Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2597 (17.5.1926)
- Date
- 1926-05-17
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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«t. «N «kn, M-ickq_ Re „Tim«' Ster PalWaa «ad 8dv«a. Die „LimeS" beschäftigt sich seit einiger Zeit wieder mit ganz besonderer Aufmerksamkeit mit den Fragen des nahen Ostens. Vor kurzem sind in der „Times", wie von uns berichtet, drei vielbemerkte Artikel über Palästina erschienen, in denen der Fortschritt im Lande sehr unterstrichen wurde. Wenn auch der zionistischen Arbeit hierbei vielleicht nicht genügend Gerechtigkeit widerfuhr, wurde doch deutlich festgestellt, daß P a l ä st i n a s Entwicklung mit der zionistischen Arbeit wesentlich zusammenhänge. Interessant ist, daß soeben eine Serie von Artikeln über das heutige C y p e r n in der „Times" erscheint. Zn der letzten Veröffentlichung dieser Serie vom 30. April 1926 wird nebenbei darauf hingewiesen, daß Cypern ganz ungleich dem benachbarten Palästina nicht im Licht der allgemeinen Aufmerksamkeit steht und daß gegenwärtig keine Regierung Pilger zur Fahrt nach Cypern anregt noch eine zionistische Organisation Kapital oder Kolonisten auf die Insel entsendet. Diese Formulierung des Spezialkorrespondenten zeigt, wie s e h r man auch in den Nachbarländern Palästinasweiß, WasPalä st inaderzioni st ischen Propagandaarbeit zu verdanken hat. Diese Feststellung ist allerdings mit einem Gefühl des Neides verbunden. Der „TimeS"-Artikel sagt: „CS hat auf Cypern Fortschritte gegeben, aber Cypern ist zurückhaltend und scheint jener Kunst, sich ins rechte Acht zu setzen, zu ermangeln, die heute notwendig ist, um in Selbstreklame gegen eine Konkurrenz aufzukommen, die mit weniger Naturschätzen ausgestattet ist, aber aktive Propagandastellen besitzt," Muselmanischer Protest gegen die Miffionr. schule« in Srez Israel. (Eigeudienst der „Wiener Morgenzeitpng".) Jerusalem, 12. Mai. Die in I a f f a erscheinende muselmanische Zeitung „El Gezireh" wendet sich in einem scharfen Artikel gegen die verderbliche Tätigkeit der M i ss i o n e n und ihrer Schulen und insbesondere gegen die „Ajoung Mens Christian Association", die unter dem Deckmantel geistiger und körperlicher Kulturarbeit reinen Seelenfang betreibe und in die Reihen der religiösen und nationalen Gemeinschaften Streit und Zersplitterung trage. Die Regierung dulde diese verheerende Agitation, obgleich sie die Verpflichtung auf sich genommen habe, den Frieden und die Einigkeit der Konfessionen zu sichern. Die „Aoung Mens Christian Association" sei keine rein kulturelle Organisation, sondern verfolge politische Ziele. Die Missionsschulen träufeln in die Seele der muselmanischen Schuljugend das Gift des Abfalles von der angestauunten Religion und Nation. Das sei deshalb möglich, weil die Araber noch immer keine nationalen, politischen und kuturell tätigen Klubs und Verbände besitzen. Das Blatt macht dem „F e l e st i n", dem Organ der ch r i st l i ch e n Araber, den Vorwurf, daß es sich in den Dienst dieser Aktionen stelle und ihnen Vorschub leiste. AmerikanWe. Misten wollen 18 Millionen Dollar für jüdische Hllssakbeit aulbringe». New-Aork, 11. Mai. (I. T. A.) Gestern ist ein von hervorragenden christlichen Geistlichen, Professoren und Schriftstellern Unterzeichnete Aufruf an die christliche Bevölkerung Amerikas ergangen, in dem sie aufgefordert wird, 15 Millionen Dollar für jüdische H i l fs t ä t igk e i t in Europa aufzubringen. Das heißt, darbte Christen Amerikas ihrerseits eine ebenso große Summe für dis jüdische Hilfswerk spenden wollen, wie gegenwärtig vom Joint Distriibutiou Committee aufgebracht werden soll. Der Aufruf ist unterzeichnet vom Vorsitzenden des Komitees für Wohlwollen. zwischen, Juden und Christen, Dr. Anthony, der zum Schatzmeister des neuen 15-Millionen-Dollar-Drives ernannt Lvovden ist sowie auch vom Vorsitzendenf des Carnegie-Instituts 'Dr. Church, vom Herausgeber der „Methodist Revibm", Dr. George E l l i o t, ferner von Dr. F a g n a n i vom Union theologischen Seminar, Dr. John Hahnes Holmes. Pastor der Community Church, Dr. Lyn ch, ehemaliger Herausgeber der „Christian Work", Dr. David Starr Jordan, Ehrenpräsident der Äeland Stanford Universität (Kalifornien), Herrn Edwin M a r k h a m, Dr. Nethaniel Schmidt von der Cornell- Universität, Frau Scudd er, Professor beim Welles'eh College, .Herrn William H. Short und Dr. George F. M oore, Professor für Religionsgaschichte an der Harvard-Universität. Lin Verein für Groschen-Hilfe in Lemberg. Lemberg, 15. Mai. In den nächsten Tagen wird hier eine humanitäre Institution ins Leben gerufen werden, die auf modernen Organisationsprinzipien aufgebaut sein wird. In den Kreisen der Menschen, die sich mit der sozialen Hilfe lebhaft. beschäftigen, entstand der Gedanke, die Wohlfahrtsinstitution auf eine breite gesellschaftliche Basis aiifzubauen. Da die Hilfsbedürftige,: auf die Hilfe der reichen Philanthropen angesichts der allgemeinen Pauperisierung kaum rechnen können, muß die ganze j ü d i s ch e G e s e l l s ch a f t die Last der Hilfeleistung auf sich nehmen. Aus dieser! Erwägungen herarrs entstand der Verein für Groschen-Hilfe, dem jeder Jude vom 18. Lebensjahr angehören soll. Der Wochettbeitrag wird 10 bis 50 Groschen betragen. Da Lemberg zirka 70.000 jüdische Einwohner zählt, könnte eine energische und zielbewusste Sammeltätigkeit die Flüssigmachung von einigen zehrrtausend Zloty monatlich ermöglichen. ZU diesem Zweck soll die Stadt in Rayons eingeteilt wer¬ Menrr Mor-en-ett»«« 17. Mar i«s ~ " GMM. den, in denen die Mitglieder des Vereines für Groschen- Hilfe konstgniert werden sollen. Die Haupttätigkeit deS Vereines soll sich insbesondere nach zwei Richtungen erstrecken: 1. soll eine breite Kretz i t h i l f e a k t i o n für die Bedürftigsten geschaffen werden; 2. soll ein großes Netz von Volksküchen eingerichtet werden, die für geringes Entgelt (1 Groschen flr ein Frühstück, 10 Groschen für ein Mittagessen) an Notleidende Speisen verabreichen werden. Der Vorschlag findet in der hiesigen jüdischen Bevölkerung großen Anklang. Cr ist sehr begrüßens- und nachahmenswert. - Schmuggler nnv BanknotenfSlscher. Am 13. d. M. ließ der Handlungsgehilfe Fritz Rottenberg, Michaelersiraße 18, auf dem Perron des Südbahnhofes den Zimmermalergehilfen Stefan Benedikov ic anhalteu und erhob gegen ihn die Beschuldigung, ihm 30 Kilogramm Sacharin im Werte von einigen hundert Schilling veruntreut zu haben. Im Sicherheitsbureau einvernommen, gab der Verhaftete an,, das Sacharin wohl für zwei ihm bekannte Leute nach Agram geschmuggelt zu haben, die es ihm um 16.000 Dinar abgekauft hätten. Sie hatten ihm versprochen, das Geld auf die Weise nach Wion zu schicken, daß sie es in einem bestimmten Schnellzug, der zwischen Agram und Wien verkehrt, im Klosett eines Waggons verstecken. Benedikovic erklärt, in dem Schnellzug nur einen zerrissen«» Briefumschlag ohne Geld gefunden zu haben. Diese Verantwortung erscheint jedoch sehr ^glaubwürdig. Benedikovic hat bereits einmal die Polizeibehörde beschäftigt, als er im Jahre 1924. von den jugoslawischen Behörden wegen Fälschung von 10-Dinar-Noton steckbrieflich verfolgt wurde. Er wurde damals hier verhaftet uno an Jugoslawien ausgeliefert. Auch gegenwärtig wird er von den jugoslawischen Behörden wegen Fälschung von 1000-Dinar-StemPelmarkeu verfolgt. Im Februar 1926 war er hier zuletzt wegen Sacharinschmuggel und Verdachtes des Handels mit Kokain angehalten und schließlich für beständig aus Wien abgeschafft worden. Falscher Feueralarm beim „Eisvogel". Gestern knapp nach 9 Uhr Uxtrbc S>ie Feuerwehrzentrale von dem Inhaber der Restauration „Eisvogel", Herrn L e.st i, telephonisch verständigt, daß in seiner Gastwirtschaft ein D a ch f e u e r allsgebrochen sei. Unter riesigem Aufsehen rückten sofort Löschzügc der Zentrale und der Filiale Prater der Berufsfeuerwehr ab, doch stellte es sich heraus, daß es sich nur um einen blinden Lärm gehandelt hat. Ein größerer F u n k e n f l u g, der sich vom Rauchfang der Restauration aus verbreitete, hatte die Vermutung eines Dachfeuers ausgelöst. Nach etwa 10 Minuten, wahrend der das Haus untersucht worden war, rückte die Feuerwehr wieder ein. Die Gäste der Restauration, die sofort über den Sachverhalt aufgeklärt wurden, verhielten sich vollständig ruhig. Giftiges Gefrornes. Tod eines achtjährigen Mädchens. Am 15. d. M. ist die achtjährige Tochter der Baumeistcrswitwe Marie Ko ts.ch er, die Schülerin Elfriede Kotscher, Weinzierlgüsse 12, nachdem sie zwei Tage vorher plötzlich an heftigem Brechdurchfall erkrankt war^ gestorben. Der behandelnde Arzt Dr. Binder stellte als unmittelbare Todesursache Herzschwäche fest, beantragte aber gleichzeitig, da der Verdacht einer schweren Darminfektion vorlag, die sanitütspolizeiliche Oeffnung der Leiche. Durch die Erhebungen des Kommissariates Hietzing wurde festgestellt, daß düs Kind am 13. d. nachmittags von einem unbekannten G e f r o r n eserzeuger EiS gekauft hatte, nach dessen Genuß sich abends plötzlich die Brecb- und Durchfallerscheinungen einstellten. Die gerichtliche Obduktion der Leiche ist bei der Staatsanwaltschast beantragt worden. W i e n, 17. Mail Verteuerung der Arzneien und Erhöhung de, Nacht« in den Apotzeken. Mil Erlaß vom U. v. hat das Bun^esmmisterium für sozial.: Verwaltung Durchführungsbestimmungen zur neuen Arzneitaxe, welche eine .Preiserhöhung für die wichtigsten Medikamente gebracht hat. erlassen und zugleich die Nachttaxe »u den Apotheken um mehr als das Doppelte der bisherigen ßjebühr erhöht. Die neu« Nachttaxe beträgt nach der gewöhnlichen Sperrstunde der Apotheken bis 6 Uhr abends 50 Groschen, für die Inanspruchnahme der Apotheke von 9 Uhr abends bis 7 Uhr srüh einen Schilling. Bisher wurden Arnre von der Bezahlung der Nachtlaxe befreit. Nach dem Erlasse des Bundesmimfleriums wird von jetzt an diese Befreiung ausnahmslos fallen gelassen Die Erhöhung >der Medikamentenpreise wirb mit der Aenderuna der Preisansähe sowohl der Materialien und der Verbandstoffe als auch der„Gesäße begründet. Von 911 Artikeln wurden 224 im Preise erhöht. 203 herabgesetzt, eine große Anzahl von Arzneimitteln, 124 an der Zahl, wurden ausgeschieden und.werden nicht mehr verschriebe,t werden. Dagegen wurden 16 Präparate von besmwerem Werte neu ausgenommen. * Bon einem Auto erfaßt. Am Gaußplatz wurde gestern mittags der 66jäbriae Schneider Alois H l a d i k von dem Auto A 1-804 erfaßt und niedergestoßen. Er erlitt eine Quetschung des Unterschenkels und wurde in das Spital der, Barmherzigen Brüder gebracht. * Nicht aufsvringen! Gestern vornlittags wollte am Elterleinplatz der 28jährige Beamte Josef Haslach auf einen fahrenden Straßenbahnzug aufsvriugen, kam zu Fall und erlitt mehrfache Quetschungen, so daß er durch die Rettungsgesellschaft aus die zweite Unfallstation gebracht werderr mußte._ Dins füdisdieHaus fl as jüdische Matt { Der Hausarzt. Redigiert von Dr. Tarirl Beer. Der hohe Blutdruck. Nebst der Furcht vor einer Krebserkrankung bestcht bei dem heutigen Menschen die Angst vor der Arterienverkalkung. Diese beiden Leiden des höheren Lebensalters sind bei vielen Menschen so gefürchtet, daß sie sich durch die beständige Angst, diesen Krankheiten zu erliegen, um jeden Lebensgenuß zu bringen vermögen uitd für ihre Umgebung und die behandelnden Aerzte zur dauernden Qual werden. Wohl ist es richtig, daß die Krankheiten der Blutgefäße in den letzten Jahren stark zugenommen halben. Dies erklärt sich vor allem aus dem harten Existenzkampf, den der moderne Großstädter inmitten des industrialisierten Lebens zu führen hat, wie aus den vielen änderet,, die Nerven aufreibenden Erregungen unserer Zeiten. Auch der frühzeitige Beginn der männlichen Jugend mit dem Tabak- und Alkoholmißbrauch hat zweifellos seinen Anteil an den im jugendlichen Alter auftretenden Gefäßerkrankungen. Insbesondere zeigen die jugendlichen Kriegsteilnehmer, die unglaubliche Talbakqnantitäten vertilgt haben, früher in diesem jugendlichen Alter fast nie beobachtete Gefäßschädigungen. Denn die mit solchen Gcfäßaffektionen verknüpfte Bluddrucksteigerung setzt normalerweise erst im fünften Lebensjahrzehnt ein. Sie verläuft oft ohne jegliche Beschwerden und ohne bestimmte Anzeichen für eine sonstige Erkrankung eines wichtigen Organs. Es tritt nun die Frage heran, ob eine solche, von objektiven Zeichen freie Steigerung des Blutdruckes überhaupt-zu behandeln ist. Es gibt Aerzte, die diesen Zustand als ein eigenes Krankheits. bilv ausfassen und dementsprechend, soweit es die ärztliche Kunst heute vermag, zu beeinflusien versuchen, während andere diese Afsektion als ei» Symptom verschiedener anderer Krankheiten, wie etwa chronischer Nierenschädigung, erklären und das Grundleiden behandeln. Die Blutdrucksteigerupg, die oft schon durch einfache. Betastung des Radialispulses am Handgelenk sestzustellen ist, wobei das entsprechend^ Blutgefäß viel härter und dicker dem tastenden Firtger erscheint, auch der Anschlag der Pulswelle viel kräftiger und schwerer unterdrückbar ist, kann doch mit Sicherheit nur durch genaue Messung mit einem geeigneten Blutdruckmeßapparat erforscht werden. Auch Veränderungen an anderen oberflächlich gelegenen Blutgefäßen, wie an der Stirne, wo die, Gefäße oft stark hervortreten und sich auffallend schlängeln, oder an den Fuß» arterien, wo die Pulswelle unterbrochen scheint, lasten ein genaues Bild von den Veränderungen am ganzen Gefäßapparat erkennen. Obgleich die Aeußerungen eines hohen B.'utdmckes gut bekannt sind, ist es nicht ganz klar, warum er eigentlich bestcht. Es dürfte eine starke Anspannung der die Blutgefäße umgebenden seinen Muskulatur vorherrschen. Es ist auch einleuchtend, daß' ein solcher dauernd bestehender Druck für den. Organismus nich: von Vorteil sein kann. Eine Herabsetzung des hohen Blutdruckes ist zweifellos anzustrebell, auch wenn keinerlei Beschwerden bestehen sollten, da jede dauernde Arbeit unter Hochspannung schädlich wirken muß. Treten auch nur Andeutungen von Beschwerden, wie zeitweilige Kopfschmerzen, leichttre Ermüdbarkeit auf, so ist ein therapeutstches Handeln dringendst erforderlich. Es fragt sich nun, aus welche Weise 'der.Blutdruck beeinflußbar ist. Wir wisset, vor allen,, daß der Blutdruck bei Anstrengungen, Erregungen, Exzessen jeder Art und überreichlichen Mahlzeiten steigt, bei Ruhe und im Schlafe sinkt. Wenn der mit hohem Blutdruck Gezeichnete nur diese physiologischen Tatsachen berücksichtigte, er hätte es in der Hand, seinen etwas abnormen Zustand günstig zu beeinflussen. Wenn auch im allgemeinen allzu große Krankheitsurw Selbstbeobachtung nicht von Vorteil ist, so tut bei einem Zustande dauernder Blutdrucksteigerung..(oder bei Hypertomie, wie sie die Wissenschaft bezeichnet) eine etwas hhpochondrstche Einstellung ganz gut. Denn das Wichtigste ist Schonung und viel Ruhe. Die im Leben meist stark abgehetzten Menschen, die Vielarbeiter, die sich nie ein Ausspannen gönnen, und . sich dauernd rüstig glauben, das sind die eigentlichen Opfer 'bet Blutdrucksteigerung. Denn plötzlich umfangen sie die Schatten dieser tückischen Krankheit und lassen, nimmer von ihnen, die sich so unverwüstlich wähnten. Wenn die ersten Dehnungen austreten, oder noch bester, bevor sie austreten, denke man daran, immer wieder zwischen angestrengte Tätigkeit kleinere cd er größere Ruhepausen einzuschalten. Auch eine Maschine muß zeitweilig geputzt und gereinigt werden. So muß der Organismus auch ausruhen. Bester als einmalige, gwße Erholungsurlaub, im Jahre sind öftere kleinere mehrtägige Aus>pannu.tgen aus der täglichen Tretmühle. Mehr als körper- 'iche Erholung bedarf es der seeli'cheu Schonung, denn Erregungen der verschiedensten Art sind dos gefährlichste Gift. Was die sonstige Lebensweise betrifft, so ist 'insbesondere die Nahrungsaufnahme zu beschränken, die Menschen essen ja im allgemeinen viel zu viel. Kleinere und häufigere Mahlzeiten sind zu empfehlen. Vor größeren Gelagen bei Festmahlen und an Feiertagen sind Menschen mit hohen, Blutdruck und sogenannten apoplektischem Aussehen (gedrungene Gestalt, Fettnacken und Fettbauch, geröteten, Gesicht) zu warnen. Solche Personen mögen sich einer mehr vegetarischen Lebensweise befleißigen und außerdem möglichst den Fleischgenuß eiuschränken. Schon diese Maßnahrnen genügen oft, um den Blutdruck dauernd herabzusetzen. Unterziehen sich nochfettleibig^ vollblütige Menschelt zeinveise bestinmlten Einschränkungen, tpie Einschaltung von Milch- und Gemüsetagen, allgenleinen Massagen, Trink- und Badekurerr, oder der neuesten» geübten verschiedenen elektrischen Behandlungen, so gelingt es mit Sicherheit, durch hygienischdiätetische Behandlung allein oder kombiniert mit Medikamenten, das Schreckgestienst der Arterienverkalkung und des hohen Bl»'- üruckes zu barmen.