Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2608 (29.5.1926)
- Date
- 1926-05-29
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 Men, Samstag Wiener Morsenzermns b?>. vovai tvm* «Kt. m*ju Gerichtssaal. Mar Schubert tretgesproche«. Zu Beginn der gestrigen Verhandlung gab über den Geisteszustand des Angeklagten Primarius Dr. Stelzer sein Gutachten ab. Er sagte, daß die Tat, die der Angeklagte verübt hat, nicht im Einklänge mit seiner Persönlichkeit stehe. Schubert sei ein jähzorniger Mensch, es müsse daher bei der Tat ein Affekt mitgewirkt haben. Schubert ist seiner Anlage nach ein ruhiger, fleißiger Mensch, der nicht von Wahnideen befallen worden sei. Doch liege die Möglichkeit einer erblichen Belastung vor, weil in seiner Familie Jrrsinnsfälle vorgekommen seien. Der Angeklagte ist psychopathisch veranlagt, könne aber für seine Tat voll verantwortlich gemacht werden. Gerichtsarzt Dr. Werkgartner erklärt, daß an der Reiche der Paula Schubert, eine ganze Reihe von Schußverlctznngen konstatiert wurden. Ein Schuß ist in die rechte Brustseite eingedrungeir und hat das HeiH durchbohrt. Dieser Schuß war unbedingt tödlich. Die Schwiegermutter bat nur eine leichte Verletzung an der Schulter erlitten. Den Geschworenen wurden pom Gerichtshof vier S ch u l d f r a ge n vorgelegt. Die erste lautet auf Mord, die zweite Eventualfrage auf Totschlag, eine Zusatzfrage lautet dahin, ob der Angeklagte zur Getöteten in einem b es anderen Verpflicht ungsverhältnis gestanden sei. und die vierte Frage geht dahin, ob der Angeklagte die Tat im Zustande der S i n n esv er w ir rung verübt habe. Es folgten die Plardoyers, worauf ft h die G es ch w o r e n e n zuriickzogen. Ihre Beratung dauerte mehr als zwei Stunden. Sie beantworteten die auf das Verbrechen dvs Mordes lautende Hauptfrage mit 12 Stimmen „N e i n", die Eventualfrage auf das Verbrechen des Totschlages mit 12 „I a", die Zusatzfrage, ob der Angeklagte zu der Entleibten in besonderer Verpflichtung gestanden sei, m i t 1 2 Stimmen „N e i n",- die weitere Zusatzfrage auf Siunesverwirung zur Zeit der Tat mit 7 Stimmen „Ja" gegen 5 Stimmen „Nein". Auf Grund dieses Verdiktes verkündete der Vorsitzende den Freispruch des Angeklagten. Dieser weinte und drohte zusammenzubrechen, wurde aber noch rechtzeitig von zwei Justizwachebeamten erfaßt und zur Bank getragen. Georg Reimers muß die Lustbarkeitsabgabe für seine Freikarten zahlen. Der Burgschauspieler Professor Georg Reimers hatte gegen den Bundesschatz eine Klage einge-. bracht, in der er die Feststellung begehrt, daß er zur Leistung der Luxusabgabe von den ihm vertraglich zustehenden Freikarten nicht verpflichtet sei. Reimers, der mehr als 40 Jahre Mitglied des Burgtheaters ist, wendete sich im Frühjahr des Jahres 1921 an den damaligen Präsidenten der Bundestheaterverwaltung Hofrat Dr. Vetter mit der Bitte, seine durch die Inflation vollkommen entwertete Gage aufzubessern. Präsident Vetter konnte ihm die gewünschte Gagenerhöhung nicht bewilligen, gewährte ihm aber als Entschädigung und als Auszeichnung das Recht, täglich zwei Parkettsitze kostenlos zu beziehen. Einige Zeit darauf traf Reimers, mit der Bundestheaterverwaltung die Vereinbarung, daß eie an Samstagen und Sonntagen sowie bei Erstaufführungen, bei denen er nicht selbst milwirke, auf seine Freikarten verzichte. Mit Anfang des Jahres 1926 nach der Novellierung des Lustbarkeitssteuergesetzes, wurden dem Kläger die Karten nur gegen Entrichtung der auf sie entfallenden Lustbarkeitssteuer in der Höhe von 1.20 S. ausgefolgt. Dagegen wehrte sich Reimers und brächte die Klage auf Feststellung seiner Steuerfreiheit ein. Die Klage wurde jedoch abgewiesen mit der Begründung, daßdie Lustbarkeitsabgabe, die nun einmal gesetzlich festgelegt sei, nicht dem Unternehmer, in diesem Fglle das Burgtheater, sondern das Publikum treffen müsse, das sich die Lustbarkeit eines Theaterbesuches gönnt. Volkswirt. Wiener Bankverein. Die Veröffentlichung der Goldbilanz. — ANienzusamimulegimg 3:1. In ver gestrigen Sitzung des Mminiürcitionsrates des Wiener Bankverein wurde die Gobderöffnungsbilanz pro 1. Jänner 1926 vorgelegt, welche ein Eigenvermögen von 60 Millionen Schilling auftvcist, ivovon 40 Millionen Schilling das Aktienkapital nnd 20 Millionen Schilling die Kapitalsrücklage darstellen, von welch letzterer 12 Millionen Schilling dem statutenmäßigen Reservefonds zugewiesen werden. Gleichzeitig gelangte die Schlußbilan; des Jahres 1926 zur Vorlage, welche einen Reingewinn votr 4,488.570 Schilling 58 Groschen ergibt. Auf Antrag der Direktion hat der Administrationsrat beschlossen, der für den 21. Juni dieses Jahres ein-cketufenden Generalversammlung vorzuschlagen: Den Nennwert einer neuen Aktie mit dem Betrage von S. 80.— festzusetzen nnd demnach gegen die gegenwärtig in Umlauf befindlichen Stück 6 Millionen Aktien ä K. 3000.— Nominale im VeihältniS von 3:1 Stück 2 Millionen neue Aktien k S. 20.— auszugeben; ferner eine Dividende von S. —.60 auf jede der gegenwärtig in Umlauf befindl'chen Aktien k K. 3000.— Nominale auSzirschütleii, den Hilfsfonds für Alters- und Jnvalidilätiver orgung der Angestellten tantiemefrei mit S. 600.000 — zu dotieren urb S. 115.670-64 auf neue Rechnung vorzutragen. Die Golderöfsnungsbilanz pro 1. Jänner 1925 weist aus: Aktiva: Barbestände S. 8,763.561-81, Wechsel und Devisen 35,108 763-16.. Vorschüfle auf Effekten 103.63120, Debitoren 20l.151.107 78, Wertpapiere 4,097.778-92, Einzahlungen auf lionlortialgeschäste 25.894 222'69, Immobilien: Bankgebaude Wien Budapest und Zagreb 5.500 000°—, ZinShäu'er und Gründe 4,500.000'—; zusammen S. 291.0S9.065-56. - Passiva: Aktienkapi al S 40.000.000'-, Reservefonds 12,000.000 —, außerordentlicher Reservefond —, Reserve aus KavitalLvermehrungen —, Kapitalsrücklage 8.000.000'—, Spezialfonds für Versorgungsgenüsse von dem Pensionsfonds nicht angehören en Funktionären 500.000'—, Dividendenkonto 316.357*32, Ak-epte 1/06.581-35, Avaltratten 5.85399, Kassenscheine und Einlagebücher 11.606.826-88, Kreditoren 216,953 946 02, Gewinn- und Verlustkonto -; .zusammen S. 291,089,065-56. Das Gewinn- und Verlustkonto vro 81. Dezember 1925 weist aus: Haben: Gewinnoorrrag S. —, Zinsen 12,131.589 87, Gewinn au Wertvapieren 986.68219, Gewinn an Valuten und Devisen 2,592.30817, Gewinne an Provisionen 12.895.525-81, Gewinn an Konsortialgeschäften 2,501.987*50; zusammen S. 31.108.093 04 — Soll: Gehalte S. 17,166 23316, Abfertigungen 507.742 47, Spesenkonto 3,572.148 94!,. Beiträge zum Pensionsfonds und zu den Krankenkassen 1,219.940.55, Steuern und Abgaben 4,033.457 24, Abschreibungen an Immobilien 121.000° Reingewinn4,488.570*58 zusammen S. 31,108.093-04. ,; Ehrenpräsident Bernhard' Popper-Artberg. In der gestrigen Adni in istrationsratssitzung des Wener Banwereins wurde der Entschluß des Direktors Popper- Artberg, seiner geschäftlichen Täkigkrrt gänzlich zu entsagen, mit Bedauern zur Kenntnis genommen. Dem demissionierenden Direktor wurde der Dank . für seine außerordentlichen, unvergeßlichen Leistungen ausgesprochen. Er wurde zum Ehrenp r ä s i d e n t e n des Administrationsrates ernannt. Gleichzeitig wurde Direktor Alfred H e i n s h e i m e t zum Vorsitzenden des Vorstandes bestellt. Oesterreichische Nationalbank. In der gestern unter dem Vorsitz des Präsidenten Ministers a. D. Dr. Richard Reisch äbgrhaltenen regelmäßigen Monatssitzung des Generälrates der Qrsterreichischen Nationalbank wurden nach Entgegennahme des Geschäftsberichtes nur laufende Angelegenheiten erledigt. I Der Hauvel tu gallzischea Hyvottzekenbank« aktlen wiener gestattet. Gestern wurde an »er Wiener Börse eine KuNiMachmvtz veröffentlicht, wonach die vor einigen Tagen verfügte Sistierung des Handels in Aktien der galizkschen Hypothekenbank wieder aufgehoben wirb. Von Montag ab werden die Aktien chne Coupon gehandelt werden. Die Wiener Bövsenkammer sah sich zur Zurücknähme chres Handelsverbotes veranlaßt, weit die galizische Hypoth:kcnbmrk das hiesige Patronanzinstitut dieser Aktien, bk Kreditanstal t, verständigt hatte, daß sie bereit fei, die Coupons sämtlicher Aktien ohne Rücksicht auf die Große des Aktienbesitzes cinzulösen und für jede Mtie eine Dividende von o‘/a Groschen zur Auszahlung bringen wolle. Der Niedergang der gallischen Mienh^tethekenbank. Zu der von uns vorgestern gemeldeten, durch die Wiener Börsenkammer verfügten Sistierung des Handels in galizischen Hypothekenaktien erhalten wir von informierter Seite über den Niedergang dieses Instituts folgende Informationen: Die Hypothekenbank war vor Jahren eines der vornehmsten Bankinstitllte Galiziens, das in erster Reihe das Hypothekengeschäft pflegte. An der Spitze der Bank stand danials der im ganzen Lande bekannte Dr. Josef K o l i s ch e r. Seinem Einfluß ist es zu danken, daß die Pfandbriefe der Hypothekenbank mit denen der Bodenkreditattstalten erfolgreich zu konkurrieren vermochten. Außerdem erfreute sich auch das Handelsgeschäft der Bank im ganzen Lande großer Popularität. Insbesondere war es die jüdische Kundschaft, die an dieser Bank eine große Unterstützung fand. Nach deni Tode Dr. K o l i s ch e r s war die Leitung der Anstalt in die Hände des Direktors Lazarus übergegangen, der hauptsächlich das Handelsgeschäft pflegt. Die Hypothekengeschäfte leitete Dr. Hers chm ann. Auch zu dieser Zeit erfreute sich die Bank eines ausgezeichneten Rufes. Später kamen aber in die Verwaltung Seutc, die sich in a s s i m i l atorischer Richtung betätigten. Es tvar dies zu einer Zeit, Ivo sich ein Teil der galizischen Judenschaft der assimilatorischen Richtung anschloß. Aus diesen Motiven wurden Mitglieder des Hochadels in die Verwaltung gewählt, in der Ueberzeugung, daß diese and; geschäf tli che V o rteile bringen werden. Diese Erwartungen trafen aber nicht ein. Der Niedergang des Instituts nahm insbesondere seinen Anfang, als das Handelsgeschäft in die Hände von ungeschulten Leitern kam, welche von dem Bankgeschäft nur wenig Ahnung hatten. Das Hhpothekengeschäft konnte , sich infolge der wirtschaftlichen Verhältnisse nicht entwickeln, weil ja polnische Pfandbriefe jetzt nicht zu placieren sind. Um so selbstverständlicher sollte es sein, daß man dem Handelsgeschäft mehr Aufmerksamkeit. widme. Dazu gehören aber in erster Reihe gute Verbindungen und eine Klientel, zu der sich namentlich die jüdische besonders eignet. Seitdem sich die jüdischen Massen infolge der politischen Ereigniffe dem Zionismus zugewendet hatten, war zwischen Hypothekenbank und Kundschaft keine Verbindung mehr. So kam es, daß das Geschäft immer mehr und mehr zurückging. Die letzten Vorgänge, von denen wir gestern berichtet haben, geben ein untrügliches Zvbgnis dafür. Die Ermäßigung der Weinstener. Der Finanzausschuß des Nationalrates hat gestern einstimmig gemäß der Regierungsvorlage die Ermäßigung der Weinsteuer von 22 aas 12 Schilling pro Hektoliter beschlossen. Abg. Dr. Weide sitz o.f f e r beantragte im' Laufe der Debatte auch eine Hera bsetzun g der Schaumweinsteuer auf 28 Prozen t des Stenerwertes. Da jedoch die Sozialdemokraten gegen die Verhandlung dieses Antrages im Zusammenhang mit der Winsteuervorlage Einspruch' erhoben, wandelte ihn Dr. Weidenhoffer in eine Resolution um, in der die Regierung zur Einbringung einer entsprechenden Vorlage ausgefordert wird. Diese Resolution wurde gegen die Stimmen der SoMaldomokraten a ngenommen. Copyright 1926 Nachdruck verboten oy Joseph Opatovsky, New York (28. Fortsetzung) Roman eines Pferdediebes. Von I. Opatofchu. „Was könnt Ihr nicht?" fuhr Sanwel zornig auf. „Ich verlange nichts' umsonst. Tu sind fünf Rubel. Ist das zu wenig, sagt mir's!" Der Vorsteher ließ feine Blicke von Sanwel zum Geldschein gleiten und begann hüstelnd: ,-Sei überzeugt, Sanwel... ich habe keine Hintergedanken ...! Aber Gradul ist seit eh' und je ein Dieb. Da soll ich jetzt die Kinder Psalmen sagen lassen? -Sag' du selbst, wie sieht das aus?" Sanwel wurde kreidebleich. Er hatte Lust, dem Vorsteher zwei Ohrfeigen zu versetzen: „Ja, es ist wahr, er ist ein Dieb, kein Thoraschreiber! Ich bin auch ein Dieb! Verstanden? Aber Juden sind wir! Ich sage euch noch einmal — schickt die Kinder Psalmen sagen! Werdet Ihr sie schicken? Nun?!" Erschrocken sah der. Vorsteher auf Sanwel und auf die Fünsrubelnote; dann schneuzte er sich umständlich unb geräuschvoll in ein rotes Taschentuch: „Nun, was soll ich mit euch anfangen? Ich schicke die Kinder." Sanwel zog noch einen Fünfer aus der Tasche, ivarf ihn auf den Tisch und sprach: ,Seht Ihr, wenn man gegen mich wie ein Mensch handelt, bin ich auch kein Schwein!" Gegen Mittag ging Sanwel wieder fort. Einen Gaffen- Hauer pfeifend, schleuderte er zum Marktplatz. Aus einer Seitengasse, die zum Marktplatz führte, schritt würdevoll der alte Franek mit seiner großen Trommel. Die stellte er mitten aus dem Marktplatz nieder, holte ein wenig Atem und begann dann aus Lelbeskrästen drauflos zu trommeln. Von allen Seiten liefen Leute herbei: Bald ivar der Marktplatz schwarz von Menschen. Der alte Franek sah sich um, als ob er Heerschau hielte-, und dann rief er mit Kommandostimme aus: „Eine schwarz gefleckte Sau hat sich verlaufen. Wer sie findet, wird ersucht, sie auf dem Rathaus abzuliefern." „Beim Gärtner Rußen wurde diese Nacht versucht, einznbrechen. Seid achtsam, Bürger!" Diese Kundmachung beendete der Ratsdiener mit drei Trommelschlägen und ging, von den Kindern mit einer Katzenmusik begleitet, steifbeinig weiter. Sanwel sah lächelnd zu. Die Szene gefiel chm. Vergnügt pfeifend ging er weiter. Abend. Im Feld wartete Sanwel auf Rachel. Aergerlich rauchte er eine Zigarette nach der anderen, spähte mit weit geöffneten Augen suchend in die Nacht, wartete auf Rachel. Mit einem Male kam ihm ins Bewußtsein: ich bin erledigt, bin nicht mehr Sanwel; irgend ein Mädel mit schwarzen Augen hat mich behext. meisten kränkte ihn, daß sie sich auch noch über ihn lustig machte: „Sie hätte ja sagen können, daß sie nicht kommen will, daß sie mich nicht mehr sehen mag, daß sie mit einem Dieb nichts zu tun haben will. Da hätte ich Bescheid gewußt, mir di« Sache aus dem Kopf geschlagen und basta! Aber mich noch reizen? Versprechen und nicht kommen, verdammt! Aber ich lasse mir nicht in die Suppe spucken! Ich nicht! Augenblicklich gehe ich hin und führe ihr einen Tanz ans, daß es ihr finster vor den Augen wird!" Langsam ging Sanwel in die Stadt zurück. Bei Nutzens Haus blieb er stehen. Die Fenster waren hell erleuchtet, hie Nöuleaux hinuntergelassen. Vorsichtig trat Sanwel zum Fenster und sah hinein. Beim Tisch saß Rachel schön gekleidet und plauderte mit Baruch. Me angewurzelt blieb -Sanwel stehen. „Wenn ich Ihnen jetzt nicht das Vergnügen versalze", fuhr es ihm durch den Kopf, „bin ich ein Hundsfott! Sie sollen wissen, daß Sanwel noch nicht tot ist. Und dem bleichen Ehederjüngel dort -breche ich noch -heute bei Nacht alle Rippen, eins, zwei, drei, -daß er an mich denkt!" Mit einem häßlichen Schimpfwort packte Sanwel einen Stein und schleuderte -ihn, hinter einem Haus gedeckt, gegen das Fenster. Ein Schrei ertönte. Glas klirrte. Santvel verbarg sich unter einer Holztreppe. Er sah, wie alle aus dem Hause eilten; sie sahen sich nach allen Seiten um und flüsterten lange miteinander; dann wurde alles wieder still. Plötzlich stand es -Sei Sanwel fest: „So weiter -leben ist umnögl-ich! Ich bin doch feige wie ein Kastrat! Ein anderer an meiner Stelle würde nicht ruhig zusthen, wie man ihm sein Mädel abspenstig macht! Und ich? Ich liege da unter einer Treppe die ganze Nacht mit meinem Jammer!" Sanwel stemmte sich aus aller Kraft mit den Schultern gegen die Treppe; er spürte ein Biegen und Splittern; dann ein kurzes Stöhnen und die Holztreppe fiel um. Sanwel schüttelte den Staub von sich ab; es schien ihm, als sei eine schwere Last von seinen Schultern geglitten. Zu Gvadu-l zu gehen, hatte er keine Lust: ,D>ie Geschichte von gestern wird sich sicher wiederholend Er spuckte in weitein Bogen aus. Müde Md zerschlagen schlug er den Weg nach .Haust ein. Nach einigen Schritten blieb er stehen und lächelte vergnügt. Dann suchte er auf einem Müllhaustn einen Fetzen, tauchte ihn im Wasser, schüttelte Ruß daraus und nahm damit vor Nutzens Hans Aufstellung. WrMntzstSgt.)!