Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2613 (3.6.1926)
- Date
- 1926-06-03
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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jxinmn (PöjenTflgyjroujJ Wiett: ZumAbholcninder 'Tafflt) ffloonti. ö Schmm Stfasscnvtritaat w Wien durch die Kotportewc der Ftana.G'.o Id Schmied. I, Wollzelte 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monattteh 5 Schnittig 1s ehe eh o - Slavahei: Motu K22. Jugoslawien: Man.Oftu60. Polen:Moo. 5Zloty. Deutschland: Moo. Gnu 4, Frankreich, Belgien: Man. Fna. W “nffaaMnurm bet P r«i t> er hfihuaae« 1— Wiener orgenzeitung L England: Moo. 4 Schilling. lUWeu: Manatl. 14 Lfte: Ru minien: Man. 170 Lei. önlgar 1 eti :Mofi400Le*a« Schweiz und das übrige Ausland monatlich Ft«. 5 Redaktion, AdniiittetwtkHi: Wien, II. Taborair« 1 Telephone: 44-0-38,43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 35*2-82 IX., Unieemhatsstrasse 6-8 (Druckerei lg. Stetanwnm kassen-Konto Nr. 150.698 Rr. 2613 Wien, Sonnetgtag. 3. guni 1926 S.FaHrgang . Im redaktionelle» Teil enlHaUene entgeltliche Mitteilungen find durch ei« vorangeseßtes e gekennzeichnet. orth -itto RESTAURANTS 8. MAYERSOHN i^onh Schallerbach 15 Beide Etablissements mit modern eingerichteten Zimmern Wiener Adresse: ll„ TaborstraBe 24 a, Tel. 47-6-60 Dr. Lücke, Wesermünde, schreibt über Seefifchgennst im Sommer: »ES Ist sehr bedauerlich, datz in breiien Schichten unlereS Volke» noch immer alteingewurzelte Borurieile gegen dm Seefilchgenuh im Sommer bestehen, obgleich diese längst al» falsch erwiesen sind. Be» rad« im Sommer find die Fische meist nahrhafter und wohlschmeckender a-r zu anderen Jahreszeiten. Fischfleisch ist «in ideale« Rahrunc,»mittel, weil e» alle notwendigen Elwettzstoffe, Phosphor, Vitamine' enthält und leicht ver. daultch ist. Seefisch« sie'» bkutfrisch. Oelsardinen, alle Gattungen Fisch, konserven, MatjcS. m»d neue Salzhering« bei Deutsche Damvsstscherei „Nordsee" Wiener Seesischkochbücher kostenlos l Plattfuß«..--. auch in den schwersten Fallen, sowie Frostbeulen, Gewächs- und Schwielenbildung werden unter Garantie in der seit 30 Zähren mit denmoderlkstenHilfsmitteln eingerichteten ortnopädüchenMeß- und Schuhanstalt Andreas Reich. VI., Mariahilferstraße Nr. 103,behoben. DieserSpozialistarbeitetfürgeundeFUße nicht. Die Ereignisse in Polen. Warschau, 2. Juni. Es stcht bereits fest, daß die G esa mtd e.Mission des Kabinetts, die nach der Beeidigung des neuen Präsidenten der Republik, Moscicki, am Freitag nachmittags erfolgen wird, vom -Präsidenten nicht a ngenommen werden wird. Der Präsident wird den Ministerpräsidenten Bar fei und die Kabinettsmitglieder in ihren Stellungen bestätigen. Es ist-wahrscheinlich, daß schon hei dieser Gelegenheit sine klei ne' Rekonstruktion des Kabinetts vorgenommen wird. ' Der neügswWte Präsident der Republik übernimmt sein Amt a mFre i tag. Er hat sich gestern nach einer Bchprcchung mit dem Ministerpräsidenten Bartel und dem Marschall P i l s u d s k i nach Chorzow begeben. Er erklärte, -daß ihn die Wahl -um Präsidenten der Republik ganz unv orbereit et getroffen habe. Der neue Präsident wird „nicht wie die bislherigen Präsidenten im' Belvederepalais, sondern im Königsschloß rcsDieren. - - Die BeeidigUrrg des neuen Präsidenten. Warschau, 2. -Juni. Die' für Freitag 12- Uhr -mittags vorgesehene Eidesleistung des .neuen s Präsidenten : Ignaz Mosei.eki wird 'Nicht im -Läüdtagsgebäude, sondern im großen Empfangssaal des an. der Weich,selbrücke gelegenen alten königlichen Schlosses dar -sich gehen. Der Feier werden aifch das diplomatische Korps, die Presse und Teile der- Be- VÄkemng beiwohnen. Der neue.Präsident.wird,- wie die Matter, erfahren, nicht wie sein; Vorgänger ün Belvedere, sondern in dem königlichere Staatsschloß Wohnung nehmen. Auch für den: Mavschall Pilfu ds:k i• wird im ' gleichen Schlosse eine Wohnung' hergLrichdet, werden.;; 6in Zwifchenfall in der Genfer Arbettrlonferrnz. Demonstration gegendenFaszisUWS. Genf, 2. Juni.. In Mi. heutigen , Bormittagsfitzung per. internationalen Arbeitskonferenz wurde die Diskussion über den Bericht des internationalen Arbeitsamtes fortgesetzt. Als der italienische Arbeiterdslegierte R o'f f o n i das * Wort ergriff, verließen alle Avbeiterdelegierten' zuM Zeichen des Protests gegen denFaszismu?den Saal. Rofson i erklärte in ihrer Abwesenheit, daß die > italienischen Korporationen grundsätzlich mit den Bestrebungeni des: internationalen Arbeitsamtes einverstanden seien, daß sie-aber eine größere Unparteilichkeit des- Arbeitsamtes erwarten dürsten. /. . England im Srient. Ae Muffulfrage vor dem Abschlnß. - Ae Lage in Argtzpten. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung.") Chamberlain über die Moffnlverhandlnngen. London, 2. Juni. Im Unterhaus erklärte Außenminister Chamberlain, daß die Verhandlungen mit der Türkei betreffend die Mossul frage im Geiste der .Herzlichkeit svrtdauern, was zu der Hoffnung berechtige, daß die Regelung in b efri ed ige nd >e r W e ife erfolgen werde. Sie Vereinbarungen. Mailand, 1. Juni. Der „Secolo" bespricht die Grundzuge des Abkommens, welches zwischen England und der Türkei über die Mossulfrage geschlossen .wird. Folgende Punkte seien grundlegend: 1. England gewährt der Türkei eine Anleihe von zwanzig Millionen Pfund Sterling zum Ankauf von Waren und Maschinen in England. 2. England stellt der Türkei 15 Prozent der Erträge der Petrolquellen von Mvssul zum Ankauf zur Verfügung. 3. Die Türkei wird mit englischen Finanzkressen Abkommen troffen über den Bau von .Hafenanlagen in der Türkei. 4. England verpflichtet sich, der Türkei'eine zweite Anleihe zu gewähren, die speziell für den Bau von Eisenbahnen in Klcinasian bestimmt sein soll. 5. England gibt der Türkei die'Gebiete von Sulema n'ije und $,e rf u f.(ggafy. zurück. 4 6. England garäntiext den'Stätus quo des Gebietes der Türkei. Die BetrolenmschWe des Zrak». Mailand, 2. Juni. Ueber das englisch-türkische Abkoinmen zur Ausbeutung der Petroleumquellen des Mossulgebietes erhält der „Corriere della Sera" von. seinem Sonderkorrespondenten in Angora folgende Einzelheiten: Die Petroleunrschätze .des Irak gehören jetzt der Turkish Oil Company, die'sich durch'einen Vertrag mit der Negierung des Irak das Recht der Ausbeutung oer Petwleumlager für die Dauer von 75 Jahren gesichert und sich verpflichtet'hat, an *24 voneinander . wenigstens acht Meilen entfernten Orten Petrolenmschächte zu erbohren und die gesamte technische Einrichlmig, auch die Fevnlevüngen str das Petroleum, betzustellen. Eine gewaltige Rohrleiking vom Mossulgebiet bis zur MMelmeerküste sst geplant. Die Regierung des Irak erhält vier Schilling für jede Tonne gewonnenen Petroleums. Nach 75 Jahren gehen die Schächte und die gesamte Einrichtung in ihr Eigentum über. Die Aktien der Turkish Oil Conrpany werden Zu vier gleichen Teilen verteilt an Amerika (American Oil, Standard Oil und Golf Company), England (Anglo- Persian Company), eine große holländische Gesellschaft und eine französische Gruppe.- An dein Rieseuunteruehmen sind aber nicht nur diese Gruppen beteiligt, tveil jede von ihnen noch andere an ihren Anteilen interessievt hat. So hat England Deutschland an seinem Syndikat interessiert und auch'der Türkei eine Beteiligung zugesichert. Italien hat sich gleichfalls durch Verträge mit Frankreich und England an dem Unternehmen beteiligt. Ein englischer Ultimatum an Kaghlnl Pascha. London, 2. Juni. Die Regierung hat gestern dem Obetkommissär für Aegypten, Lord Lloyd, neue Instruktionen erteilt und ihn beauftragt, unbedingt auf der Aufrechterhaltung der vier Punkte zu bestehen, die den Inhalt der englischen Note an Aegypten nn Februar 1922 gebildet haben. DiSse vier Punkte sind: , 1. Sicherstellung der Interessen des 'britischen Ber- - kehrs durch den S u 'e z k a n a l. ' ' ' ' " 2. Ausrechterhaltung der britischen Kontrolle über den S nda n. ' 3. Schutz der britischen und ausländischen Interessen durch die ägyptische Regierung. 4. Verteidigung Aegyptens durch Großbritannien gegen Angriffe von außen. Diese Instruktionen tragen ultimarr-den CHara kt e r. . ' -- Wie die englische Preffe erklärt/werde. Großbritannien , a u f jeden Fall in Aegypten bleiben und die Anerkennung dieser vier Punkte durchsetzen. Falls Zaghlul Pascha sich weigern sollte, .diese Forderungen anzuerkennen, müßte das Parlament auf unbestimmte Zeit vertagt werden. . Fonvenel in Frankreich. Paris, 2. Juni. Der. französische Oberkommissär für Syrien, de Io uv e nel, der heute in Marse iIle c l ng c fr o sf e u ist, erklärte einem Vertreter der Agenoe Havas über die Lage in Syrien, im Libanon herrsche gegenwärtig vollkonrmeue R u he. Was die Lage im D'jebel Drus betreffe, so sei der Westen und der Norden vollständig unterworfen. Die Unterwer-fungdes -Ostens und Südens stehe bevor. Das Problem-der Orgam isieru n g 'des üb r i ge n Sy ri e n sei s chw i e r ig.. Er begebe sich Nach Paris,, um.'..mit der - französischen .Regierungdas -sy r if ch e P r o b le rn zu b e sp r c ch e n. Frankreich und Ungarn. Paris, 2. Jurii. „Jnipartial Franeais" schreibt, däß bei einer vollkonlluenen Organisation des Bölkerbttudes der Frankenfälscherprozeß — zum größeren Nutzen Ungarns — in Gens hätte verhandelt werden müssen. Der Prozeß hätte den Charakter ein^s ungarischen'Prozesses bald verloren und wäre zu einem Prozeß Bethlens geworden. Man' gläubl, daß Bviand, -sobald er mit dem Inhalt der Aktentasche Clinchants bekannt' geworden ist, sein mildes Verhalten ans geben werde. Die- Zeit des Znwartens ist vorüber. Es ist aber wahrscheinlich, daß Bethlen unter den Völkerbitndmitgliedern Beschützer finden wird. Die Grnppe der -Dt k tato r Nationen und einige B a n f i c t n a t i o it e n: werden; ihn unterstj'chen. Unter solchen Umständen ist es wahrscheinlich, daß man Bethlen nach der Mitteilung, daß-in Anbetracht der jüngsten Ereignisse die A n s heb u.n g be r .F,i n a n z k o n t r o l le n nmö glich' sei, ruhig ioird nach Budapest zurück.kehren. lassen. . - . Keine Amnestie in Ungarn? Budapest, 2. Jum. Einzelne Matter meldeten, die u»»> garische Regierung bereite M 400jährigen Wiederkehr der Schlacht von Mohacs eine umfangreiche Amnestie vor. Demgegenüber wird das Ung. Tel.-Korr.-Bur. ermächtigt zu erklären, daß diese Gerüchte völlig aus der Lu.st gegrtzffen sind. Regierungswechsel in Schweden. (Eigendienst der ..Wiener Morgenzeitung".) Stockholm, 2. Juni. Die Regierung hat heute dem König Demission überreicht. Der König ersuchte die Mnffter, vorläufig die Geschäfte weiterzuführen und beauftragte das Mitglied des Reichsbankdirektoviums, C. D. Ekman, mit da» Bildung des neuen Kabinetts. Rene Kstmpfe in China. (Ggendienst der ..Wiener Morgenzeitung".) Paris, 2. Juni. Wie aus Peking gemeldet wird, .habe« die Kämpfe in'der Umgebung von Peking wieder begonnen. Eine Brigade der Litschinglin-Truppen hat Sonntag gementert und bei Aonngtown die Gisenbahnstrecke zerstört, worauf die Truppen entwaffnet wurden. Die Verbindung zwischen Peking unö Tientsin ist unterbrochen. Die Knomintschnn-Truppen haben über die alliierten Truppen, die sich znrückziehen rmd in der Nähe von Peking Schanzen anfwersen, Vorteile errungen. In Stoffen, Seide. Wnsciiwnren etc. im Wörcnhftus II., Tahorstrasse 48 Telephon 47-1-1f9 En gros En Mall