Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2607 (28.5.1926)
- Date
- 1926-05-28
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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I Polen; 23 fltom \ IPrWnril Wi en: zum Abholen in der £*pedUlon, B, Taborsfr. 1*3, oder in einer Verachlelsstelie Trafik) monatl. b Schilling Strassenverkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma Ooldschmled, I, Wollretle 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling i schecho-Slowakei: Mon. K22. Jugoslawien; Mon. Din. 60. Polen: Mon. 5 Zloty. Deutschland: Mon. Qm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 16 '■achcahltiägea b#i Pr«lt* erhOhungen rormhawn Wiener England: «W.4Sai»g. Italien: MettM, Hl Uie Rumänien: MiM. ltttet. Bulgarien .Mon.KJOLew«. Schweis und des Äbrlge Ausland monatlich Fr«. 5 Redaktion, Administration: Wien.II.TabonhM Telephone: 44-0*38,43*3*19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX., Universitätsstrasse 6*8 (D.uckerei lg. Steinmann' Oesterreichtsches Postspat« kassen-Konto Nr. 150.69:- UMMWWWWI Nr. 8607 Wien, Freitag, 28. Mai 1928 8. gahrgan» Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen lind durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. I Konkurrenzlos xn Preis und Qualität I. & T. PIO W ATI!Fe ine Wurst- und.Selchwaren Garantiert ohne Gefrierfleisch! m Erhältlich In allen Detall»Verkaufsstellen Ver jiidisch-amerilamsche Kongreß. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitnng".) New-Zork, 27. Mai. Vom. 29. bis einschließlich 31. d. finden in Amerika die Tclegiertettlpahlen für. den amerikanisch-jüdischen Kongreß statt. Die Wahlen werden auf durchaus demokratischer Grundlage durchgeführt. Seit Mi Wochen organisieren sich die lokalen Kongreßkomitees, die die Kandidaten zu nominieren haben. Jede Stadt mit Mischer Bevölkerung ist berechtigt, wenigstens einen Delegierten zu entsenden. Folgende Städte entsenden mehr als einen Delegieren: Chikago 20, Philadelphia 20, ' Boston 8, C 1 eveland 7 usw. New --D o r k wurde in fünfzehn Distrikte geteilt, welche zusammen 110 Delegierte wählen werden. Die nächste Tagung des Köngresses findet im Oktober dieses Jahres statt. Der Ort der Tagung selbst steht noch nicht fest. Der amerikanisch-jüdische Kongreß, der in seinen Anfängen einen großen Einfluß auf das Mische öffentliche Leben in Amerika übte, hat in der'.'letztön' .'Zetz. Weniger'' Aktualität gezeigt. Den Verhandlungen " des kommenden Kongresses ' kommt große Bedeutung zu, da sie sich mit dev politischen und. wirtschaftlichen Lage .hexs7ZMm^iy:.WeuroPa zu Mastem haben wich. In Verbindung mit der Kongreßtagung steht.aüch die vom Kongreßpräsidium angeregte Konferenz, die wahrscheinlich im August stattfinden und über die Reorganisierung des Committee^ des Delegation juives beraten wird. , " Abd el Krim in Gefangenschaft. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) FO, 27. Mai. Abd el Krim und seine Begleiter erschienen heute um viertel 6 Uhr m Ine Maruen, nördlich von Targuist. Sie wurden sofort nach Bured gebracht, van wo sie morgen in Ta za emtreffen werden. Nach dem Krieg — Theater. Paris, 27, Mai. Abd el Krim wird am Samstag in Fes dem Sultan von Marokko und dem französischen Generalgouverneur Steeg in einer f e ie r l i ch e n V e ra n st a l t u n g seine U n t e r w e r f u n g bezouM. Mitteilungen Brinnds. Paris, 27. Mai. Im Minffterrat legte Ministerpräsident Briand dar, unter welchen Umständen die Uebergabe Abd. el^ Krims und damit die Beendigung des gemeinsamen W i d e r st a n d e s d e r Stämme erfolgt ist. Er teilte mit, daß die meisten Stämme sich den französischen und spanischen Behörden unterworfen haben. Der. Ministerrat gab seiner einmütigen Anerkennung für das-einträchtige Vorgehen der französischen und der spanischen Regierung Ausdruck. Die Kriegsgefangenen. Paris, 27. Mai. Nach Meldungen aus Fes sind die französischen und spanischen Kriegsgefangenen in den sran- Mschen Linien angekommen und nach Fes befördert worden. Die meisten befanden sich in einem Zustand vollständiger Vernachlässigung. Man erfuhr, daß zahlreiche Gefangene in' der Gefangenschaft dem Typhus erlegen sind, vor allem Spanier. gouvenelsReise nach Frankreich. Paris, 27. Mai. Der französische Oberkommissär in Syrien, Henry de I o u v e n e l, hat sich heute an Bord des Dampfers „Lotus" in Beirut nach Frankreich eingeschifft. Wie verlautet, wird erverstärkteTrüppest¬ und Materialsendungen sowie höhere Kredite für die Kriegführung in Syrien fordern. «I Ae Kandidatur MsudÄis. Sensationelle krtlSrnngen de» Marschall» über den Umsturz und Aber die Präsident' schaftewahlen. (Bon unserem Korrespondenten.) Warschau, 26. Mai. Marschall Pilsudski erteilte den Vertretern der Presse lein längeres Interview, in dem, er über die Geschichte und den Verlauf der letzten Ereignisse, ferner über seinen Standpunkt zur Frage der Präsidentenwahl Aufklärungen gab. Marschall Pilsudski führte aus: „Während der ersten Monate dieses Jahres und schon zu Ende des vorigen führte ich einen heftigen Kampf um die Verbesserung der Verhältnisse in der polnischen Republik und besonders im Heer. Der Kampf kam, nie zu einem Ergebnis, und es mußte mir scheinen, daßsich alle Kräfte gegen meine Fordemngen verbunden haben. Ta ich aber gleichzeitig sah, daß dieselben Kräfte die Entwicklung Polens behindern und die Demoralisation des Staates verursachen, war für mich längere Untätigkeit unmöglich. Besonders regte mich die moralische Korruption in den Finanz- und Beamtenkreisen auf, die die Not des Staates zur eigenen Bereicherung ausnütztem Der. letzte Moment, der mich zu Meinem Entschluß zwang, war die Bildung einer Regierung, hie mir jene ehrlose Regierung in Erinnerung brachte, derentwegen ich aus dem Staatsdienst seinerzeit ausgetreten bin. Ich wollte damals, Leute .nichts.n, dem .schwörst en'"B''e'r b r e ch '& w DHi^MbM,/daS.Dmats in Polen verübt wurde, ' an der Ermordung des Ptäsidenten der RePublik, GaVriÄ Narütowiq, , meines persönlichen Freundes. - ' - , . | Die Regierung hatsofort nach .ihrem Amtsantritt gegen mich Front genmcht. Meinen Entschluß habe ich immer nur gegen die Regierung und nie' gegen den P rä s ide n te n Wojc i e ch ows k i gerichtet. Und ich bedauere es jetzt noch lebhaft, daß der Präsident sich selbst und mich auf der Poniatowskibrücke in eine lächerliche Situation gebracht hätte." Im weiteren Verlauf der Erklärungen besprach der Marschall die Vorgänge während der Straßenkämpfe und während der Verhandlungen. Es war keine soziale Revolution, sondern - eine moralische Krise. In der Besprechung der Folgen d e s U m st u r z e s betont Pilsudski, daß er nicht den Weg der Diktatur, sondern den der verfaffungsmäßigen Entwicklung gewählt hat. „Ich habe etwas getan, was einem Staatsstreich ähnlich sieht, aber es ist mir gelungen, es sofort auf den legalen Weg zurückzuführen. Ich habe etwas in der Art einer Revolution hervorgemfen, aber ohne revolutionäre Folgen." Auf die Frage, ob er bereit sei, das Amt des Präsidenten der Republik zu übernehmen, erklärte Mavschall Pilsudski: „Ich will ausweichend antworten, denn man muß unter einigen Kandidaten wählen. Ich warte also die Veröffentlichung der Liste der Kandidaten ab und werde dann alle, außer jenen, die meine Ach t u n g nicht verdienen, zu mir einladm, um sie zu einem öffentlichen Akt zu bewegen. Ich stelle mir diesen Akt in Form einer Deklaration vor, daß keiner der bei Mir versammelten Kandidaten irgend welche Kompromisse wHer mit den Sejmpartcien, noch mit irgend Ivelcben Banken oder Konzernen schließen wird. Auf diese Weise, glaube ich, wird mir ein Protest gegen die Verderbnis der Sitten in Polen gelingen. Der Präsides muß den ganzen Staat, alle seine Parteien und alle seine Schichten vertreten. Der Charakter des Amtes verlangt, daß der Präsident ein Charakter ist und darum ist er von vornherein zur Ein s a m feit verurteilt, Es war eine Schande Polens, sowohl vor dem Untergang als auch jetzt im wiedererstandenen Polen, im sögenannten demokratischen Polen, daß es dem ersten Vertreter unzählige Pflichten auferlegte und ihn Eide schwören, ließ, die kein einziger Wähler einhielt und die auch der . Präsident nicht einhalten konnte, weil er aller unmittelbaren Macht beraubt war. Das muß jetzt ande rs werden. , Ich wiederhole daher, daß ich n i ch t ö e r e i n zu ge Kandidat für den Präsidenffchastsstuhl Polens sein will ’ und daß ich .mich mit dem Gefühl eines Menschen, der in. sich die Fäulnis überwinden konnte,:diesen Glücklichen oder besser Unglücklichen nähern will, von denen in kurzer - Zeit einer berufen ist, der Erwählte des Volkes zu sein." Die Mnorttiitenlraae. WarschM, 27, Mai. (Poln. Tel.-Ag.) Minister des ■ Innern Mlo dzianowski hat erklärt, die neue Regie-J rung habe noch nicht Zeit gefunden, die Minoritätenfrage zu prüfen. Sie werde vor allem trachten, nicht Einzelfragen zu regeln, sondern politische' Grundsätze, aufzusteIIc.n gegen.über den Mi no ritäten.‘ Diese Politik müsse aufrichtig und klar sein. In nächster Zeit müßten die Forderungen der Minoritäten a u f w i r t s ch a f tlichem Gebiet geregelt werden, vor allem müßte gewährleistet werden, daß die Interessen der rutheNischen und w e i ß r ü s s i sch e n Bauern bei einer Agrarreform beächiet werden.. : , Die Wische« Fordenrngen in Palen. Warschau, S7.'-'ME',Woll«.-. 3Ä.-Ag.) .MmUttzrpWdeitt ' Bar t e l hat gestern die Führer des jüdischen Klubs H a r i» glas und F a r b st ein empfangen und mit ihnen die Forderungen der j ü d i s ch e. n B e v ö l k e r u n? besprochen, sowie deren wohlwollende Prüfung zugesagt. > Die Wttoi-SenerNe kochimen wr da» Kriegrsericht. Warschau, 27. Mai. Die Generale Rozwadowsk:, Z a g o r s k i und I n z w i n s k i, die auf seiten der Regierung Witos gekämpft haben, wurden nach Wtlna ins Gefängnis gebracht, wo sie wegen verschiedener strafbarer Handlungen vor ein Kriegsgericht gesollt werden sollen. Sin Sieg Bkiands in der Kammer. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung") Paris, 27. Mai. Briand hat heute in der Kammer trotz vielfacher Widerstände einen vollständigen Sieg errungen. Die gesamte Linke bis weit in die Reihen der Radikalen bestand darauf, daß die Diskussion über die Finanzlage sofort auf- genommen werde. Briand stellte die Vertrauensftage zur Tagesordnung, auf die er an Stelle der Finanzdiskussion an erster Stelle die Debatte über die Wahlrechtsreform - gesetzt zu sehen wünschte. Die Abstimmung ergab die Annahme des Vertrauensvotums für die Regierung mit 320 gegen 209 Stimmen. Und eine Medevlage des Jnnemninksters. Der Innenminister ersuchte die Kammer, den Gesetz- , entwurf über die Wahlrechtsresorm am 2. Juni in Verhandlung zu ziehen. Die Kammer hat den Vorschlag des Ministers mit 283 gegen 2 63 Stimmen abgelehnt. Die Regiemng hatte nicht die V'ertrauensfrage gestellt. Sine neue französische Wöhrnns? Paris, 27. Mai. Der radikale Abgeordnete Borel hat einen Gesetzentwurf betreffend Umgestaltung der französischen Währung eingebracht. Er schlägt die Schaffung eines neuen Geldes vor, das dprch das Gold der Bank von Frankreich gedeckt werden soll. Dieses neue Geld soll das jetzige Geld nach und nach ersetzen, wobei während der Uebergangsperiode Vorkehrungen getroffen werden nmffen, die Währung nicht weiter sinken zu lasten, U., Tahorstrasse 48 Telephon 47*1*79 En gras En detail