Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2612 (2.6.1926)
- Date
- 1926-06-02
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 ' Wen, MW»ch'$&Unet Morgenzeitmta .Wieder eröffnet!« Volk-v-er. Freitag findet ein Abend der Cäeilie- Cerri-Bailettes tuitev Leitung der ehemaligen Prümballerina Frau Cäctlie Cerri statt. Margen „Die Schützen- Ht f e I." Deutsches Bolkstdeater SamStaa deu ö. Juni findet die Erstaufführung des Luststrieles .Mrs. Cheneys Ende" von Frederik Lousdalemit Elisabetz B e r g n e r als Gast statt. Raimund-Theater. Freitag gelmrgt Leo Aschers Operette .Ich b a b' d i ch l i e b . . J* zur 60. Aufführuna. Iova nn - Strauß- Theater. Mittwoch den 9 d. Erstauffttlmmg der Ralph Bauatzkyschen Novität „Adieu Mimt Vereine. BortrSge «ad Versammlungen. Maimonides-Jnstitut. Hetzgasse 40. Heute. 7 bis 8 Uhr abend«, Dr. N. Goldstein: .ÄvS dem jüdischen Necht." — Jugendverein Erez Israel. Kwuzah P : Heute, 4 Uhr nachmittags, findet die eiste Kwuzah statt. * Di« österreichische Krüppelarbeitsgemeinschast veranstaltet t,«argen um 7 Udr abends <m Vereins okal, 1. Bez.. Htmmelpforlgasie 9, (Guttemvlerorden), einen Borttag des Herrn Erziedungsletters Hans R a d l, Leiter der Krüppelschule deS otthopädtschen SpitalS über „Erziehungund Arbeit*. Freier Eintritt. Bereinsausflug der Pretzburger in Men. An: vorigen Sonntag unternahm der Verein der Pretzburger in Wien einen gemeinsanren Ausflug per Schiff in die Hermatstadt, der in jeder Beziehlrng würdig verlief. Bei Betreten des heimischen Ufers wurden die Gaste vom Oberbürgermeister Okanik in herzlicher Weise begrüßt. Sodann sprachen Gremiachräsident Max Stein, Stadtrat Dr. Leo Sipos mrd der Obmann des Wiener Vereins, Moritz Nasch. Die Gäste begaben sich sodann gruppenweise in die Stadt; vrele suchten den altehrwürdigen Gottesacker ans. Inzwischen wurden die Obmänner vom Bürgermeister und vom Oberrabbiner Akiba Schreiber in ihren Wohnungen empfangen. Am Nachmittag fand im Aukaffeehaus eine gemütliche Zusammenkunft statt, bei welcher der Bürgermeister erschien. Als dann abends das Schiff die Rückfahrt antrat, war das ganze Ufer auf langer Strecke mit tausenden Menschen besetzt, die von den scheidenden Gästen tücherschwenkend Abschied nahmen und Dr. Koloman Freud-er, der namens des Vereines Abschiedsworte sprach, zujubetten. — Um die Reise hat sich Herr Gustav W ei sz und sein bewährter Stab besonders verdient gemacht. Besonderer Dank wurde dem Wiener tschechischen Konsul, Herrn Dr. Ladislaus Novak, gezollt, welch« in liebenswürdiger Weise an der Fahrt teilnahm. _ Gerichtssaal. Betrug mit ungedeckten Schecks. Bor einem Schöffensenat unter Borsitz des Hoftates Dr. K u b e s ch hatte sich der Kaufmann Gustav P l a t t n e r wegen Betruges und seine Gattin wegen Mitschuld am Betrüge zu verantworten. Die Anklageschrift führte aus, daß Plattner nach dem Kriege eine Fachzeitung „Die Maschine" gründete und hauptsächlich auf Inserate von Geschäftsleuten spekulierte. Das Unternehmen florierte aber nicht. Eines Tages erschien Plattner in der Bankanstalt der Ersten österreichischen Sparkaffe, stellte sich dort als OberbnchhaUer Olbrich vom Verlag der ,Maschine" vor -und ersuchte um Einlösung eines Schecks, der cms 6000 Goldmark lautete. Der Valutenkassier Wolffhard schöpfte kernen Verdacht :m-d zahlte den Betrag' ans. Heber Anfragen in Berlin kam aber die Mitteilung, daß der'Scheck nicht gedeckt sei. Die Sparkaffe hatte für das wertlose Papier ungefähr 10.000 S. ausbezahlt. Der Kassier eilte in den Verlag der „Maschine", wo er vom Chef, Herrn Plattner, aber beruhigt wurde, es liege ein Irrtum des Berliner Amtes vor. Es wurden ihm dann einige andere Schecks als Deckung ausgefolgt, die aber gleichfalls nicht gedeckt waren. Nun wurde die Strafanzeige erstattet. Plattner erklärte sich n i ch t sch uldi g, den Betrug habe ohne sein Wissen sein ehemaliger Oberbuchhalter Olbrich ausgefiihrt. Die Polizei stellte jedoch fest, daß dieser Olbrich gar nicht existiere. Die ungedeckten Schecks hatte Plattner bei der Sparkasse ein- Hotel National Wien, IL Taborsfrasje IS Telephon Vollständig neu eingerichtet, zentrale Lage, 200 Zimmer mit Messendem kalten u. warmen Wasser, Bäder, Zentralheizung, Lift. Kaffeehaus und Restaurant im Hause) MAssige Preise! Nene Leitung 1 gereicht. In gleicher Weise Hat Plattner den Bankbeamten Edgar Morgenstern getäuscht, dem er einen ungedeckten Scheck vorwtes und der ihm 3000 S. ausfotzte. Auch Morgen-, stern wurde mitgeteilt, daß ein Jrttum vorliegen müffe, der Scheck sei vollkommen gedeckt und diese Angabe wurde auch , von dem Bureanfräulein, das sich Pesau nannte, bestätigt. Das Fräulein war aber in Wirklichkeit die Frau des Plattner, die nun verdächtigt wurde, daß sie die Betrügereien ihres Mannes unterstützte. Auf seinen „Geschäftsreisen" erschien Plattner eines Tages im österreichischen KonlatinHannoverund erzählte, daß ihm auf der Bahnfahrt sein ganzes Geld gestohlen worden sei. Er bat um ein Darlehen auf einen Berliner Postscheck'über 3000 Mark. Plattner erhielt zur Heimreise einen Betrag von 160 Mark bar, auf 60 Mark, die er noch erhalten sollte, verzichtete er zugunsten des Oesterreichischen Hilfsvereines. Auch dieser Scheck war ungedeckt. Der Angeklagte brachte in der Verhandlung zu seiner Verantwortung vor, er sei ein starker Alkoholiker, Morphinist und K o k a in t ft In seinem fortwährenden Rauschzustand habe er sich in den Gedanken verankert, er sei wirklich der Oberbuchhalter Olbvich. Sein Gedanke war immer, er werde mit seinem Blatt ein gutes Geschäft machen und den Schaden dann gutmachen können. Die Psychiater Hofrat Doktor Hoevel und Dr. Sträußler erklärten Plattner als vollkommen verantwortlich. Der Gerichtshof verurteilte Plattner zu fünfzehn Monaten schweren Kerkers, Frau Plattner wurde frei gesprochen. Kindertag" beim Bezirksgericht. Jede Woche einmal bietet der Gang vor einen: Verhandlungssaal des Bezirksgerichtes Favoriten und auch bei anderen Bezirksgerichten ein ganz eigenartiges Bild.' In langer Rühe sitzen ein Dutzend und mehr Mädchen in ihren besten Kleidern auf den Gangbänken, jedes ein kleines Kind :m Steckkissen auf dem Arm. Die eine oder andere ist von ihrer Mutter begleitet. Am anderen Gangende bemerkt man eine Ansammlung von jungen Männern, von denen sich nur ganz wenige vorübergehend zu den Mädchen mit den Kindern gesellen. Der Anlaß zu diesem seltsamen Aufzuge. sind „e r st e T a g s a tz u n g e n" in'Alimentationsangelegenheiten. Namen nach Namen ruft der Saaldiener, auf, immer einen Männeruno einen Frauennamen. Dann hebt sich eine weibliche Gestalt von den Bänken und aus der Männerrunde löst sich ein junger Mann. Im Saale beginnt nun ein stereotypes Frage- und Antwortspiel. Richter: Sie werden von Rosalie X. als Vater angeführt^ Bekennen Sie sich zu dem Kinde? — Ja! lautet ausnahmslos die Antwort. — Richter: Sind Sie bereit, ihre Alimentationspflicht zu erfüllen? — Nein, Herr Richter, ich kann nichts zahlen, wenigstens jetzt nicht. Ich bin Schlossergehilfe und seit 16 Monaten arbeitslos. — Ein anderer „Vater": Nein, Herr Richter, ich Hab' noch gar keinen Beruf. — Richter: Wie alt sind Sie? — 20 Jahre. — Richter: Wo ist Ihr Vormund, warum ist er nicht mitgekommen? — Er hat gesagt, ich soll mir's nur allein ausmachen. — Ein dritter: Ich kann nichts zahlen^ ich habe kein Einkommen. Ich lerne erst bei meinem Vater:m Geschäft. — Richter: Sind Sie auch noch nicht großjährig? — O ja, ich bin schon 22 vorüber. — Richter: Und wollen Sie die Kindesmutter nicht heiraten? — Alle drei (unisono): Nein, bei den Zeiten, Herr Richter, ausgeschlossen! —. In einer halben Stnnde ist das Dutzend oder mehr Fälle, die für den heutigen Tag angeseht sind, unter denselben Formalitäten erledigt. Die jungen Mütter marschieren mit ihren Säuglingen ab, meist nach einen: bösen Seitenblick auf dre jungen Herrn Papas. Copyright 1926 Nachdruck verboten oy Joseph Opatovsky, New York (31. Fortsetzung) Roma« eines Pferdediebes. Von I. Opatosch... Dann sah er zu seiner Tochter Sure 'hinüber, die auf einer Bank schlief und dabei das rechte Auge offen hielt. Er seufzte tief auf: „Bei ordentlichen Leuten ist die schon längst unter der Haube!" Schlojme fühlte sich schuldbewußt, daß Sure noch ein Mädchen war. Er hätte schon längst Großvater eines halben Dutzend Enkelkinder sein müssen! „Das waren bessere Zeiten. Ein Rubel war leichter zu verdienen als heute. Die Schadchanim haben einander nur so die Tür in die Hand gegeben, die Burschen haben selber gefreit, sind Sure aus Schritt und Tritt nachgerannt. Aber jetzt?" Der schwarz gefleckte Indian, der in seinem Käsig beim Ofen schlief, war erwacht; er spreizte seine dünnen Füße und schlug mit den Flügeln; dann Pickte er mit dem Schnabel ein paar Haferkörner auf, steckte den Kopf in eine Schüssel Wasser, recke den -Hals, verdrehte die Augen und schlang den Hafer hinunter. ,^Ja, wenn die Sache", ging Schlojme weiter seinen Gedanken nach, „so Gott will, gelingt, wind zunächst Mtgift für Sure weggelegt! Dann habe ich eine Sorge vom Kopf fort! Soll sie denn, daß Gott erbarm', alt und grau werden?" Schlojme zog einen Tabaksbeutel aus der Brusttasche und dichte eine Zigarette; dann öffnete er die Ofentür, holte , mit der Schaufel eine glühende Kohle hervor mrd rauchte daran an. Er blies einige dicke Rauchwolken und warf einen Bück zum Fenster. D:e dunklen, in Schatten gehüllten Wände versetzten Kradnik in trübe Stimmung. Draußen Pfiff der Wind. Schlojme durchfuhr es: „Ern schlechtes Zeichen!" Er lehnte den Rücken an -den warmen Kachelofen und versank wieder in seine Gedanken: „2luf der Chaussee, die zum Wäldchen führt, gcht jetzt mein Sanwel vorwärts. Wenn alles glatt abläuft, merben wir durch das Wäldchen leise die zwei Stuten wcgführen, mit ihnen zu-n: Hügel und dann — hui! zu Moffche dem Pferdemakler! Das Stückchen Arbeit bringt mehr als 200 Rubel." Der Gedanke daran besserte Schlojmes Stimmung: ,-Sowie ich, so Gott will, die paar Fetzen kriege, ist -das erste — Sure wird verheiratet!" Mt lächelndem Gesicht fetzte er sich auf einen Stuhl. Seine grauen Augen wurden feucht. Er -og eine flache Schnapsflasche aus dem Stiof-elschast und nahm ein paar Schluck, verzog das Gesicht, öffnete den Speiseschrank und aß ein Stück harten Käse. Bon der Straße drang der langgezogene Pfiff eines Nachtwächters, nach ihm das Bellen eines herrenlosen Hundes. Schlojme blicke zum Fenster: „Hm, der Frost zieht an! Er liegt schon auf den Scheiben! Er schob einige Torfziegel in den Ösen, lchrvte sich wieder daran und ßxrnn seine Gedanken weiter: „Und wenn wir erwischt werden?" fuhr es chm durch den Kopf; ein Beben ging durch seinen alten, mageren Leib. „Es ist noch gar nicht lange her, da haben sie mich mit den Mähren des Verwalters gefaßt!" Schlojme spürt »och jetzt die Stockhiebe, die in seinen Rücken schneiden, daß die Haut platzt und das Blut hervorspritzt. Sie hatten ihn damals so zugerichtet^ daß er eixm Monat lang im Bette 'lag, S. Itmi 1986 Nr. M» Volkswirt. Stürmische Kunvgebung »ege« Den geplanten BremiholzM. Außerordentliche Derteuemng des Brennholzes tm nächsten Winter. — Ein Aufruf an die konsumierende städtische Bevölkerung. Auf Einladung des Reichsverbandes der Holzhändler fand am 30. Mai eine Tagung der Delegierten der einzelnen am Brennholchandel interessierten Genossenschaften und Körperschaften statt, in der der einmütige Beschluß gefaßt wurde, mit den schärfsten Mtteln das von einer Gruppe von Waldagrariern geplante Attentat auf die konsumierende städtische Bevölkerung abzuwehren. Genossenschaftsvorstcher Heigl führte aus, daß der Zoll, der sich voll und ganz auswirken werde, keinen anderen Zweck habe, als das Brennholz zu verteuern. Die Bevölkerung iverde sich den Holzkonsum vollständig abgervöhnen und gelungen fein, die teuere Kohle zu kaufen. Was das in der gegenwärtigen Krise und der Notlage der breiten Schichten der Bevölkerung bedeute, besonders bei einem strengen Winter, braucht nicht näher dargclegt zu werden. Der Bürgerineister von Men habe die Pflicht, zun: Schutze der Bevölkerung ein Veto gegen diesen volksfeilchlichen Zoll einzulegen. Holzgroßhändler Schneider zeigte an statistischen Ziffern, daß im Jahre 1925 5 9 0 0 Waggons Brennholz eingeführt, 14.000 Waggons ausgefi'chrt wurden und der Konsum in Oesterreich rund 300.000 Waggons betrug, so daß also ein Zoll vollständig ungerechtfertigt sei. Es sprachen sich noch Kommerzialrat Maschke, Vorsteher der Genossenschaft der Holz- und Kohlenhändler, und Holzhändler P o l z e r, Vorstand der Sektion der Holzhändler, schärsstens gegen den Zoll aus, worauf beschlossen wurde, in dieiem Sinne einen Aufruf an die Konsumenten zu richten. Ile ErmWgMg her Weinfteuer, Steuerrückvergütung von fiinf Schilling. In der gestrigen Nationalratssitzung wurde bas zweite Zusatzabkommen zum deutsch-österreichischen Wirtschaftsvertrag genehmigt und dann die. Verbrauchssteuernovelle, durch die bekanntlich die Wrinst-suer von 22 auf 12 Schillnrg pro Hektoliter ermäßigt wird, in zweiter und dritter Lesung zum Beschluß erhoben. Für die am Tage des Inkrafttretens der Steuerermäßigung bei Gewerbetreibenden vorhandenen, nach dein Steuersatz von 22 Schilling für >den Hektoliter versteuerten Vorräte wird, soweit diese Vorräte im einzelnen Falle 10 Hektoliter übersteigen, ein Betrag von fünf Schilling für den Hektoliter rückvergütet. Falsche Anmeldungen unterliegen einer Geldstrafe im Ausmaße des Vier- bis Achtfachen des ungebührlich in Anspruch genommenen Dergütungsbetrages. Hiezu wurde eine Resolution üe-schlofsen, in der die Regierung aufgefordert wird, dem Nationalrat ein Gesetz über die Ermäßigung der Schaamweinsteuer vorzull-egen. das Programm der Paleftine economic Corporation. New-Iork, 28. Mai. (I. T. A.) .Herr Bernard Fl-exner, der Präsident der Pailestine Economic Corporation in ‘lümewfo, infovmievte die Jüdische Telegraphenagentur soeben über das nächste Arbeitsprogramn: der Korporation. Die Korporation Hut beschlossen, sich an den Rn-the-nbegoschen Gl-eStriMätsweMn in Palästina mit einem Kapital von 150.000 Pfrmid zu beteiligen. Die Korporation wind ferne* 100.000 Dollar für langfristige Kredite an lairdwirtschaiftliche und andere Gruppen/in Palästina der Zentralbank -der Kooperativen in Jerusalem zur Verfügung stellen. Die Korporation wird die Vorschläge des Herrn van BrdeÄand, eine gewisse Verpflichtung der jüdischen Lon-dsiedler gegerrüber dom Keren Hajessod zu übernehmen, einer gültigen Erwägung unterziehen. Dies wird dem Keren Hajessod Betriebskapital für Errichtung neue DovfsiMungen flüssig machen. Seither dachte Schlojme immer wieder daran, einen anderen Beruf zu ergreifen, und so oft es an einen neuen Diebstahl ging, nahm er sich vor, das würde der letzte sein. „Ein Hundeleben! Fünfzig Jahre gerackert; was Hab' ich davon?'Nichts als Aengste! Und Geld? Einen Dreck!" Schlojme faßte seinen Bart, bog ilhn auftecht, daß er wagrecht vom Kinn abstand, und betrachtete ihn; er entdeckte einige graue Haare: ,Zm, eiu Signal — es mahnt an 6ie Reise in die andere Welt!" Er erinnerte sich der Predigt, die er einmal an einenr Sabbatnachmittag im alten Bech-Hamidrasch von einem Maggit aus Litauen gehört hatte; der hatte das Jenseits beschrieben; Himmel und Hölle; und er hatte geschildert, wie gleich nach dem Tode der ,Mngel des Erinnerns" kommt; er klopft dreimal ans Grab und ftagt nur den Name»:; die Frommen anworten sofort, die Sünder haben ihren Namen vergessen und kormnen nicht zur Grabesruhe . . . Schlojme sah sich im Grabe. Der Engel des Erinnerns, ein großer, breitknochiger Jude, mit dicken Brauen wie Mojsche der Totengräber, fragt ihn um den Namen; er hat chn vergessen ... Schlojme wurde es schwer ums Herz. Er rieb seine Schultern heftig am Ofen und kratzte sich am Kopf. Plötzlich stieg ein dumpfer Haß gegen Mojsche den Pserdeniakler in ihm auf: „Vor dreistig Jahren haben wir miternander Pferde gestohlen —> und das Fazit? Ich bin der Dieb und Mojsche — 8er Händler. Mojsche ist heut« eine geachtete Persönlichkeit. Gabbe im cckeu Belh-Hamidvasch hat voriges Jahr eine Thorarolle gostfftet, gibt feiner Locher zwettmchnd Rubel Mitgift und hält fome Schwiegermutter aus. Und ich? Ich opfere den Schlaf meiner Nächte, um Mvjfches Reichtum zu vergrößern." (Schluß folg:.-