Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1926-05-27 · Heft 2606 (27.5.1926) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2606 (27.5.1926)
Date
1926-05-27
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2979076-2981549-2981693--26606-3014386
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

| raten* ai fliowi Wi ctt; ZumAbholen In de* e*pedJtlon, ILTaboratf. 1-3, oder In einet VetiehleisHelle Trafik) ffloniti. 5 ScMHffrg Sirassenverkflttf In Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmied. i, Wolire,le 1) Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling i schecho-Slowakel; Mort. K22. Jugoslawien; Mon. Din.60. Polen:Mott 5Zloty. Deutschland: Mon. Om. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Fres, Io '••ektahiangett bet Freit» er behängen vorbehilln «r. 2606 Wiener England: MofUScMttBg. (tattern Monsfi« f§ Lhr RnmlnUfl: Mob. 110 Lei. Bat gar l en ttömMUm, Sehwelz und das öbdge Ausland monatlich Fres. 5 Redaktion, Administration: Wien, 11« Taboriir« 1 Telephone: 44-0-38,43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX. Universltütsstrasse 6-8 (D ackere, lg. Steinmann Wien. Smmwtag, 27. Mai 1026 Oesterrelchisches Postspa ikassen-Konto Nr, 150.69 8. Zahrgann I« redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mittetlsngen find durch ei« vorangese-ies E gekennzeichnet. Sie zionistischen Memoranden an den Böllerbnnd. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Jerusalem, 26. Mai. DaS Memorandum der Zionistischen Organisation, das im Namen von Dr. Weizmann dem Oberkonnnisfär von Palästina überreicht wurde, ist vor einigen Tagen dem Staatssekretär für . die Kolonien zur Weitergabe an den Generalsekretär des Völkerbundes übermittelt worden, damit es der permalten* ten Mandatskomm ission, welche voraussichtlich am 24. Juni in Genf Zusammentritt, zur Beratung vorgelegt werden kann. Es ist dies das dritte Memorandum der Zionistischen Organisation; zwei frühere Schriftstücke lagen den Sitzungen der Mandatskommission im Oktober 1924 und 1925 bereits vor. Das erste Memorandum, bas der Waad Leumi überreicht, wurde dem ersten Sekretär der palästinensischen' Regierung zur Weiterleitung an den Kolonialsekretär am 15. Mai übergeben und enthält folgende Forderungen: 1. Die Durchführung der Vorschläge gemäß dem Bericht über die Oschersteuer. 2. Z o l l f r e i h e i t für alle Werkzeuge und Materialien für Saniemngsarbeiten, wie Drainage und Bewäsier.ung. 3. Berücksichtigung der Forderungen jüdischer Landwirte ngch landwirtschaftlichem Kredit, sofern die patästir.enfische Regierung solchen gibt; Abstellutm des jetzigen Systems der L a n d-v e r t e i >u n^mtd EinfüMng eines neuen Systems, W den'^^Jüte^n^MOW^^ch'Iie»' j ü. d i schon Besiedlün und der allgemeinen Entwicklung des Landes Rechnung trägt..! 4. Beratung des Völkerbundes Äb^ eine Kolonisat»i o n s a n l e i h e, gestützt auf die von den. Juden erzielten günstigen Resultate bei der Exploitiernng von. Pflanzungen und anderen, reiche Erträgnisse gebenden Getreidearten, in Verbindung mit der Entwicklungsmöglichkeit unbewohnter Regi erungsländereien, die den Juden zur Ansiedlung zur Verfügung gestellt werden sollen. Kolonel Symes, der Chefsekretär der .Palästinaregierung, reifte am 20, Mai nach England: ab. Er wird, wie schon mitgeteilt, die britische Regierung bei der Juni-, tagung der Mandatskommission des Völkerbundes vertreten. Der Jahresbericht der Palästinaregierung wurde bereits nach London - zwecks Uebermittlung an die Mandatskommission in Genf abgesandt. Mr. Mills vertritt Kolonel Symes in Jenffalem. Dr. Weizmann an die englischen Zionisten. London, 24. Mai. (J. .T. A.) Am Sonntag den 23. d. wurde in Leeds die Konferenz der englischen zionistischen Föderation, eröffnet. Es wurde ein Brief Dr. Weizmanns an den.stellvertretenden Borsitzenden des Keren-Hajessod- Komilees für Großbritannien verlesen, in welchem es unter anderem heißt: „Nach einer sorgfältigen Prüfung der Lage - in Erez Israel befestigte sich in Mir der Eindruck von dem hohen Grad der Selbstaufopferung und der Leistung unseres Volkes im Interesse der . Entwicklung des Landes. Unglücklicherweise wurde der große Fortschritt des vergangenen Jahres in den , letzten Monaten gehemmt, weil dia.eingegangenen Betrage hinter der vom letzten Kongreß angenommenen Budgechöhe zurückbleiben und w.eil die W i r tschaftskatastrophe in Polen die Sammlungen für den Keren Hajessod und die Ueberfühmng von Kapitalien nach Palästina vermindert haben. Es ist gebieterische Notwendigkeit, daß dem Rückgang so schnell wie möglich Einhalt geboten werde, damit das gesamte diesjährige Programm,; wie es vor sechs Monaten aufgestellt wurde, in der vorgeschriebenen Zeit verwirklicht werden könne. Es ist absolut notwendig, daß die Keren-Hajessod-Komitees in der ganzen Welt das Maximum an Anstrengung leisten." Irr Prilstdent der RepMlk Libanon. Beirut, 26. Mai. (Havas.) Der ehemalige.Justizdirektyr Debbas ist zum Präsideyten der Libanonrepublik gewählt worden. / . , WWWWW» MndlschgrStz nnd RadoW zu vier Zähren Kerker verurleM. Baroß nnd SzSrlsed frcigesprochen. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeiiung.^ Budapest, 26. Mai. Dolle vier Tage arbeitete der Strafsenat Töreky an der Redigierung des Urteils im Frankenfälscherprozeß. Seit gestern nachmittags 5 Uhr tagte der Senat nahezu ohne Unterbrechung, um die endgültige Fassung des Urteils für heute fertigstellen zn können. Schon lange vor 6 Uhr war der Verhandlungssaal des Strafgerichtes Überfüllt. In dem Raume, der sonst 120 Personen faßt, befanden sich dicht aneinandergedrängt über 400 Personen, und auf der Straße vor dem Gerichtsgebäude warteten noch Hunderte, die keinen Einlaß finden konnten. Auch das diplomatis che K o r p s war beinahe vollzählig erschienen, UM der Urteilsverkündung beizuwohnen. Die Angeklagten sprachen, ohne von dem Gefängnispersonal daran gehindert zu werden, ungezwungen miteinander und mit ihren Verteidigern. Prinz Wind i s ch g r ä tz, der sich lächelnd mit seinem Verteidiger Ulain unterhielt, zeigte keiner! e i Erreg u n g. Auch Radossy war heute ziemlich lebhaft. Als es viertel 7 und halb 7 Uhr wurde> ohne daß der Gerichtshof erschien, bemächtigte sich der gespannt wartenden Menge immer grötzereErregung. Endlich, um etwa dreiviertel 7 Uhr, erschien das Gericht, mit dem Präsidenten Töreky an der Spitze, im Saale. Der,Präsident stellte zunächst fest, daß alle Angeklagten, mit Ausnahme Johayn Birags, der..gefdMMp^y^MMüg' erlitt, erschienen waren, «yd verbündete dchrw nyt Mter.StMmr^ ‘ das Urteil. .'; v.; Das Strafgericht hat auf f olgen de St rasen erkannt: ' Gegen den ehemaligen Landespolizeichef Emmerich Radössy eine Gesamtstrafe von vier Jyhren Ker-!er, eine NebeMrafe von.zwanzig. Äill i o n e n Krönen, im Nichteinbringungsfalle 400 Tage Kerker, drei Jahre Amtsverlust und V^lust aller politischen Rechte. Gegen den Prinzen Ludwig Wind ifchgratz eine Gesamtstrafe von vier Jahren Kerker, eine Nebenstrafe von zehn Millionen Kronen, im Nichteinbringungsfalle 500 Tage Kerker, drei Jahre Amtsverlust und Berlüsb der politischen Rechte. Gegen H a j t s und K u r tz je e i n I ä h r G e f L n gnis, eine Geldstrafe von je zwei Millionen Kronen oder je 20 Tage Gefängnis, je drei Jahre % Amtsverlust nnd Verlust der politischen Rechte. Von der Gefängnisstrafe gelten vier Monate vierzehn Tage als abgebützt. Gegen Ladislaus Gero eine Gesamtstrafe von zwei Jahren Kerker, eine Nebenstrafe von zwei Millianen Kronen oder zwanzig Tagen Kerker, drei Jahre Amtsverlnst und Verlust der politischen Rechte. . P a r r a g a, K i tz, S ch a r f, H a m p e l und S p a nring wurden zu je sechs Monaten Kerker und einer Million Kronen Geldstrafe; H a a l a, A g o st on und Belö s y zu je zw ei Monaten Gefängnis und 500.000 Kronen Geldstrafe; * Raba z« einem Jahr sechs Monaten Kerker und zwei Millionen Kronen Geldstrafe; Andreas Andor zu acht Monaten Kerker; Tibor und Schwetz zu si e ben Monaten Kerker und beide zu je einer Million Geldstrafe; Stephan Winkler zu vier Mo n a ten G efängnis und einer Million Kronen Geldstrafe; Bargha zn ein'enr Monat Gefängnis; Olchvary zu fünf Monaten Gefängnis; Bela Mankovich zu einem Jahr Kerker; Kovaesz« zehn Monaten Kerker und alle vier zu je zwei Millionen Kronen Geldstrafe verurteilt. Baroß und Szörtsey wurden freigt sprachen. Der Gerichtshof hat sämtlichen Ber «rteilten vier Monate undvierzehn Tage Untersuchungshaft in die Strafe eingerechnet. Be! H a a l a, A g o st o n, B e l ö s y, W i n k l e r und V a r g h a wurde die Strafe infolge der Untersuchungshaft als v e rbüßt erklärt. . Die Begründung des llrLetls bringt, bei allen Angeklagten, ausgenommen Raba, Manko» dich und Kaspar Kovars, den Paragraph 92 des Strafgesetzbuches betreffend die außerordentlichen Milderungsgründe in Anwendung und hebt hervor, daß alle Angeklagten, mit Ausnahme dieser drei, aus reinem P a t r i o t i s m u/s. ohne eigennützige Motive gehandelt haben.. Prinz Wlndischg r Ltz hat sein B e rmöge n an die Aktion daran gesetzt,^die übrigen haben ihre Laufbahn und ihre bürgerliche Ehre riskiert. Die einzige Erklärung für die Frankenfälschungsaktion sei in der katastrophalen Lage Ungarns nach Trianon zu suchen. Ter Friedensvertrag von Trianon. ist die wahre Ursache, die die Angeklagten zu ihren phantastischen Plänen bewog. Das Gericht kann jedoch diesen Umstand wohl als Milderungsgrund erwägen und vielleicht auch verstehen, darf jedoch keinen Angriff gegen die Rechtsordnung drrlden und muß vor allem ein gerechtes Urteil fällen. Der Freispruch des Generaldirektors B a r o ß und ^deß Oberregierungsrate^ S z ö r t s e h wird damit begründet, daß Baroß die Aktion einstellen wollte--ünd -die-.FaMiätö.'E,:. deshalb in die Räume des Nationawerbandes schaffen liefe, um die Verbreitung der Noten zu vechinderu. Von SMseh ist! es.erwiesen,' daß er die Verbreitung der.Noten nicht zngelassen hat und daß die Sortierung der Noten int Nat'ionalverbqnd' ohne sein Wissen erfolgte. .. Um halb 9 Uhr abends war die Verlestnu, der Urieilkbegründung' beendet. Oberstaatsanwalt Dr. Szt'r.a ch'e'.Tegt. Bevchmg gegen das Urteil ein. Auch sämtliche Verteidiger der Angeklagten, mit Ausnahme der Verteidiger Szörtseys u nd Pa roß'. melden Berufung gegen das Urteil an. .. ' r Der Vertreter der Bank von Frankreich, Dr. A u e r, erklärt sich mit dem Urteil ei u v erst« n d e u und erhebt keine Einwendung. Nach der Verlesung der Urteilsbegründung beantragten sämtliche Verteidiger die . ' sofortige Freilaffnng ihrer Klienten. Oberstaatsanwalt Dr. Sztrache erklärte, er spreche sich gegen die Freilassung. des Prinzen Windischgratz, Nadossys,. Gerös nnd Rabas aus, erhebe aber keine Einwendungen gegen die Enthaftung aller übrigen 25 Angeklagten. Nach längere Beratung.wurden sodann sämtliche. Angeklagte mit Ausnahme Wiudischgrätz' und Nadosfys. auf freien Fuß gesetzt. ' Abd ei Krims Kavitulation. Paris, 26. Mai. Die Agenee Havas meldet ans Fe Sr Abd el Krim hat heute früh sämtliche Gefangenen nach Targ«ist bringen lassen, rlbd el Krim stellte sich pit.seiner Familie und seinem gesamten Hab «nd Gut unter de« Schutz Frankreichs. Er wird nach Kaza gebracht werden, wo die Weisungen des Generalresidenten abgewartet werden. Die englische Pro'effional-Frrßballmannschaft Arsenal, die sich heu r in der e n g l i s ch e n M e i st e r s ch a f t a n zweiter Stelle placierte, wurde gestern von einer k o mhinierten MannschaftAmatenre^Uapid 0:1 g e schlagen. Das Spiel war « n s ch ö n und d e r b. ES kgm zu Z u s a m m e n st ö ß e n und D e m o n st r at i on en .gegey die Engländer., BP in Stoffen, Seide, Waschbaren etc, Ixn Warenhaus " ' ' " 11., Taborstrasse 48 Telephon 47*1*79 Ed gm ln detail

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.