Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2611 (1.6.1926)
- Date
- 1926-06-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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Eette K Men, Dienstag MWUM der DoWbibliochÄ mit den Stimmen der heutigen OpvvfNm die Armlieberung der BoUsbibliothek vn die Hitachduth öeichwstett wurde. Dessen mmeachtet hat die Hitachduth nie die Msicht bÄnndet, die PoWbiblrochok -r usurpieren, was ja schon daraus hervorgegrt, daß die Hwachduth nie einen EnOuß cm die Zusammensetzung des Ausschusses griMnmen hat. Und es wird mich die Wahl des gegenwärtigen tzitachiduch-Obmaunes zum Obanann der VrÄsbibliolhej von oen BeNfttssern des offenen. Briefes selbst als Zufat l beqeichnet. Es kammich nicht eine Tatsache angeMirt werden, die den unerhörten Borwurf der Ausnützung der Bibliothek für besondere Bestrebungen der Httachdrrth rechtfertigen würde. Abgoschen von der sogenannten „Gastifronndschcht" (in Wirklichkoit ist es ein regelrechtes MietsvechaKcks, da ja die Hitachduth der BoÄsbibliothek für die Benütz»mg des Lo?a>ls Zins .zahlt), hat die Hitachduth als solche von der DoWbWothek weder einen materiellen Nutzen noch irgend welche moralische Förderung. Hingegen waren es stets Mitglieder der Httachbuth, di« die schwersten Opfer auf sich genommen haben, um die vom: «Volk" und von ihren einstmaligen Mitgliedern im Stiche gelassene Bibliothek vor Verfall zu retten. Auch ist es nicht gm geringsten Teil das Verdienst des so unverdient ölffenDch angegriffenen Obmannes Herrn Weinreb, daß die DolMMothek während seiner Amtsporiche eine bedeutende Bereicherung des Bücherstcmldes und Ausgestaltung der Lesehalle erfahren und'eine so schöne Veranftaltungstatigkeit. (die letzte Schalom-Mejchcm-GedenKfeier, hauptsächlich ein Verdienst des Herrn Weinreb, ist noch in aller Eoiinnerungi) entwickeln konnte. So sicht also die Gefahr aus, die der VoMibliothek von seiten der Hitachduth und ihren Mitgliedern droht, zu deren Mwendung sie jüdische Oeffentlichkeit aufgevufen wurde. Jan Hintergründe dieser garrzen Kampagne stehen in Wirklichkeit kleinliche persönliche Interessen eines unbedeutenden Grüppchens innechM und deren Drahtzieher aerßerhÄb der VMIbMiothek. Ob die Hinaustragung dieses Kampfes in die Oeffentlichkctt der VolkZbibliochek nützen und die Verwirklichung ihrer wichtigen kulturellem Aufgaben erleichtern wird, und ob dreier Bruderkampf, dessen letztes Ziel die völlige Verdrängung der Hitachduth aus der Volksbibliothek ist, mit den Intentionen der Isar-Mtion im Einklang steht, müssen wir sehr bezweifeln. IeidenMs aber müssen wir schon heute für die eventuellen Folgen dieses mmottgen Kampfes mit zweifelhaften Mitteln diejenigen verantwortlich machen^ die ihn begonnen «ni> gefördert haben. Für das Präsidium der Hitachduth in Wen: Samuel B er ge r. '_ Pinkas Meyer. Jüdisches Realghnmafium. 2. Be-., Castellezgaffe 38. Anmeldungen zur vie 1 bis VItl. Klaffe täglich zwilchen 12 und 1 Uhr. Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler. Der zweite DiskuffionSatend über jüdische und zionistische Probleme findet heute den 1. Juni um l/,8 Uhr abends in unserem VortraaSsaale, 9. Bez., Türkenstraße 9. statt. DaS eiulettende Referat über ^Zionismus als Fortschrittsbewegung" hält Oberbaurat Ing. 6 11 i ct e r, Gäste herzlichst willkommen. Kein Regiebeit'ag. Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler. Heute Dienstag um halb 8 Uhr abends im Bortragsfaale, 9. Bez., Türkenstraße 9, zweiter Diskuffionsabend über jüdische und zionistische Probleme. Referent: Oberbaurat Robert Stricker. Versammlung des Jrmrnalisten- und Schriststellervereines „Coneordia". Montag den 7. d. findet um 8 Uhr, nachmittags imt Sitzungssaal« t>er .KoncoiÄiia", 1. Bez., Rudolfsplatz 12, die 67. ordentliche Generalder§Mmckmg statt. GerWssaal. Der abgehackte Faß. Eine Klage ans 200.009 Dollar Unfallversicherung. Wie erinnerlich, hat der Techniker Emil Marek aus Mödling gegen den Anglo Danubian Lloyd eine Klage auf Bezahlung einer Unfallversicherung in der Höhe von 200.000 Dollar angestrengt, über die gestern ein Senat des Handelsgerichtes verhandelte. Die Vorgeschichte dieses Falles hat seinerzeit in der Oeffentlichkeit viel Aufsehen erregt. Marek schloß mit dem Danubian Lloyd am 291 Mai 1925 eine Unfallversicherung ab, gemäß der ihm die Gesellschaft im Falle seines Todes 100.000 Dollar, im Falle bleibender Invalidität 400.000 Copyright 1926 Nachdruck verboten oy Joseph Opatovsky, New York (30. Fortsetzung) Roman eines Pferdediebes. Bon I. Opatofchu. Sanwel trocknete feine feuchte Stirn ab and ging weiter. Zitternd erwartete er, Gradul würde ihm entgegenkommen. Er hatte gehört, daß Gradnl jede Nacht sein Grab verließ, durch die Stadt wandelte und die Leute erschreckte. Vor kurzem erst wäre Sanwels Mutter beinahe vor Schreck gestorben: Sie war im Morgengrauen einen Kübel Master holen gegangen. Wie sie sich umsieht, stcht sie bis zu den Hüften im Schnee; der Brunnen ist verschwunden. Plötzlich springt aus der Erde eine Ziege in Totenkleidern horjoor und lacht meckernd. Sanwel fühlte kalte Schauer über seinen Körper rieseln. Plötzlich fiel ihm Beste ein. Gr wußte, daß sie täglich ihrer 'schweren Stunde entgegerrsah und ganze Nächte in ihrem Bett durchlveinte. Sein Herz krampste sich zusammen. ,,-Hol's der Teufel!" schalt er sich selbst. „Ich bin doch nur ein elender Hundsfott! Hab' mir Nutzens Tochter in den Kopf gesetzt! O, sie soll mich noch kennen lernen, so wahr ich ein Jude bin! Wie ich nach Hause komme, lebe ich mit Beste zusammen! Men zum Trotzt" Sanwel blieb stehen. Weithin zogen sich silberweiße Felder. Jlhiv Weiß blendete die Augen und spiegelte sich m dem kalte», stvhlvioletten Himmel. Die weißen Schneefelder hoben sich vor Sanwels Augen und wuchsen immer höher empor, bis sie die Höhe des gegenüberliegenden Waldes erreichten; er atmete auf; zwischen den weiten, tiefen Feldern fühlte or sich wohl. Es wurde ihm froh zmnute und übermütig schrie er: „Ach, alle Weiber sollen das Genick brechen!" Dann sprang er auf die Wich, wo tiefer Schnee lag, und streckte sich darauf aus, so lang «v war. So fog er einige Minuten und schaute in den kalten, violeiien Himmel. Dann sprang er auf, betrachtete die Figur, die sein Körper in den Schnee gedrückt hatte und lachte taut auf. Metallen klang das Echo hallend wider. Sanwel breitete die _Wiener MoLsen-ettims Dollar gegen eine entsprechende Prämienleistung bezahle. Am 11. Juni 1925 wurde ihm die DersicheMNgSpolizze zugestellt trnd am Tage darauf hatte Marek bei Arbeiten an einer Erfindung einen Unfall, der ihm den Verlust eines Beines eintrug. Marek will mit einer H a ck e an einer Holzpnppe gearbeitet haben und sich mit dem Beil, das vom Hackstock abglitt, sein linkes Bein so unglücklich getroffen haben, daß der Knochen zur Gänze durchtrennt wurde und das Bein sofort amputiert werden mttßte. Der gütliche Verlust eines Beines wird mit dem Versicherungsvertrag mit 60prozentiger Invalidität gewertet, so daß Marek an die Versicherungsgesellschaft einen Anspruch von 200.000 Dollar z» haben behauptet. Die Versicherungsgesellschaft verweigerte jedoch die Auszahlung dieses Betrages mit der Begründung, daß es sich nicht um einen Unfall, sondern um Selbstverstümmelung Mareks handle und begründet diese Weigerung mit einem Gutachten der Gerichtssachverständigen Profestor Dr. Habe r d a -und Dr. W e r k g a r t n e r, das klipp und klar besagt, es sei vollkommen ausgeschlossen, daß die Verletzung durch einen zufälligen Hieb entstanden ist, sie wurde vielmehr durch mehrere Hiebe herbeigeführt. Der Vertreter der Versicherungsgesellschaft, Dr. Artur L e n h o f, führte aus, daß es sich von seiten Mareks um einen großzügigen Versicherungsbetrug handle, der schon von vornherein geplant gewesen war. Der Kläger habe sich auf dem Versicherungsantrag als akademischer Ingenieur und Leiter eines im Bau begriffenen Elektrizitätswerkes ausgegeben. Sein Alter bezeichnte er mit 32 Jahre. In Wirklichkeit fei Marek zur Zeit des Abschlusses ein 2ljähriger Student gewesen und habe sich, um älter auszusehen, einen Vollbart wachsen lasten. Auch über seine Vermögensverhältnisse habe Marek unwahre Angaben gemacht. So habe er sich als Besitzer eines Kohlenbergwerkes ausgegeben, obwohl in Wirklichkeit seine Vermögenslage derart war, daß er unmöglich den Prämienaufwand von 60 Millionen Kronen jährlich für eine so hohe Versicherung, wie er sie einging, leisten konnte. Für die ersten Prämien habe er sich das Geld durch Belehnung einer wertvollen Wohnungseinrichtung und einer Majolikasammlung seiner Frau zu verschaffen gewußt. Die um fünf Jahre ältere Frau des Marek, die früher Löwenstein hieß, soll ihren Mann ganz in der Gewalt gehabt und ihn als willenloses Werkzeug benützt haben. Frau Marek hat schon als löjähriges Mädchen den Beweis ihrer geradezu genialen Fähigkeiten erbracht, indem sie es verstanden hat, sich von dem,70jährigen Moritz Fritsch eine wertvolle Wohnungseinrichtung und Majolikasammlung verschreiben zu lassen, wodurch die nahen Anverwandten des alten Herrn, indessen Hause sie Aufnahme gefunden hatte, um ihr Erbteil gebracht wurden. Das Ehepaar habe noch andere Geschäfte gemacht. Trotzdem es in der prekärsten Lage war, kaufte es zwei Häuser im 16. Bezirk um 44.000 Schilling, Tuchwaren um 30.000 Schilling und ein Auto. Schon einmal habe das Ehepaar durch einen Brand der wertvollen Wohnungseinrichtung von einer Versicherungsgesellschaft 700 Millionen erhalten. Dieses Geld hat Marek für Schiebergeschäfte verwendet. Der Verteidiger schloß mit den Worten: „Wenn heute in Men noch ein einziger Mensch lebt, der glaubt, daß bei Marek ein wirklicher Unfall obgewaltet habe, dann ist es das größte Wunder." Der Anwalt Mareks, Dr. Silberknops stellte die Vorgänge folgendermaßen dar: Die Versicherung ging Marek nur über Nötigung ein. Ihm war es :u erster Linie um die Kautionsversicherung zu tun, da er von der Merkantile Corporation in- London eine Zusage für einen Milliaroenkredtt hatte, wenn er in der Lage wäre, eine Kautionsversicherung beizubringen. Funktionäre des' Danubian Lloyd legten dem Ehepaar nahe, eine derartig hohe Versicherung cinzugehen. Das Gutachten Amme aus, reckte sich zu seiner ganzen Größe empor, holte tief Atem und hämmevie mit seinen Händen auf die Schultern los; es klang wie Trommelwirbel. Sanwel sah sich um. Es fiel ihm ein, daß er dem Vater verbrochen-hatte, nach Zhdlowka zu gehen, um zu erfahren, was es Neues im Stalle des dortigen Oekononien gäbe; er zog die Mütze über die Ohren, steckte die Hände in die Pelztaschen und ging rasch weiter. „Für einen richtigen Dieb", sann er, „ist eigentlich Pferde wegzuführen keine Arbeit! Was ist denn daran? Jeder Bursche mit ein bißchen Hirnschmalz kann das! Man kommt hei Nacht, wenn keiner im Stall ist, öffnet die Brettertür und führt die Pferde fort. Was für eine Wissenschaft ist das schon? Ja, sich in ein Zimmer einschleichen, wo Leute schlafen, eine Kasse erbrechen, einen .Haufen Geld herausholen, das ist etwas, das kann ich noch verstehen! Aber Pferde stehlen? Das ist ein Geschäft für den Alten." Beim Wegkeuz bemerkte Sanwel eine Frau. Ms er näher kam, erkannte er die verrückte Büsche. Sie trug einen Mantel, der mit Federn ausgestopft war. Auf ihrem Kopf saß ein alter, mit Blumen geputzter Strohhut. Leise sang sie vor sich hin. „Basche, was tust du hier?" ftagte Sanwel. Baifche lachte blöde. Aus ihrem offenen Mund blitzten zwei Reihen wundervoller Perlenzähne. „Ich suche meinen Bräutigam", antwortete sie mit verhaltenen! Lachen, „er hot mir geschrieben, daß er vierspännig in einer Karosse komnren wird. Ich Warle hier auf ihn, hi, hi!" Lachend klopfte Sanwel die Wahnsinnige auf die Schulter. Basche platzte mit einem gellenden Archen heraus. ,Mer hat dir den Mantel mit Federn ausgestopft?" fragte Sanwel Wetter. ' „Was heißt das? Niemand! Mein Bräutigam hat mir den Mantel aus Danzig geschickt!" Sie öffnete den Mantel und zog ein Bild heraus, das ans einem illustrierten Blatt ausgeschnitten war: „Da, schau her! Das ist mein Bräutigam! Schön, was? .Ha, ha, ha'." 1. JUM IMd m. 2011 Professors Haberda sei privater Natur und das Dein Mareks sei aus unrechtmäßige Weise i« seine Hand gekommen. Eine einwandfreie Tmzeugin, eine verstorbene Avoihe« kersgattin in Mödling, hat auf sem Totenbette üusgesagt, daß keine Selbstverstümmelung vvrttegt. Es ist unmöglich, daß er mehrere Hiebe gegen seinen Fuß geführt hat, denn er hätte nach dem ersten Schlag zusamenstürzen müssen. — Dr. Lenhof: „Wir behaupten auch nicht, daß er sich die Hiebe selbst zugefügt hat. Die Vermutung liegt nahe, daß Marek Helfer gehabt hat." Der Senat unter Vorsiy des HofraleS Dr. Szepessy gab dem einvernehmlich gestellten Antrag auf Unterbrechung des Verfahrens bis zur Erledigung deslaufenden Strafaktes gegen, Emil Marek statt. Der Mord an Mohapel. Die Vorfälle im Hotel Dresden. Bor einem Schöffenfen-at unter Bovsitz des Hofrates Doktor Schaupp fanden gestern zwai Verhandlungen statt, die im Zufammenhanig mit der Ermordung des Turners Josef Mohapel durch den Zuhälter Franz Seidl zur Zeit der Hakenkreuglerez^esse vor -dem Zion-isteiEougreß stehen. Seidl wurde, wie erinnerlich, wegen gemeinen Mordes zu zstvölf Jahren schweren Keckers verurterk. In der ersten Verhandlung sollte sich.der 33jähvi>ge Zahnarzt Dr. Chann Sommerstein wegen Voyschubleöstung zu einem Verbrechen verantworten. Es wird ihnr zur Last gelegt, daß er nach der Muttat des Seidl dessen Messer in Verwahrung genommen habe. Außerdem soll er unter falschen Angaben die Aufnähnte des verletzten Seidl in das Spital der Barmherzigen BrÄder veranlaßt und die Anzeige von dem Mord nicht erstattet haben. Diese Verhandlung wurde gleich bei Beginn vertagt, weil >derwichtigste Zeuge, der behandelnde Arzt Dr. Moosmann vom Spvtal der Barmherzigen Brüder nicht in Wien weilt und auf seine Einvernahnte nicht verzichtet werden konnte. In der zweiten Verhandlung hatten sich »der 26jährige Eisenbahner Franz S okolon, der 19jähvige Comptoirist Paul L ö b l, der 19jährige Praktikant Josef B a h r e r und der 24jLhvi-ge Lokomotivheizer Franz Draxler wegen des Verbrechens des Hausfriedensbruches zu verantworten. Die vom -PvessostaatSanwalt Dr. S ch w a r tz vertretene Anklage beschuldigt sie, dem fliehenden Mohapel in das Hotel Dresden gefolgt zu sein und es verhindert zu haben, daß ihm Hilfe geleiftst wurde. Draxler und Sokolon sollen sich in einen Windfang gestellt und den: Mohapel den Weg versperrt haben. Löbl und Bohrer sollen, wie c§ in der AMageschrist heißt, gerüsen haben: ,>Heraus mit dem H a k e n k r e u z l e r! Wir hauen alles zusammen, -venn sie ihn nicht herausgeben!" Die Angeklagten erklärten sich mchtschuldig. SoEolon sagte, er habe das Hotel nur ans Neugierde betreterr und das Tor gemeinsam mit Draxler bewacht, um den Zuzug werterer Menschen Fu verhindern. Er sei nur in das Hotel, eingedrungen, um dem.bedrängten Mohapel zu heffeu. Der Staatsanwalt bezeichnte dies als völlig ung-laubw ü rd rg. Der Gerichtshof erkannte alle AivgeNagten im Sinne der Anklage schuldig und verurteLilte So-kolon und Draxler zu je sechs Monaten schweren Kerkers, verschärft mit einem harten Lager monatlich. Barer und Löbel zu vier Monaten einfachen Kerkers. In der Begründung wird ausgefühvt, daß der Gevichtshoif aus den bestimmten Aussagen einiger Zeugen die Ueberze-ugu-ng gewonnen habe, daß die Angeklagten in der Absicht, dem M otz a-pel Gew alt anzut u n, in das Hotel emgedvmlgen seien. Die Angeklagten meldeten geigen das Urteil die Berufung und die Nichtig'keiitsbefchwerde an. Unter dem Mantel war die verrückte Basche splitternackt- Ein weißer warmer Körper glänzte hervor. Sanwel erbebte, Me aus und eil-te davon. Nach einigen Schritten hörte er wieder das Singest der Wahnsinnigen. Er zog die Mütze noch tiefet über die Ohren urrd kchrte um. Basche stand noch immer an ihrem Platz; sie schaute Sanwel unverwandt an und lachte. Sanwels Zähne klapperten wie im Fieber. „Basche, zeig' mir noch einmal deinen Bräutigant!,, „Er ist schön, was? Hi, hi, hi..." Sie öffnete den Diantel. Ein weißer, warmer Frauenleib glänzte, auf. Wieder fühlte Satuvel den früheren Ekel; er spie aus urtd eilte davon. Die Wahnsinnige lief i'hm nach: „Mein Bräutigam! Mein Bräutigam! Mein Bräutigam ...!" Sanwel knirschte mit -den Zähnen. 'Dein Blut kochte. Er wandtesich um und versetzte Basche mit der geballten Fällst einen Stoß gegen die Brust. Sie siel wie ein Sack iu den Schnee. Sanwel lief, irpmer schneller, wie gehetzt. .Hinter sich hörte er wildes Gelvein und ein schauerliches Stöhnen, >das sein Mut erstarren ließ. „Min Bräutigam! Mein Bräutigam!" tönte es ihm nach und hallte gellend hnnder-tsältig über die weißen, weiterr Felder. 88. Nacht. Ein großes Zimmer. Schwjme Kradnik nahm aus einem Koffer einen ge» tadenen Revolver, legte einige Paar Schuhe in einen Sack und warf einen Blick auf die Wanduhr mit den zwei Ge- Unchteu: ,Hm! Zwölf. Noch eine volle Stunde!" Bott lag Tirza unter einer dicken Federdecke mid schnarchte laut. ,IHa, sie gibt wieder Konzert auf der Trompete!' brummte Kradtttk und spie aus. Kf/ \' O