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Wiener Morgenzeitung · 1925-08-18 · Heft 2331 (18.8.1925) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2331 (18.8.1925)
Date
1925-08-18
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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6eflfe S Mm, Dienstag Zurück zu Herzl! Bon Rahn« Solo low, Präsidenten der Zionistischen Exekutive. Solange es keinen anderen allgemeinen und allweltlichen Mischen Kongreß gibt, bleibt der zionistische Kongreß der einzige und erste in der Geschichte, ohne Beispiel in der Vergangenheit und Gegenwart, und eine der größten Erscheinungen der Entwicklung des jüdischnationalen Gedankens. Es bedurfte der schöpferischen und der erneuernden Kraft, der Furchtlosigkeit, des gewaltigen Wirklichkeitssinnes, des heiligen Draufgänger- MrS eines Herzl, um einen solchen allweltlichen und interterritorialen Kongreß einzuberufen. Umsonst übertreten wir in der Verächtlichmachung der jüdischen Gemeinde München, daß sie nicht den Kongreß in ihrer Stadt aufnehmen wollte. Zufällig fielen die Verhandlungen in dieser Sache in München sowie die Antwort der Gemeinde negativ aus. Hätten wir uns aber an die Gemeinde in Berlin, Paris, Amsterdam usw. gewandt, wäre denn ihre Antwort weniger negativ ausgefallen? Man muß feftstellen, daß alles, was den Namen „Offizielles Judentum" führte, im vollsten Gegensätze zur Sache stand. Wenn dann nachher.die Protestrabbiner auftraten, so will das nicht besagen, daß nur sie dagegen waren oder daß nur damals die Gegenbewegung einsetzte. Es gab vielmehr eine zeitliche Ursache, die die Rabbiner zu ihrem Schritte veranlaßte. Aber vorher und außerhalb dieser Kreise war „ganz Israel" dagegen. Die Erinnerung an die Ereignisse und die damalige Stimmung Ln der Mischen Welt lebt frisch in , _Wiener Morgenzeriung_ mir. Ich stand damals in nmnittelbarem Kontakt nüt der öffentlichen Meinung 11 nt» im Brieftvechsel mit unseren Führern der verschiedenen Länder und Parteien. Und ich erinnere mich wohl, daß der Eindruck, den die Einberufung des Kongresses machte, der einer revolutionären Tat war. Ein Mann von der Gasse (gegenüber den Leitern der jüdischen Gemeinden, bctt Rabbinern und jüdischen Führern, war er völlig ein Außenstehender) wagte es, eine solche Tat zu vollbringen, fast ohne mit ihnen zu beraten, oder teilweise — nachdem er sich mit ihnen beraten und ihrerseits ein absolutes Nein vorlag! Kannte denn dieser Mann die an die Tat sich knüpfenden Gefahren, die ihnen offenbar waren? Ueberhaupt, wir hatten großes Glück, daß Herzl mit Kenntnissen und Erfahrungen nicht so schwer belastet war; daß er jene einfache Naivität eines Menschen besaß, dessen Seele starr auf das Ziel gerichtet war, ohne Rücksicht auf den Weg, der dahin führt. Und fürwahr: Es besteht kein Zweifel, daß.die Eingeweihten unid die Erfahrenen in Wirklichkeit Gefahren zu sehen Isi. August 1926 Nr. 2381 glaubten.- „Was lverden die Menschen sagen, da beweisen ja die Inden selbst, daß es in der Welt eine jüdische Internationale gäbe! Also eine Sache, die unsere Feinde uns znm Vorwurf machen, ein mit Sprengstoff gefülltes Faß, das explvsionsbereit ist. Ihr schleudert einen Funken hinein, damit es mit schrecklichem Getöse in die Luft springe! Das Wenige an Rechten, die uns in einigen Ländern des Westens im Hinblick darauf erteilt wurden, daß wir uns auf dem Aussterbeetat befinden, daß lvir nicht mehr als Nation bestehen, und um derentwillen wir in anderen Ländern einen Kamps führen, um sie zu erreichen, damit wir unter den Völkern leben können, und zwar ebenfalls auf Grund des Argumentes, daß die Juden nur Religionsgenossen sind, daß es aber außerhalb dieser religiösen Sphäre zwischen ihnen keinen Zusammenhang und kein Verhältnis gebe, sondern sie finto überall, jeder Teil für sich, in dem Lande, in dem er lebt, in das betreffende Staatsvolk ausgenommen und eingegliedert, und mit ihrer Nabelschnur an ihr Wohnland gebunden. Und da erscheint der Petent selbst, um diesen ganzen Bau zu untevwühlen, in dein er auf die Existenz einer jüdischen Nation hinweist, die daran geht, sich zu erneuern und Wurzeln zu schlagen, in der lebendigen und wirklichen nationalen Welt! Einen Tag nach Zusammentritt des interterritorialen jüdischen Kongresses werden alle Völker aufstehen, nicht bloß diejenigen, die uns hassen, sondern auch diejenigen, die uns beschützen, und werden einmütig erklären: Siehe, die Juden haben zugegeben, daß sie uns fremd sind und daß unter ihnen ein offenbares Bestreben besteht, sich zu separieren, daß also diejenigen recht haben, die gegen die Juden Pogrome inszenieren und ihnen ihre Rechte zustutzen wollen." JivrX«, «'* ■ J- £ / vfr"** TZ. OfJrl~ vir■*/"i■'“ itr* ,v ttt* (, u -MC«* ^*0 b tof! fjJ. Ln tr JÄ** «n & ***>-%*> ft* (+{& c

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