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Wiener Morgenzeitung · 1926-05-16 · Heft 2596 (16.5.1926) · p. Seite 14

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2596 (16.5.1926)
Date
1926-05-16
Page
Seite 14 (sequence 14)
Language
German
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Seite 8 Men, Sonntag Wiener Morgenzettnng 16. Mai 1926 Nr. 2896 Redaktion u. Administration: Wien, I., Kürataershraite 28 Nr. n Wien. —l. Jahrgang Vorbemerkungen zur Statistik. Um eilt kmres BM) von den Leistungen der jüdischen Bevölkerung nach Bezirken, rosp. zionistischen Bezirkssektionen zu erzielen, geben wir >bei den einzelnen Bezirken die von den einzelnen dort arbeitenden Gruppen ausgebrachten Summerl an. Zum Beispil führen wir unter Praier die Leistungen der Sektion, der dort arbeitenden Jugendgnrppe „Tcheleih Lawan" und der Frauengruppe an; die Gesamtsumme gibt a nnähernd das in diesem Sprengel (Prater) Geleistete an. Sir sagen annähernd, weil die eirrzslnen Gruppen auch ihre Summen gelegentlich außerhalb ihres Bezirkes, wie z. B. bei Hochzeiten. Versammlungen usw. aufgebracht haben. Damit aber die tatsächlichen Leistungen der einzelnen aktiven Gruppen, soweit sie territorial nicht umgrenzbar sind, klar in die Erscheinung treten, haben wir sie an ihren Plätzen mit zusammen gesaßten Leistungen speziell angeführt. Das ausgeteilte Kontingent hat das Gesamtkonringent von 8000 Pfund zur Grundlage. Die Haupteinnahmsquelle der Gruppen (nach der Hohe der Eingänge gerechnet), war die Büchse. Wtionen, die Gelegenheitsspende. Es gibt Gruppeil. die ihre Beträge fast nur durch die Büchse hereingebracht haben. Je pünktlicher und verläßlicher eine solche Gruppe war. desto höher war die Summe, die sie durch die Büchse dem Keren Kajemeth zuführte. Ueber 50 Prozent des Kontingentes wurden nur aufgebracht. Grund: Das Versagen so mancher Gruppen, welches die volle Ausrrützung der bereits gegebenen Möglichkeiten, wie die Büchse, unmöglich machte. Die wirtschaftlichen Verhältnisse sind sehr schwer. Die Unmenge der zionistischen Sammelzwecke und Veranstaltungen, die sich stets kreuzen, sind kein kleines Hindernis für die Arbeit des Keren Kajemeth, Und gerade deswegen müßten die freiwilligen Mnaobeiter eine erhöhte und verantwortungsvollere Tätigkeit an den Tag legen. Jeder Zionist wird die Mitverantwortung für dvn Erfolg Wer nehmen müssen (Selbstkonringentierung). Werterausbau der Büchse nno pünktliche Leerung auch durch die Erwachsenem; dann GelogenhertIfpende. * Montag de« 17. d. um halb 9 Uhr abends findet im Kursalon der Stad^ Wien aus dem Par'quet lnmineux eine einzigartige Modeschau mit Akademie und Tanz statt. Erste Künstlerinneir und Damen der Gesellschaft werden vorsühren. Die beteiligten Firmen sind: Modellhaus R. u. L. Rosenberg. 1. Bez., Graben 17; K. Weinbevger, 6. Bez., Mariahvlserstraße 41, Kindermodrnhaus; M. Holzer, 6. Bez., Mariahilferstraße, Strickwaren; Anny Zwölfer, 1. Bez., Plankenoasse 6, Dessouses; Modellhaus Mary £limecky. 1. Bez., Göldschmiedgasse 6; Olga Baron, 1. Bez., eilergasse 3, Wäschehaus; Peßl, 1. Bez., Kärntnerstraße 28; Malwrne Fleischer, 1. Bez.. Seilerstätte 19, Schmuck; Schuhhaus Jellinek. 7. Bez., Burggasse; Marquise. Parsümeriesabrik; Jlka Zezulak, Kunstgewerbeatelier. Die Akademie bestreiten: Frau Sonja Palm-Reitler, Gesang; Frau Emmy Toch. Gesang; Frau Prof. Meller-Bugno, Tanz; Kindertanz-Ensemble Grete Groß; am Klavier Otto Schulhof. Ansgebrach es Kontingent vom 1. Oktober 1925 bis 30. April 1926 ia Schilling«« 1. Bezirk Z. M V Jedidäa. .... Z M V. Massadah .... Z M V Nevemta..... 2. Bezirk.. Frauen . Jugendgruppe Leopoldstadt . Erez Jira«l. Mak abt IX . . .. Jmgjüdt cher Waqderbund . Bund jüd'scher Jun Wanderer B'rttb Hawfim . . . >. . . Jüdisches Reatgymnastum. . Prater. Frauen. Tckeleth Lawan Prater . . 3. Bezirk. .. Frauen. Bund jüollcher Jungwanderer 4. /5 Bestrk. Jüdischer Pfadfinverbund Zeirenu Blau-Weiß..... 6./8. Bezirk. Frauen ... Kartell d. Z T V. . . I. A V. Nebem a. . Jungstontst"cke Gruvpe . Tcheieth Lawan XV . . Ttkwath Jehnda.... 0. Bezirk. Frauen ... Jüdi'ches Realgymnasium Makkabi IX. I. A B Lbeodor Herzl I. A. B. L'banon'a . . I. A V Emunah . . Z. M. V. Hadmonea . Mirjam? . 10/11 Be irk Bezirk Blau-Weiß 12 /15. Bezirk. Blau-Wein Jüdi cher Pfadfinderbund Zeirem 13 Bezirk . .! 6 /17 Bezirk. Blau-Weiß 18. Bezirk . . Frauen . . . I A. 9S. Jwria 19 Bezirk . Frauen davon . 20 Bezirk . . Fra en ... Kulturgruppe 20. Atid. I Ä. V Lele- und Redehalle B'ritd Hazofim . Zwi>chenbrücken. Jugendgruppe Zwischenbrücken 21. Bezirk. I. A. V. Bar°G ora.... > Emunah .... Harzionah.... Hechawer .... Jwria ..... „ Jordonia .... „ Kadmah .... „ Leie- und Redehalle „ Libanonia .... „ Nehemia .... „ Theodor Herzl. . „ Unitas .... . Zephira. Z. M. V. Gt-kalah .... „ Hasm nea. . . . „ Hhrkania .... „ Jedidäa. Z H A. V. 61 455 819 . 132 16 6 192 2203 1465 457 779 816 320 195 1786 , 751 2592 1837 Ue-eea-m««»e» 5l0tttiitfl<1lt itt EchtMozen 7000 13.000 10.000 7200 10000 ,!««Äonlinßertt vom 1. Oktober 1925 btS 30. April 1926 in Schilling«» Kartell d Z. T. B. . . . . Z. M V. Masiadch . . . . . Nehemia .... Atid. Bankbeamten ....... Blau-Weiß. B'nai-B'ritü-Damengruvve . Bund tüostcher Jungwanderer Erez Israel. .. Fr^ uenor«anis«tion . . . . daran baden sich bete'l'gtr 2. Bezirk. Prater . . 3 Bezirk. 6/8 Bezirk 9. Bezirk. 18 Bezirk 19. Bezirk , 1350 903 196 304 121 3638 2989 2221 748 4419 , 102 . 751 > 68 , 366 944 195 , 1680 Aeveriwmmeaes Konßinge«! in Schillingen. 4500 750 900 500 12 000 2600 1500 12.000 876 20. Bezirk. . 183 3060 Diverse. . 130 530 Hakoah. 6000 . 406 Ha chomer-Hazair ...... . . 75 3060 4275 70« Hechaluz. 365 Hitachduth. . 182 4700 1350 Jüdischer Pfadfindeibund Zeirenu . 994 . 196 Jüvi'cheS Realgymnasium. . . 1152 1000 . 242 Jüd. Pfadfinderb. B'iit Hamischmar 28 Jugendqruvpe Leovo'tstadt . 2471 5060 Janqjüdt'cher W nderbund . . . 9 3 . 9707 100« Jüdt'cher Verein Nordost . . . . 108 . 944 Junazion'stische Grupve Vl/VIII . 242 500 Kulturqrupve XX. 6000 . 271 Makkabi IX ........ . . 822 1000 . 345 Makkabi XV ........ . 100 500 . 452 Mtlsam. 2000 . '-07 Mis.achi ......... 5000 . 603 Boale Zion. ....... . 100 600 . 528 B'r tb Ha.osim ....... . . 391 . 531 2000 Tacheleth Lawan XV .... 2800 Tikwath tehuta. . 667 9600 Zeire MtSracht ...... 120 500 . 585 . 218 Provinz. . 124 1000 AtzqerSdors-Liesinq. . 396 500 . 954 20« 0 Basen Blau-Weiß .. . 135 \ 1200 . 602 Baden . 491 2000 Bruck an der Leitha. . 20 500 Erlaa bei Wien. .. . 29 Gän erndorf . 600 3000 Gatte, doif (Burgenland) . . . . 1680 Gmunden . , ...... . 2 500 . 1153 9000 Graz .. 6000 . 92 Groß-Enzertzdorf . . .... . . 18 500 Innsbruck ... . . . . . 1200 . 304 Klagenfmt .. . . 75 500 . 290 Klosterneuburg ....... . 248 500 . 17 Korueuburg. .. 500 . 107 1 .33/ 2600 Krems .......... ßaffee . 125 . 95 600 . 254 ' 800 Leoven ........... 1000 . 262 800 Ltn«. 6000 . 517 800 Mauer... . . 10 3 500 Mööliua .......... 1039 2000 . 131 3000 Oberbollabrurrn.. . . 22 500 . 959 1 00 Perchtoldsdorf. . 87 . 1000 Prrnhofen ... . 10 . 102 1500 Ptesbug . 10 . 528 1000 . 727 1000 Pottenstetu. . 7V Salzburg . .1166 1600 . 467 1200 Spittal an der Drau. . . 40 . 66 1000 . 16 500 Siockerau .. 500 . 42 500 St. Pöl.en Jugendbund . . . . -62 2000 . 647 1000 Villach. 500 Wiener-Neustadt. . 902 2500 Zistersdorf .. . . . 6 Copyright 1926 Nachdruck verboten 0y Joseph upatovsky, New York (20. Fortsetzung) Roman eines Pferdediebes. Bon I. Opatoschu. „Nun?" mahnte Manko lächelnd. „Einen Augenblick, Manka! So wahr rch 'lebe, der Brief liegt mir auf der Zunge. Aber — du verstehst —, ich liebe es, wenn ein Brief fließend geschrieben ist, daß man ihn herunterlesen kann wie das „Aschwj". Ja — ich hab's! Das ist er! Schreib': Niemals habe ich glauben können, daß zwischen uns voäommen könnte, was gestern vorgekommen ist." Sanwel hielt mit dem Diktieren inne und sah zu, wie Mantel mit ihren dummen Fingern die Feder fest umklammerte. Sie schrieb langsam, verlor immer wieder die Linie des Papiers und alle ihre Buchstaben hatten eine eigenartige 'Stellung. Sanwel kam es vor, als schreibe Manka gar nicht, sondern male Vögel aufs Papier. Er beobachtete, daß Mankos Gesicht sehr ernst war. und ein wenig gerötet; jeden Buchstaben, den sie aufs Papier malte, zog sie mit der Zunge nach, bald im rechten, bald im linken MundwirM. Auf Sanwel wirkte das Schreiben mit der Zunge komisch; er brach in lautes Lachen aus. „Warum lachst du?" ,Mekl du mit der Zunge viel schöner schreibst als mit der Feder!" / dir nicht? Da habe ich eben Pech!" lachte Manka mtt. „Also weiter, hü!" Sanwel dachte weiter nach; aber er brachte beim besten Willen keinen Satz mehr heraus. Die Gedanken, die ihm einfielen, tarnte er nicht in Worte fassen; sie huschten zu rasch vorüber und andere traten an ihre Stelle, mit denen es rhm ebenso erging. Zornig zerriß er den Bogen Papier. ,Hol's der Teufel! Ich schreibe nicht! Wenn man selber nicht, schreiben kann, taugt das Ganze keinen Pfifferling!" „Ws hast du heute, Sanwel? Bei dir im Kopf haben wohl schon die Hundstage angefangen? An wen wolltest du schreiben und was?" Sanwel antwortete nicht. Er durchmaß einigemal Aoß- Wg das Zimmer mH begann dann sich hastig an-uikleides. „Wohin gehst du?" fragte Manka. „Zu Gradul." „Wirst du lange fottblei'ben?" ,Ach iveiß nicht!" antwortete Sanwel und ging. 16. v Als -Sanwel bei Gradul eintrat, traf er niemanden im Zimmer. Bald daraus ließ sich aus der Küche Bestes Stimme hören: - „Wer ist.da?" Statt einer Antwort trat Sanwel auf den Vorhang zu, der das Zimmer von der Küche trennte, schob ihn auseinander und steckte den Kopf hinein. Vor einem kleinen Blechtrog stand Bejle barfuß, ohne Muse, den kurzen gestreiften Unterrock zwischen die Beine geklemmt, und wusch. Ihre Bewegungen hoben die biegsamen Linien ihres kleinen Körpers, der lange Zopf hüpfte. Sanwel konnte sich an den kleinen braunen Füßchen nicht sattsehen; 6d jeder Bewegung Bestes hatte er Lust, sie zu umarmen. Er hüstelte, um sich bemerkbar zu machen. Bejle hielt in ihrer Arbeit inne und sah sich um. Als sie Sanwel erblickte, bedeckte sie schamhaft ihre Brust mit den Armen. Zufrieden lachend ging Sanwel wieder ins Zimmer. Bald kam Bejle in einem tveißen .Hauskleid mit schwarzen Tupfen; der Zopf war nach vorn gelegt, die nackten Füße staken in gestickten Pantoffeln. „Wahrhaftig, ich dachte es sei Gradul", begann Bejle lächelnd. ,Me konnte ich ahnen, daß Sie gerade heute zu uns kommen werden. Warunl stehen Sie, Sanwel? Nchmen Sie Platz! Meinen Aufzug müssen Sie schon entschuldigen." Mjle hob lächelnd den Fuß und deutete auf ihr Kostüm. Sanwel ließ Bejle nicht aus dem Auge; er fühlte, wie sich fein But entzündete. „Ein feiner Herr sind Sie!" fuhr 'Bejle fort und faßte SaMvel bei der Hand. „Warum haben Sie mich gestern weggejagt, was? Schämen Sie sich, Sanwel!'Wie ich später noch einmal hinauskam, waren Sie nicht mehr zu finden. Wohin sind Sie eigentlich verschwunden?" Sanwel stand noch im'mer und schaute Beste unverwandt in die Augen. Ihre Hand wärmtet brannte,, entfachte Glut in ihm; plötzlich umschlang er Bejle uub hob sie empor. Er spürte, daß sich etwas in seinen Händen wand und bog, daß die Enden des leichten Hauskleides sich öffneten und ihn umwehten, und leMerkte die weiße Schleife eines Hemdes. Da umklammerte er sie noch fester uttb preßte seine Lippen an die ihren. Dann ließ er sie rasch los und »vurde rot vor Scham, trat ans Fenster und haschte nach einer Bmmmsliege, die auf der sonnenheißen Scheibe saß. fft eigentlich Ihr Gradül?" fragte Sanwel und sah dabei zum Fenster hinaus. „Er ist zum Schmied 'hinübergegangen", antwortete Beste. „Wissen Sie schon. Gradul will nach Lowitsch zum Jahrmarkt fahren. Da geht er!" Gradul trat ein, einen Eisenhandschuh unterm Arm. . „Schlimm, lieber Freund, sehr schlimm!" begann er, lüpfte den Hut und kratzte sich beu Kopf. „Du bist viel zu gut mit meiner Beste!" Sanwel wurde rot und lachte dümmlich. Bejle setzte sich, sch>lug die Beine, nachdem sie sie sorgfältig in ihr Kleid gchüllt hatte, übereinander und sagte schämig: ,Marum denn nicht? Ich wünsche mir einen so schönen Jungen, wie es Sanwel ist!" „Weißt du, weshalb ich gekommen bin?" lenkte Sanwel ab. „Ich will auf «einen Sprung nach Lowitsch." „Dann fahren wir zusammen!" rief Gradul vergnügt. „Ich bin-gerade dabei, hinzusahren. Das Stubenhockerl. habe ich schon gründlich satt! Ich weiß schon gar nicht mehr, wie eiu rechtes Stück „Arbeit" aussicht; und dasitzen und vom Kapital zehren, das fft kein Geschäft für mich, lieber Freund! Eine Goldgrube wird auch einmal leer!" „Wer fährt noch?" fragte Sanwel. „Weiß der Teufel ... ich sollte mit Moffchele Byk zusamnten fahren; jetzt aber fahren wir stlbdritt.. So wahr ich lebe, ich . freue mich, daß du mitfährst. Hatte ich voriges Jahr einen Partner wie du gehabt, ich hätte ein Vermögen machen können!" „Also, waim willst du fahren?" unterbrach Samvel. „Noch heute!" „Abgemacht! Ich gehe mch -Hause, mich für die Reise vor- Mbeveiten!" lAovttetzung folgt.)

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