Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2625 (15.6.1926)
- Date
- 1926-06-15
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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EGSBEBRHSa iprais LÄ at Wien: Zum Abholen ln der Expedition, IL Tabors tf. 1-3, oder in einer Verschlelsstelle (Trafik') monatl, 5 Schilling Strassenvexkaut in Wien durch die Kolporteure der Firma G o 1 d sch mied, v I., Wollaeile 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling i schecho-Slowfckel. Mon, K22. Jugoslawien: , Mon. Din. 60. Pol en: Mon. 5Zlpty. Deutschland: Mop. Gm. 4, Frankreich, Bet gi en: Mon. Eres. f8 ***S9***w. *£&&& , fOfvcnllfBA Wiener Morgen^eilung England: Mon. 4 Schilling. Italien: Monatt. 18 Lire: 4k« mflni en: Mon. 170 Lei. %ai garten r Mon.IOOLew«. Schweiz und das übrige Ausland monatlich Pres, c Redaktion, Administration: Wien, II* Taborair. 1 Telephone: 44-0-38,43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 26-2-82 IX.. Universitätsstrasse 6-3 (Druckerei lg. Stelmnanm Oesterrekhisches Postspai* kassen-Konto Nr. 150.69? Mt. 2629 Wien, aicnsloa, 15. guui 1926 8. Jahrgang Im redaktionelle,, Teil culholiene eutgeMiche Mtt- . Heilungen sind durch e',„ vorangesehtes e gekennzeichnet. ZMrieg zwischen Ungarn und der Achechoslowakei. Budapest, 14. Juni. Mt der Annahme der tschechoslowakischen Gesetzvorlage über die Agrarzölle durch das Prager Abgeordnetenhaus ist der Zollkrieg zwischen 'Ungarn und der Tschechoslowakei praktisch ausgesprochen. Nach einer Information des „Esti Kurir" ist die ungarische Regierung entschlossen, Jndustrieartikel aus der Tschechoslowakei mit den höchsten gesetzlich zulässigen Zollsätzen zu belasten und keine ' H a n d e l s v e r t r a g s v e'r h a n d l u n g e n mit der Tschechoslowakei einzuleiten, bis die tschechoslowakischen Getreidezölle herabgesetzt werden. Die Regierung hat alle 'Vorkehrungen getroffen, daß tschechische Jndustrieartikel nicht auf dem Umweg über O e st e r r e i ch nach Ungarn schmuggelt werden. Die Prüfung der Ursprungszertifikate aller nach Ungarn eingeführten Waren soll mit >^hevster Strenge dnrchgesührt werden. Die Sbstruktion VfUfUHrtl Genf, 14. Juni. Das Generalsekvetariat des BöLerbundes hat vom brasilianischen Außenminister eine Mitteilung erhalten, worin Brasilien seinen Entschluß kundgibt, aus dem Bölkerbund auszutreten. Gemäß Artikel 1 des Völkerbundpaktes ist diese Mitteilung als eine Boranz c i ge zn betrachten. Brasilien kündigt jedoch schon jetzt an, daß es an der Septembertag u N g des Völkerbundes nicht teilnehmen werde. zweijährige Kündigungsfrist. Genf, 14. Juni. Die Kündigung Brasiliens wird damit motiviert, daß die brasilianische Regierung soeben die Einladung zur Schtembertagung des Völkerbundes erhalten hat, an der sie, gemäß den vom Botschafter Mello-Franco vor dem Völkerbundrat abgegebenen Erklärungen, nicht mehr teilnehmen kann. Die brasilianische Regierung hält sich daher für verpflichtet, die Erklärung abzugeben, daß Brasilien nicht nur auf seinen nichtständigen Ratssitz verzichtet, sondern auch int «Merlmntz. teilt MW. „ftte Ehre ablehnt, Mitgli-S des buudcs zu sein". Jnr Sinne dieses Telegramms beginnt ab heute die vom Völkerbundstatut vorgesehene zweijährige Kündigungsfrist zu laufen, innerhalb der Brasilien an den Völkerbund und dessen Verpflichtungen gebunden bleibt. Die Mitgliedschaft Brasiliens währt mit anderen Worten bis 14. Juni 1928. Spanien verlangt den ständige» RuWY. Madrid, 14. Juni. Nach einer Meldung des „A B C" wurde in einem gestern abgehaltenen Ministerrat beschlossen, auf der Septembertagung des Völkerbundes keinen K a ndidaten für einen nichtständigen Ratssitz zu stellen und einen Beschluß über die küchige .Haltung Spaniens einstweilen rr och nicht zu fassen, bevor nicht der Wllkerbnnd über den spanischen Anspruch auf einen ständigen Ratssitz eine Entscheidung gefällt habe. Vierstündiger Generalstreik in Kindno. Gegen die treuen Zölle. Prag, 14.'.Juni. Die Erregung der letzten Tage hat noch keine Entspannung erfahren. Heute abends findet trotz des polizeilichen Verbots eine faszistischc Versammlung statt. Die sozialistisch-kommunistische Einheitsfront ist, rvenigstens für den morgigen Tag, hergestellt, indem die gesamte Mötällarbeiterschaft Prags zu einer D e m o n st r a t i o n gegen die neuen Zölle aufgemfen ist. Die Demonstration findet ans dem Havlicek - Pl a tz, dem Schauplatz der Krawalle vom Freitag, statt. Sozialdemokratische, sozialistische und kommunistische Abgeordnete werden sprechen. Die Polizei hat für morgen st r e n g e B e r c i t s ch a f t. Umzüge sind Vorboten. Die Betriebsausschüsse und Gewcrkschaftsorganisationen von Kladno haben beschlossen, Mittwoch einen vier ft ü n d i g e n Generalstreik durchzufirhren. In Pardubitz und in Prcran findet ein einstündiger Generalstreik statt. ' . Gömbös litt Bethlsn. Budapest, 14. Juni. Julius Gömbös hielt gestern M einer Volksversammlung in Miskolcz eine politische Rede, in der er ankündigte, daß der i ta l i en i s ch e Faszismus in'Ungarn keinen geeigneten Boden habe und daß die - ungarischen Rassenschützler nicht die Absicht haben, die Regieruttgsmacht zu übernehmen. Gönrbös erklärte, daß die Rassenschützler mit Liebe und Verehrung ihre Augen auf den Ministerpräsidenten Grafen Bethlen richten und bereit sind, die Politik des Ministerpräsidenten „mit einigen: minimalen Aenderungen" zu unterstützen. Diese Ankündigung des Abgeordneten Gömbös, dessen Fraktion sich bisher formell in der Opposition befand, erregt in politischen Kreisen beträchtliches Aussehen. Verlängerung des Verteidigungsbündnisses der kleinen Entente. Bukarest, 14.; Juni. (Orient-Radio.) Der rumänische Minister des Aeußern, der jugoslawische Gesandte und der tschechoslowakische Gesandte haben ein Abkommen unterzeichnet, wodurch das Verteidigungsbündnis zwischen Rumänien, Jugoslawien und der Tschechoflowakei auf weitere drei Jahre verlängert wird. Der Krieg in Syrien. Paris, 14. Juüi. Nach einer Meldung aus Beirut ist dv'Bcn eine in der Nähe von B a a l b e k gelegene Ortschaft, deren Bahnhof'in der Nacht vom 11. zum 12. d. in B rq.nd gestockt worden war, eine Strafexpedition entsendet worden, ebenso gegen die in der Nähe gelegenen Dörfer, die sich an dem Ueberfall beteiligt hatten. Der polnische Seim. Watschau, 14. Juni. Die Klubs der Linken haben an den Sejmmarschall R a t a j einen Brief gerichtet, in dem sie die sofortige Einberufung des Sejms verlangen. In der ersten Sitzung soll die Auflösung des Sejm beschlossen und der Zeitpunkt der Neuwahlen bestimmt werden. Marschall Nataj trifft heute mit 7 Uhr abends in Warschau ein und wird sich sofort mit dem Inhalt des Briefes befassen. Es ist jedoch kaum anzünehmen, daß die Forderung der Linksparteien berücksichtigt werden-, der Sejm muß noch vor seiner Auflösung einige dringende ©id a isn o tw e ndig k e i t e n erledigen. So unter anderem das Budget für das Jahr 1926. Da Ministerpräsident Bar t c I_ in seinem Programm erklärt hat, daß den Beamten auf keinen Fall ihre Bezüge reduziert werden und zugleich der neue Finanzminister Klarner von großen Ersparungsmaßnahmen gesprochen hat, ist es noch nicht ganz klar, wie sich die Budgetverhandlungen'gestalten werden. PilsndE — Präsident des Iberften Wegsrotes. U-rschmi, 13. Juni. (Pol». Zcl.>ä(g.) Der Präsid-üt der Republik hat Marschall P i l s u d s k i zum Präsidenten des Obersten Kriegsrates ernannt. kpilog mm Steiger-Prozeß. Warschau, 14. Juni. Der Präsident des Justizaüsschusses des Senates, Senator Dr. R i n g e l, intervenierte gestern beim Finanzminister Professor Makowski. Dr. Ringel erinnerte den Finanzmintster an die jcinerzcltige Interpellation des jüdischen Sejmklubs und der Klubs der Linken im Sejm und Senat in der Frage des unkorrekten Vorgehens des Leinberger Staatsanwalts .Mail i n a, des Schriftführers P i o t r o w s k i und anderer Gerichtsbeamtcn in der Untersuchung gegen Stanislaw Steiger. Obwohl seit dieser Zeit schon einige Monate verflossen sind, hat das Ministerium bis heute noch keine Antwort auf diese Interpellation erteilt und alle in der Interpellation genannten Personen — außer dem Pvlizeikommandaten L u k o m s k i und dein Kommissär K a j d a u ~~ sind noch bis jetzt im Amt. In informierten Kreisen verlautet, daß infolge dieser Intervention der Richter R u t k a zum Zivilgericht versetzt werden-soll und daß die Disziplinaruntersuchung, die gegen ihn läuft, jetzt zu Ende geführt werden wird. Auch der Schriftführer P i o t r o w s k i soll dem Zivilgericht zugeteilt werden. In den nächsten Tagen wird auch der Oberstaatsanwalt Mali n a seines Amtes enthoben werden. Die khrenangelegenheit SkrzymN-SzeptyUi. Warschau, 13. Juni. Der Armeeinspektor Graf Szeptycki, bekanntlich ehemals österreichischer Militärattache in Petersburg, ist in den Ruhestand versetzt worden. Graf Szeptyeki hat vor kurzem den gewesenen Mittisteapräsidenten Skrzhnski in einem Krakauer Klub dadurch beleidigt, daß er ihm ostentativ den Händedruck verweigerte. Graf Skrzynski forderte ihn, worauf die Kartellträger öes Arnneinspektors chm in einem e i n s e i t i g e n P r o t o k o l l die Satisfaktion verweigerten. Es trat deshalb ein Ehrengericht zusannnen, welches das Protokoll annullierte und das korrekte Verhalten des Ministers anerkannte. Die Angelegenheit dürfte mmmHr gemäß dem Ehrenkodex. ausgeiragen werden. Konferenz der zioniften.RedifionWn in SeniWand. Berlin, 13. Juni. Am 4. Juli beginnt in Berlin die. erste Konferenz der Zionisten-Rrvisionisten in -Deutschland, an der außer Der Berliner Ortsgruppe, mehrere Vertreter der Provinztzruppen teilnehmen werden. Die Konferenz ist gewidmet der Besprechung der allgemeinen Lage dcs Zionismus und der inneren Organisation der RWifunisten. Da« Wualmordmärchen. Der Kindermord in Breslau. Breslau, 14. Juni. Im Zusammenhang mit dem Lustmord an den beiden Kindern F e h s e gehen in der Stadt Gerüchte um, daß es sich um einen, R i t u a l m o r d handle. Diese Gerüchte sind darauf zurückzuführen, daß der in einer Großdestillätion beschäftigte jüdische Arbeiter H a a s e vor einigen Wochen Zeichen von Geiste sst ö r u n g zeigte und ihm deshalb g e k ü n d i g t wurde. Er wurde vor einigen Tagen als Leiche aus der Oder gezogen. Man vermutete nun, daß Haase in dem Keller den furchtbaren Mord vollführt und sich dann das Leben nahm. Die polizeiliche Untersuchung hat die v ö l l i g e H a l tl o s i g k e i t dieser Kombination ergeben und führt die Nachforschungen nach dem Mörder der Kinder weiter fort. Sprengstoffattentnt auf eine Kohlengrube. Beuthen, 14. Juni. Heute nachts wurde auf der neuangelegten Scharleh-Grube in Roßberg ein schweres S p r e n g st o f f a t t e n t a t verübt. An drei verschiedenen Orten der Anlage wurden größere Mengen Dynamit zur Entzündung gebracht. Während an zwei Stellen der Schaden nur gering ist, wurde durch die dritte Bombe die in modernster Konstruktion errichtete neue Wage vernichtet. Menschenleben sind nicht zu Schaden gekommen. Bon den Tätern fehlt jede Spur. Selbstmordversuch der «ttenMeM Mbson. BerÜn, 14. Juni. Wie die Blätter aus Rom melden, hat die Zrländerin G i b s o rr, die vor etnigen Wochen einen N evolverankchlaa auf Mussolini verübt hat. gestern im Gefängnis einen Selbstmordversuch verübt, indem sie sich mit einem große» H a m m e r m e h r e r c Schläge auf den K o p f beibrachte. Sie ist s ch w e r. jedoch nicktlebenSgefährlich verletzt. *** Die syrische Regierung.; Beirut, 14. Juni. (Havas.) Präsident Ha m a d hat das syrische Ministerium gebildet. 8mm-. in Stoffen Me, Waschbaren etc im Warenhaus Her Schiffmann 11., Tatiorstrasse 48 Telephon 47-1-79 Engros En Mail