe, daß die Legende dieses Dramas mit allen Einzelheiten und Hauptnamen (Chiskijah, Menachem) sich im Talmud Jeruschalmi, Traktat, Berachot, Kap. 2, Halachah 4, und mit geringen Varianten auch im Midrasch Echa Robathi, Vers 1, befindet. Pinski har diese Legende, genau wie sie im Talmud, beziehungsweise Midrasch erzählt wird, dramatisch wirkungsvoll bearbeitet. Neu ist nur der Schluß, wo er den erst 1602 entstandenen Typus des christlichen Ahasver, den „ewigen Juden", auf die rastlose Suche nach dem Messias ziehen läßt. Dre Idee, daß am Tage der Tempelzerstörung der Meffias geboren würde, ist altjüdisch. Darauf gründet sich die oben zitierte talmndische, von Pinski verarbeitete Legende. — Ich glaube, daß .diese Mitteilung für Ihre Leser wie auch die Künstler der Hqbima von.Interesse sein dürfte." Ein Denkmal für Sarja Bernhard. In Paris ist am 12. d. in Gegenwart des Unterrichtsministers und zahlreicher Persönlichkeiten der literarischen und politischen Welt das Denkmal Sara Bernhards, das aus Privatmitteln der Künstlerin errichtet worden war, eingeweihr worden. Die Festrede hielt der Direktor der Zeitung „Comedia" A l p h r d. Weiter sprachen Jean R i ch e p i n, der Präsident des Pariser Stadtrates, sowie der Direktor der schönen Künste im Unterrichtsministerium Pmrl Leon. Unter den Anwesenden sah man auch den Sohn Sara Bernhards mit Familie. _ Vereine, Bortröge ttnb Versammlungen. Maimonides-Jnstitut. 3. Bez.. Hetzgasse 40. Heute, 6 Uhr: Dr. A. Kaminka, „Erklärung des Büches H r o b". 7 Uhr: Dr. N. Goldstein. «Aus der talmudischen Rechtsw sseuschast * Israelitischer Jugendgottesdienst. Am Samstag den 19. d. um 6 iLr nachmittags finde: der letzte JugendgolleSdienst für die ilraelniiche Schuljugend m tiefem Schuljahre in den Gemeinde- und Bezirks'ynaaonen statt. Palästinavortrag Dr. A. Kaminka. Die Misrachijennnic gememichanlich mit dem Ma>moiureL.nstitul Wien. 3. Bez.. verai-stalten Montag den 21. d. um 8 Udr abends un Olympiajaal. Wien. 1. Bez., ptotgasse b, einen Vortraz des Herrn Rabbiners Dr. A Kaminka unter dem Titel „R eisee i n d r ü ck e a u s P a l ä st i n a". Gäüe willkommen. *) Tr. Hans Kampfnreyer: Wohnungen, Siedlungen und Gartenstädte in Holland und England. Tonischer Kommnnalverlag. Berlin-Friedenau. Glauben Ae nicht bevor Sie sich nicht selbst durch einen Versuch überzeugt haben. Die Syüthese: Allerbeste Qualität und allerniedrigster Preis ist selten, jedoch erreicht durch das Warenhaus Brüder S ch i f f m a n n, 2. Bez„Taborstraße 48. All die tausendfältigen Erzeugniffe des Texilgewerbes, wie Stoffitttb Serdenwaren für Sommer, Crepe de Chine, Maroccain, Taftfleure, Faille de Claire, Schottenseide sowie Wollstoffe in prachtvollen Modedessins und -färben kaufen Sie bei wirklich erstklassiger' Qualität zu derart niedrigen Preisen, wie sie eben nur ein Riesenumsatz ermöglicht. Die Preise für Herrennnd Damenwäsche, Leinenwarcn, Vorhänge und Teppiche wurden cmfs äußerste ermäßigt, um jeder,s einen Einkauf zu ermöglichen. Besichtigen Sie hie prachtvollen Schaufenster! Gerichtssaal. . (iatf.aa.tS, La <i--» «K MrWÜikvb nt In der gestrigen Verhandlung gegen den ehemaligen Direktor des Laxenburger Schlosses, Robert Bauer, wurde das Verhör mit dem Angeklagten fortgesetzt. Bauer schilderte seine Berbind'.nrgen mit den Brüdern Hilfreich. Richard Hilfreich »rächte ihm den Vorschlag, er werde mit seinem Bruder Dr. Ernst Hilfreich und der Textilfirma Kann u. Hahn mit einem Betriebskapital von 2 Milliarden das Gut in Pacht nehmen und 20 Prozent des Reinerträgnisses der Schloßgesellschafk überlasten. Dieses Offert wurde auch akzeptiert, doch wenigse Tage nachher erklärte Richard Hilfreich, daß die Firma Kann it. Hahn plötzlich zurückgetreten sei. Bauer machte den Vorschlag, Hilfreich solle gegen das Recht ans Rodung der in 5er Nähe gelegenen Wälder die Verpflichtung übernehmen, sämtliche Lasten der Gesellschaft zu tragen. Hilfreich war damit einverstanden und es kam ein Vertrag zustande, in dem Richard Hilfreich als Direktor der Guts- und Schloßverwaltung Laxenburg eingesetzt wurde. Diese Fiktion wurde deshalb gewählt, um mit dem Kriegsinvalidenfonds keine Anstände zu haben. Auf die Frage des Vorsitzenden, ob Bauer von dieser Abmachung der Verwaltungsratssitzung der Societe Kenntnis gegeben habe, verweigerte Bauer die Antwort, um nicht, wie er sagte, einen vollkonrmen verkehrten Eindruck zu erwecken. Während des Verhörs kam es auch gestern zu heftigen Zusammenstößen der Verteidiger Dr. Preminger und Dr. R o s n e r mit dem Gerichtshof, weil die Verteidiger, während der Vorsitzende Hofrat H e r t l den Brief verlas, dazu Randbemerkungen machten. Der Vorsitzende rief: „Es ist unerhört, wie Sie sich benehmen!" nnd ein Schöffe erklärte, daß es ihm unmöglich gemacht werde, dem Gang der Verhandlung zu folgen. Die Verhandlung wurde in den Nachmittagsstunden abgebrochen und wird heute fortgesetzt. Wieder ein patriotischer Verbrecher. D°r Erwachende als Scheckschwindler. Aus Budapest wird uns berichtet: Letzten Samstag verhandelte der Danksenat des Strafgerichtshofes den Prozeß eines Angeklagten, der sich nach bekanntem Muster gleichfalls dahin verantwortete, er hätte seine Betrügereien und Fälschungen aus patriotischenGründen verübt. Es ist dies Dr. Testder Nagy, ein leitendes Mitglied der Erwachenden Ungarn, .per seinerzeit Direktor des Kinos war, das den Erwachenden Ungarn überlasten wurde. Dr. Desidor Nagy war seit 1923 Beanrter der Postsparkasse und verübte seine Scheckfälschungen in dieser. Eigenschaft. Er gab vor, er habe eine Mion zur Befreiung von Karpat Horn ßland organisiert und hockte insgesamt mehr als 300 Millionen Kronen heraus: Schließlich erstattete eines seiner Opfer bei der Direktion der Postsparkasse die Anzeige, worauf Dr. Nagy verhaftet wurde. Cs stellte sich heraus, daß er fremde Anweisungen gefälscht hatte. Die Staatsanwaltschaft erhob die Anklage wegen Fälschung öffentlicher Urkunden gegen Nagy. Sonderbarerweise richtete anläßlich der ersten Verhandlung der auch in der Frankensälscherasfäre schwer komprcmitliecte Direktor der Postsparkasse, Gabriel Baroß, an den Gerichtshof die Erklärung, daß die Postsparkasse die Bestrafung des Angeklagten nicht wünsche. Auch in der samstägigen Verhandlung berief sich Dr. Nagy auf seine patriotischen Ziele. Er sei unter den ersten gewesen, die an der Spitze einer kleinen Schar für den Glauben und das Vaterland den Kampf ausgenommen hatten. Dr. Desidec Nagy wurde schließlich wegen des Verbrechens der Fälschung öffentlicher Urkunden in zwei Fällen schuldig gesprochen und unter Zubilligung mildernder Umstände zu einem Jahr Kerker und drei Jahren Amtsverlnst verurteilt. Bon der Untersuchungshaft werden fünf Monate als verbüßt eingerechnet. Der Verurteilte wurde auf freien Fuß gestellt. Für selbständige Kausleute, die als Provisionsagenten tätig sind, ist Fürsorgeabgabe zu leisten. Die Wiener Margar i n e - C o m p a g n l e, Gen. m. b. H., hat wegen unrechtmäßiger Vorschreibung von Fürsorgeabgabe beim Verwaltungsgerichtshos Beschwerde geführt. Der Vertrieb der Erzeugnisse der genannten Firma wird nämlich ausschließlich durch die Herren Adolf und Karl B. besorgt. Nun sind beide s el bst ä n d i g e, protokollierte K a u f l e u t c. Der Beschwerdeführer Dr. Bondy behauptete daher, daß auf die beiden die Bestimmungen des 8 1 des Fürsorgeabgabegesetzes, wonach die Verpflichtung zur Leistung der Fürsorgeabgabe dann eintritt, wenn, eine fremde Arbeitskraft in einem Unternehmen dauernd verwendet und organisatorisch eingegliedert wird, nicht zutreffe. Sie seien vielmehr Handelsagenten, nicht aber Provisionsangestellte. Der Verwaltungsgerichtshof wies die Beschwerde mit der Begründung ab: Es stehe fest, daß die beiden Kaufleute durch viele Jahre sämtliche Verkäufe der beschwerdesnhrenden Firma besorgten. Soniit war eine ständige Geschäftsverbindung vorhanden und damit auch die vonc esetz geforderte Eingliederung in ein Unternehmen. *6. Hmri Nr. SM Volkswirt. $(HiMwnini#et Klviattowstt BWr Sie Wirtschaft Potem. Beruhigung. — Bor neuen Anleiheverhanvtungen. — Stagnierende Börsen. (Bon itnsere.m Warschauer Korrespondenten.) W a r s ch a u, 12. Juni. Nach Bildung des zweiten Kabinetts Bartel kann nran noch keine großen Aendcrnngen in der Wirtschaftspolitik der Regierung feststellcn. Bisher hört man nur Progranrme und energieverheißende Reden. So hat der neue Minister für Handel und Industrie, Ing. Kratkowski, in seiner Ansprache an die Beamten seines Ministeriums von der Bedeutung des jetzigen Moments für die Geschichte Polens gesprochen und eine grundlegende Aendernng der wirtschaftlichen Methoden in Aussicht gestellt. „Das wirtschaftliche Leben", sagte der Minister, „nnlß den höchsten Aufgaben des Staates gerecht werden, die da sind: Entwicklung, Erhöhung und Verbilligung der Produktion, Erhöhung der Exportfähigkeit bei gleichzeitiger Erweiterung der Handelsverträge, stufenweise Vermehrung der Steuerzahler, Arbeitsvermittlung und Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und endlich Erreichung einer Landesprodnktion, die die Konsumtion übersteigt." Es sind dies sehr begrüßenswerte Ziele, die sich der neue Handelsminister gesteckt hat. Augenblicklich spricht nichts gegen diese Absichten der Regierung, deren Verwirklichung einzig und allein davon abhängig ist, ob es ihr gelingen wird, sich von den verschiedenartigsten Einflüssen der Parteien zu befreien und nur das Wohl des Staates im Auge zu behalten. Bis jetzt hat sich noch nichts verschlechtert: die Steuern fließen regelmäßig ein und nur die Monopole dürften ein Defizit anfweisen. Am V a lute n m a r k t ist eine Beruhigung eingetreten, denn hier herrscht die Bank Polski und befriedigt alle Wünsche. Die Erfolge des internationalen Handels Polens gestalten sich auch tveiterhin günstig; die Handelsbilanz ist aktiv, vom September 1926 an wird mehr exportiert als eingeführt. In finanziellen Kreisen werden große Hoffnungen in die Ankunft der amerikanischen Delegation unter Führung Prof. Kemmerers gesetzt, die die wirtschaftliche Lage Polens prüfen soll. Obwohl die Informationen der Presse, daß diese Delegation mit einer Fünshundertmillioncnanleihe in Verbindung zu bringen ist, als übertrieben betrachtet werden müssen, so muß man doch anerkennen, daß die Ergebnisse der Untersuchungen der amerikanischen Fachleute eine große Bedeutung für die Informierung der Finanzkreise' in den Vereinigten Staaten haben werden. Vorausgesetzt also, daß die Resultate günstig sein werden, sind die Ausstchten für eine Ausländsanleihe nicht schlecht. An der E s f e k t e n b ö r s e herrscht vollkomnrene S t a g- Nation. Die Umsätze sind weiterhin minimal und sowohl an der Lemberger als auch an der Warschauer Börse werden nur Transaktionen einiger Efsekter^attungen notiert. Nur in Staatspapieren war an der Warschauer Börse eine etwas stärkere Tendenz zu verzeichnen, insbesondere in der öprozentigen Konversionsanleihe, die letztens 33 und 33,26 notierte. Die wichtigsten Aktien notierten: Ban! Polski 51,23 bis 50,50, Warschauer Zucker 1,46, Robe! 1,50, KoHke 36-00, Starachowice 0,79, Haberbusch 4,80.. EuglMe Aimmen über die Fußvn R«§lo> barü-KrrlMüMalt. „Manchester Guardian" kritisiert heftig die englische kontinentale Bankpolitik. London, 15. Juni. „M a n ch e st e r Guardia n" schreibt, die Vereinbarung zwischen Anglobank nnd Kreditanstalt schließe ein nicht sonderlich erfolgreiches.Kapitel in J der Geschichte britischer Bankunternehmungen auf dem Kontinentab. Die neue Vereinbarung bestätige die Bedenken, die schon 1922 geäußert worden seien, indem die Anglobank entsprechend der englischen Tradition versucht habe, die Leitung ihres österreichischen Geschäftes fast zur Gänze in ihrem Londoner Bureau zu konzentrieren. Diese Methode, die bei anderen Auslandsunternehmungen, wie zum Beispiel Eisenbahnen, nicht allzu erfolgreich gewesen sei, mußte nahezu mit Sicherheit fehlschlagen, wo es sich um ein so schwieriges Geschäft wie die Führung einer kontinentalen Bank mit ihren engen industriellen Beziehungen und ihrer stark Politisch beeinflußten Atmosphäre handelte. Bavk Wer -en Gvfolg seiner Miktion. .ondon, 15. Juni. Generalrat.Bark von der Angl o- Austrian-Bank hat einem Vertreter der „Financial New s"; ein Interview gewährt, in dem er folgendes ausfnhrte: > Pas UeBeveintommcrt «zwischen Kreditanstalt und Anglobank ist die logische Folgerung der von der Anglobank seit 1922 verfolgten Politik, nämlich eine Holding Company von Banken zu werden, die in den Sukzessionsstaaten ihren Sitz haben. Die neue Vereinbarung trifft zeitlich mit der Aufhebung der Kontrolle des Völkerbundes zusammen und beide Maßnahrnen verfolgen denselben Zweck: Die Wiederherstellung der finanziellen Unabhängigkeit Oesterreichs durch Ausschaltung fremden Einflusses auf die Staatssinanzen und das Bankwesen. Da die Ayglobank Aktien der Kreditanstalt übernomncen hat, war es nur selbstverständlich, daß sie letzterer behilflich war, Kredite zu vorteilhaften Bedingungen zu erlangen. Die Borkriegsschülden der Anglobank, so schloß Bark, sind in den Vereinbarungen nicht ausgenommen worden; und die Anglobank wird jene Angestellte, die auf Grund der neuen Vereinbarung zu entlassen sein werden, entschädigen, wobei jedoch der Pensionsdienst von der Kreditanstalt übernommen worden wird.

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