Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2618 (8.6.1926)
- Date
- 1926-06-08
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Wien: Zuffl Abholen in der Expedition, IL Taborstr, K% oder in einerVerschleissteHe rTrafik) monatl. ö Schilling tst&ssenverkfluf in Wien i durch die Kolporteure der Finna Qo I d schmled, U Wollzeile 11 Mit Postversend für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling l sehecho-Slowakei: Mon. K22. Jugoslawien: Mon.Din.60. PoIen:Mon, SZloty. Deutschland: Mon. Om. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 | '«cüsahltmgeii bei P r e 1 *• < rh Oh an gen mbehilin »k. 2(18 IPreTaTginsT England; Mon. 4 Schilling. Italien: Monatl. 18 Lire: Rdmänlen: Mon. 170 Lei. Vulgär len? Mon.IOOLewa, Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration: Wien, IL Taborstr. 1 Telephone: 44-0-38,43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IL. Universitätsstrasse 6-3 (Diudcerei lg. Stehunarm) , Oesterteichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.693 Wie«. Sienstaa. 8.3«ni 1926 _8. Jahrgang orgenzeilung Im redakiionelleu Teil enthaltene entgeltlich« Mittetiungen find durch ei» vorangesetztes E gekennzeichnet. Sie österreichischen Schatzscheine . 75 Millionen Schilling. Genf, 7.. Juni. Das Fittanzkomitee des Völkerbundes beschäftigte sich heute neuerlich mit den österreichischen Fragen. Es ivuröe vor allem die Frage einer eventuellen A u sgabe von Lchatz-scheinen und die näheren Modalitäten einer solchen Ausgabe besprochen. Das Komitee stimmte dem Antrag der österreichischen Regierung zu, 7 5 Millionen S ch a tz s ch c i n e z«m Zwecke der B cschafsung von Kasse n bestä nde n sowie der Zurückzahlung von 50 Millionen Schilling der Nvtenschnld an die Nationalbank zu begeben. Hierauf wurde über d-en Kabelbau verhandelt. Das Finanzkomitee empfiehlt, dem Antrag -er österreichischen Regierung gemäß noch für das Jahr 1926 2 7 Millionen Schilling aus den Kreditresten freizugetzen. Tic österreichische Regiemng Hat dem Finanzkomitee mitgeteilt, daß sie beabsichtige, die statistischen Daten über die Finanzgobarnng, die Notenbank ufw., die bisher in den Berichten des Gencralkontmissärs Tr. Zimmerman enthalten tatreit, in Zukunft ihrerseits zu veröffentlichen. Die Aufhebung der Kontrolle.. Das Fiuanzkomliee des Völkerbündrates befaßte sich nachmittags mit der Frage der..A c n d e r u n g der Statute n de r Oe st e i r ei ch i s ch e n Nationalban k. Auch das Oesterreich-Komitee des Rates ist heute nachmittags gnsanlmengetreten. .Das.. Komitee, .das.ans Vertretern Englands, Frankreichs, Italiens, der. Tschechoslowakei'und Oesterreichs besteht, beschäftigte sich mit den Modalitäten -der für den 1. .Juli' 'bevorstehenden gänz>li.chen Aufhebung der K-ö nt.rolle. . .. - . V . Ile polnische Kabinettskrise. Warschau, 6. Juni. Alle Konferenzen und Verhandlungen zwecks Bildung, einer neuen Regierung wurden wegen Abreise ides .Ministerpräsidenten Bartes nach Lemberg unterbrochen und werden erst nach'seiner Rückkehr am Dienstag wieder ausgenommen werden. Das. neue Kabinett'wird wahrscheinlich erst am Mittwoch gebildet werden. In informierten Kreisen herrscht die Ueborzeugung, daß Bartel den ihm.vom Präsidenten der .Republik übertragenen Auftrag zur Kabinettsbildung annehmen wird. Viel bemerkt wird die Ruhe und Untätigkeit des Sejms trotz der Kabinettskrise. DaH soll schon das erste Zeichen des neuen ü b e r p a r l a m e n i a r i.s ch e n S h st e m s sein. Im neuen Kabinett soll nur das Finanzressort, das Ministeriunr für Handel und Industrie, für Landwirtschaft und für landwirtschaftliche Reformen neu besetzt werden. Es wird aber jetzt auch die Frage der Verminderung der Refforts von , 13 auf 8 erwogen. . Grab,« erledigt. Warschau, 6. Junil In Politischen Kreisen verlautet, daß vor einigen Tagen der gewesene Ministerpräisidcnt Gr a b s k i bei P i l s u d s k i erschien, um ihm seine Dienste anzubieten. Ma-rschall Pilsudski hat das Angebot aber schroff abgelehnt und bewies Herrn G r a b s k i, daß er eigentlich die größte Schuld an der jetzigen Staatskrise trage. Bor dem RMritt der Seimnmrschalls Rvtal. ' Warschau, 7, Juni. Sejmmarschall Ra t a j soll in der nächsten Zeit zurücktreten. Offiziell wird sein' Schritt 'mit Gesundheitsrücksichten begründet lvevden, in Wirklichkeit aber liegen die Ursachen aus politischem Gebiet, nämlich in den Ereignissen, die zur Verlegung der Nationalversammlung vom Sejm in das Königsschloß geführt haben. * Belgien verzichtet ouf die deutsche Revarationrkohle. Brüssel, 7. Juni. Nach einer Meldung der „Lchre B.elgique" hat die. Regierung erklärt, auf die deutsche Reparationskohle zuverzichten, da die Kosten zu hoch sind. \ ‘ \ Der BAlerlmudrat. Ser Kamps um die Ratrfitze. — Sie Franleulälschuugen. — Sie WmidatskMNWrm. - Sie »ordairilanijchen Frage». (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung/Z Genf,?. Jltni. Die 40. Tagung des Völkerbundes hat heute um 11 Uhr vorinittags mit einer nichtöffentlichen Sitzung begonnen. Das Programm, das atls 27 Punkten besteht, steht noch nicht in allen Einzelheiten fest, itnd man wird vor allem die'weniger mnstrittenen Angelegenheiten, so ins- besondere die österreichische Frage, zu verabschieden trachten. Die R a t s f r a g e bildet zwar einen Punkt der vorläufigen Tagesordnung, es ist aber noch nicht abzusehen, ob der Rat in der Lage sein wird, entscheidende Beschlüsse zu fasseti. Es ist nicht unmöglich, daß Frankreich den Versuch machen wird, noch einmal die Schaffung neuer ständiger Ratssitze auf das Tapet zu bringen, obwohl die einhellige Meinung d e r S o n d e r k o in m i 's s i o n gegen die Vermehrung der. ständigen Sitze war. Wenn Brasilien und SPartien nicht jetzt schon offen den Anspruch auf ständige Ratssitze aufgeben, was wenig wahrscheinlich ist, so wird es der Rat vielleicht vorziehen, den nicht erfolgten Abschluß der Verhandlungen des Ratskomitees zum Borwand. zu nehmen, um die Frage bis zum September z u v e rtag en. Es gilt als sicher, daß r . die Aufnahme Deutschlands im September keinesfalls noch einmal / hinausgeschobert iverden wird. /* . ■ Daß Ch a mb e r l a i n rmtz B ri-a>n d . nicht nur kommen/ um an der"Einwer^g'^SMMer^Obbä-u-Ä W. Internationalen Arbeitsamtes teilzustehmen, ist selbstverständlich. Wenig wahrscheinlich ist, daß-sich im Rate.großes Auseinandersetzungen über * die Abrüstungskonferenz ergeben werden, denn die Komntisfion ist mitten in der Arbeit und der Rat wird sich dieses Problem für eine spätere Session anssparen. Dagegen dürfte die ungarische Finanzkontrolle offiziell und ihr Zusammenhang mit der Frankenfälscheraffäre inoffiziell breiten Raum einnehmen. Gegenwärtig befindet sich diese Frage im Ausschuß, und es scheint jetzt schon fast sicher,, daß die Bestrebungen des Grafen B et tzlen, die Aufhebung der Kontrolle durchzusetzen, an dem scharfen Widerspruch Frankreichs und der Tschechoslowakei scheitern werden. Morgen beginnt die neunte Tagung der ständigen Mandatskommission, deren Bedeutung angesichts der syrischen und der Palästinensischen Fragen sowie auch der Stellung Englands in Mesopotamien nicht zu verkennen ist. Der Chef der Orientäbteilung der Mandatskommission hat am Sonntag die Herren Diesengoff, Usiel und Arlosoroff, die in Vertretung des jüdischen Nationalrates in Palästina nach Genf gekommen sind, empfangen. Der Präsident der Zionistischen Organisation Professor Dr. Weizmann wird im Laufe des heutigen Tages hier eintreffen. Er ist von den Herren Dr. Iakobsohn, Dr. Eder und Doktor Fe iwel begleitet und wird noch vor Beginn der Arbeiten der Mandatskommission eine Aussprache mit Chamberlain und dem ersten Zivilsekretär der Palästinaregierung Kolonel Symes haben. ChaMberlain ist nrit einem Stab von Beamten des Foreign Offne nach Genf gekommen. Der Gegenstand der Besprechungen zwischen Chamberlain und Briand außerhalb des Völkerbundrates wird bereits durch die Tatsache charakterisiert, daß sich unter seinen Begleitern der Referent für nordafrikanischcF ragen befindet. Ser Beginn der Session des Rate». - Genf, 7. Juni. An die nichtöffentliche Sitzung des Völkerbundrates, in der der Vertreter von Uruguay, Dr. G u a n i, den Vorsitz führte, schloß sich eine öffentliche Sitzung. Es wurde beschlossen, das Gutachten des Haager Gerichtshofes über die Nachtarbeit tu den Bäckereien vorlegen zu lassen. Sodann wurden Referate über die Hygienekommission, über den. Frauen- und Kinderhandel und über die Verbreitung pornographischer Schriften erstattet. Minister Chamberlain gab hierauf Erklärungen über die am Sonntag erfolgte Einigung mit «der Türkei in der Mossulfrageab und verwies auf die große Bedeutung der Konvention für die Entwicklung des Mandatsgebietes Irak. Briand gegen Ungarn. Der französische Ministerpräsident verlangt eine inteenattomrle Konvention gegen FalschrnÄnzevei. Genf, 7. Juni. Der französische AÄnisterprLfident Briand hat Heute dem Generalsekretär des Völkerbundes ein von ihm namens der französischen Regierung unterzeichnetes Schreiben überreicht, in dem die französische Regierung aus die zahlreichen Fälschungen aufmerksam macht, die in den letzten Fähren znm Schaden der Wahrungen .verschiedener Länden begangen worden siM Die näheren Umstände dieser verbrecherischen Handlungen haben der französischen Regierung den Beweis geliefert, -atz eine solche Falschmünzerei nicht nur eine Gefahr für den Kredit des Staates darstellt, der davon betroffen ist, sondern datz ihre Folgen in gewissen Fällen infolge der w r r t s ch a f t l i ch e n u u d f i n a n z i e l l e n Solidarität, die sich zwischen den Staaten mehr und mehr herausbildet, viel ausgedehnter sein müssen. Sie können «nter Umstanden geradezu die internationale öffentliche Ordnung stören. Infolgedessen meint die französische Regierung, datz es im Interesse aller Staaten fei, zur Verstäüung ihrer Schutzmittel gemeinsam eine Konvention zu studieren, die ihnen eine bessere Bekämpfung des internationalen Verbrechens gestatten würde, das die Falschmünzerei darstelle. Die französische Regieruug Wägt zunächst vor, die Falschmünzerei bei fremden Währungen gcitau so zu bestrafen wie die der eigenen Währung. Ferner soll ein internationales Amt geschaffen werden, das den Ursprung gefälschter Banknoten und das Verfahren zur Fälschung festzustellen hätte. Eine solche internationale Verständigung, fährt das Schreiben Briands fort, würde sich übrigens durchaus in den Rahmen der Abkommen einfügen, die znm Zwecke der Verfolgung von Attentaten auf die allen Völkern gemeinsamen Gesetze abgeschlossen wurden, wie z. B. die Konventionen von 1904 und 1910 zur Unterdrückung des Mädchenhandels und zur Bekämpfung der Schundliteratur. Es sei eine besondere Aufgabe des Bölkerbnndes, schließt das Schreiben, eine derartige Konvention zu schaffen. Briand ersucht den Völkerbnndrat, ein Komitee von Fachleuten einzufetzen, das die Aufgabe hatte, einen Konveutionsentwurf zur Unterdrückung des Verbrechens der Falschmünzerei auszuarbeiten. Obgleich in dem Dokument mit keinem Worte von U n g a r n die Rede ist, wird es hier doch, als ein besonders schwererSchlaggegenUngarnund insbesondere gegen den Grafen Bethlen empfunden. «WgMWWMWMWgl m Stoffen, Seide, Muntren etc. Ins Warenhaus ßrfldsrft L!ILm— IL, Taborstrasse 48 Telephon 47-1-79 En gros En detail 9