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Wiener Morgenzeitung · 1926-05-25 · Heft 2604 (25.5.1926) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2604 (25.5.1926)
Date
1926-05-25
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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M». 4EMWY W. M i IM ErLeichter«itLE« MvShren, dk ffe chMichen Geist- Kchen gewährt. insbesondere deren Zuteilung r« Mobtkffierrkngefalle zum Mtlichen oder sturttaren Dienst. RandbemeSung: Im »yeÄst oder Muter. Marsch an, den?. Jrck «SK. TtXoüen. StA JAaa/i JßafläeA biUigAn jjjijcL jtAotzeLem. „ nnnkltch Sui&es Juzbjtn? (Djcuisl venme/vsben. £i&inui*/Ü&x &&* bänfdhnij&ytixffeertyu^B. äecht Ffanck £lIs cZug/zbje. OTLalz-jjydjep zll JBx>hruenkajfj&e., (JZu. 4 veilen. JBenola. 1 SSUL,tymcJt±.JSkMdkO Gsz.: Dr. Le on R e^ch. Die jSvischen SvKr der AaMauer *8mWt. Warschau, 22. Mai. (I. T. A.) Herr Adelsberg» der Direktor der Mischen Abteilung beim Kultusdepartement, forderte im Namen der Regierung den Vorstand der jüdischen Gemeinde zu Warschau aus, die Schäden, die die jüdische Bevölkerung tvährend der Milltarkämpfe erlitten hat, sestzustellen. Außer den «bereits bestatteten acht gefallenen jüdischen i Soldaten find weitere Gefallene ssstgestellt worden, so unter anderen Josef Lomranz und A. Jakubowicz, beide > Mitglieder des Warschauer SporÜlubs Makkabi. Der Nachruf, dm der oberste Armeerabbiner Oberst! Dr. Mises am offenen Grabe der gefallenen jüdischen Soldaten in Gegenwart der Minister und der Armeeoertreter gehalten hat, war von gang unparteiischem Geiste erMt. Er sagte, die Gefallenen waren einfäche Soldaten, die überall dort, wo man sie gestellt hat, i h r e P f l i ch t bis zum letzten Tropfen Bürt erfüllten. Sie haben den Befehl ihrer Vorgesetzten treulich ousgeführt. Der alte, uralte Geist des Judentums gab ihnen die Kraft, ihre Wicht zu erfüllen getreu dem von ihnen geleisteten Eid. Sie englische Bergbankrise. London, 23. Mai. Baldwin hat den Grubenbesitzern mitgeteilt, daß er ihre unnachgiebige .Haltung bedaure, vor allem die Ablehnung des von der Regierung gemachten Vorschlages, den Mindestlohn in letzter Instanz durch Schiedsspruch festsetzen zu lassen. Er fügte hinzu, die Grubenbesitzer schienen die Vorschläge der Regierung und den Ernst der heutigen Lage nicht in angemessener Weise zu berücksichtigen. Den Bergarbeitern teilte Baldwin mit, eine Besprechung mit ihnen würde keinen rechten Zweck haben, solange sie bei ihrer augenblicklichen Haltung verharrten und sich weigerten, jede Abänderung des Lohntarifs oder der Arbeitszeit in Erwägung zu ziehen. Er sei aber zu einer Zusammenkunft bereit, sobald sie geneigt seien, den gegebenen Anregungen Folge. zu leisten. Er fügte hinzu, die Regierung sei angesichts der durch die Absatzkrise hervorgerufenen zunehmenden Belastung der britischen Finanzen nicht in der Lage, nach Ablauf dieses Monats noch irgend welche Subventionen zu gewähren. Kn Geldfälschervrozeß ln Bulgarien. Sofia, 23. Mai. Im Prozeß gegen 18 F ä I s ch e r v o n 6000-Lewa-Bauknoten wurden gestern. sieben Angeklagte, darunter der W i en e r Ingett ie ur Bondrak und der flüchtige Angeklagte Bure ff, zu zehn Jahren, einer zu acht Jahren, zwei zu sieben Jahren, weitere zwei zu drei Jahren un6'fünf zu zwei Jahren Zuchthaus und alle.zu einer entsprechenden Anzahl von Jahren Ehrverlust vepurteilt. Wn Angeffagter würde'fwig^pwchen. Stt Argentluien ift kein Platz ilir freie Berufe imd Hanüelsangeftellte. Paris, 22. Mai. Die Direktion der Jewish Colouisation Asiociation (Jca) versendet die folgende von ihren Bertrauensnlännern in Buenos Aires erhaltene Warnung an j ü di s ch e A u s w a n d e r e r: „Einwanderer aus freien Berufen (Aerzte, Rechtsanwälte usw.) und Handelsleute oder Angestellte finden in Argentinien keine Existenzuröglichkeit, es sei denn, daß sie entschlossen wären, eine längere Zeit in.Anspruch nehmende Berufsumschichtung zum Handwerkerberufe durchzumachen, was jedoch an die Gesundheit und die Ausdauer der Betreffenden erhöhte Ansprüche stellt. Die Vertreter der oben erwähnten Berufskategorien werden daher vor einer Aus-. Wanderung nach Argentinien gewarnt." Ein Lleberdrama. Am 23. d. teilte das Bezirksgericht Baden bei Wien der Polizeidirektion telephonisch . mit, daß bei der Cholerakapelle ein etwa 20jähriges Mädchen tot aufgefunden worden sei. Der Lokalaugenschein ergab den Tod durch Vergiftung. Nach Briefschaften, die man bei der Toten fandwar sie die am 21. Mai 1907 zu Krakau geborene Hella Mrozowska, die in Meidling, Flurschützgasse 26, gewohnt hat. Die in Wien eingeleiteten Erhebungen ergaben, daß Hella Mrozowska tatsächlich seit dem Morgen des 22. d. aus der elterlichen Wohnung vermißt war, und daß ihre Eltern einen in Baden bei Wien ausgegebenLn Cxpreßbrief erhalten haben, in dem die Verschwundene Selbstmord ankündigt. Die Ursache der Tat rvar ihren Angehörigen rätselhaft. Das Mädchen lvar bei der Firma Skmons-Schuckert als- Comptoiristin angestellt. Andeutungen in Schriftstücken, die man Lei der Toten fand, ließen darauf schließen, daß sie mit dem 27jährigen Privatbeamten Alfons Sainitzer, zu Wien.geboren, 14. Boz., Mtoriagasie 14 . wohnhaft, Beziehungen unterhalten haben dürfte, uub daß auch Sainitzer nnt dem Mädchen in den Tod zu gehen beabsichtigt hat. Tatsächlich wurdeennittelt, daß auch Sainitzer seit dein 22 d. M. aus feiner Wohnung verschwunden ist. Er lvar verheiratet und Vater eines Kindes, doch ist seine Ehe seit Februar dieses Jahres geschieden. Auch Sainitzer hat in einem ExPrePrief an seinen Bruder Selbstmord ange'künd'igt. Es hieß darin, 'daß ein „Mensch, der derartiges ans dem GMisM habe, wie er, kein Recht zu. leben habe". Er bat in dem Briefe noch, sein Bruder möge die Eltern verständigen; man möge ihm verzeihen und sich fernes Kindes annehmen. Er schließt, daß das Mädchen, das er liebe, freiwillig mit «ihm in den Tod gehe. Auf Grund dieses Briefes wurde ibei der Cholerakapelle nachgeforscht und man fand etwa. 600 Schritte vom Fundort der Leiche des Mädchens Sainitzer erschossen auf. Fünf Selbstmorde. Der Chef der Firma Goldstern u. Keßler, Handels- und Transport G. m. b. H., in der Gr. Mohrengüsse 34, Jakob Goldstern, hat sich gestern vergiftet. Goldstern, der ein Alter von 52 Jahren erreichte, war insbesondere in der Lederbranche lehr bekakmt. Er hat die Tat wegen finanzieller Schwierigkeiten verübt. Sehr schwere Verluste hat seine Firma durch das Ausbleiben der polnischen und jugoslawischen Fälligkeiten erlitten und auch die Schwierigkeiten des Handels mit den Sutzeffionsstaaten haben die Lage der Firma wesentlich verschlechtert. Samstag nachts wurde der 68jährige Uhrmacher Beissach Nachtkgal, Klosterncuburgerstraße 50, in seiner Wohnung erhängt anfgefimden. — In der Nähe von Preßburg wurde am 18. v. M. die Leiche eines älteren Mannes aus dem Donaustrome gezogen. Es wurde festgestellt, »aß der Toü der 51jährige Postunterbeamte Karl Mertlik ist, der seit 12. Februar aus seiner Wohnung,. 4. Bez., Mommsengasse 9, spurlos verschwunden war. — Der Oberkellner Alexander Brown, Brückengasse 8a wohnhaft, der im Stadtpark mlschweren Vergiftungserscheinungen aufgefunden wurde, ist im Rudolfsspital gestorben. — Die 22jährige Hausgehilfin Marie Weigl wurde gestern früh in der Küche ihres Dienstortes, 7. Bez., Zieglergasse 94, mit Leuchtgas vergiftet, tot aufgefunden. ' Die zvkunft des Judentums iu PalWna und in der Diaspora. Die.im Rahmen der I j a r - A k t i o n im 20. Bezirk am Donnerstag stattgefundene Versammlung hatte sich eines überaus starken Besuches zu erftmen. Herr Bezirksrat Dr. Georg Weiner begrüßte im Namen der zionistischen Bezirkssektion die Versammlung und sprach in schr instruktiver Weise über die M inderhe itsrechte. Auf diese können wird nicht verzichten, und es ist traurig, daß sie int Judentum selbst ein Kampfobjekt bilden. Vor allem benötigt es Arbeit der Jugend und für die Jugend und alle werden zu uns kommen müssen. Herr Rabbiner Dr. Schwarz fand die Kritik seines Vorredners an unseren jüdischen Gegnern viel zu sanft. Jeder Jude habe schon einmal empfunden, daß er die zionistischen Bestrebungen bejaht. Es sei also ein Mangel in der Charakter? anlage und bloße Angstmeierei, was viele Juden vom Zionismus fernhalte. Zionismus ist efne Charakterfrage, und was er den Juden gibt, ist nichts künstliches, sondern liegt bereits in ihnen. Die Spiele der Feiertage brachten große U# b e rraschuu gen. Einen besonderen Erfolg konnte die Vienna erzielen, die die A m a te u re und Heu Sportklub glatt, schlug. Die Dornbacher wiederum bosiegten Rapid. Simmering holte sich einen Riesensieg gegen Wacker und schlug am zweiten Tage Admira. Hertha beschließt infolge ihrer Niederlage gegen Admira die Moisterschaftstabelle. Vienna—Amateure 4.2 (3;0). Hohe Warte. 16.090 Zuschauer. Schiedsrichter Zwicker. Vien n a: Maresch; Rainer, Blum; Kaller, Hoffmann, Ludwig; Jlory, Bulla, Gfchweidl, Szivlossy, Fischer. Amateure: Saft; Büzemc, Tandler; Schneider, Briza, Geyer; CNtti, Konrad, Sindelar, Wiefer, Banicek. Vienna, gegen Wind »uw Sonne, schlägt erst einige Amateur-Angriffe ab und ftUvmt dann selbst. Einen fehlerhaften Rückpaß Geyers heb: Gschweidl über Saft — neben das' Tor! Dann hält Saft Flochs Flanke, aber in der 9. Mirrute dribbelt Fischer durch and Gschwoidl lenkt den Patz ein 11:0). In groß angelegter» ofwwltz von lebhaftem Beifall unter« brochener Rede fA-rte der Vizepräsident der Kultusgemeinde, Herr Dr. L ö w e n h e r z, aus, daß das Judentum durch die Idee lebe und schaffe. Der Zionismus sei die ideaPe Form des alten Meffiasgedankens. Die Idee -war es auch, welche die Wiener Juden in früheren Jahrhunderten die Mtigsten Verfolgungen ertragen ließ. Sicht man sich aber die Ähuengalerie int Gebäude der Kultusgemeinde au, so wird man meist finden, daß die Nachkommen dieser großen jüdischen Männer dem Judentum verlorem gingen. Das Aufblühen des Zionismus hat das Judentum gerettet und wir können hertte unseren Kindern Beispiele echter jüdischer Heldenhaftigkeit in Gestalt der Chaluzim geben. Wer den zionistischen Gedanken als nationalen Gedanken auffaßt, ist willkommen, wer aber Palästina als ein Nachtasyl für gescheiterte Existenzen betrachtet, auch auf dessen Geld können wir verzichten. Frau A n i t t a Müller-Cohen führte aus, daß der Monat Jjar als ein Monat der Selbstbesinnung Msgeschrieben worden sei. Die Frau, die im Ghetto wesentlich zur Erhaltung des Judentums beigetragen hat, hat in der letzten Zeit vielfach versagt. Der neue Typ, die unverstandene Frau, ist nicht jüdisch. Es nützt kein Zionismus, keine Arbeit ohne jüdisches Haus.. Die Frau muß helfen, das jüdische Palästina und die jüdische Galuth zu schaffen. ‘ , Bezirksrat Dr. Weiner schloß mit eindrucksvollen Worten die Bersanunlung, die, wie sich aus den zahlreichen Einttittserklarungen iri die zionistische" BezirksseMmr ergab, erfolgreich hxr. Wie n, 25. Mal. * Chefredakteur Dr. Eugen Schlesinger gestorben. Gestern um halb 9 Uhr vormittags ist hier Mfolge eines Herzschlages der volkswirtschaftliche Redakteur der „Wiener AÜgemeinen Zeitung", Dr. Eugen, Sch Iesing er, nach kaum vollendetem - 56. Lebensjahre gestorben. Dr!' Schlesinger, der < fast drei Dezennien dem Redaktiolnsverbande des früheren „Fremdenblatt" und zuletzt der „Wiener Allgemeinen Zeitung" angehört hat, ging mit aufopferungsvollem Pflicht- ' bewußtsein in seinem -Berufe auf. Er war wegen ffcitter her» : vorragenden Charaktereigenschaften bei seinen KvllegM und allen, die ihn kannten, allgemein beliebt. Das Leichenbegängnis findet Mittwoch, dein 26. d/ M., um 1/4I2 Uhr vormittags, vom Zentralfriedhofe (1. Tor) aus, statt. - * Verhaftete Betrüger. , Am 20. d. Wurde -tu einem Kaffvehause in der Innern Stadt >der unterstandslose Vertreter Johann F i s ch l verhaftet, da er wegen Diebstahls einer goldenen Dantenuhr aus dem Bureau des Ingenieurs Malter Custer und wegen Herauslockm^q von, zwei Schreibmaschinen und dreizchn Regenschirmen im' Gesamtwerte von zirka 600 Schilling gesucht wird. In seiner BogleÄung befand sich der untevstands- und pöstenlase Vertreter Bruno König s g arten, gegen den sich der dringende Verdacht richtet, >dem Fischl bei seinen Machenschaften bchrlftich gewesen zu sein. Beide Müden dem Landesgerichte emgeliefevt. Die Amateure gewinnen nun die Oberhand. Die Vienna ftihrt nur ' sporadisch Aügviffe, auch hier fiitbct Äschweidl nicht das Gockl, dauir aber arbÄltet k sich durch, paßt mwxrmutet zu Btllla, dessen Schuß Saft berührt, aber nicht holten farm.. (2 :0.) Biizenet rettet dann, Konrad vevschießt knapp und iu der 42. Minute erzielt Fischer einen Eckball. Dieser wird abgewchrt, Szrklossy schießt gleich nach und Bullas Volley ergibt Tor Nr. 3. Nach Halbzeit haben Konrad und. Sindelar getauscht, aber Zunächst sind die BlauGelben in Front. Plötzlich bricht aber .Klwrad durch, Blum fällt und Konrad schießt'ein. SB ' folgen zwei Eckbälle für die Amateure, dann ein General- - sturm der Vienna, wobei Saft mehrmals schön halt. - Gn neuer Eckball Cuttis briügt den Bioletten das Mette . Tor, da . Brtzas Schuß von Rainers Kaps m die Ecke ÄWlbnkt wird: Dann stürmt Gfchweidl davon, ganz rechts atchen kommt er durch, pgriert Tandlers Choc und von der H>rlinie geht der Ball in die Ecke — Saft stoppt' fMD, her Ball dreht sich im Netz! Die Entscheidung ist gefallen. Cntti trffft »och die Qtterstange, dann MW. Ueberraschungen in der Meisterschaft.

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