Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2609 (30.5.1926)
- Date
- 1926-05-30
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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«-» SLM,«« 5h. MR flefafliffl ig der (VfffwiiMftfiffl MiüMUbibliÄHÜ. Die Wreuer AWonMMiochÄ ftieEe üieftr Tatze fcft 200. JchreAag Lres Bestandes ttttfe P deHalb Gegenstand ÄchachLL wissenschaMcher SrSrierung. Unter den Mtzen BLliotheken bet Welt rangiert sie aVerdtM mr an fünf, zchrrter oder stchzchttkr Stelle, kann sich also, was die Quantität ihrer Büche« <ntkm$, mit Paris, das an erster Stelle jtcht. MMgion, New-York, London, dem Vatikan, Haag, BW« und MSnchetr nicht messen. Mas aber den Werl and dte Selterchsit Hrer.OöMe anlangt, nimmt die Rational- MRckhck eine der alten Krüiurstvdl Wien eM>rechend würdige Stellung ein. Ebenso veichält cs sich mit Kr ln dieser BMochekerrHalteuen Sammlung hebräischer .tzandschrfften M Bücher.. Auch sie weifen keine allzu stattliche Zahl auf, doch, finden sich unter ihnen Exemplare von SeAnheitswert, bvt .jMOir kamn ln anderen Bibliotheken findet. - Diö Wiener Nationalbibliothek verstigt über ungefähr WO hckmsche .Handschriften von überaus großem Wert. Die mörsten stammen aus der Sammlung des Wiener Bischofs De. Johanns Fab e r, der sie für sein Seminar ankaufte mA sammelte. Sie haben vornehmlich Heologffchsn Schalt. Die Handschriften werfen meist kostbare in Leder geschnittene Mnbände auf, die mit den in der Zeit des Humanismus Wichen gemalten Ziersiguren, sogenannten Drolleri-en, versehen find. Eine andere wertvolle Hanhschriftensammlung stammt von dom Bibl-ioiheLrv Sebastian Lengnagel (yest. 1636), einem hervorragenden Orientalisten, der für die jLdksche Gsschichü deshalb interessant ist, weil er als Unterftuhungskommrssär gegen Len .Präger Obttvabbmer Lipmann Heller ßmgierte. Die meisten der wertvoll«! .Handschriften stammen aus Konstantinopel, Pirvg und' OberftGieu. Bei den Juden hat sich die Sage erhalten, daß «in Großteil dev HandschMen von Prinz Eugen nach seine« siegreichen Feldzügen Samuel Oppenheimer gUM GW«r gemacht wurden. Ueber diesen kanr sie an die Nck-konaMtivtM Es konnte jedoch nac^ewreseL werden, büß kbine «nzrge in der NntionalbMocheL vorhcmdene HandschÄft diesen Weg nahm. Feftgestellt wurde, daß die Harckschrif^n bei der BeÄrerbung der Kcken im Jchro 1431 konfisziert und der BMothek eiMövlM Wmchsn.M hWa^chen Dvufiverken beherbergt die Wiener NationalbiAiüttzck eintze tausend Exemplare. Sie be- Mchen zumeist ch-öroMtz^'Wedtzz-W,. mrtuüviffeufchckft- Ähe, fiftlosüphssche, ge0MphWL.Md>EchtiHe Werke und' find hauptsächlich Uebersetzungen und KorMleMttc zu Weck« aus d«n klaMchen Altertum. Die Juden haben sie aus dem Sachen und Arabischen übersetzt und so zu deren Erhaltung boigetragen. Ungefährs JNÄrnabeldrucke von nicht allzu Hohem WevS beweisen, daß sich die Indo« in Oesterrech schon frühzeitig mit der Buchdruckerkunst beschäftigt hccken. Ebr Großteil de« hebräischen Kodizes wurde im Jahre 1597 auf BetreDen des apostotzchM Nuntius von Kaiser Mozi- «Man dem Zweiten «ach Prag geschickt, so daß -je Wiener HofbMvchek dadurch um viele Schatze ärmer geworden sst. Bei viele» niKchÄraichen Büchern findet man hebräische Einbanddecken, was einfach so zu Maren ist, daß hebräische Bücher zerschnitte» wurden uitö als sogenannte „Schmutzblätter" zwischen Einbanddecke und. Buch eingeschaltet wurden. Die hebräischen Bücher der damaligen Zeit weisen sehr viel krÜrrrgeschichckiches Material auf, denn die Besitzer der Bücher hattat die Gewohnheit, randwärts Antzoichnungen über ihv Farmlienleben zu machen, st daß es sich wchl schon deshalb lohnt, -darin zu'blättern. Ein Unikum dürfte Wohl eine gemalte Kotuba aus dem Jahre 1393 aas Krems Mn, die ganz im .Wskkche» Stil der damaSgm Zerr gchÄen ist. Der Bräu- Ägom heW Schal«», Sohn des Menachem aus der Familie Wich, der auch w Wiener Quellen aus dm Zrtzre» 1381 ħ 1398 «Pchdmt. Dev Brautvater istAaw» aus Krems. Bräutigam Und Braut HMvn Mnge -i« dev Hand. Dle Bmut H «st Mumm reichlich geschmückt, was wchl «Hie Andeutung «t ihren Ramm Zemuch, B-lüm^l, sein soll. Dies ist mrr eines der zahlreichen andewn Dokumente jüdischen ffiiiciifyi befinden. Vor kurzem ist ein umstugveiches, sehr mMuttiveS, «ich m Abbkidmigen geschmücktes Werk des Wiener Rabbiners Dr. Artur Zacharias Schwarz unter 'Vom Titel «Die hebräische«- Handschriften i« ber NaLioNakbiVLiothe-L in Wie-n" im Berlag gj*®* *» Lürpzig erschienen, daS mit wissenifchafilicher MrMMir das mMrgveiche Material Mot Wh' * ‘L Ein Großteil der BKcher und Handschriften ist mW stst uttbevührt. Sie wurden M Zeit chrer Ginrechung in hie BWocheL Mi viel Men und Men dje ganze Zeit Hwdmch ihre Anberühtthoit bewahrt. Es wäre wohl an der M, d« fir «e Erkenntnis des MGen Lche»s i n Oestor- «G ftr wMMz 8Me zu Mn. ' Sa»»tag dm 5. Ami um 8 M abends findet im Jn-ej Attm- «id Archttektmverekn, 1. Bez., Sschenbachgaffe 9, die Generalversammlung der jüdisch« BoMllliochek lMm statt. SoWe « «gesttzttn Zeit »mt«« ckls et^Mertel j der RWied« anwesend sei», so findet die Generakversammlnng! laut 5 A der LereinWMeu eine Stunde tpArr bei jeder */ " r'jgwi.i iimi 8foe ftttfso6e für unten «Achen. Ättk Set WWHkWg Des gleichen Wahlrechtes wurde die Krau der MttÄPüM des polAfchen $tttmife§. Wahrend bei den anderen Parteigruppen die WirschaftSorganisttwnen oder auch die Kirche rafth «ingvgvilffen hatten, um die Frauen bestimmten politische«! Mnscha-uir-ngen ^Parteien) gchügig zu machen, fehlte bei uns Mr lebendige Zuftanmenhang mit der rksuen Wähkerurasse. Die CmmHipatiivn tu jeder Form ist bei der.Jüdin «n stärksten ausgeprägt. Unsere Studetrtinnen, unsere Wanderinnen beweisen dies. Die jüdische politi-sche Betätigung müßte demnach innerhalb unstrer Frauenschaft am ehrten zu erwarten sein. Es ist aber leicht feslyustellen, wieso dies nicht der Fall ist: Unsere gebstst rege Weiblichkeit hat sich meist Mer Zopf und Sitte hinaus auch vom J'Udeiüum emanzipiert, der aNdökc Teil besteht noch aus Töchtern, denen Puder und Schminke selbstverständlicher als politische Jnteressennahme sind. Erst die Ehaluzinth hat da Wandel gefchwfien: Das jüdische Aiüdcheu steht mmuidn wirklich die Möglichkeit, als Frau im vollen Sinne de8 Wortes gleichberechtigte und gleichwichtige .Kameradin zu sein. Die Jüdin des neuen Jischuw stellt den erfreulichsten Typus der tociblichen (NegenwartSemanzipatton dar. Während andere Parteien „Jugendbewegü-ng" mit Worten machten, schuf unsere Jugend eine wahre Bewegung mit der Tat. Heute sind wir aus den: Woge, uns 'den wertvolleren Teil -unserer V-otkHuyend dauernd zu erhalten. In der. zionistischen Mädchengruppe Mirjam fand kürzlich ein Vortragsabend statt, der sich mit dein 'Problem der Stellung des Mädchens zur PoliM befaßte. Der cimnütig -gefaßte Beschluß, der jüdischen -VAkerbnndliW beizutveten, geigt Kar >den etnguschlagenden Weg. Wir Müssen der weiblichen JUgend Gelegenheit gÄen, eine ihver LoÜvdige politische Betätigung zu entsalten. Der Kamps für Frieden durch Recht gemeinsam mich Frauen anderer Nationen wird ebenso wid internationaler Frauen- -und Mädchonischutz Md die Erreichung Ätzer schönen Zukunft für unjser Volk jedes MibMete Mädchen zu begeistern imstande sein. Oskar Tel'ler. rs.«m verlassene WWe zranen in Pole». Aus New-'Do r'k koMMj,, eine gützerst wichfige Mitteilung. Rabbi Jescheskel.MplÄi tz, .^r vor einigen. Tagen in New-Kork anlarcht^, brWttz M^DelDerter von 800 Rabbinern in Polen xin VÄMchniß von 18.000 jüdischen verlafferren Ftaueü, Munöth, welche sich ln einer herzzerreißenden Bitte au die Rabbiner der gesamten Welt wenden, sie aus ihrer verzweifelten Lage , zu befreien uyd ihnen die Wiedervereheüchuug zu gestatten, da ihre Männer hererts seit viele« Jahren spurlos verschwunden find. In einem Referat erNarte Rabbiner Lipschitz, daß diese 18.000 jüdischen verlassenen Krauen seit dem Weltkrieg Von ihren Gatten keinerlei Nachricht, aber auch keine Mitteilung darüber, daß. sie im Kriege gefallen wären, erhalten haben. Nun habe fich in Amerika ein ziemlich weitver^veigtes Schwindlerkonfortium gebildet, dessen Mitglieder sich für Rabbiner ansgeben und die unglücklichen, verlassenen Frauen mit Briefen bestürm«, in denen sie erklären, daß sie imstande wären, den Frauen legale Scheidungsbriefe, den Get, zu verschaffen, wenn sie ihnen eine bestimmte Sumure in Dollar überweisen. Rabbiner Lipschitz bittet, die Rabbiner aller Parteien in Amerika, an der Unschädlichmachung dieser Schwindler mitzuarbeiten. Ebenso den Versuch zu machen, vielleicht doch auf die Spur des einen oder anderen Mannes, der etwa seine Frau in Polen böswillig verlassen hat. und nun in Amerika untergetaucht ist, zu kommen. Zum Schlüsse erklärte Rabbiner Lipschitz, daß er gleich nach seiner Rückkehr nach Polen im Einvernehmen mit den: Verband der orthodoxen Rabbiner Polens alles daransetzen wolle, um erüe einmütige Modifizierung der Scheidungsnormen herbeiznführen, in der Weise, daß die von ihren Männern verlasse««. Frarren den Get und damit die Möglichkeit zu ihrer Wieder- Verehelichung erhalten. BerlinerHausbesitzer h» Oesterreich bedienen sich der Vermiithiog des DOROTHEUM ReAUiSienftbieilung Wien, h Bcz., Dorothcerga»»e Nr« 17 Tel 7S---S0 wahrnigskontrolle durch die eigen - — Realitätenabteilung des DOROTHEUM io BERLIN / Durchführung von Verkäufen u. Ankäufen reichsdeutscher Hauser / Rechtsfreundliche Vertretung ln AttfweMmgs- und sonstigen Grundstücksüchen Durch(üiirung aller Transaktionen durch die eigene Ge« sthäftsteüe der Realitätenabteilung des DOROTtoJM BERLIN, NW. 40, Roonstrasse 1 in Kostenlose Rechtsberatung im DOROTHEUM, Reaii» UteMbtettaag» Wien, L DoroiheergaMe 17, an jedem Montag, Mittwoch und Freitag von »/,S-4 Uhr nachm. ist ure £<emraisieiic von 100 uenossensenanen, acren kjcbartmg unter der ständigen Kontrolle der landwirtschaftlichen Kammer steht E 100 eigene Filialen / Täglicher Absatz: 1KX000 Liier Die HiEDEROSTERREICHISCHE MOLKEREI Sie golnl-KaMasne in New-Aork geschlossen. Die New-Aorker Kampagne zugunsten des L6-Millioueu- Dollar-Drkves des Joint Distribution Committee für jüdische Hilfe in Osteuropa und anderen Gebieten ist offiziell abgeschlossen'Wörden. Statt der Now-Aork auferlcgten Quote von 0 Mttionen Dollar wurden 6,660.000 Dollar aufgebracht. Die Kampagne dauerte vom 20. April bis 25. Mai. fin 8nde — PrelsttSger für eine Büste des Prstfiventen stoollvge. Aus N e w - A o r k wird uus berichtet: Der anlerikanische Senat schrieb vor einiger Zeit eine Konkurrenz für eine Büste des Präsidenten Coolidge aus. In der vor einigen Tagen stattgefundenen Sitzung der Jury wurde der erste Preis dem jüdischen Bildhauer Moses Weiner zugesprochen. Die von Weiner auzufertigeUde Büste wird im Kapitol des Weißen Hauses, wo sich bereits die Büsten sämtlicher bisherigen Präsidenten der amerikanMen Republik befinden, znr Aufstellung gelangen. DK FrantzmKr Philivv und ijnrod H. SMff- SUftnng. Die Erben des in Frankfurt verstorbenen Philipp Schiff haben der Stadt eine Schenkung von 16.000 Mark überwiesen mit de« Auftrag, daß die Schenkung mit der beretts bestehenden, von der Familie Jakob H. Schiff in Otew- Nork errichteten, «ach der Inflation mit 80.000 Mark neu begründeten Schiffschen Stiftung vereinigt und unter dem Namen „Philipp und Jakob H. Schiff-Stiftung" für Zwecke der Kinder^ und Altersfürforge iveitergeführt werde. Der Magistrat hat die. IuwlMdnNtz mit Dank angenommen. fto» WSWnm der Äarschaner unttn»- gemeinde. Aus W« r s ch-«« wird uns berichtet: Nach laugivicrigen» wiederholt «bgebrocheüen Berharrdlungen ist c£ schließlich gelungen, bezüglich der Besetzung des Präsidiums «der Krütusgemvirde eme Vereinbarung zu erzielen und die Wähl durchzuführeu. ES wurden nunmehr gewählt: Zum Präsidenten Sejmdepntiertev F a r h st e i n (zionistisch-Misrachistischer Block), ersten Vizepräsidenten Moses Feldstein (zionistisch-misrachiftischer Block), zweiten Vizepräsidenten Rosenbanm (Agndah). Diese bilden den engeren Berwaltungörat. Znm 'zweiten Vizepräsidenten des Kultusrates wurde Dr. I. G o d'tl r«ib vom zionistischen Block bestimmt. ^iit^rEUUUitfi ott 58uti«|öjwt ünäiiitu m Polen. Wie das „Lodzer Tageblatt'^ erfährt, hat das Lodzer hebräische Gymnasium „Jäbneh" das Recht erhalten, ben Maturanten dieses Gymnasiums VollgüMge Reifezeugnisse auszustellen, deren Gültigkeit denen der Maturitätszeugnisse der Stüatsgymnasten Mchgestellt sst- Das ist der erste Fall, daß einem Gymnasiurn mit hebräischer Unterrichtssprache ein solches OeffeuiKchkeitsrecht in .Polen zugebilligt wurde. ES wird angenommen, daß diese Entscheidung auch den zwAf anderen hebräischen Gymnasien, die in' verschiedenen Städten Polens bestehen,, nicht vorenchalte« werden wird. __ «ordan-GÄenlsekr. NtzEs'^S dm 1. Jrmr mu 8 Uhr abeNds öevmMfisk die zionistische Soktion 6 bis 8 eine Nordcm-GsdlWlIfo^ ivr Bersrnsheim, 3. Bez., Benno-Platz w, aMtzüch der füierüchen Berfttzuuy <m 4. d. in DÄ-Moiw. Die Gedenkrede spricht PaWor Dr. MhÄm Aio'Wr anMeßsend KbcwieLüio Md 'Horst. zionistische «esellschast-reife «ach Bratislava Ueder Srnvodmty der zßonisHchen OrtZyMppe BratiÄiawa kPveßbmy) mrderNAnwi die -ioÄffHchv 0t®bi Kr die westtichen Bqztck Wiens <6 bis 8) Souwtwg den 4. JMv mtt eimew Seporatdampftr «ne GeiMhvlstSriHe «uh MMWWa. Aus BegueMftchreiitsrückftchdvn worden i-usgchunt nur M Karten ausgegeben. Hmtftchrt ab PvaterNai: 8 Uhr I6 Mäu. früh, Rückkhmft an Pmtiervai: 28 Uhr 30 Mm. Orchester <m Bock. Pveiis für Htdruud Rückfahrt 6Ü0 SchAsing. GemoichmreS Ahrm wbck durch die LMon 6 bis 8 bchügL I» BEiAawia P M uml^gveiches PwWMilm irr Borbecktung. Moher ElnWmy^ ^Führung durch Äwidt M Ghetto, gemeSchrmes Mttagesssu, Gwckenßesi Hoch, .Sa-rteubestelümge» cheswuS bei der zionWcheu SeMou 6 bis 8, 8. Bq., BvmuOatz )a, MOu» AM Wh 4 W hÄb 6 Wx ' itt Beefin. unaen verheirateten e Männer, und Veröfftn Nramtt 1 m (69 rateten ncy nn mit jüdischen Ctö Brozenr). im n Jahre 1923 1816 Manne nem 1846 (85 Prcheich. Es verheb Mvttett. und soae1 ÖftVA litnali n ai^QTMl %1$*L£2S:\ ■ -