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Wiener Morgenzeitung · 1926-06-11 · Heft 2621 (11.6.1926) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2621 (11.6.1926)
Date
1926-06-11
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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fr arcmv I Wien: Zum Abholen in der Expedition, IL'Uaborstf. 1-3, oder ln einer VerscMeissteHe rTkattk) mcaatl. 6 Schilling Stmssenverkauf in Wien dasch die Kolporteure der Firma Q o I dachmi e d, J„ WolteeMe 11 Mit Bostversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling i;s^>h»e*cah o - 81 owa&el: Mbn. FC22. Jugoslawiie.n: Mon. Din. 60. Polen:Mon. 5 Zloty. D e uts c h 1 a nd: Mon. Gm. 4, Frankrehoh, Belgien: Mon. Fies. ¥8 WHH R myltXttt •Nacbfttthluugen bei P t r h öh a n g e n vorbehalfen Rt. 3621 Me«. Freitag, 11. Fuai 1926 fJZlfJKdn Eegten dr'M«».4MMntz. MMem: MooaO. HtisOtie«: Mon. Mörtel. Cp FiWUllOTWOiBi Sfchnvoix und Ms aWge Anstand monaiflteh F*s. S Redaktion, Adtttintitiiitoti:; W4ea,JLTabovsfc»l Tetephooe: 44-0-38,49449 Ah S Ädr: 24-MS, 29S-8L BL, Untverstifltesfceatt 6-8 (©«rekefdlg. Stetninnnn) OesterroicWeches PestUMK* kessen-Konto Nr. MW03 8. IMga« Brasilien zieht sich vom BAkerbmÄ M«. Aregmig in Senf. Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen find durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. Konkurrenzlos in Preis und Qualität Feine Wurst- und Selchwaren Garantiert ohne Gefrierfleisch! tw ErhSfitlich in allen Detali-VerkaufsstelBen Die Verhandlung der Memoranden auf nächste Woche verschoben. Genf, 10. Juni. Am Dienstag fand programmgemäß die Eröffnung der Session der ständigen Mandatskommission des Völkerbundes statt. Als Vertreter der palästinensischen Judenheit wohnten der Eröffnungssitzung der frühere Bürgermeister von Tel-Awiw, Disengoff, und Dr. Arlosoroff bei. Zu Beginn der Sitzung erklärte der Präsident der Mandatskommission, der Holländer Van Rees, die Mitglieder der Mandatskommission hätten nochkeineZeitgefunden, den Bericht der englischen Regierung über die Verwaltung Palästinas im Jahre 1925 zu prüfen, da dieser Bericht von der englischen Regierung erst gestern, den 7. Juni, dem Völkerbund zugestellt worden ist. Die Behandlung des Paläftinaberlichtes, die für heute festgesetzt worden war, müsse deswegen verschoben werden. Präsident Van Rees beantragte, den Palästinabericht erst in der Oktobersession der Mandatskommission in Behandlung zu ziehen. Der Schweizer Vertreter Prof. R a p p a r d sprach sich entschieden ge^rrr den Antrag des Präsidenten ans und Wiinschte, daß der Bericht nochindergegenwärtigen ®<i fffo tt behandelt werde. Seine Ausführungen wurden vom Kommissionsmitglied W i ck s e l l unterstützt. Die Mehrhelit der Mandatskommission stimmte dem Antrag Rappard und Wicksell zu, so daß der Palästinabericht voraussichtlich in der nächsten Wo«ch^e zur Behandlung kommen wird. Der Chefsekretär der Palästimwegiernng, Kolonel Symes, wird der Mandatskommission Aufklärung über die Lage Palästinas geberrundie Fragen der Kommissions- Mitglieder beantworten. Wie der J.-T.-A.-Vertreter erfährt, werden der griechische Vertreter Leopolds Palaeios über das Memorandum der arabischen Exekutive und die norwegische Vertreterin Frau Bugge - Wicksell über die Petition der Agudas Jisroel referieren. Jouvenel über das Mandat. Paris, 8. Juni. (I., T. A.) Der. französische Oberkommissär für Syrien, Herr de Jouvenel, nahm an der gestern zu Ehren von Dr. Weizmann im Riesensaal des Troeaüero veranstalteten Massenkundgebung teil und rückte in seiner Ansprache seine große Bewimderung für das jüdische Aufbauwerk in Palästina aus. Ich beneide Groß b r i tannien, sagte Herr de Jouvenel, daß es die Aufgabe hat, das Palästinamandat zu verwalten. Diese Aufgabe ist weit verlockender als die Verwaltung des Mandats für Syrien, weil in Palästina eine jüdische Bevölkerung lebt, die friedlich und hingebungsvoll dem Aufbau des Landes obliegt. Ich hoffe, daß zwischen den Franzosen in Syrien und den Juden in Palästina eine Zusammena r b e i t i n ausgedehntem Matze sich entwickeln wird. Dr. W e i z m a n n sagte in seiner Dankrede, die Grundpolitik in Palästina sei. die Förderung einer freundschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Inden und Araber n. Gestern nachmittags ist die Hawah-Mannschast nach zweimonatiger Abwesenheit in Amerika vollzählig und wohlbehalten in Wien angelangt. Bk wurde von einer großen Monschemnenge isn - Westbahnhof erwartet und in feierlichem Aufzug ins Klnbheim geleitet, wo eine kurze Begrüßung stattsand. Morgen wird im Ronacher-Theater ein offizieller Begrttßnngsähend abgehalten, bei dem der Hakoah-Präsident Dr. I, H. Körner Uber die Amerikatournee Bericht erstatten wird. (Näheres im Sportteil!) Genf, 10. Juni. Der brasilianische Delegierte Mell-o- Franco verlas um 6 Uhr abends im Rat eine Erklärung, wonach Brasilien seine Demission als RatsMitglied mit Ende dieser Session anmeldet. Mello-Franco sprach ausführlich über Brasilien und seine Wirksamkeit im Völkerbund- und im Rat und ersuchte den Rat, er möge der Völkerbundversammlung im September, an der Brasilien nicht mehr teilnehmen werde, den Tank der brasilianischen Regierung für das ihr bewiesene Vertrauen aussprechen. Der Vorsitzende G u a n i (Uruguay) gab seinem Bedauern über den Entschluß Brasiliens Ausdruck und sagte, daß der Rücktritt eines den Ideen des Völkerbundes so ergebenen Landes wie Brasilien ganz besonders betrübend sei. Die Ratssitzung wurde sodann in allgemeiner-Erregung geschlossen. * Diese Erklärung bedeutet den V e r z i ch t der Beteiligung Brasiliens an den Arbeiten des Völkerbundcs, jedoch nicht seinen formellen Austritt aus dem Völkerbund, Brasilien wird sich damit in derjenigen Lage befinden, die Argentinien seit der ersten Völkerbundoersaminlung einnimmt. Spanien lenkt ein. Genf, 10. Juni. Der spanische Vertreter im Völkerbundrat hat heute folgende Erklärung abgegeben: Der spanischen Regierung tvar es bis zum heutigen Tage nicht mißlich, eine Ratifikation des Zusatzantrages zu Artikel 4 des Völkerbundpaktes vor^unehmen, um sich so die Möglichkeit offen zu halten, immer wieder als n i ch t st ä n d i g e s Mitglied in den Rat gewählt zu werden, bis zu dem Augenblick, in dem Spa- Das neue polnische Kabinett. Warschau, 9. Juli. Gestern um 11 Uhr nachts fand eine Konferenz zwischen dem Präsidenten der Republik und dem Ministerpräsidenten Bartel statt, in dev die Käbinettsliste enhgAtig festgesetzt wurde. Die neue Regierung besteht aus folgenden Mitgliedern: Ministerpräsident und Eiseübahnmmiftor — Pros. Ing. Dr. Kasimir Bartels Heeresminister — Marschall Josef Pilsudski; Minister für Inneres — Kasimir Mlodzianowski; Leiter des Ministeriums für Aeußeres — August Zaleski; Finanzminister — Ing. Czeslaw Klarne r; Minister für Handel und Industrie — Ing. Eugenius Kwiatkowski; Leiter des Ministeriums für landwirtschaftliche Reformen und des Ministeriums fü>r Landwirtschaft — I. Ra cz i nski; Minister ftir öffentliche Arbeiten — Prof. Jn^. Witold Broniewskr; Arbeitsminister — Stanislaw Iurkewicz; Leiter des Ministeriums für Unterricht — Prof. Josef Miknlowski - P o m o r s k i; Justizminister — Professor Waclaw Makowski. Die Abänderung der polnischen Verfassung. Warschau, 10. Juni. (P. T.-A.) Ter gestern unter dem Vorsitz des Präsidenten der Republik äbgehaltene M i n i st e rrat verhandelte über den Gesetzentwurf, durch den die Verfassung abgeändert werden soll. Unter anderem wurde beschlossen, daß in Zukunft die für einen Ministerrat festgesetzte Tagesordnung vorher stets dem Präsidenten der Republik mitzuteilen ist, der, wenn er e s f ü r g n t b e s i n d e t, in einer unter seinem Vorsitz abzuhaltenden Sondersitzung des Ministerrates eine Beratung über den einen oder anderen Punkt der Tagesordnung weranlassen kann. Bisher hat der Präsident der Republik u i e an einer Sitzung des Ministerrates teilgenommen. Pilsndskis Verantwortlichkeit. Das Demissionsgesuch als Garantie. Warschau, 10. Juni. Marschall Pilsudski richtete an den Ministerpräsidenten Bartels einen Brief, in dem er seine Ansichten über sein Verhältnis zu den höchsten staatlichen Stellen und den Vertretungskörpern ausspricht. Er als Kriegsminister fühle sich verantwortlich gegenüber dem Staatspräsidenten als obersten Kriegsherrn, gegenüber dem Ministerpräsidenten als Mitglied des Ministerrgtes: und gegenüber dem Landtag im Sinne der Verfassung; jedoch lehne er eine V e r a n t w örtlichk e i t dem S e n a t. gegenüber als g e s e tz l! ch u n g er e ch t f e r t i g t.äb. Er werde als Garantie seine Verantwortlichkeit dein Ministerpräsidenten sein D e m i s s i o n s- gesu ch einsenden, der dann zu jeder beliebigen Zeit, wann immer er es für notwendig hält, davon Gebrauch machen könne. Schließlich fordert Pilsudski das Wiederinkrafttreten nien als ständiges Mitglied des Rates b^ei-chrwt werden könnte. Ta die gegenwärtige Lage jedoch Spanien bei einer Wahl ausschließt und somit der Grund, der bisher die Ratifikation verhinderte, lveggesallen ist, hat die Regierung beschlossen, diese Ratif i k a t i o n nunmehr vorzun e h m e n. Diese Erklärung wurde von den Ratsmitgliedern mit lebhaftem Beifall ausgenommen, dä dadurch das letzte Hindernis w e g f ä l l t, das die Einstihrnng eines Turnus bei der Besetzung der nichtständigen Sitze bis zur Stunde verhindert hat. Vorsitzender G u a n i ersuchte den spanischen Vertreter, die Glückwünsche aller Mitglieder des Rates der Madrider Regierung zur Kenntn-is zu bringen. Schlrisi der Bölkerbrindrirtstaguwg. Genf, 10. Juni. Der Bölkevbundrat beendigte abends seine 40. Tagung. Minister Dr. B e n e s ch referierte über einige Probleme, die sich auf die Beschränkung der R ü st u n g e n beziehen. Er beantragte, die Diskussion über die französischen, polnischen und finnländrschen-Anträge aus die Septembertagung zu verschieben. Endlich beschloß der Rat grundsätzlich, Bulgarien zu ermächtigen, unter den Auspizien des Völkerbundes eine Anleihe von zweieinhalb Mill i o n e n Pfu n d S t e r l i n g für die Niederlassung bulgarischer Flüchtlinge in Bulgarien anszunehmen. Die nächste Tagung des Rates findet am 3. September statt. Die Vollversammlung des VMerbnndes tritt an» 6. September zusammen. des seinerzeit von ihm im Jänner 1921 ersafsekieir Gesetzes über die Komm and ost ellen im H c er e. Der Mrnisterrat hat den Brief: Pikfudskis, zur Kenntnis genommen und ihn in allen Punkten gebilligt, KemMevevs Beonfung. Warschau, 10. Juni. (P. T.-A.) Die Blätter begrüßen die Einladung des amerikanischen Finanzsachverständigen K e m m e r e r durch die Regierung und heben hervor, es sei klar, daß eine richtige Information der einflußreichen ausländischen Finanzkroise durch Kemmerer viel zu einer Erleichterung der sinanziellen Beziehungen Polens zuden großen Finanzzentren des Westens ^beitragen -werde. Der PrDdent des Großindustriellenverbandes, der der Rechten angchörende Abg. W i e r z b i c k i, erklärte gegenüber Pressevertretern, daß die Jndustriell-on alles auDieten würden, um bei der gegenwärtigen. Wirtschaftslage durchzuhalten. Er betonte, daß die Polnische Bank reftormieirt werden müsse, insbesondere müsse die Bestimmung über die Metalldeckun-g entsprechend den Ratschlägen Kennnerers eine elasttschere Form erhalten. Auch sei es notwendig, ein Wirtschastsprogramm für eine längere Reihe von Jahren dorzu'be-reiten. Kttkgttttg der Warschauer ziimisteii. Warschau, 10. Juni. In der Konferenz der Warschauer Zionisten kam es zu einvv vollständigen Einigung zwffchen den zwei einander bekämpfenden Gruppen der Zronrstischen Organisation in Kongreßpolen: Al Ham ischmar (Abg. Grünbanm) und Et Liwnot (Abg. Lewite). Da die Ursache der Spaltung, der Standprinkt in der Frage der Erweiterung der Jewish Agency, nicht mehr aktuell ist konnte die Verständigung erzielt werden. Das neue ägyptische Paklnment. Kairo, 10. Juni. Bei der Eröffmmg des Parlaments ver» las Ministerpräsident A d l y Pascha eine Thronrede, worac die Regierung . erklärt, sie werde sich bemühen, 'mit Großbritannien gute Beziehungen herzustellen, die die völlige Unabhängigkeit des Landes ermöglichen. König F n a d und ZaghlnlPascha waren Gegenstand herzlicher Ovotionen. __ Atttiiapattische Demonftrationen in Söul. Tokio, 10. Juni. (Reuter.) In Söul, der.Hauptstadt von Korea, -sind 250.000 Personen znsannnengeströmt,. nm den Be° gräbnisfeierl'chkeiten des früheren K a t s e rs v o n K o r e a beiznwohnen. Der Trauerzng umfaßte 3o.0vv Perfonen. Beim Begräbnis selbst entstand eine große B e r w i rr n n g, a's ungesähr 40 Studenten unter großem Grschret Flngzettel antijapantschen Inhalts zu verteilen verfnchtvn. Die Studenten wurden verhaftet.

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