Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2602 (22.5.1926)
- Date
- 1926-05-22
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Wi en. Zum Abholen in der Expedition, II., Taborstr. 1-3, oder ln einet Verschldsstelle Trafik) monatl. ö Schilling Strassenverkauf ln Wien durch die Kolporteure der Firma ö o I d sch m ied, 1„ Wollzelle 11 Mit postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling i schecho-Slowakei. Mon. K22. Jugoslawien; Mon.Dln.60. Polen:Mon. 5Zloty. Deutschland: Mon. Om. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 ^«chMhlongen bei l* r e t •* erhAbängen vorbehtUea Rr. 2602 Wiener _ Wien. Samstag. 22. Mai 1926 mm» m «i Bt»gl*n d: Mon.4 SCbHling. Italien: Atzon«. IS Um Rn man! en: Mon. 170 Lei. BuIgarienfMon.IOOL««. Schweiz und das übrige Ausland monatlich Fies. 5 Redaktion, Administration: Wien, n. Taborstr« 1 Telephone: 44-0-38, 43-3-18 Ab 6 Uhr: 21-102. 25-2-82 IX., UnlversltStsstrasae 6-8 (D;uckerei lg. Stefnmanni Oestemeichisehes Postspat' kassen- Konto Nr. 150.69- 8. gahrgang Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein Vorangesetztes E gekennzeichnet. vn. Mariahi lferstras se 50 I. Rotenturmstrasse 2? ^lliiii!iiiiiiriiiiiiiii!iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiliiiiiiiiniil|^ 1 Biaimscheins I 1 Spezial PFlkHZlN HJTspezuU 1 Prozent Fetfgehalt Z .s‘ ■•orrorS’W tsDTö w h nrun rinawh. rm W Erzeugt unter Aufsicht Seiner t Ehrwürden Herrn ' Oberrabbiner ) esaia Fü r st (Adas Jisroel) .5= 1 Fabrik: Wien, M DieienMasse 59 | ^IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIW^ Siedlung im Hauran und in Nord- -' ' ' syrien. . (Eigendienst der ..Wiener Morgenzeitung".) i Paris, 21. Mai. Wie Ihr Korrespondent erfährt, wird Präsident Dr. W e i z m a n n vor seiner für den Herbst in Aussicht genommenen Amerikareise, wahrscheinlich noch in diesem Monats nach Paris kommen, um mit dem Ministerpräsidenten Brian d wegen Kolonisierung ,von , Inden im Haurangebiet Verhandlungen zu pflegen. Wie bereits gemeldet wurde, hat der Oberkommissär von Syrien, de Iouven.el, anläßlich der Entrevue'mit Weizmann. seine Zustimmung zu diesem? Kolonisationsplan gegeben. Damit soll aber, wie in informierten Kreisen versichert svsrd, der ursprüngliche sPlan^ Juden die Ansiedlung in Nordsyrien zu erleichtern, nicht ansgegeben werdeM In den Pariser Beratungen Weizmanns sollen nun die Modalitäten, für beide bezeichnete Giedlungsmöglichkeiten festgesetzt werden. Ae Bergbaukrise in tznglanv. London, 21. Mai. Der Ablehnung der Reigerungsoorschläge für die Regelung der Kohlenbergbaukrise durch die Bergarbeiter folgte heute auch die Ablehnung durch die Grubenbesitzer. In der Antwort, die die Gruben besitzer in ihrer heute vormittags abgehaltenen Versammlung beschlossen, wird die Wiedereinführung des Achtstundentages gefordert, bannt eine Verminderung der Gestehungskosten eintreten könne. Sollte dies angenommen werden, würde die Herabsetzung der Löhne nicht mehr als etwa 10 Prozent betrogen. Die Grubenbesitzer erklären, die Regierungsvorschläge würden die Verwaltungsfreiheit beschränken und die Leistungsfähigkeit der Bergbauindustrie nicht erhöhen/ Polen vor Neuwahlen. Sie Auslösung der Sejms sicher. - Sie Nationalvemokralen verlangen eine Aeudemns de» Wahlgesetze». (Von unserem Warschwrer Korrespondenten.) Warschau, 20. Mai. Gestern konnte man schon eine lebhafte Bewegung in den Sejmcouloirs bemerken. Es fanden ununterbrochen Konferenzen zwischen den Vertretern der Bolkspaaüei Piast sowie der nationalen Arbeitspartei einerseits und der Linken andererseits statt. Gestern trat auch die Linke mit den nationalen Minderheiten in Berührung. Besprochen wurde die Frage der Nationalversammlung und die Auflösung des Sejms, wobei aber vorerst ein Gesetz zur Erweiterung der Vollmachten des Präsidenten der Republik beschlossen werden soll. Das Schicksal dieses Sejms scheint schon jetzt besiegelt zu sein. Sowohl die Parteien des Zentrums als auch der Linken stimmen in dieser Frage überein und es unterliegt feinem Zweifel, daß dieser Antrag im Sejm eine Mehrheit finden wird. Die Meinungen gehen nur darin auseinander, in welchem Zeitpunkte der Sejm ausgelöst werden soll. Während die Parteien der Linken für, die sofortige Auflösung nach durchgeführter Mahl des Präsidenten eintreten, wünscht daß Zentrum, daß vor der Auflösung noch die Staatsno t w e n d l g k e i t e n erledigt werden. Bei dieser Gelegenheit muß bemerkt werden, daß die Annahme des Antrages des Äbg. Chadzinski von der christlich-demokratischen Partei auf Erweiterung der Vollmachten des Präsidenten gesichert ist. , Abg. R.Y m a r, . eine^. .der, HMütendsten ' Führer der nätioNawemökrätischen ParN,^Wlärte in einem Interview' über die letzten Ereignisse auf die Frage, wb dje. Rechte eventuell geneigt wäre, eine Präsid.'ntschaftskadidatur. Pilsudsk'is zu unterstützen: „Es ist schwer von Menschen, die das Gesetz achten, zu verlangen, daß sie ihre Stimme dem geben, der das Recht und den Eid mit Füßen getreten hat. Die Rechte wird daher einen Kandidaten suchen, der die Achtung vor dem Gesetz und die Ordnung im Lande gewährleistet." „Kann Wojciechowski dieser Kandidat sein?". „Selbstverständlich." „Sind Sie Anhänger der Sejmauflösung?" Der Abgeordnete bejahte diese Frage, doch verlangt er, daß vorerst die Wahlordnung geändert werde, denn sonst werde seiner Ansicht nach der nächste Sejm noch ärger sein als der jetzige. „Es wird sich nämlich nur das ändern," meinte Herr Rhmar, „daß an Stelle der polnischen Abgeordneten aus Galizien Vertreter der ukrainischen Jrrchenta mit Petruczewicz an der Spitze im Sejm ihren Einzug halten werden." Der gegenwärtigen Regierung gegenüber nimmt der Abgeordnete der nationaldemokratischen Partei eine abwartende Haltung etn. Die Regierung der Minderheit soll jetzt zeigen, wie sie die Staatsgeschäfte führen kann. Rymar hofft, daß die Linke bald einsehen wird, „daß man den Dollar nicht herunterschießen kann." Heute um 12 Uhr mittags findet eine Verständigungskonferenz zwischen den Vertretern der Linken und dem Präsidium des jüdischen Sejmklubs statt. Der nationaldemokratische Volksverband hat eine Kundgebung erlassen, worin er seine Huldigung allen jenen Personen ausspricht, die auf seiten der rechtmäßigen Regierung gekämpft yaben, und ihre sofortige Freilassung, soweit sie noch' interniert sind, fordert. Weiters wird die rascheste Einberufung der Nationalversammlung nach einem Orte außerhalb. Warschaus verlangt, wo die Freiheit der Wahlen gewährleistet wäre. .Abgesehen von der gesamten Linken scheint auch der übrige Teil des Zentrums fit* Warschau als Wahlort zu sein. . Sejmmavschall Rataj erklärte Pressevertretern, daß er auf keinen Fall für die Präsidentschaft kandidieren wolle. Aus dem Wese de» Gesetze» und der Verfassung. Warschau, 21. Mai. In Warschau sind in den letzten Tagen ' zahlreiche ausländische „Kriegsberichterstatter" eingetroffen. 30 solche ausländische Berichterstatter meldeten sich beim Marschall Pilsudski um ein Interview. Der Mavschall erklärte, daß er nicht imstande ist, ihnen in diesem Augenblick sachliche Auskünfte zu erteilen, da er überarbeitet ist und in seinen freien Augenblicken schlafen will. Erst gestern empfing die Journalisten im Namen des Marschalls fern Adjutant, Oberst Wie niawa-Dlugoszowski, der ihnen eine Reihe von Aufklärungen erteilte. Auf die Frage, ob die kriegerischen Operationen schon'beendet sind, erteilte Oberst Dlugoszowski eine bejahende Antwort und bemerkte, daß alle Regimenter schon in ihren Garnisonsort zurückbefördert werden. „Das Offizierskorps steht einheitlich auf der Seite Pilsudskis. Die Generäle, die die Regierung W i t o s verteidigt haben, sind L e u t e m i t e i n er k r i m in e l l e n V e r g a n g e n h e t t, die nichts zu verlieren hatten. Die Geschichte Polens lehrt, daß das, was man im Westen „soziale Revolution" nennt, bei uns „mo.ralische Retz o l u t i o n" heißt. Marschall Pilsudski war bestrebt, die Regierung ehrlichen Männern zu übergeben, und Menschen, die leichtfertig mit dem Staatsschatz umgehen, auszuschalten. Pilsudski hat schon den Weg des Gesetzes und der'Verfassung betreten. Der. Marschall sagte richtig: „Kraft ohne Gerechtigkeit ist Barbarei. Und dämm will ich G e r e ch t i g k e i t." Der Schritt Pilsudskis hat Polen eine Reihe furchtbarer Revolu-- tionen erspart." Auf die Frage/ ob der Staatsstreich vorbereitet war, antwortete Oberst Dlugoszowski: „Ja. In den Seelen der Soldaten/!' - ' 1 ' . : Warschau, 21. Mai. Heute mittags fand eine Konferenz zwischen dem Sejmmavschall■ R a taMarschall P11sudsk i und dem Ministerpräsidenten Bartel statt, in der beschlossen wurde, die für heute abends angösetzte Versendung. der Einladungen für die Nationalversammlung au f z u s ch i e b t n.; Ueher den E i n b e r u f u n g s o r t ist eine Entscheidung n o ch n i ch t gefallen. . ' - Mckberufung de» Pariser Gesandte». Paris, 21. Mai. De-r polnische Botschafter in Paris» Ehlapowski, hat die Weisung erhalten, unverzüglich nach Warschau zurüchufehren. Re Posener Separatisten.; Warschau, 21. Mai. (Wolfs.) „Expreß Poranny" meldet aus Posen: Vertreter der Rechtsparteien mit Ausnahme der nationalen Arbeitspartei haben an den Sejmmarschall Rataj ein Telegramm gerichtet, in dem die Demobilisierung der militärischen Abteilungen, der Abtransport her Truppen in ihre Garnisonen, Entwaffnung der Schützenverbände und die Entfernung aller Personen aus der Regierung gefordert wird, die den Staatsstreich hervorgernfen haben. Ferner wird erklärt, die Posener Bevölkerung dürfe nicht durch Aenderungen in den leitenden militärischen oder zivilen Stellen gereizt werden. Das Blatt meldet weiters, daß der Reserveoffiziers verband in Posen, der sehr kriegerisch gestimmt sei, bei dem Woiwoden die Fordernng vorgebracht habe, daß er sich für die Zeit bis zum Zusammentritt der Nationalversammlung zum unabhängigen Regierungschef des Posener Gebietes erkläre und die Regierung Bartel nicht anerkenne. An Bettreter der Regierung in Pose» verhaftet. Warschau, 21. Mai. In Vertretung der Warschauer Be» Horben wurde der Beamte des Ministeriums - des Innern Adam B ed e r s k i nach Posen entsendet, um den dortigen Behörden die Dokumente über die Demission des Präsiden len Wojciechowski und der Witos-Regierung zu überbringen. Bederski wurde sofort nach der Ankunft von der Posener politischen Polizei verhaftet. Er ^stattete darüber seinen Warschauer Vorgesetzten Meldung. I K l I g er in Stoffen, Seide. WKSCliwen etc. im Warenhaus II.. Taborstrasse 48 Telephon 47»'|*79 Es gros En detai! 4 76146^78856^8289