Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2612 (2.6.1926)
- Date
- 1926-06-02
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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ucooLijri I Polen: 38 aroizy I Wien: ZumAbhotejUnder — - - - tt im iiniiila GM enaomon. u« ivuum» w» lyli« |g| * OCPGi m cWW VQwBifwWiml rPrtflk) ntonati. 5 SdUflüH 8tnsseM«kMi hi Wien durch die Ko^orteuve dei Finne Oöid sehmied, I, WoflzeUe 11 AHt Postveraend fftr Men tnd Oesterreich rnonetRcb 5 Schflttig 1 s ch e eh o- Slowolrefe Mon. K 22. Jugoslawien: Mon. Din. 60. Polen: MOa SZloty. Deutschland: Mon. Gm. 4, FraefcfelelL Belgien: Mon. Fses. « Wiener orgenxettung MenMU W tm IVVnlMMI« Mgar te* tMoft.KM>ewSt Sehweör and das «Wtzs Ausland monatlich Fni« S Redaktion, Admlnirtwisu: Wien, 1* TdbonkrA Telephone: 44448,48449 M> 6 ^tuchesel lg. SWiibimr) kessen-Konto Nr. 168.893 9K. 2612 Wien. Mittwoch. 2.guui 1626 >. gSftlWMU 9m redaktionellen Zeit enthaltene entgeltliche Btttteilnngen sind durch ei« vorangesetztes e gekennzeichnet. Vertrauensvotum für Briaud. Die Mnsrnzdebatte vertagt. (Eigendienst der .Mener Morgenzeitung".) Paris, 1. Juni. Die Kammer nahm heute mit 313 g egen 147 Stimmen bei 116 Enthaltungen ein Vertrauensvotum für das Kaöinett Briand an. Briand hatte die Bertvauensftage im Zusammenhang mit der Frage der Eröffnung der Fmanzdelbatte gestellt, die die Regierung nach tote vor ablchnt. ■ Aitf die Frage ^des Kammerpräsidenten He-rriot, welches Datum die Regierung für die Diskrssion der Finanz- Probleme Vorschläge, erklärte Briand, daß die Regiemng eine ungeschmälerte Autorität benötige und daß sie nicht in der Lage sei, die schwierigen Probleme der Stunde zu lösen, wenn ihre Existenz ständig an einem Faden hänge. Falls der erforderliche Burgfriede zwischen den Parteien für die Zusammenarbeit mit der Regierung nicht zustande geibracht werden könne, bleibe der Regierung nichts anderes übrig, als zu demissionieren. . Re Freiheit Des Panama. Gin scharfer Angriff des Abg. RaEovsrky in der Nationalversammlung. (Eigendienst der ..Wiener Morgenzeitung".) Budapest, 1. Juni. Der legitimistische Abgeordnete Ra^ kovszky richtete heute in -der -Nationalversammlung ungewöhnlich heftige Angriffe gegen - die Regiemng., -Er stellte fest, daß das gegenwärtige Regierungssystem in Ungarn der unve.r.hüllte^Absolu.trsmus sei. Rakovszky protestierte dagegen, daß der Vorsitzende.-Doktor Töreky im Verlaus der Frankenverhandlung dem.Abgeordneten H i r während seiner Zeugeneinvernahme mit der Verhaftung gedroht hatte, obwohl die Imm unität'des Abgeordneten noch: nicht aufgehoben sei. Rakovszky. bezeichnete weiter die Aussage des Grasen Bethlen im. Frankenfälscherprozeß als die' Seibstverteidignng eines Angeklagten, nicht aber als Zeugenaussage. Die Folgen der Prozeßführung machen sich.bereits im Ausland bemerkbar. Die Regiemng werdet in Bälde dem ausländischen Dmck weichen und ihre Demission. goben müssen. - Im Lande gebe es nur eine Freiheit, die des P a n a m a. Redner kenne v i e l e A b g e o r d n e t e, die arm ins Parlament gekommen und Heu t e ft -c t irre i ch seien. Rach der Eskütt-Asfäre und' den Gratisaktien sei der Frankenskandal gekommen. Die Minister Bass und Pest Hy versüßen die Anklagen Rakovszkys zu widerlegen. Sie rechnen mit der Amnestie. - Budapest, 1. Juni. Die Verteidiger des Prinzen Windisch- ^rätz und des früheren Landespolizeichess Nadossy, die Rechtsanwälte Dr, Eugen Gal und Abg. Dr. Franz Ulain, richteten heute an das Strafgericht eine Eingabe, in der sie ihre Gesuche um Enthaftung ihrer Klienten als gegenstandslos zurückziehen. . Las Mfful-Abkommea. (Eigendienst der ..Wiener Morgenzeitrmg".) London, 1. Juni. Die Ex-change-Agentur berichtet ans Koustantinopel, daß die türkische Regierung sich endgültig bereit erklärt hat, die B r ü s s e l e r L i n i e als Grenze der Türkei und des Irak anzunehmen und mit dem Jrakstaat einen zehnjährigen Sichevheitsvertrag abzuschließen. Feimer soll sich die türkische Regierung mit 10 Prozent der Gewinne aus den Petroleumfeldern des an den Irak abgetretenen Mossulgebietes zufrieden geben. Gin tÜEsch-syvkscher NeutralitätSvevtrag. Paris, 1. Juni. In Angora wurde heute von dem französischen Botschafter. Sarrant und dem tückischen Außenminister Rnschdi Tewfik Bei ein Neutralitäts¬ und Freundschaftsvertrag zwischen Syrien und. der Türke i unterzeichnet. Der Vertrag wird dem Völkerbund zur Registrierung vorgelegt werden. . Der neue Staatspräsident Polens. PUMor gznaz Mosrkki von der RalimmiversamnUsns ge«Wt. (Eigendienst der ,Mener Morgcnzeitnng".) Warschau, 1. Juni. Die Nationalversammlung hat heute die Wahl des Staatspräsidenten vorgenommen. Da der erste Wahlgang keine Entscheidung brachte, ordnete der Sejmmarschall Rataj, der den Vorsitz führte, eine neuerliche Wahlsitzung an. Beim zweiten Wahlgang wurde Profeffor Ignaz M o s e i e k i mit 281 von 546 abgegebenen Stimmen als gewählt erklärt. Sie Wahlhandlung. Warschau, 1. Juni. Um halb 11 Uhr vormittags trat die Nationalversammlung zusammen. Die Beratungen der Klubs hatten die ganze Nacht hindurch gedauert und wurden noch am Vormittag fortgesetzt. Die Rechte stellte wieder den Woiwoden von Posen, Grafen Bninski, zur Wahl. Die bürgerliche Linke nominierte den von Pilsndski gestern vorgeschlagenen Professor der Chemie in Lemberg Ignaz M o s e i e k i, während die Sozialdemokraten den Vorsitzenden ihrer Fraktion Dr. Marek präsentierten. Der erste Wahlgang hatte folgendes Ergebnis: Abgegeben wurden 545 Stimmen, 63 Abgeordnete gaben weiße Stimmzettel ab. Die absolute Majorität betrug 242. Es erhielten Moseieki 215, Bninski 211, Marek 56 Stimmen. Keiner der Kandidaten hatte also die absolute Mehrheit erzielt, weshalb eine zweitc A b st i m m u n g nötig wurde, Die Ukrainer und Weißrussen haten sich der Abstimmung enthalten. Im zweiten W ach l g a n g, der um halb 2 Uhr nachmittags stattfand, erhielt Professor Moseieki die Stimmen der Sozialdemokraten. Er wurde mit 281 von 545 Stimmen gewählt. Graf Bninski erhielt 200 Stimmen, 63 Stimmzettel waren leer. (Pilsndski hatte gestern 292, Bninski 193 Stimmen erhalten.) Ae Beeidigmm des PMdenten. Warschau, 1. Juni. (Pvln. Tel.-Ag.) Sejminarschall Rataj hat heute Pressevertretern gegenüber erklärt, daß der neugewählte Präsident Ignaz Moseieki die Wahl a n g e n o m m e n habe. Die Beeidigung werde in der für Freitag den 4. d., 12 Uhr mittags, einberufenen Sitzung der Nationalversammlung erfolgen. Ser nette PrSsldent. Profeffor Ignaz Moseieki wurde im Jahre 1908 zum Professor des chemisch-technischen Lehrfaches an der Technischen Hochschule in Lemberg ernannt. Im Jahre 1917 erfolgte seine Wahl zmn Dekan und im Jahre 1926 zum Rektor. Nach dem Fvtedensschluß wurde er in den Vorstand des oberschlesischen Stickstoffweckes in Chorzow berufen, dessen Eigentumsrechte der Internationale Gerichtshof im Haag am 25. Mai d. I. Polen abgesprochen hat. Moscicki betätigte sich auch schriftstellerisch. Mit Politik hat er sich bisher nie befaßt; er gilt als aufrichtiger Anhänger Pilsudskis. Ae Wischen Forderungen. Warschau, 1. Juni. (I. T. A.) Das Kabiriett B an» t e l hat begonnen, einen Teil der jüdischen Postuläte in die Wirklichkeit umzusetzen. Der Justizminister KakowSki hat dem Präsidenten des jüdischen Klubs, Abg. Hartg l a s," mitgeteilt, daß er in den letzten Tagen weitere 12 Juden zu Richtern ernannt habe. Der Unterrichtsminister M i k u l o w s k i hat dem Lodzer hebräischen Gymnasium Jabneh das Privilegium erteilt, die Examina in hebräischer Sprache abhalten zu dürfen. Eine Prüfungskommission wurde bereits ernannt. In einem Gespräch Mit dem Vertreter der I. T/A. ÜÜßerte sich Unterrichtsmimster- Mikulowski-Pomgrski wie folgt: Die Regierung wird die den M i n d e r h e i t e it tfdit der Verfassung garantierten Rechte wahren uüd diesbezüglich strikte Anordnungen treffen. Wenn wir auch Nur eine Uebergangsregierung sind, so werden doch unsere Richtlinien den kommenden Regierungen als Basis dienen. Ein Zurück zum alten Kurs des Rechtsraubes au den Minderheiten wird es wohl nicht mehr geben. Ich unterstreiche mit aller Deutlichkeit, daß ich ein prinzipieller Gegner des Numerus clausus gegen jüdische Studierende wie überhaupt aller Beschränkungen für bildnngswillige Menschen bin. Sollten Geheimzrrknlare - betreffend Beschränkungen gegen jüdische Professoren und Studierende bestehen, so werde ich sie annullieren. Präsident Machado znrüügetreten. Die Revolution in Portugal. Liffabon, 1. Juni. Wie offiziell bekanntgegeben wird, ist der Präsident der Republik, M a ch a d o,- zurückgetreten. * Bernardino Machado trat zum erstenmal iur Jahre 1915 cm die Spitze der portugiesischen Republik. Durch einen Staatsstreich wurde im Jahre 1917 seine Absetzung und Verbmmung herbeigeführt. Im Dezember 1935 wurde Atachado zum zweitenmal zum S t a a t s ch e f von Portugal gewählt. _ Ser Farzismus in der Tschechoslowakei. Prag, 1. Juni. In der gestrigen nationaldemokratischen Versammlung auf der „slawischen Insel", die rein faszistischen Charakter trug, wurden Krämar und M u s s o l i n i lärmende Ovationen dargebracht. In einer Resolution wurde gegen die Verfolgung der nationalen Bewegung protestiert. Polizei zu Fuß und zu Pferde hatte starke Bereitschaft und unterdrückte jede Demonstration. In der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses beantwortete der M i n i st e r p r ä s i d e n t die Interpellation des sozialistischen Blocks über die faszistischen Kundgebungen. Er erklärte, der faszistischen Bewegung werde von der Regierung-die sorgsamste Aufmerksamkeit gewidmet. In einzelnen Fällen wurden Strafverfahren eingeteitet. Den Behörden sei nicht bekannt, daß die Faszisten'überbewaffnete Kaders verfügen, die sich aus Offizieren/Unteroffizieren und Schützen zusammensetzen.' Sofort nach der Proßmtzer Versammlung.wurden die Behörden angewiesen, G u m m i k n ü p p e l Waffen an Kuschten und' gegen jeden das Strafverfahren einzuleiten, der ohne Wafsenpaß einen GummiknüHpel besitze. , Italiens Ansprüche. Rom, 1. Juni. Die ,/Lribuna" verteidigt m einem Leitartikel den itali-enis che u Stand Punkt vu der Marokkofrage. Nicht mrr in der Tange-rfragie müßten die Rechte und Fordemngen Italiens berücksichtigt wecken, sondern auch jetzt, wo der unabhängige RWaat, verschwinde, müßte JtalrenLezüglich der Neuordnung der Dinge in Marokko, d. h. bei der Neuverteilung des pol-itis che n E i uslulsse s zwischen dem Sultan van Marokko Frankreich und Spanien gehört^ weMn. Ae Mdische Anlonomie in Lilas«. Kowno, 1. Juni. (I. T. A.) ' Der Sieg der demo» tragischen Partei bei den Wahlen zum litauischen Parlament hat zur Bildung einer neuen Regier«ngskoal4tro-« geführt, die sich aus den Mittelparteien, in der Hauptsache Bolkssozialfften, den, Sozialdemokraten und den uaüonalw Minderheiten znsammensetzt. Diese Koalition verfügt rm Sejm über 50 von 85 Stimmen. Staatspräsident wird wahrscheinlich Dr. Gr in ins werden, ein bewährter demokratischer Vorkämpfer. Zrl dem Programm der Koalition gehören unter anderem: Abschaffung des Kriegszustandes, Freiheit der Presse, Aufhebung der administrativen Willkür, Beseitigrmg der Pvotektionswirtschaft und endlich die Mederherstellnng der Anw-- nomie der nationalen Minderheiten. Sonach wird ivchl vte Msvechevstellu-ng auch der Wischen Mvnomie als' in Litauen bald-Tatsache werden. In Kokken. Mi WAilvoren etc. im Warenhaus Brflder Schlffmann U., Taborslrasse 48 Tcl^ihon 47-. 1^79 En gras Sb iMbü 200202