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Wiener Morgenzeitung · 1925-08-18 · Heft 2331 (18.8.1925) · p. Seite 30

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2331 (18.8.1925)
Date
1925-08-18
Page
Seite 30 (sequence 30)
Language
German
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SsAe 30 Wen. Dienstag Wiener Morgenzeitung 18. August IM Nr. 2331 Hakoah im Dienste der Judentums. Bon Tr. I. H. Körner. und auf Sportplätzen der ganzen Welt SttsJ \ n?-rIUn9f ^vUÖCU und Jüdinnen. Es sind viele Sn»* untLlt>™ SW lliacf,!t l10u Tag zu Tag. Sie tragen den iVtagen ^avrd auf der Brust und das jüdische Bewußtlem nn Herzen. Ihre Körper aber sind stolz und aufrecht, o ^Cr;ru!nnS ducken unserer Väter, gebeugt durch die Ä. l??^?"sendlanger Verfolgungen ist im Schwinden. w£ l lfr huschen schreiten stahlhart und kraftvoll durch dre Welt ^hre Besten aber gehen nach Erez Israel. ^er Makka bi-Gedanke ist es, der die neue ^ugend des alten Volkes formt und, wenn die Massen r jüdischen Jugend füv ihre eigene Regeneration turnen oder Sport betreiben, daun treten andere kleine auserlejene jüdische Scharen in den Wettbewerb mit den züchtigsten aller Völker im Spiel und Kampf, um die Ehre sportlichen Könnens und um das Ansehen ihrer Nation. Sie werben um die Herzen der Masse und sic fangen dre Seelen der zehntausendcn Juden ein, welche ihnen Zusehen. Die Zuschauer sind in die Arena gekommen, aus menschlicher Lust au Spiel und Kampf; dort sehen sie junge Juden spielen, kämpfen und siegen, sie werden gepackt und begeistert, jauchzen ihnen zu, denn gar schnell erwacht der jüdische Urinstinkt, das Gefühl der Zusammengehörigkeit und bald empfinden die Zehntausende Freud und Leid mit jedem Sieg oder Mißerfolg der kleinen Schar. Und wenn sie die Sportbahn verlassen, geht unbewußt mit lhnen das Bctvußtsein vom jüdischen Volkstum. Das geht nun schon so einige Jahre, in allen Ländern, wird immer stärker, je größer die Erfolge der jüdischen Kämpfer sind. Mit ihren Siegen wachsen auch Anerkennung und Respekt bei den Gegnern, wenn wir eben zeigen, daß wir es auch können und wir haben es gezeigt. Jeder Triumph unserer jungen Vorkämpfer ist also ein Mittelz umnationalcnZweck. Und einer der stärksten Vertreter dieser höheren Zwecke, gewissermaßen das. Symbol jüdischer Höchstleistungen, ist die Wiener Hakoah und vor allem ihre Fußballmannschaft. Im Jahre 1909 — ich war damals Obmann des zionistischen Distriktskomitees Jnneröstcrreichs — sagte mir.eines Tages Wolsfsohn: „Setzen Sie die Worte Nordaus vom Muskeljudentum in die Tat uml" Ich ging an die Arbeit und kam zur Hakoah, die damals im Werden war. Es wurden bald fast alle Körpersportzweige eingeführt, die alle für die Erneuerung unseres Volkes vom hohen Wert sind. Es war mir klar, daß wir für unsere Idee die gleiche Bahn betreten müssen, wie sie der deutsche Jahn begründet hat und auf der sich die tschechischen S o k o l n bewegen; unser Vorbild aber mußte Juda-Makkabi sein. Bald erkannten wir jedoch, daß nach außen hin, um zu erwecken u n d z u L e g e i st e r n, der F u ß b a l l s p o r t das w i r ksamste Mittel sei. Die jüdische Jugend Wiens, die Fußball spielen konnte, war damals bei verschiedenen Vereinen. Bald waren die Besten bei uns und bildeten eine Mannschaft, die in schwierigster Lage bei den widrigsten äußeren Umständen über Haß und Hohn — auch im eigenen Lager — hinweg im Sturmschritt von Erfolg zu Erfolg emporstieg und innerhalb einiger weniger Jahre bei den Gegnern Anerkennung und bei dem aufgerüttelten jüdischen Publikum StauNn, Bewunderung und allmählich auch Liebe gewann. Jener Geist, der die aus den verschiedensten Kultur- und Jntelligenzkreisen zusammengesetzten Spieler unserer Mannschaft zu einer Einheit zusammenschweißte, der Hakoah - G e i st, strömte unwillkürlich und unausgesetzt vom Spielfelde zu den immer mehr anwachsenden jüdischen Zuschauermassen und warb von Woche zu Woche Anhänger für die jüdischnationale Idee. Die Erfahrung hat gezeigt, daß, was Dutzende von Vorträgen und Diskussionen nicht imstande' waren, ein einziges Fußballspiel, ein Sieg der yakoahner zu bewirken vermochte. Es ist bezeichnend, daß bei den einfachen christlichen Vereinen, mit denen unsere Fußballer ihre Kämpfe ausztragen hatten, bald unwillkürlich die Hakoah mit dem gnzen Judentum identifiziert wurde. Die spürten ipendwie den Atem des erwachten Volkes und sahen in den Hkoahnern seine körperlichen Repräsentanten. „Die HakoahistnureinkleinerVerein, aberhinter ih: steht ein Großer, das sind die Juden!" Sohörte ich einmal in jenen Kreisen sagen. Hakoähs Werdegang ist ja bekannt. Bis zum Iahe 1912 waren die Fußballer aus der fünften Klasse bis st die zweite ausgestiegen. 1913 war Hakoah zweiter in Ür damals sehr starken zweiten Klasse. Der Krieg fügteluns Verluste zu, wie nur wenigen Sportvereinen. Nachvlriegsende waren von der Friedensmannschaft nur zwei Spieler da, die anderen gefallen oder derart verwundet, daß su für die Mannschaft nicht mehr in Betracht kamen. BLOCH-MIEDER F.: UM TJENCIANSKE TEPLICE, Slovakei von überragender Heilkraft bei RliSpuma, Gicht, Ischias, Neuralgien^ lierrlpbe Gebirgslage Kurheirieb ganzjährig Rituelle Restaurants Prospekte durch die Badedirektion 509 -ffl HEL-RESTAURANT HILANO, TRIESTE (Ex Volplch i Zum schwarzen Adler) Renoviertes ^stklassiges Restaurant 510 Exquisite internationale Küche Rotel Uaioil n. Grand Restaurant „Hntica Bonaola“ Trloste-Piazza dell' Unitä Vornehmstes Restaurant, erstklassige deutsche, itaiieniacbs u. franz, Küche «kgatttmsr; Gav. Pietro Vaneli 507 aus feinstem französischen Material ist für jede Dame unentbehrlich Es ist ausserordentlich leicht und bequem zu tragen und erregt durch die Einzigartigkeit des Schnittes bet allen Damen Interesse und Begeisterung. 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Die wirtschaftlichen Verhältnisse, die gigantische Entwicklung des Fußballsportes, besonders in Wien, die zu Höchstleistungen drängende Entfaltung des Fußballsportes überhaupt, dje durch die Hemmungen bürgerlicher Berufe nicht erreicht werden kann, zwang uns mit zur Annahme dieses Systems. Wir konnten uns nicht abseits stellen, da wir sonst von Oesterreichs erstklassigem Fußballbetriebe ausgeschaltet worden wären. Wir wären verkümmert und hätten vegetieren müssen bis zum Zusammenbruch wahrscheinlich des gesamten Vereines, denn unsere zahlreichen Sektionen, in denen der Massensport ausgeübt wird, erhalten die notwendigen Mittel zu ihrem Betriebe durch die Einnahmen aus den Wettspielen. Wir konnten n i ch t v e r* zichten auf die nationale Propaganda, die unsere Fußballer in der ganzen W.elt verrichten. Wir haben in England gespielt und in Polen, in Deutschland, Rumänien, Aegypten und ErezJsrael. Ueberall haben wir Begeisterung entsacht und die'nach hunderten zählenden Sport- und Turnvereine, die sich überall für den Dienst der nationalen Idee gründeten, sind unsere Früchte. Dazu aber sind Spitzenleistungen notwendig. Als wir in jenem denkwürdigen Spiele auf Englands Territorium eine starke Mannschaft Großbritanniens in sensationeller Weise besiegten, jubelten uns unsere dortigen Brüder zu. Hätten wir damals sportlich eine klägliche Rolle gespielt, drüben in London koäre keine Hakoah entstanden. Sogar in G i b r a l t a r haben Juden, die uns in der Schweiz spielen sahen, einen jüdschnationalen Verein gegründet. Wir durften uns nicht von: Weltfußball ausschaltcn lassen, int Int »resse der jüdischen Regeneration. Und wenn Oesterreichs Fußballbehörden den gordischen Knoten der unaufrichtigen Fifa-Berw:rrung ehrlich lösten, nrußten wir mithalten, denn nur durch Propaganda setzen wir das Muskeljudentum Nordaus, auf das mich Wolfssohn hinwies, in die Tat um. Als wir in den letzten Wochen auf unserem Siegeszug durch Polen in Warschau den ungarischen Fußballmeister eindrucksvoll besiegten, war unseren Fußballern die hohe Ehre zuteil, den Präsidenten der Zionistischen Exekutive, Nahum Sok 0 l o w, in ihrer Mitte sehen zu dürfen. Sokolow sagte unserem Sektionsleiter Artur B a a r, der ihn im Namen der Hakoah begrüßte, daß er jetzt erst den Zweck und die große Bedeutung des jüdischen Sportes für den nationalen Aufbau erkenne. Wir werden den Gedanken des jüdischen Sportes überall hintragen und dorthin gehen, wo wir noch nicht waren. Ich hoffe, daß wir bald unsere sephardischen Brüder in Saloniki aussuchen werden und daß wir in nicht zu Janke färbt selbst! Echt, natürlich, unschädlich, haltbar, jede gewünschte Haarfarbe in [zwei Stunden nach vereii fachter Methode, vollkommen naturgetreu mit eigenem präparierten Grlginal-Hennfc. Zivil« Preise m Sämtliche Haararbeiten werden billigst ausgeführt Nur im CENTRALBAD selbst Wien, I., Weihburggasse 20 ferner Zeit den Juden in Amerika zeigen werden, was Hakoah ist nnd will. Ich will nur nebenbei erwähnen, daß sich Hakoahs Fußballer des größten Ansehens im offiziellen österreichischen Fußballsport erfreuen, daß die Hakoahner, die Wiens Fußballkmrst überall int Auslande so glanzvoll vorführen, von den Persönlichkeiten des österreichischen Fußballbundes zu seiner Vertretung in der Auswahlmannschaft oft und gerne hcrangezvgen werden. Die Erfolge unserer Fußballer wirken mächtig auf die jüdische Jugend, die uns scharenweise beitritt und dadurch unsere Massenspvrtbestrebungen in den anderen Sektionen unterstützt. Es ist vielleicht keilt Zufall, daß auch unsere Hockeyspieler heuer das Championat Oesterreichs iit dieser Sportdisziplin erreicht haben. Unsere S ch w i m m s e k t i o n ist Jlthaberin einiger österreichischer Meistertitel und hat erst kürzlich den großen Wettbewerb „Q u c r durch Wie it" in der Herren- und Damenkonkurreuz gewonnen. Unsere Ringer sind seit einigen Jahren die A m a t e u r m e i st e r Oesterreichs. Unsere Leichtathleten haben bei den großen Veran- ' staltungcn des vorigen Jahres die größte Anzahl der Star-' ter gestellt. Wir legen den größten Wert darauf, in den zehn anderell Sektionen, die alle auf Amateurgrundlage stehen und für Massensport geeignet sind, möglichst vielen jungen Juden und Jüdinnen die Ausübung des Sportes zu ermöglichen. Unsere Schachsekt i o n — Meister in drei Gruppen — ist über jedes Lob erhaben und unsere Hakoah-Musiker bilden ein Amateurorchester, das als bestes von Wien bezeichnet wird. Hakoah wird gegen alle Theoretiker des grünen Tisches durch die Tätigkeit seiner Fußballmannschaft am grünen Rasen die Riesenzahl von jüdischen Turnern und Sportlern noch zu vermehren bestrebt sein. Hakoah wird nicht aufhören die Massen der jüdischen Jugend körperlich zu erziehen, auf daß sie den Magen David stolz auf der Brust und das jüdische Bewußtsein im Herzen tragen. Unsere Fußballer werden die Massen der Juden weiter anziehen, um ihre Seelen zu gewinnen, für die Zukunft unseres Volkes und für ein glückliches Erez Israel. Sine sensationelle krfiudung ans dem Gebiete der Möbelindustrie. E Bokantlich bedarff das zur Erzeugung sMder, dauer« haffter Möbel notwendige Holz einer jahrelangen Vorbehandlung. Nicht jeder MöbelfabrÄant und noch weniger jßbet Tischler verfügt — speziell in größeren Städten — Wer die znr Trockenbehandlung notwendigen, freien nnd gedeckten Räume. Auch bedingt diese Arbeitsmethode eine langjährige Kapitalsbindung. Auch eignen sich die sogenannten Sperrplatten, die nicht lusstgetrocknet werden imiüssen, Wohl zur Herstellung von .Füllungen, alber nicht zum Bau der Möbeln selbst. Es wird also nur' 'bä einem ganz kleinen Teil der MÄbeln das Luisttvocknen erspart. Diese Mnjstände bestimmten die Firma Furniergesellschast Liichtenfeld u. Co. sogenannte Prä> zisionsplatten unter der Marke „Dia-Platten" herznlstellen, und werden dieselben folgendermaßen erzeugt: Durch ein'besonderes Verfahren werden ganz trockene, astreine Pappel-Kern-Bretter zugsrichtet rntb. getrocknet und dann erst mit 4 Millimeter starken Mindfurnieren albgafperrt nnd abermals getrocknet. Die Verleimung geschieht mit allerbestem, »rach jeder Richtung hin einwandfreiem Casein-Leim, damit die Platten wasserfest sind, nachdem bekanntlich Knochenleim hygroskopisch ist und einen Wassertransport nicht gut standhalten Knne. Die Falbriksmaße dieser Platten sind 2 mal 1 Meter. Es werden aber auch Angeschnittene Zimmer geliefert, wonach dann die einzelnen Möbelteile mit Gdelsuvrrieren zu versehen sind nnd der Zusammenbau der einzelnen Möbelteile ‘ sofort beginnen kann. Es liegt aus der Hand, welch kolossale Vorteile den Möbelindustrie in diesen „Dia-Platten" geboten werden. Vor allem entfallen die für das Trocknen notwendigen freien und gedeckten Räunce und die langjährige Bindung des Kapitals, denn die ,Ma-Platten" können sofort nach Erhalt verarbeitet werden. Besonders zu werten ist der Umstand, daß die Möbel- - Industrie nicht in der Lage ist, die Möbelteile in einer derart einwandftoien Qualität herznstellen. Mer noch ein wichtiger Umstand muß hervorgehoben werden. Bükanntlich ist Pappel leichter als Fichte und nachdem die Jnnenlage (die Stäbe) der „Dia-Platten" ans Pappel bestehen, kann das Ladegewicht besser ausgenützt werden, so daß 75 Angeschnittene Zimmer im einem Waggon verladen weiden können. E Zu ermäßigten Preisen Iverden Herren, und Damen» Wäsche. Badewäsche. Modeblusen, Strümpfe und Krawatten bis 31. d. bei Riedel ».Beute I, Wien, 1. Baz., Stephans- Platz 9—11, und 3. Bez., Hauptstraße 2, abgegeben. Wir machen unsere Leser auf die in der heutigen Nummer enthaltene Anzeige aufmerksam. JUWELEN- und PERLEN- OKKASION ■ LUKÄCS L ARANY 1.. Kärntnerstrasse £8 m INDUSTRIA ESPANOLA DE PERLAS IMITACION PARIS BARCELONA BRÜSSEL DEPOSITAR i MORITZ BIRKMEYER, WIEN, VII. , BERNARDQASSE 28 » feinste französische perlen 9 I 1*1

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