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Wiener Morgenzeitung · 1926-05-31 · Heft 2610 (31.5.1926) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2610 (31.5.1926)
Date
1926-05-31
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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f Polen: M srorHl Wl La: Zum Abholen!ti der EapetÄfloo, ILTaborstr. 1-3, oder hi eklet VetsebteJsstelte /Trafik) monatl. 5 Schfih&g Strassenverkanf In Wien durch die Kolporteure der Firm« 0 o 1 d «ehmied, 1„ Wottzefle (1 Mit Postversand för Wien und Oesterreich monatfidi 5 Schffiing lsc h e ch o- S1 ow&kel: Mon. K22. Jugoslawien: Mon. Dkl. 60. Polen: Man. 6Zloty* Deutschland: Mon. Qm. 4, Frankreich, Bel gl en: Mon. Frcs. 16 o>AebMhi«M0en M P ret * erhfihongen Tori»eh»Wei» vmmumammmmmB Rr. 2610 IFrst» äfl Wiener ... . ♦ England: Mon. 4Schffliflg Hatten: Monafi. 18 Lire: Ru m*ni es: Mon. 170 Lei. v«rgarIev»M«.lOOLewr. Schweiz und das äbrigr Ausland monatlich Frcs. t Redaktion, Admjnfstratior Wien» 1L Taborstr. 1 Telephone: 44-0-38,434-1 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX, üniveraitflbstrasae 6-3 (Druckerei lg. Stekimann OesterreichlsCHes Postspaikassen* Konto Nr. 150.69:- fflien, Montag. 31. Mai 1820 8. Jahrgang Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mit- Mvngen sind durch ei« vorangesetztes E gekennzeichnet. Haloab revanchiert sich gegen Me Giants. Evr 2r1<1r1)-Meg. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Rew-Aork, 30. Matt. Hakoah :hatte honte einen ganz großen Tag. In b«stechendom Stilekon-nte die jüdische Mann- >schaft vor 30.00 0 Zuschauer n gegen ihre Bezwinger, die Giants, die sich noch dazu durch die besten Spieler Kanadas verstärkten, Revanche nehmen. In einem äußerst schnellen und harten Spiele, das wohl der schönste Kamps der Wiener aus der Tournee war, blieben die Hakoahner nach auifregendom Verlause verdiente Sieger. Zur Halbgott stand das Tressen uneutschieden, Eisen Hof er erhielte das erste Tor, worauf die New-AorLer au speichen konnten. Nach der Panse gelang es Schön seid, EFühwivg für Häkoah zu erzielen. Die glänzend disponierte Verteidigung der Wiener, in der Fabian wahre Hobdentaten verrichtete, vermochte alle Angriffe der Heimischen abzuwehren.; Die ganze Mannschaft Hakoahs spielte ausgezeichnet. Ueberragend arbeiteten Gold und Eisenhoser. Dem Spiele wohnten der E rzbis ch os von N e w- N o r k, M a n i n g, und der österreichische Generalkonsul bei. Beide begrüßten sie Hakoahner mit A n sp ra ch en. Me Einnahmen di eise s Spieles sind zur Hälfte Mischen Kriegsopfern Osteuropas und dom Ausbau ÄerÄMiut-tJvnes-ÄaKedvaile 'ihr Naw-Novk gewidmet. .. . . Der Sieg Hakoahs entfesselte M den ZuschcMrn e u t h uftastischen Jubel. HaLoah Welte, in folgender Auf-' stellung:' .Fäbianj "«Kchemr, Goltz; ,<Hch,^^Mttmann, '-^PoillÄk;' Neuseld,^ Häusler,. Sohönselb', Schwyvz.. , Die Abfahrt der Hakoah erfolgt am-2. Juni mit dem Dampfer „Berengaria". Die Ankunft in.Wi e n, dürfte anr 10. Juni stattsinden. Wie verlautet, ist die amerikanische Tour-, nee der Häkoah für 1927 so gut wie gesichert. Sie^ soll nach. Cuba und Kalifornien und. zum' Schluß nach New- York führen. Morgen findet das Äschichsbankett im Pensylvarria-Hotel statt, bei dem^ der , ibekannte Boxweltmeister Benni Leonard den Vorsitz fichwen wird. Mn mM«Mscher Borstob i« A«sora- Parlamevt. Znvückwoisuing durch. tien Finanzminifter. Konstantinopcl, 30. Mai.. (I.. T. A.) Während der Debatte Wer das Budget des Handelsministeriums in der.Nationalversammlung zu Angora, versuchten, zwei Deputierte etnett hastigen Vorstoß gegen das.jm-i sch e E l e m e n t in. der: Türkei, indem sie behaupteten, das Land sei von einer j-ü d i s ch e it 1 Gefahr bedroht. Der Deputierte für Ak- Serai, Bessim A tta li Bo i, sagte, die Juden seien' an dem Sinken der türkischen Valuta schuld; er forderte die Nationalisierung der angeblich von. den Juden beherrschten Börse. „Wenn wir nicht sofort eine k o n s e q u e n t e antijüdische P o l i t i k durchsetzen", sagte er weiter, Werden wir uns bald in der gleichem unerträglichen finanziellen Lage befinden wie Ungarn." Der Deputierte für Belou, Mahm e d V a s f i Bei, unterstützte 'den-Antrag Attalt Beis und sagte seinerseits: „Die jüdische Gefahr besteht nicht im politischen, sondern im w irisch a.fN (He n L eb e n der Türkei, und diese jüdische Gefahr bestcht überall in der Welt, da die Juden die Weltwirtschaft beherrschen." Der F i n a n z m i n i st e tv. nHm zu dem Antrag, der antisemitischen Deputierten mit -4>en folgenden Worten Stelkmg: / ' ,^Der wirtschaftliche Wettbewerb uruß frei sein. Jeher gibt im Wirischastsleiben das Bche^was er kann. Das. Gesetz getvährt jedem gleichen Schutz uH begünstigt niemanden. Wenn die jüdische Gemeinschaft''im Wirtschaftsleben besser davonkommt, so ist das nuvdeshalch'weil sie fähiger und aktiver ist. Wir können nur das eine tun: ihrem Beispiel folgen und nicht weniger ärheiten als sie es tun." i Militärdiktatur iu Partilg RWritt der Regierung. Lissabon, 30. Mai. (Havas.) Die Dvuppen der Garnisonen von Lissabon und Porto stehen ans seiten der Bewegung, die sich über ganz Portugal ausgebreitet hat. Der Oberkommandant der Revolutionäre erklärte, daß man eine Militärregierung aus richten wolle, um zu vermeiden, daß irgendeine politische Partei durch die Revolution begünstigt werde. Die Demission der Negierung. Lissabon, 3V. Mai. (Havas.) Das K ab i « e t t hat d e m i s s i o n i e r t? Das Staatsoberhaupt wird sich bemühen, ein nationales Ministerium zu bilden. Las Borrilcke» der Aulftöndifchen. L i s s a b o n, 30. Mai. (Havas.) Die Ans ständischen haben den Schienenweg im Norden des Landes unterbrochen, wodurch die Eisenbahnverbindung nach Porto lahmgelegt ist. Die Jnfanterieschule in der Nähe von Lissabon verfügt über Maschinengewehre. Es wird erwartet, daß sich die Artillerie der Matrosenschule am Linken Ufer des Tajo der Bewegung anschließen wird. Frankreich ist nicht Me internationale Konvention gegen Falschmünzer. Paris, 30. Mai. (Havas.) Der „Matin" glaubt versichern zu können, daß die interessierten Negierungen über die Art und Weise, in der sich der Franke n f ä lscherprozetz in Budapest abgewickelt hat, kein es w egs befriedigt - seien. Die französische Regierung sei zu Schlußfolgerungen gelangt, die von denen des Grafen Bethlen vollkommen verschiÄen seiet^ Äe werde demnächst Gelegenheit haben, ihre diesbezügliche AufWung in j Paris «üd Genf darzulegen Mbcharcms dH^y osi w e n d ir g e n p o l i t i f ch e n F o l Wr üRg e'ü z"ü ziehen,- " . „Oeuvre" meldet, daß der frarqösische Gesandte in Budapest «ach Paris kommen werde. M . würden Dokumente, Vörgelegttverden) die die Unterstützung betreffen, j die. Prinz Mndkschgrätz gefunden habe. Man werde ins- > Vefondere; sehen, daß di e M äs ch i n e für die Er» zeugungdersa l s ch en F r ank en of fiziell v o m B u d a p e st e r F i n. a n z m i n i st e r i u m bestellt und bezahlt worden sei. Das Blatt glaubt, daß die Prager Regierung im Einvernehmen mit der Pariser Regiernng beim Völkerbund die Ausarbeitung einer internationale« Konvention gegen - Falschmünzer. verlangen werde. Wenn die Angelegenheit nicht im Juni vor den Völkerbnndrat komme, werde sie der Bölkerbundversammlnng im September unterbreitet werden. Saglifch-türkische Berstündigung? Voraussichtliche Einigung in der Mossulfrage. London, 30. Mai. Das Reutersche Bureau meldet aus Konstant!nopel: Nach^BlättevmeWungen stehe eine Einigung in der Mossulfrage bevor. Darnach würde die Türkei die Brüsseler Linie annehmen und einen NeubmMtätsPakt betreffend den Irak > abschließen. Ferner wird gemeldet, daß die Düvkei einen AntÄl an den Einkünften des Petroleumgebietes erhalten' werde. Eine aMzielle Meldung liegt aber noch nicht vor. Add el Krims 8ndv. Dis Unterwerstrngsbewegung dauert an. Fes, 30. Mai. (Havas) Abdel Krim, sowie sein Onkel und Vetter, die sich in seiner Begleitung befinden, sind heute um 11 Uhr in T a z a eingetroffen und haben in dem für sie reservierten Lokal ohne jede Förmlichkeit Aufenthalt genommen. An der ganzen Front dauert die Unterwerfungsbewegung au. Me Truppen der Gruppe Duffienx sind im Gebiete der Beni Zarual vorgerückt und haben dabei die französische politische Grenze erreicht , und Land, besetzt, wohin, französische Truppell zum erstenmal vorgedrungen sind., Die spanischen Truppen von Adschir haben ihren Vormarsch fortgesetzt. Die Entwaffnung des Stammes von Targuist schreitet weiter fort. zwei Bluttaten in Lemberg. Die Tochter erschlägt den Vater. — Der Bruder erschießt seine wahnsinnige Schwester. i Agendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Lemberg, 28. Mai. Gestern wurden hier zwei schwere Verbrechen verübt. Inder Tkackastraße 38 wohnte der 67jährige Tischler Heinrich Marlin mit seiner Frau und seiner 24Mrigen Tochter Marie. In der Familie herrschten schon seit einigen Monaten Streitigkeiten, die meistens der Vater, der ein Alkoholiker war, hervorzurufen Pflegte. Martin schlug öfters seine Frau, und einmal mußte man sogar einen Arzt holen, damit er der Geprügelten erste Hilfe leiste. , . Gestern kehrte Marlin um 9 Uhr abends beÄunken mach' Hause zurück, begann mit den Mietparteien Streit und-bedrohte Frau und Tochter mit'Ermordung. Untrr seinem Kissen legte er ein R a s i e r m e s s e r. Die Frau nahm die Drohungen des Mannes ernst und schlief im Vorhaus, während die Tochter Marie sich unter dem Tisch verborgen hielt. Um Mitternacht erwachte der Mann, zündete eine Zigarette an uüd n a h m das Rasiermesser.her.vor. Zitternd betrachtete W Tochter die Bewegungen des Vaters. Plötzlich griff Marie nach einer Hacke und versetzte dem Vater einige Hiebe .auf, den Kopf, worauf sie sofort in Ohnmacht fiel. Me Hiebe zertrümmerten dem. Vater die Schädeldecke, so daß. er gleich tot war. Als die Polizei erschien, um Marie zu verhaften, bemächtigte sich ihrer eine ungeheure Wut und sie zerschlug alles im Zimmer. Sie schleuderte sogar einen Teller gegen, den Kopf des ermordeten Vaters. Im Verhör schilderte die Mörderin alle Einzelheiten der Tat. Als Motiv gibt sie an, daß der Vater sie selbst und die Mutier seit langer Zeit furchtbar gequält und in dieser Rächt ihnen ernstlich gedroht hatte. Als sie nach der Hacke griff, war sie überzeugt, daß der Vater sich im selben Moment auf sie mit dem Rasiermesser werfen werde. Me Staatsanwaltschaft ordnete die Obduktion der Leiche an. * - Der zweite Mord geschah in der Morarska 64. Hier wohnte die Familie Acht, deren 22jährige Tochter Wauda im März d. I. wahnsinnig wurde. Sie wurde zuerst in ein Sanatorium und dann in die Irrenanstalt in Kulparkow gebracht. Da die Mern nicht mehr in der Läge waren, für die Spitalskosten aufzukommen, mußte die Tochter vor einigen Tygen nach Hause gebracht werden. Sie benahm sich zuerst ruhig, hatte aber vorgestern wieder einen Anfall. Nachdem ihr aber ein Arzt eine Injektion gemacht hatte, beruhigte sie sich wieder und. unterhielt sich gerade mit den Eltern. Plötzlich zog ihr Brnder/ der 24jährige Techniker Georg Ach t, einen Revolver und schoß einige Male auf die Schwester. Die Schüsse waren tödlich. ' Bei der Einvernahme erklärte der Mörder, daß er die Tat aus Mitleid mit den Eltern und mit der Schwester begangen habe. Der seelische Zustand der Schwester führte die Eltern zur Verzweiflung und störte ihn in seinen Studien Während des Verhörs weinte der Täter. .. In Stoffen, Seide, WasciMn etc, 11., Taborstrasse 48 Telephon 47-1-79 En gros Hl detail

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