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Wiener Morgenzeitung · 1926-06-09 · Heft 2619 (9.6.1926) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2619 (9.6.1926)
Date
1926-06-09
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seile 6 Men, Mitüvoch Wiener Morgenzetturrs a. FMN IV2V_Rr. LNV Bohnen sei plötzlich unpäßlich geworden rtnd könne seine Rolle nicht zu Ende singen. Darauf begann das Publikum zu pfeifen und zu johlen, und rief dem Regisseur zu: „Bohnen macht das immer so!" Als sich der Lärm nicht legen wollte, erschien der Generalintendant des Opernhauses auf der Bühne und erklärte, Michael Bohnen habe nicht etwa aus seiner Starlaune abgesagt, sondern er sei wirklich unpäßlich. Wer das Theater verlassen wolle, erhalte das Geld zurück. Die Rolle Bohnen werde von einem anderen Sänger wcitergespielt werden. Darauf konnte die Vorstellung ohne weitere Störung zu Ende geführt werden. Vereine. Vorträge und Versammlungen. Zionistische Jugendgrupve Leopoldst a d t. ^ewte, */*8 Uhr abends, im Heime. 2. Bez.. Zirkusgasse 33, Plenarversammlung mit einleitendem Referat — M a i in o n t d e s -- I n st i l n t. Hetzgasse 40. Heute, 6 bis 7 Uhr. Dr. A. Kmninka. More Nebuchim. 7 bis 8 Uhr. Rechtsanwalt Tr. N. Go.dstein. »Ans dem jiidiichen Recht". ri- Kinderfeier des Keren Kajemeth? Der Keren Kajemeth veranstaltet am Sonntag den 12. d. ab 2 Uhr nachmittags im Hotel Post, 1. Bez., Fleischmarkt, eine Kinderfeier. Sie wurde durch eine Reihe von hebräischen und jüdischen Lehrern vorbereitet. Eilte angesehene Kindergärtnerin aus Palästina hat an dem Zustandekommen des Programmes mitgewirkt. Das Programm umfaßt: 1. Zilzlej awnv (Kindelchor), 2. Ansprache, 3. Rifka und »lieser, ein biblisches Bild (ei'nstudiert durch Frau Schiffmann, Kindergärtnerin ans Pa'ästina). 4. Hebräische Lieder mit Lautenbegleitung, 6. Hebräische Deklamation .Nachamu. Nachamu ami", 6. Kinderchor „Schir bamaaloth b' chuw adonat. . .", 7. Die mellende Kuh. Dreiakter nach Schalom Alejchem, 8. Volkslieder (Solo). 9. Jüdische Kinder, Sing'piel: a) La8 Cheder im Golus. b) Die Hebräische Schule in Erez Israel. Außerdem ffudet eine Tombola statt, bei . der j e d e s L o S gewinnt. Entree 50 Groschen. Vorführung in der Spanischen Reitschule. Am 13. d. um '/-II llhr vormitiagS findet e.ne Vorführung in der Spamschen Reitschule statt (.1. Bez., Reilschulgasse 2). Gerichtssaal. Die polnische Republil als Betlagte vor Sem Wiener Handelsgericht. Gegen die Republik Polen ist in Wien seit längerer Zeit rine Rechtssache anhängig, die zunächst ein Schiedsgericht der Wiener Produktenbörse beschäftigte. Es handelt sich um eine Lieferungsklage zweier jugoslawischer K a u f l e u t c. Zur Austragung eventueller Differenzen aus diesem Geschäft war bei der Wiener polnischen Gesandtschaft die Zuständigkeit der Wiener Produktenbörse festgelegt, der diesbezügliche Vertrag mit dem Siegel der Gesandtschaft versehen und von dem Handelsattache deirselben unterfertigt worden. Der polnische Staat hat die Ware auch empfangen, doch ist die G egenleistung bisher nicht erfolgt. Die Kläger haben auf Grund des Vertrages das vorgesehene Schiedsgericht der Produktenbörse angerufen, dieses erklärte sich jedoch als. unzuständig. Gegen dieses Erkenntnis haben die Kläger nun beim Handelsgericht die N i ch t i g k e i ts b e s ch w e r d e erhoben. Der Beschwerdevertreter führte aus, nach den österreichischen Gesetzen sei es möglich, über die privatrechtlichen Beendungen eines anderen souveränen Staates ein Urteil zu Men, wenn sich dieser, wie im vorliegenden Falle, einer österreichischen Gerichtsbarkeit - freiwillig u n t e rmorsen h a d e. Wenn der polnische Staat einwendet, ein Handelsattache sei nicht berechtigt, seine Regierung in so. weitgehendem Maße zu verpflichten, verletze diese Einwendung angesichts von den Klägern redlich erfüllten Geschäftes Treu und Glauben. Die Republik Polen habe seinerzeit die Annahme der Klage verweigert, weshalb ihr seitens des Gerichtes in der Persönlichkeit des Ministers a. D. Dr. Viktor Kienböck ein Kurator bestellt wurde. Dr. Kienböck legte dar, daß ein souveräner Staat zur freiwilligen Unterwerfung unter ein ausländisches Gericht eines b e s o nderen Staatsaktes bedürfe, der in der bloßen Unterfertigung eines Schlußbriefes durch den .Handelsattache nicht erblickt werden könne. Der Senat beschloß, seine Entscheidung über diesen nicht alltäglichen Rechtsfall schriftlich bekan utzugeben. Dar Testament Dr. Pani Weisengrüns. Ein peinlicher Rechtsstreit, der vorgestern beim Zivillandesgericht Wien ausgetragen wurde, erinnerte an den im Juni 1923 verstorbenen Soziologen und zionistischen Schriftsteller Dr. Paul W a i s e n g r ü n. Er hatte ein halbes Jahr vor seinem Tode, im TeMnber 1922, vn der Kanzlei seines Rechtsfreundes Dr. K r a ß n h ein Testament errichtet, in welchem er seine Frau Aurelie mit 60 Prozent, den Keren Hajessod mit 20 Prozent, und zwei Neffen mit je 10 Prozent seines Vermögens bedacht hatte. Dr. Waiseugrün war Mitbesitzer eines Grundbesitzes von Milliarde nw e r t und von Fabriken, die von seinen beiden Brüdern in Rumänien verwaltet wurden, und hinterließ auch großes Barvermögen. Ein Jahr vor seinem Tode hat Dr. Waisengrün gegen den Wunsch seiner Familie geheiratet. Das Testament wurde nun von den Brüdern beim Zivillandesgericht angefochten. Dr. Paul Waisengrün, der in der letzten Zeit kränklich war, soll das Testament unter dem Zwang ße i n e r F r a u errichtet haben, weshalb es ungültig sei, und die Witwe auch keinen Anspruch aus den gesetzlichen Pflichtteil habe. Die Be Häuptlingen der Kläger wurden aber von dem Vertreter der Frau und den Vertretern der übrigen Erben auf das entschiedenste bestritten. Die feindselige Gesinnung der Brüder gegen die Frau des Erblassers sei so weit gegangen, daß die Brüder Dr. Paul Waisengrün sogar hungern ließen und ihm, der ja Mitbesitzer dieser großen Vermögenschäften war, nicht einmal beit Monat^ehalt eines Hilfsarbeiters seiner eigenen Fabrik zahlten. Im Beweißverfahren gab Dr. Kraßny an, daß Dr. WaiseiHlün beschlossen hatte, seine Bibliothek der Universität in Palästina zu vermachen, während er entgegen dem Rate seiner Frau, ihr ein jährliches Äliment auszusetzen, sie mit 60 Prozent seines Vermögens bedenken wollte. Der Bruder der Frau Waisengrün, der Ingenieur Konstantin Micha lese«, und ihre Schwester, Frau Helen« L a n i k, gaben an, ikifj schon aus Delikatesse niemalsvon Paul Waisengriin die Errichtung eines Testaments verlangt wurde. Der Schriftsteller Silb e >r b u s ch, ein Freund des Verstorbenen, bestätigte, daß Dr. Paul Waisengrün auf seinen Rat die Frau über ihr gesetzliches Erbrecht bedacht habe, bloß um seinen Brüdern zu beweisen, wie sehr er seine Frau geliebt hatte. Der Senat Ichnte weitere Beweise ab und wies die Klage der B r ü d e r auf U n w ü r d i g e r k l ä r u n g der Frau u nd U ng ü lt i ge rklä r u n g des gesamten T estaut e n t s kostenpflichtig ab. In der Begründung des Urteils führte der Vorsitzende Hofrat Dr. Rappe aus, daß schon aus der Aussage des Dr. Kraßny und der Aussage des Dr. Silberbusch sich ergeben habe, daß der Erblasser den Willen hatte, ein Testament, in welchem er seine Fraü und die ihm am Herzen liegenden palästinensischen Bestrebungen zu Erben einsetzte, zu errrichten. Freispruch im Krakauer Seufatiousprozeß. Der Rechtsanwaltswärter Dr. Jan Bader wurde nach zehntägiger Verhandlung von der Anklage wegen Mordversuch auf seinen Freund Margultes freigesprocheu. Wir haben über den Verlauf deS Prozesses mehrfach berichtet. Der StaaiSanwalt hat die B e r u f u n g a n g e m e l d e t. Mitgift ist valorifierbar. Die Kanfmannsgattin Elisabeth F. hat gegen ihren Vater, den Architekten Jakob L., eine Klage auf Bezahlung eines Betrages von 57.000 S. mit der Begründung eingebracht, ihr Vater habe ihr anläßlich ihrer Verheiratung im Jahre 1918 eine Mitgift von 200.000 Kronen zugesichert. 100.000 K. zahlte er damals bar aus, die restlichen 100.000 K. sollten der Tochter in zwei Teilbeträgen, und zwar fünf, beziehungsweise zehn Jahre n a ch Fr i e de n s s chl u h ausgefolgt werden. Die Klage begehrte nun die v a l o r i s r e r t e L e i st u n g der ersten bereits fällig gewordenen Rate. Der Senat gab der Klage dem Grunde nach st a 1 t und führte in der Begründung aus, daß es sich in dem vorliegenden Falle uni ettt einheitliches H e iratsgnt all mentato rischen Charakters gehandelt habe. Nach der Judikatur des Ober st en Gerichtshofes seien derartige Zuwendungen valorifierbar. Das Eisenbahnunglück von Simmering. Das Straslandesgericht 2 hat gegen den Weichenwärter Johann Kling e r, der an dem Eisenbahnunglück am Pfingstsonntag schuldtragend sein soll, die Strafuntersuchung in der Richtung des Vergehens gegen die Sicherheit des Lebens eingeleitet. Klinger befindet sich nach sechstägiger Hast wieder aus freiem Fuße. Volkswirt. Der Werreichische Staat mir «ater HWrmg Rothschilds oder der Banken tredMhi». Die Vermeidung der Jnflationsgefahr durch die Schatzfcheinemissiou. Bekanntlich hat das Finanzkomitee des Völkerbundes dem österreichischen Staate die Ausgabe von Schatzscheinen, die bei der Nationalbank lombardierfähig sein sollen, gestattet. In Wiener Finanzkreisen wurde diese Tatsache sehr lebhaft besprochen und der Befürchtung Ausdruck verliehen, daß die Inanspruchnahme der Nationalbank für solche Schatzscheine eine gewisse Gefahr der Inflation in sich berge. Darauf ist es auch zurückzuführen, daß die gestrige Börse trotz der günstigen Erledigung in Genf dennoch eine unerfreuliche Tendenz zeigte. In den Erörterungen wurde darauf verwiesen, daß die Lombardierung der staatlichen Schatzscheine durch das Noteninstitut seinerzeit die K r o n e n i n f l a t i o n verursacht habe. Es wurde ans das Sinken des französischen Franken verwiesen, dessen Stabilisierung mir deswegen so schwer sei, weil die staatlichen Schatzscheine einen fast unüberwindlichen B a l- X a ft der französischen Währung bilden und dabei erklärt, daß, wenn auch die Summe der österreichischen Schatzscheine limitiert sei, dennoch der Anfang für eine Inflation gegeben sei. Diese Erwägungen sind nach Einlangen des offiziellen Wortlautes der Genfer Resolution völlig u n b e g r ü n d e t. Die Nationalbank darf nicht die Schatzscheine des Staates ohne ein Gegengiro einer „zahlungsfähigen Privatperson" reeskomptieren, beziehungsweise lombardieren. Dieser Passus ist sehr wichtig. Er besagt: Der österreichische Staat darf nur bei einer zahlungsfähigen Privatperson, also bei Rothschild oder einer Wiener Großbank, die Schatzscheine begeben. Diese können dem Staate' die notwendigen Geldmengen zur Verfügung stellen. Wenn diese selbst aber ebenfalls Geld benötigen sollten, können sie diese Schätzscheine mit ihrem Giro versehen und sie bei der Nationalbank reeskomptieren, beziehungsweise lombardieren. Dadurch ist Vorsorge getroffen, das; der Staat auf keinen Fall für seine Zwecke spontan die Bank angehen kann. Dadurch ist eine doppelte Sicherheit der Nationalbank gegeben. Für sie ist der Staat nichts anderes wie jede andere kreditheischende Privatperson, die nur dann Geld bekommen kann, wenn sie die Mithaftung eines zweiten solventen Bürgerls mitbringt. Wenn dies auch nicht von einer allzu großen Hochachtung vor der Solvenz des österreichischen Staates zeigt, so mußte doch zu diesem Ausweg gegriffen werden, um jede Einflußnahme des Staates auf die Nationalbank zu unterbinden und damit die Währung zu schützen. Damit aber die Nationalbank doppelt gesichert sei, werden ihr aus den Bölkerbundresten 60 Millionen Schilling zur Schuldabtragung des Staates zugewieserr. Nach dem letzten Ausweis beträgt die Schuld des Staates an die Nationalbank 183 Millionen. Durch die Lombardierung der Schatzscheine im Ausmaß von zirka 50 Millionen Schilling » würde diese Darlehensschnld des Staates auf 230 Millionen steigen, llm aber dies zu verhüten, muß der Staat aus dem Völkerbund 50 Millionen seiner Schuld abzahlen, so daß dann noch immer trotz Schatzscheinen die Darlehensschuld des Staates sich auf derselben Höhe von 180 Millionerr bewegen soll. Selbstverständlich werden diese oftmaligen Transaktione nicht ohne schöne Gewinne für die Nationalbank abgewickelt werden. Das scheint die Börse schon jetzt erkannt zu haben. Sie hat gestern die Aktien der Nationalbank im Kurse stark steigen lassen. Neuerlicher Kurssturz der WeftdevHen. Ans allen internationalen Devisenplätzen erfolgten gestern größere Abgabeit in französischen Franken. Besonders stark beteiligte sich an diesen spekulativen Ausschreitungen New- Aork und London. Die Spekulation wivd zu ihrer stärkeren Tätigkeit durch die Eröffnung der Deviscnzentrale in Frankreich gestärkt, da sic der Meimmg ist, daß die neu eingeführte Institution ein Zeichen der Schwäche der Devisenfonds ist. Es wird von seiten dieser Gruppe keinerlei Maßnahme zur Stützung des Franken mehr erwartet. Die Devise Paris senkte sich gestern in Zürich auf 15.26. Die Lira und der belgische Franken wurden natürlich mitgerrssen. Doch waren die Verluste nicht, so bedeutend. Brüssel senkte sich von 16.02 auf 16.76 und Mailand von 19.62 ans 19.16. Die Devise« Bn k a r e st und Warschau blieben behauptet. Die EmWo« der neuen Baulosanleihe. Die endgültige Entscheidung liegt beim Bundeskanzler. Zahlreiche Bewerbungen nm die Synd-ikatsmitgliedschaft. Das Finanzministerium plant bereits seit längerer Zeit die Emission einer neuen Wohnbauanlerhe in Form von Baulosen. Die günstige Entwicklung des Banlosmarktes hat di« Finanzjvcrwaltung zu raschem Handeln in dieser Frage veranlaßt. Es machen sich aber politische Widerstände gegen eine solche Wohnbauanloihe geltend. Nantentlich die Hansherrenfreunde der christlichsozialen Partei sind gegen die Emission einer Anleihe, weil nach ihrer Behauptung dadurch die Regelung des Mietproble'ms verzögert werden würde. Die Fnranzverwaltung hingegen mochte im Interesse des Staates sehr bald die günstige Situation des Marktes ausnützen. Die Endentscheidung wurde dem Bundeskanzler Dr. Ramek überlassen, der nach seiner Rückkehr aus Gens über die Enlission schlüssig ^werden soll. Bereits jetzt bewirbt sich eine Unzahl von Banken und Bankfirmen um die Teilnahme an dem Syndikat, das die Emission der Banlose Morgen soll. Bekanntlich sind im letzten Lossynditkai Unstimmigkeiten entstanden, die bei der Bildung des neuen Syndikats vermieden werden sollen. Es ist noch nicht entschieden, wer Mitglied des neuen Syndikats werden soll PuKRueuMe ArbeiterbMi. Generalversammlung. In Anwesenheit der Direktoren A r o-n o w,i tz, K a z» nelfon, Dr. Ruppin, Rosoff und Sprinzak fand vor kurzem die vierte Generalversammlung der Palästinensischen Avbeiterbank statt. Der Bericht der Geschäftsleituug wurde durch .Herrn Aronowitz erstattet, der auf di'e Entwicklung der Bank und die Förderung der Arbetterunternehmnngen durch sie hinwies. Im Laufe des Geschäftsjahres wurden mit Hilfe der Arbeitevbank drei Leih kaffen in Tel-Awiw, Jerusalem und Haifa gegründet. Trotz der Krise haben die Depositen der Bank zugenoimnen. Er schlug vor, vom Reingewinn, der 5300 Pfund beträgt, eine Dividende von fünf Prozent zu verteilen, dSm Reservefonds 1700 Pfund, verschiedenen Institutionen 600 Pfund, den: Keren Kajemeth und den Arbeitslosen je 100 Pfund zuznweisen. Ueiber den Vorschlag der Dividendenverteilnng entstand eine rege Disttrssion, da ein Teil der Anwesenden die Zeit für Verteilung einer Dividende noch nicht für gekommen erachtete. Der Vorschlag der Leitung auf Verteilung einer fünsprozenttgen Dividende wurde mit 34 gegen 4 Stimmen angenommen. Der übrige Reinertrag wnrde wie folgt verteilt: Reservefonds 1500, Histadrnth 500, Darlehen für Bauten der Histadrnth zur Beschäftigung der Arbeitslosen 300, Keren Kajemeth 100 Pfund. Die cmsfcheidcnden ®.ive& toten B. Kaznelson und dl. Berlin wurden Wiede vgewähtt. Oesterreichische Kreditanstalt. Die Generalversammlung der Kreditanstalt findet am 30. d. statt Oesterreichs Saatenstand. Die Winterungen wurden durch Wärmemangel in der Entwicklung wesentlich znrückgehalten, die Halme sind verhältnismäßig kurz geblieben. Das Sommergetreide weist einen recht unausgeglichenen Stand mrf. Sommerweizen ist wohl ziemlich dicht aufgegarten, aber noch sehr niedrig. Sommerrvgen steht gleichfalls nicht selten schwächlich, in wärmeren Gebieten tut Ausschossen begriffen. Die Sommergerste zeigt einen guten geschlossenen, dichten Stand und beginnt in Niederungen zu schossen. Hafer ging allgemein etwas schütterer auf, wächst tmgleichmäßig und leidet stark durch Hederich tmd Ackersenf. Mais befriedigt nicht, weist Lücken auf; die Pflanzen sind derzeit spannlang. Die Kartoffeln gingen wohl langsant, aber geschlossen und kräftig im Kraut auf. Frühkartoffeln wurden, zumal in Oberösterreich, durch die Fröste arg mitgenommen und treiben nach; unbeschädigte sind behackt, mitunter bereits behäufelt. Die O b st b ä u m e zeigen im allgemeinen einen kräftigen Laubtrieb. Die Fröste verursachten bloß dort nennenswerte Schäden, wo die Blute noch nicht abgeschlossett war. Die jungen Früchte entwickeln sich normal. Fruchtabfall ist bisher kern übermäßiger. Tierische Schädlinge treten mäßig auf, selbst der Maikäferschaden ist erträglich. Infolge kühlen Wetters sind die Triebe der Weinreben langsam, dafür aber kräftig und gedrungen gewachsen. Die Spareinlageubeweguna im Dorotheum. Int Monat Moi 1926 wurden 4,822.666 Schillirto 72 Groschen eingelegt mvd 3,858.241 Schilling 21 Groschen ruckgezahlt. Mit Ende Mai 1926 betrug bei einer Eirtlegerzahl von 46.644 der Gestmttentlagottftand 67*219.-046 SchMtg 93 Groschen,

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