Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2620 (10.6.1926)
- Date
- 1926-06-10
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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f potefl; aS drom l Wien; Zum Abholen in det Expedition, 1L Taborstr. 1-3, oder ln einer Verschlelsstelle 'Trafik) monatl. 5 Schilling Strassenvefkäul ln Wien durch die Kolporteure der Firma Öol dschmied, U WoHzelle 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling 1 sehe eh o-Slowakei: Mon.K22. Jugoslawien; Mon. Din. 60. Polen; Mon. 5Zloty. Deutschland; Mon. Qm. 4, Frankreich, Belgien; Mon. Fr-cs. 18 'achsAhlungcn bei P t e t »- erhShunitea ▼orfcehaHe» Olt. 2620 Wiener orgmseitung tZODEUFl England: Mon. 4 Schilling. Italien: Monatl. *8 Lite: Rumänien; Mon. 170Lei. Bulgarien iMon.IOOLew*. Schweiz und das übrige Ausland monatlich Fees. 5 Redaktion, Administration: Wien, II. Taborstr. 1 Telephone: 44-0-38, 43*8-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX., Untversitätsstrasse 6*8 (Druckerei lg. Steinmann) Oesterreichlsches Postspar* kassen-Konto Nr. 150.693 Wien. Donnerstag. 10. guui 1026 8. Jahrgang Ae Aufhebung der Kontrolle. Dom Völlerbundrat einstimmig beschlossen. I« redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Zuteilungen sind durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. Garantirt echte .Haturbutfer. ÄUerfelnste wm Kmwallfzenen im Prager AbgeordnetenWu». Die umstrittenen lnnvwietschnftLichen Zölle. Prag, 9. Juni. (Tschechoflow. Preß-Bur.) Im Abgeordnetenhaus begann heute die Beratung des Gvfetzantrages dsr bürgerlichen Parteien auf Einführung fester landwirtschaftlicher Zölle. Hatten die sozialistischest Parteien bereits bei den Ausschußberatungen durch Obstruktionsdebatten und -anträge die Erledigung verzögert, so begann heute im Plenum eine lär m e nde Obst>ruk t io n. Gleich nach Eröffnung bgt Sitzung stellten die Zoll-Oppositionsparteien Obstruktionsanlräge, und als der Vorsitzende erklärte, daß er zur Beratung des Zol lau träges übergehe, begann die lärmende Obstruktion, die sich zu einem Pfeif-, Pultdeckel und Gesangskonzerl steigerte. Die Kommunisten riefen im Chor „Wahlen, Wahle n, Wahle nl". Sämtliche - Obstruktionsanträge wurden abgelehnt und unter helftigem Protest der Opposition die Redezeit - ■ : ■ ■ je nach der Größe der einzelnen KLlbs beschränkt. Die LüLmfzeuen steigerten sich insbesondere, als der Berichterstatter des landwirtschaftlichen Ausschusses die Rednertribüne bestieg. Die Kommunisten und die -deutschen Sozialdemokraten schlugen auf bie Pulte, schrien und oeranstalteten ein P fe ifko nzert. Trotz dieses Lärmes und obwohl seine Worte ungehört verhallten, erstattete der Berichterstatter das Referat. Unter ständigem Lärm stürzten die kommunistischen Abgeordneten während der Rede des zweiten BerichterstattMs zm Minffterbank, Der Abgeordnete H a r u s (Kommunist) schlug mit der Faust auf die Ministerbank ltnd schleuderte sodann die dort liegenden Drucksorten Hegen die R e d n e r t r i b ü n e, wofür or vom Vmsitzeuden zur Ordnung gerufen wurde. Der Vorsitzende war des öfteren gezwungen, mit denr OrdnnngSruif vorzugehen. Ser italienisch-tschechische Zwischensa«. Prag, 9. Juni. Das Ministerium des Aeußern hat heute die Notebeantwortet, in der die italienische Gesandtschait sich namens ihrer Regierung gegen die Rede des Abg. Pik verwahrt und Genugtuung verlangt. Dte Antwort des Außenministeriums besagt: Das Außenministerium hat in einer Unterredung mit dem Abg. Pik die Uebelzeugung gewonnen, daß es zwar richtig ist, daß der Abg. P i k d en F asz t smuS kri tis i er t e. Die von ihm tatsächlich gebrauchten Worte haben jedoch nicht das italieniche Volk beleid.geu wollen. Das zweite Kabinett Bartel. (Eigendienst der ..Wiener Nsc>M,izeitung".) Warschau, 8. Juni. (Poln. Tel.-Ag.) Das zweite Kabinett Bartel, das heute um Mitternacht endgültig geworden ist. umsaßt sämtliche Mitglieder d eS ersten Kabinetts Bartel mit der Ausnahme, daß das Finanzporieferlille dem früheren Handelsmintster im. Kabinett Grab Ski, K l arn or, und das Handels- und Jndnstrieportefeuillo dem Direktor der (shorzow-Werle, Zug. K w i a t o w 3 k i. übertragen wurden. Dte Leiiuug des Außenamtes behält August Zale Ski. Marschall P i l s nd s k i bleibt weite hin.M'nister für Heerwe en. Genf, 9. Juni. Der erste Punkt der Tagesordnung der heutigen Sitzung des Völkerbundrates war die Aufhebung der österreichischen Kontrolle. Chamberlain erstattete namens des österreichischen Komitees Bericht. Er nannte die Airfhebung der österreichischen Kontrolle eines der hervorragendsten politischen Ereignisse der letzten Zeit uild beantragte, die Entschließung des österreichischen Komitees e i n ft i nr m i g a n z u n e h m e n. Der Vertreter Italiens, S c i a l o j a, schloß sich den Glückwünschen Chamberlains an. Dr. B e n e s ch gab seiner Freude Ausdruck, daß es seiner Regierung gegönnt gewesen sei, an denr Sanierungswerk mitzuhelfen. Dieses Werk sei für die Beziehungen Oesterreichs und der Tschechoslowakei von segensreichen Folgen gewesen. Gerade bei den Verhandlungen in Genf und bei der Durchführung des Sanierungsplanes seien sich die Tschechoslowakei und Oesterreich freundnachbarlich näher gekommen. Dr. Benesch stellte Oesterreich das Zeugnis aus, daß es mit großer Aufrichtigkeit und loyal dieser Politik der Annäherung gefolgt sei. Die Resolution wurde hierauf einstimmig angenommen. Generalkommissär Dr. Zimmerman führte sodann aus, es sei zum letzten Male, daß er die Ehre habe, am Beratnngstisch des Völkerbundes zu. sitzen. Im gegenwärtigen Angenblick könne man feststellen: Das österreichifHe Geld ist heute beinahe vier Jahre trotz der großen Börsenkrise im Jahre 1924 und der Wirtschaftskrise, yn der. das Land noch immer leidet, stabil geblieben. Die Lage der Natt o n a l L a n k ist eine v o l l st ä n d i g gesunde. Das Budget ist im Gleichgewicht. Die ins Ausland geflüchteten Kapitalien kehren nach Oesterreich zurück. Es stellte sich heraits, daß Oesterreich viel reicher ist als man ursprünglich angenommen hatte, und insbesondere die Hauptstadt Wien hat sich als ern Element von höchster Aue außerordentliche Tagung des Bölkerbundrates. Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund. — Die Erweiterung des Rates. Genf, 9. Jiini. (Schweiz. Dep.-Ag.) In unterrichteten Kreisen verlautet, daß der Völkerbund Ende Juli zu einer außerordentlichen Tagung zusammentreten werde, unr die A u f n a h m e D e u t s ch l a n d s in den Völkerbund vorzubereiten und die Frage der Erweiterung des Rates endgültig zu regeln. Es handle sich darum, der deutschen Regierung die volle Sicherheit zu verschaffen, daß der Eintritt Deutschlands im September ohne neue Schwierigkeiten vor sich gehen werde. 14 Wölkerbundratssitze. Genf, 9. Juni. Der Völkerbundrat hielt nachmittags eine kurze vertrauliche Sitzung ab, in der der japanische Vertreter, Viscount I s h i i t, eineu Bericht über die Tagung der Sonderkonmlission für die Erweiterung des Völkerbuudrates erstattete. Der italienische Senator Scialoja betonte, daß feiner Neberzeugung nach die Zahl der Ratssitze unter keinen Umständen auf über 14 erhöht werden dürfe, welche Zahl dem Projekt Lord C e c i l s entspricht. C ha mberla in beantragte, den Bericht zur Kenntnis zu nehmen. Der Rat schloß sich dieser Auffassung am Der britische Antrag geht offenbar von der Meinung aus, daß in der nächsten Woche au,sch i p l o m arische m Wege bei der brasilia n ischeu und der spanische» Regierung neue Schritte unternommen 'werden sollen, um diese beiden Mächte zum Verzicht auf ihre Forderung nach einem ständigen Ralssitz zu bewege«,. i Bedeutung füe die slnanziellc Wiederaufrichtnng des öfterreichlichen Staates crwresen. Man kann also volles Vertrauen in die Zukunft Oesterreichs haben, das vom Rande eines Abgrundes zu normalen * Verhältnissen und einer normalen Finanzlage zurückgekehrr ist. Ja, die Finanzlage Oesterreichs ist b e s s e r a l s die vieler anderer Lander. Dr. Zimmerman erklärte, er wisse sehr wohl, daß die österreichische Regierung die Aufhebung der Kontrolle nicht als gleichbedeutend mit der Beendigung des inneren Reformwerkes betrachte, und cs sei sein aufrichtiger Wunsch, daß es Oesterreich gelingen möge, das bereits Vollbrachte auszubauen und so zum vollen Wohlstände zu gelangen. Bundeskanzler Dr. Ramek dankte im Namen der österreichischen Regierung dem Vorsitzenden und den Mitgliedern des Rates für die warmen und freundlichen Worte. „Es ist ein historischer Augenblick, in dem der Völkerbund erklärt, daß Oesterreich die von ihm übernommenen Verpflichtungen erfüllt hat, daß die finanzielle Stabilität hergestellt und die K o n t r o l l e daher S ee n d e t ist. Es ist mir ein Bedürfnis, aus diesem Anlaß dem Völkerbund und allen seinen Organen sowie dem Generalkommissär Dr. Zimmerman herzlich zu danken. Oesterreich wird an dem Resultat der Sanierungsaktio" festhalten und sie weiter entwickeln." Ile Kontrolle Aber Ungarn. Einsetzung zweier Treuhänder. Genf, 9. Juni. Das Ratskomitee für Ungarn nahm die Demission des Generalkommissärs Smity mit Enöe des Monats an und sprach sich dafür aus, daß von diesem Zeitpunkte ab der Posten des Generalkommissärs aufgehoben wird. Für die fortbestehende KontrollederPfänder und für die K o n t r o l l e der Re st bestände sollen Treuhänder eingesetzt werden, die ihren Sitz jedoch nicht in Budapest haben, sondern sich dort durch einen gemeinsamen Agenten vertreten lassen. Der brasilianische und der spanische Vertretet nahmen an der Sitzung teil, griffen aber nicht in die Erörterung ein. Versammlung der Völkerbundligen. London, 9. Juni. Die Jahresversammlung des internationalen Verbandes der Völkerbundvereinigungen wird am 29. Juni in A b e r y st w y t h (Wales) zusammentreten. Auf der Tagung werden die Fragen der Entwaffnung des Schutzes der Minderheiten, die M an d a t s f r a g e, die i n t e rnationale Bergwerksin dustrie, der Sklavenhandel, die Auswanderung sowie der öffentliche Unterricht zur Erörterung gelangen. Der Völkerbund über da» Wische Sanierungswerk in Palöftina. Aus einer Mitteilung, die das Gesundheitsamt der Zionistischen Exekutive von der Gesundheitsabteilnng des Völkerbundes erhalten hat, geht hervor, daß die zionisti- . sche Arbeit zugunsten der öffentlichen Gestlndheit in Palästina von dieser Institution sorgfältig beobachtet wird. In Bestätigung eines vonr Gesundheitsamt verfaßten Berichtes über jüdische öffentliche Gesundheitspflege schreibt Herr K. S t o u m a n vom Gesundheitsdepartement des Völkerbundes: „Ich verfolge mit großem Interesse die in den letzten Jahren zugunsten der öffentlichen Gesundheit unternommenen Arbeiten in Palästina. Ich nahm Gelegenheit, in einigen unserer Veröffentlichungen darauf Hinzuwerse», zmn Beispiel in nnserein epidemiologischen Bericht Nr. 86." ■ I ii ln Stoffen, Seide, Mwiiren etc. ixn Warenhaus II., Taborstrasse 48 Telephon 47*1-79 Engros En detail