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Wiener Morgenzeitung · 1926-05-28 · Heft 2607 (28.5.1926) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2607 (28.5.1926)
Date
1926-05-28
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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SM C Nr. m ®’m, fot!tow_ Volkswirt. Mostige 6nimitf(tttiQ der österreichischen Geldverhöltniff. Nach dem letzten AnSlveiS für die dritte Maiwoche, hat fxcy der Status der Nationalbank wiederum wesentlich ge« bessert.. Das Wechselportefeuille beläuft sich auf 72 Millionen Schilling. Der Notenumlauf beträgt 744 Millionen. Nur ein Zehntel des Notenumlaufes ist in Wechseln angelegt. Der Barschatz hat sich um i,5 Millionen vermehrt und beträgt 509 Millionen. Der Giro ist um 18 Millionen auf 87 Millionen gewachsen. Der Privatdiskontsatz für erste Bankwechsel, 6»/», ist also um mehr als 1 Prozent niedriger als die offizielle Rate. Unter diesen Umständen wäre eine Ermäßigung der offiziellen Rate am Platze. Es scheint aber, daß die Oesterreichische Nationalbank das Verhalten der Deutschen Reichsbank abwarten will. Auch dort wird eine baldige Ermäßigung erwartet. Bekanntlich befindet sich Dr. Schacht derzeit in London, wo er wahrscheinlich mit dem Gouverneur der englischen Bank die Geldverhältnisse in Deutschland und dem übrigen Europa besprechen dürfte. . .. . . Set Handelsvertrag mit Ungarn. Im Narionalra! wurden geistern das Zusatz- Protokoll zum Handels« und Schiffahrtsvertrag mit Italien nnd der Handelsvertrag mit Ungarn genehmigt. Der sofortigen Inkraftsetzung ist noch dre Zustimmung des BundeZrates erforderlich, die demnächst erteilt werden wird. Wie verlautet, ist als - Geltungsbrginn für die Bertragstarife im Verkehr mit Ungarn der 28. d. in Aussicht genommen.' gm Rahmen des polnischen Budget- Provisoriums. Allgemeine Stagnation. — Aktive Handelsbilanz. (Bon unserem Warschauer t-Korrespondenten.) Die wirtschaftliche und finanzielle Lage des polnischen Staates ist noch immer sehr schwierig. Der Zlotykurs ist schon unter die Hälfte der Goldparität gesunken und kann angesichts seinerUnbeständigkeit nicht mehr als Wertmesser betrachtet werden. Die Preise der wichtigsten Lebensartikel schnellen von Tag.zu Tag in die Höhe. Die Bevölkerung ist dieser Teuerung nicht gewachsen. In der I n d u-, st ri e macht sich der Mangel an Krediten und an Umsatzkapital stark fühlbar. Die Produktion muß deswegen immer mehr beschränkt werden.. Diese Beschränkungen vergrößern die Zahl der Arbeitslosen, die schon 350.000 überschritten hat. Im Hand el herrscht vollständige Ap ath i e. Der Leiter des Handelsministeriums, hät an. alle Beamten ein Zirkular erlassen, -.worin er zur weitestgehenden Sparsamkeit aufruft. Das Ministerium betont, daß nur durch Sparsam?!eit ein Defizit vermieden werden kann. In' einem besonderen CommuNique erklärt das Ministerium, daß die Ausgaben der jetzigen Regierung streng im Rahmen des Budgetprovisoriums gehalten sind und daß die Ausgaben, die durch die letzten Ereignisse verursacht -wurden, von den Summen, die für das Heeresministerium prälimiert wnr-, den, gedeckt -werden. Außerhalb dieser . Summen wurden -nur 200.000 Zloty für die Opferhilfe an die Zivilbevölkerung und 400.000 Zloty für die militänischen Opfer und ihre Familien bereitgestellt. Die Handelsbilanz für den Monat April, die das statistische Amt soeben veröffentlicht, zeigt, daß.der Export den Import um.44,33 Millionen Zloty übersteigt. Auch die Bilanz der B a nk P o l s H für die erste Maidekade, zeigt eine kleine Besserung. Der Vorrat an Valuten und Devisen erhöhte sich Copyright 1926 . Nachdruck verboten /y Joseph, Opatovsky. New York (27. Fortsetzung) Aomlm eittes Pferdediebes. Bon I. Opatofch». „Seife?" „Sie schlafen nicht, Sanwel?" „Nein!" antwortete Sanwel. „Das Weinen hilft nichts, Beste. Glauben Sie mir, Gradul wird noch gesund werden, Sie rveroen sehen!" ,„O Sanwel", weinend setzte sich Beste auf, „keiner weiß, wie elend mir ist... Ein halbes Jahr nach der Hochzeit... und der Doktor sagt, es sei keine Hoffnung." Bejle weinte laut. Sanwel bereute, daß er hergekommen war; er konnte Bestes Weinen nicht mitanhören, steckte die Finger in die Ohren und steckte den Kopf unters Kissen. Bejle hat!e sich ein wenig beruhigt. Sie begann zu erzählen, wie sie Gradul kennen gelernt, wie er sich in sie vertieot {jatie. „Er hat mich auf den Händen getragen; von dem Platz, auf den ich mich setzen sollte, hat er jedes Stäubchen weggeb.'afen. Was wollte ich mehr?" Sanwels Müdigkeit war mit einem Male verschwunden; Bejles Erzählen schien sie verscheucht zu haben; unruhig warf er sich unter der Decke hin und her. Was Bejle sprach, hörte Sanwel nicht mehr; er stellte sich vor, er selber sei Gradul; er trug die kleine Bejle mit den brennenden Kohlenan',en und dem langen Zopf auf seinen Händen... Vom Bordell her, das sich gegenüber Graduls Haus befand, war ein Stöhnen zu hören, das wie ersticktes Weinen klang. Sanwel spitzte die Ohren; er glaubte zu erkennen, daß eine Frau weinte. Das Weinen wurde stärker und klang näher; eine Dirne wurde wohl geprügelt... Der Regen goß ganze Eiiner Wasser klatschend gegen das Fenster. , Wiener Mok§eirzstkunO um 2,164 Millionen Zloty nnd beträgt 43,68 Millionen Zloty, während die Berpflichtugen sich nur um die kleine Summe von 484.000 Zloty vergrößert haben. Das Wechselportefeuille ist um 4,191 Millionen Zloty kleiner und wird durch die Zahl 2999,134 Millionen Zloty ausgedrückt. Der Umlauf der Banknoten wurde um 13,48 Millionen Zloty erhöht. Er beträgt 379,4 Millionen Zloty. Ändere Positionen haben fast keine Äenderung erfahren. Infolge der letzten Ereignisse hat an. der Warschauer Börse der Dollar in dieser Woche wieder um einige Punkt« höher notiert. Montag notierte die Bank Polski an der Warschauer Börse einen Dollarkurs von 10,40, der im Laufe der Woche stufenweise auf 10,60, 10,90, 11,10 erhöht wurde. Im privaten Umsatz war der Dollarknrs um 50 bis 70 Groschen höher. Auf der Lemberger Geldbörse wurden keine Transaktionen notiert. An der schwarzen Börse vetckaufte man den Dollar für 11 bis 11,76 Zloty. Die Effektenbörse zeigte eine schwache Tendenz. Die Mehrheit der Aktien verlor einige Prozent ihres Wertes. Wenn man noch das Fallen des Zloty berücksichtigt, haben die Aktien nur einen ganz geringen Wert. Die wichtigsten Aktien notierten: 5prozentige Konversationsanleihe 32,00 bis 31,60, Diskontbank 500, Handelsbank 1,40 bis 1,46, Bank Polski 49,00 bis 49,60, Warschauer Zucker 1,46, Nobel 1,40, Kohle 1,50, Ostrowice 3,35, Starachowice 0,82 bis 0,79, Zielenicwski 9,00, Zyrardow 6,00. Neukmistitnierung des Präsidiums der Wiener Produktenbörse. Zn der letzten Kammersitzung der Wiener Produktenbörse? wurde an Stelle des zufolge Erkrankung von seinem Ehrenamt zurückgetretenen Kammerrates, Herrn Fritz Mendl, Herr Hugo Sanier (Firma Hauser u. Dobotka A.-G.,, Wien-Stadlau), zum Präsidenten, Herr Jakob Handl (Firma Sandl u. Schwarz) zum ' ersten Mzeprosiventen und Herr Ernst Polsterer (Fimi Vereinigte Walzmühlen Ludwig Polsterer) zum dritten Vizepräsidenten ge-, wählt. Die Goldaktien sollen ein Nominale von 400 Schilling haben. Dem Nationalrat wurde eine Novelle zum Gvldbilan-' zengesetz eingereicht, auf Grund welcher ,das Nominale der Aktien bis auf 400 Schilling erhöht werden kann. Bekanntlich. - war in dem bisherigen Goldbilanzengesetz die Grenze des , .Aktiennominales mit 50 Schilling bei zusammengelegien Aktien .' festgesetzt. Der nette Direktor der Brunner Maschinen A.-G. Wie die Blätter aus Brünn m.<K?n. lvurde gestern der Aenlraldirektör. der Fjüze Änd Kompanie A.-G., Jngenfeur H'äd l, zum MeNeraldirertör' der Ersten. Brunner Maschinenfabriks-Ä.-G> ernanüt! Die Herabsetznng der Weinfteuer.. Di>e von uns 'bereits --an*, aeküttbigte. R^ierungsvorlage Mer dis 'H e r-y b s r tz ü Ng de r.. Weinsteu er vön 22 aü f 10 Schilli n a wurde g«tcrn im Nationalrät eingTbracht 'nnd'wird VorauWht.lich. .bereits, in der Dienslagsitznn-g des Parlaments beschlossen werden. Steigerung des französischen Franken. Die Waffenstreckung Abb ei Krims %\tb als großer Sieg der Franzosen.gewertet. Die außenpolitische Kräftigung der französischen Regierung sich besonders in der nv-lerlichrn lkräftigen Erholung des franM- . -scheu Franken. Di-e Devise Paris'.erhöhte.sich in Zürich von/ 16.77 auf 17.12. — Die Devise B r ü s s e ll konnte diesmal ün der Erdolung der SchwesterdeV se nicht teilnehmen. Sie lag flau und senkte sich in Zürich von 16,80 auf 16.50. — Eben'o wie die Devise Paris erhöh>e sich auch die Peseta. Die Devtle Das Weinen erregte Sanwel; er krümmte sich im Bett zusammen. Plötzlich sah er, wie Beste vom Bett aufftand und in einem langen weißen Hemd zmn Fenster ging. Das weiße Hemd und die schwarzen Haare machten Sanwel unruhig. Er lag wie-auf Nadeln, die Augen weit aufgerissen... Beste sah durchs Fenster; als sie niemanden bemerkte, zuckte sie mit den Achseln und'wollte zurückgehen. . Sanwel zog sie leise am Hemd. - Beste fuhr mit ihrer weichen kleinen Hand streichelnd über sein Gesicht... Sanwel fühlte Bejles fliegenden Atem in der Luft und stürzic sich auf sie wie ein wildes Tier... 21. Morgendämmerung. Sanwel strhr zusammen und ertvachte. Neben ihm lag Bejle, die Füße unter ihr weißes Hemd gezogen. Ihr schwarzes .Haar war über das tveiße Kissen gebreitet. Sie hielt den kleinen Finger der xechten Hand im Mund und schlief. Ans dem Nebenzimmer drang Röcheln und Stöhnen. Sanw-el überlief es kalt. Er erhob sich leise, kleidete sich hastig' an und wollte zum Kranken hineingehen. Doch er blieb stehen; der Gedanke durchfuhr ihn, der Kranke habe alles mitangesehen, durch die Wand durch: „Er ruft mich, will mich fragen, ob man so an einem kranken Freund handelt!" Kalter Schweiß , trat auf Sanwels Stirn. Doch gleich darauf lächelte er: „Unsinn, wer hat etwas gesehen!? Er liegt dort in seinem Elend!" Mit unsicherem Schritt trat Sanwel ein. Gradul schlief. Seine Nase war lang und spitz geworden, die Augen lagen tief in den Höhlen, als hätte sie jemand hineingedrückt und geschlossen. Hin und wieder drang ein Röcheln aus Graduls Hals; dabei öffneten sich seine Lider ein wenig und zwei Augen starrten blicklos wie die eines Huhnes... Sanwel schauerte zusammen. Er spuckte aus und schlich leise davon. "angstin schleuderte er durch die leeren Gassen. 28. Mal 1S2J Mad t i b notierte gestern 77.25 nach 76.60 vom Vortag. — Mailand und B u karrst blieben unverändert. — Der Zloty konnte seinen Kurs nicht behaupten. Während er in Berlin und tn Wien rückgängig war, blieb er in Prag unverändert. Der Dollar notierte 11.40 bis 11.70 Zloty gegen 11.10 bis 11.30 vom Vortage. Ausgleichstaafatzuns der Veknaftch HandelS-A.-G. Gestern fand die Ausgleichstaigsatzung der tschechoslowakischen Pelnaknp Handels-A.-G. statt, lieber die Ursachen der Insolvenz dieser unter dem Protektorat der Z i V n o ss c n S k a van 1 a geavünbeten HandelS-A.-G. berichtete der Ausgleichsverwalter, dag die Kürenden Persönlichkeiten die Fähigkeiten Kr die Leitung nicht besessen hatten und daß die Kalkulationen so mangelhaft waren, daß nur 60 Prozent der Regien gedeckt wurden. Die Aktiven betragen 902.471 Schilling, die Passiven dagegen 787.289 Schilling und 326.160 Schilling bevorrechtete Forderungen. Der Ausgleichs- Verwalter erklärt, >daß die hölhere^ Quote von 83,6 Prozent nicht gezahlt werden, könne, da die Zwangsrealisierungen die Aktiven, entwertet hatten. Er beantragt die Annahme einer Quote von 70 bis 75 Prozent.. Insolvenzen. Das Au 8gle ich s8e rsalhr en wurde eröffnet über d-e F.rma Q u t n t L G ü p n e r, 2. Bez.. Praterstraße 19« über die Firma S t a r k L C o., 2. Bez., Pratersttaße 36; über die Firma Ernst D a n i a & Co., 10. Bez., Leebgasse 7« über Margarete Sch e r f und Anna Posch, Gastwirlinnen, 1. Bez., Köllnerhofgaffe 4; über Eduard S t i a ß « y. Möbelhändler, 20. Be,., Hannovergasse 6. — Das Kontur Sverfahren wurde eröffnet über die Finna Franz S ch r e ib e r L Eo., 2. Bez., Schiffmäblenstraße 78. Steyttverke A.-G. Der Verwaltungsrat der Stey'rtzverke A-G. dar m feiner am 27. d abgehaltenen Sitzung dre G o l oe t.ö f r n u n g 8 b t l a n z pro JL. Jänner 1925 sowie die A bs ch l n ß b Nanz des Geschäftsjahre« 1925 festgestellt.. Däs neue G e l e l lf.ch a f t S'k a v i t all ivurde mit §. 15,190 000— ermittelt und eine K a p i t all S r ü ck l a g e von S. 10,080.000'— geschaffen, al'o ein g e s e l l s ch aff t l i ch e S E i nett v e r- - m ö gen öon S. 26,200000 — gebildet. Die Abschlußbilanz vro 1925 weist ein Ertr ägnis von S. 1,685.46159 aus. Der Verwaltungsrat bat beschlossen, der für den 14 Juni d. I. anberaumten Generalversammlung vorzuschlagen, je f ü n f a l i e All t ,i e n gegen eine neue All t i e zu koyvertie'en, und den N e n n w e r t d e r n e u e n A k t \ e n m i t j e S. 30.— feftzUsetzen. ferner den Dividende n e o u p ö N pro 1926 mit dem Beträge, von S. 3.— fürffede neu e Akt i e , demnach mit S. ^,60 f ü r j e d e all t e Aktie (gegen S. — chO in» Äoria-ire> einzulösen. /. 'W i e n, 27. Mai-1628. (EittgeMG) ''Lviener Diehmärkte. Der Auftrieb zmn gestrigen ^knug o i e hwi ü r k t betiug 552 lebende und 1192 Weidner Kälber 570 Weidner Schweine, 30 Weidner Schafe und 174 Weidner Lämmer. Bet ruhigem Verkehr-lieben.die Stofe unverändert. Es Notierten: Lebende Kälber 1.60 bis 2.50 S., Weidner 1.60 bis 2.90 S., Fleischschweine IlbO -iS'.2.60 S., Fettschweine 2.10 öis 2.30 ©.; Schafe int Fell -.90 bis1M S., ohne Fell 1.— . bis 2.30 S...und Weidner Lämmer 1.50 biS 3.80 S. pro Kilogramm. — Zum Rtirb etm arlt, Lettug der Llüstrieb 66 Stück,-Bei lehbastetn VerkM haben M Stiere verteuert Zum Schweinem a'rck t wurden .999 Fleffch- Mb 1693 .Fettjchweine ausgetrteben. Bei lebhaftem VeÄehr zoM Fleischschttof«e um 5 bis 10 Groschen an. Ausländische Börsen. Berk? it, MeMktchgs DÄkchr nah«» einen - .* tF.;(; e: chän ä ßjH c N ,;P Ms Elck:rn- . und Kohlenwerte gitigen.die Möisteü- EWlett .famk, Bei lLrchlem. Ge.'bmärkie blkben die Zinssätze -UnverÄderi. Prag. Bo!r- .stöße her Missepärtei - drückten die Teübenj.; Bei aeringtti Äm- Sätzen ' schloß die Börse m ä t t. — Badap oft. Bei- -dauernder Grschäftslo.stgkeit waren nur einige ffahorisierte Papiere fest. Auch der Anlagemavkt. lag .frmnhsich. Die meisten Wette waren um 1 -bis 2 PwMt rückgänM. ' - '' Bor'einem kleinen Häuschen saß- Reb Jankef, Sanwels einstiger Lehrer, nur mit einer Hose und einem langen Tallis-Koton bekleidet. Er Hielt eine Gans zwischen den Füßen, öffnete ihr den Schnabel und stopfte ihr mit einem Löffel Hirsebrei hinein. Die Gans glotzte' mit ihren Porzellanaugen und verschlang mit ächzenden Schlingbewegungen den Brei. Sanwel trat lächelnd näher: „Guten Morgen, Rebbe!" ' Der Greis sah auf: „Guten Morgen, guten Morgen! Wie geht es dir. Sanwel?" „Ich danke! Und euch, Rebbe? Ihr mästet noch immer Gänse?" „Mas denn, mein Kind? Man wird all, das Unterrichten trägt nichts mehr — die Litwaken*), ausgelöscht werde ihr Name, haben das Land überschwemmt und uns den Bissen Brot aus dem Mund gerissen... Aber die Zähne einfach auf den Kasten legen und ihnen das Beißen abgewöhnen, geht nicht.-, da muß man halt Gänse stopfen...! So schlägt man sich mit Mihe durch!" Sanwel verstand kaunt das Geplapper des Alten; er entnahm daraus nur, daß der Greis nicht auf Rvsen gebettet war. „Rebbe, da ist etwas für Tabak!" Er reichte ihnr einen Papierrubel und ging weiter, zur Talmud-Thora. Der Vorsteher, ein dicker Jude mit breitem schlvarzem Bart, in einer Samtweste, hörte Sanwel auftnerkstm an und erklärte lächelnd: „Nein, ich kann die Kinder nicht.Psalmen sagen schicken!" „Warum nicht?" fragte Sanwel verwundert. „Weil... eben... wenn einer das Messer schon am Hals spürt, wird er fromm... ich kann nicht...!" (Fortsetzung folgt.) *) Litwak — ein Jude aus Litauen; im Laufe der nenttzehtltetr Jahrhunderts, besonders in der ersten Hälfte, wanderten viele Juden aus Litauen nach dem damaliger Kongreßpolen aus. vevksen deigrld* * Serlin . . rüstet . . Budapest » Bukarest . feondön. , Mailand . Sew-York. Part* . . . Praur . » . . Geld 8 484.1 8 12 4625 , lB8.it 22.44 88.76 . 4.84 84.36 28.6060 .706 16 23.32 20.8160 Sttifcn* na» »altttentnrfe non 27. Mai 1926, WiM 288 06 12.4826 *68 81 22.66 88.08 2.88 84.46 26.8 6() 70886 23 42 20.8880 ädfln ■ « , Stockholm »»«»»»', Warschau Zürich . « . * t * * Valuten Amerikanische Noten . Belgische Noten .. ». Bnigar. Not, ...... Deutsche Noten .... Enalliche Noten . . . Gele s.1280 ISS — 61.76 138.74 Ware 6 1660 184 8 > 02 26 137.24 708.2» 712.20 187.00 34.28 168.60 34.44 PraheSsMehe Noten . . L Holländische NotSd .. Italtentache Noten * * . ingosiswisdhe Noten . * Polnische Noten .... Rufltiniseite Noten * . * Russische Noten (Romen.) schwelte*. Noten . .. Tsehecho-slow. Noten . TflHdsChe Pfand-Noten . Ungarische Noten . . . Geld 23.80 12.4161 61.— 2.83 136.40 20.8860 8sffs Wm 23.46 12.4760 82.— 2.87 137.21 21.0061 09.18 \

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