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Wiener Morgenzeitung · 1925-08-18 · Heft 2331 (18.8.1925) · p. Seite 36

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2331 (18.8.1925)
Date
1925-08-18
Page
Seite 36 (sequence 36)
Language
German
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6eHe R Wien, DienZiag Wiener Morgenzesfung K. MMt IM Nr. WL -ie Wiener Meffe und der nahe Srient. Zu den wichtigsten Problemen der österreichischen Wirtschaft zählt die immer notwendiger werdende Umstellung ihrer Exportindustrie auf neue Absatzgebiete. Es war bis vor dem Kriege ein auch in die Wirtschaft verschlagener echt österreichischer Wesenszug, daß man ökonomische Interessen nicht an allzu ferne Länder binden wollte. Dieser Zustand, der seine Stütze in der ziemlich ausgeglichenen ökonomischen Struktur der früheren Monarchie fand, ging auch zuerst ungeschwächt in die Nachkriegszeit über. Erst als die nueen Staaten sich hermetisch voneinander und speziell von Oesterreich abschlossen, erst als die hiesige Produktion die Türe vor den bisherigen Ausfuhrländern verrammelt fand, trat sie näher an die Aufgabe heran, sich um neue, tu diesem Falle um weiter entfernte Absatzgebiete umzusehen. Gerade die Wiener Messe hat dieses Problem unter den ersten erkannt und ihr ganzer Inhalt, ihre ganze Organisation sind diesem Ziele unterworfen. Man vernahm auch bald die neue Losung, daß sich die österreichische Industrie die Ueberseemärkte erschließen möge, da sich ihr dort noch große Zukunftsmöglichkeitcn eröffnen. Im engsten Zusammenhang damit steht aber eine besondere Expansionsbewegung, die schnellere Erfolge verspricht, und das ist die Bearbeitung des nahen Orients. Die österreichische Wirtschaft hat hier kein Neuland vor sich, sondern es handelt sich um die Wiedergewinnung bereits innegehabter Absatzgebiete, um die Wiederanknüpfung bestandener Geschäftsverbindungen. Schon zur Zeit der Monarchie war es gelungen, Oesterreich im sogenannten Levantehandel eine überragende Stellung zu verschaffen. Die österreichische Wirtschaft konkurrierte dort erfolgreich mit dem europäischen Westen und mit Deutschland, und seine Industrie genoß einen ebenso guten Ruf wie seine Handelsorganisationen. Der bezeichnendste Beweis hiefür kann darin erblickt werden, daß nach den jahrelangen Kämpfen und Kriegen, nach einer Unterbindung des Verkehres ohnegleichen der österreichische Levantinertaler heute im nahen Osten eine förmliche Renaissance erlebt und daß das Wiener Münzamt den Prägungsaufträgen für diese Taler kaum Nachkommen kann, welche in manchen Ländern beinahe ausschließliche Zahlkraft haben. Freilich ist auch im Orient das Problem anders und schwerer geworden als vor dem Kriege. Die Bereisung dieser Gebiete ist infolge der politischen Neuordnung komplizierter, die Kosten einer Reise sind gewaltig gestiegen und spielen heute m Budget eines Geschäftsbetriebes eine größere Rolle, die Konkurrenz hat an Heftigkeit zugenommen und wird für Oesterreich noch dadurch bedrohlicher, daß es in diesen Staaten eine schlechtere handelspolitische Basis hat als die westliche Industrie. Bezüglich der ersten angeführten Punkte bietet die Wiener Messe mannigfache Erleichterungen und sie bildet auch einen wichtigen Konzentrationspunkt des österreichischen Orientgeschäftes. Immer mehr sieht man auch in Oesterreich dessen Bedeutung ein; in diesem Jahre-sind zwei Handelsverträge, mit der Türkei und mit Griechenland, abgeschlossen worden, durch welche die Handelsbeziehungen mit diesen Staaten gestärkt werden dürften. Die österreichische Ware ist in diesen Ländern noch immer gerne gesehen und wird ihren Platz gewiß sehr gut behaupten. Für diese Annahmen sprechen auch die Ziffern der Handelsbilanz, welche über den teilweise sehr erfreulichen Aufschwung des Güteraustausches mit diesen Staaten Aufschluß geben. Wenn man bedenkt, daß während der Zeit, für welche diese Ziffern sprechen, überhaupt noch keine Handelsverträge bestanden haben, wird man die Entwicklung als günstig bezeichnen müssen, zumal auch die meisten dieser Orientstaaten von innerpolitischen Kämpfen heimgesucht waren und sich auch erst in einem wirtschaftlichen Anfangsstadium befinden. Der österreichische Export nach diesen Ländern zeigte in den Jahren 1922 bis 1924 folgende Bewegung: 1922 1923 1924 in tausend Goldkronen Griechenland . . 2.341 2.687 8.111 Triest .... . 3.604 1.2889 8.912 Türkei . . . . 7.019 6.629 7.863 Palästina . . . 602 818 1.251 Syrien . . . . 678 971 1.196 Aegypten . . . 4.236 6.491 10.893 Es ist demnach im allgemeinen eine erhebliche , nahme des österreichischen Exports zu konstatieren, welcher im Jahre 1924 mehr als das Doppelte des Jahres 1922 beträgt. Die Auspizien können vielleicht noch besser beurteilt werden. Abgesehen von den schon erwähnten Handelsverträgen mit Griechenland und der Türkei sind alle diese Länder auf dem Wege zur inneren Konsolidierung, wodurch ihre Aufnahmssähigkeit wachsen muß. Die Türkei führt eine großzügige wirtschaftliche Reorganisation durch, in Aegypten und Syrien wird die nunmehr eingetretene politische Ruhe sich gewiß in günstigem Sinne auf die Wirtschaft auswirken und in Palästina ist ein ökonomisches Aufbauwerk im Zuge, das auch für die österreichische Industrie Beschäftigungsmöglichreiten verheißt. In dieser Beziehung soll darauf hingewiesen werden, daß unmittelbar vor der Herbstmesse in Wien der Zionistenkongreß stattfindet und daß viele Delegierte und Besucher, die ja zumeist Wirtschaftstreibende sind und mit einem ansehnlichen Prozentsatz gerade aus dem nahen Orient kommen, ihren Aus« enthalt um einige Tage ausdehnen und die Wiener Messe besuchen werden. Der Handelsverkehr Oesterreichs mit dem nahen Orient hat gewiß eine sehr verheißungsvolle Zukunft, und Oesterreich kann hier für manches Verloren- Ersatz finden. Ae Konserenz der Weltorganisation zionifti« scher Fronen. Dar Bureau der in. Konferenz der Weltorganisation zionistischer Frauen befindet sich in Wien, % B e z., Währingerstraße 2, Tür 82. Das Bureau der LondonerExekutiveder Weltorganisation zionistischer Frauen, hat ab 16. d. seinen Sitz in Wien, 3. Bez., Lothringer st raße 18, Tür 1b. Während der Tagung der Konferenz, welche vom 21. d., 3 Uhr nachmittags, bis 26. d. dauert, befinden sich sämtliche Bureaus im Gebäude des Gremiums der Wiener Kaufmannschaft, Wien, 1. Be z.. Schwärzende r g p l a tz 16. Delegiertenkarten find auf Grund der Beglaubigung der einzelnen Landesorganisationen, beziehungsweise Gruppen, im GebäudedeS XIV. Zionistenkongresse 3, W te n, 3. Be z., Lothringer st raße 18, Tür 15, zu beheben. Ga st karten in beschränkter Zahl sind ebenfalls im Gebäude des XIV. Zionisten ko ng r e s s e S, W i e n, 3. B e z., L o t h r i n g e r st r*a ß e 18, Tür 16, gegen 10 Schilling für die Dauer der Konferenz zu zn haben. Karten nur für die Eröffnungssitzung werden nicht ausgegeben. Auskunft über bestellte Wohnungen erteilt ausschließlich daSWohnungsamtdeS XIV. Zionistenkongresses in Wien,1. Bez., Beethovenplatz 1. E Den Kongreßteilnehmern empfehlen wir die beftrenom» rnierte, als streng reell und sowohl tu Qualität der Erzeugnisse als auch besonders leistungsfähig bekannte Firma O. I. P i epersberg, 2. Bez., Praterstraße 9, für Deckung des Bedarfes in Pelzwaren aller Art vom einfachsten bis zum feinsten Genre. E Sanatorium Veesey. Semmering. Staubfreie, windae-, schützte Lage. Pensionspreis (5 Mahlzeiten) von 16 S. auifiv. E Kleider« und Gummimäntelfabrik Georg Mayer, Wien, 2. Bez., Taborstraße 39. Tel. 40-0-46. Engros-Export. E Die Herstellung der Schreibfeder. Die Firma H e i n tz e u. B l a n ck e r tz hat es sich zur Aufgabe gemacht, unter Berücksichtigung der verschiedenen Schriftarten für jedes Land eine besondere Federsorte zu konstruieren, die für die Schrift des betreffenden Landes geeignet ist. So wäre z. 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