Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2596 (16.5.1926)
- Date
- 1926-05-16
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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GMe 8 16. Mai 1926 Dien, Evnnkig xjjbhl Dr* Moffbauen durch Entfettungs -Tabletten Dieselben sind von bester Wirkung, angenehmem Oe» schmack, vollständig antehftdlfch, stellen eine schlanke, graziöse Figur her, ohne Diätzwang oder Aendernng der Lebensweise. Prompte OewichtSabnahnte. Vom Volksgesundheitsamt bewilligt Nr. 911 Kein Abführmittel Keine Schilddrüse Depot: Apotheke „Zum Römischen Ktfser\ Wien, i., Wollten« 13 Unfall zweier rierbSnvIger in einem AIrkns. Aus Paris wiw uns getnelbet: In einem Wanderzirkus in Versailles stürzte ein brcJjle11ei Wolf auf feinen Bändiger los und biß ihn mchrnmls in den linken Oberarm. Kaum war der Verletzte ins Hospital geschafft nnd eben hatte sich das Publikum von der Aufregung etlvas erholt, als eine Löwin w i l d wurde urrd ihrer Bändigerin einen schweren Tatzenhieb in den Rücken und in den Oberschenkel bc krachte. Sehr schwer verletzt mußte auch diese Tierböndigerm ins Hospital gebracht werden. Eine fapanifche Malerin ohne Arme. In Tokio wurde in den vergangenen Wochen eine Kunst- Uusstellunig eröffnet, deren Bilder in wenigen Tagen ausverkanft waren, ein Fall, der sonst in Japan ebensowenig wie bei uns einzutreten pflegt. Die Gründe für diesen reißenden Absatz waren zweierlei: erstens waren die Bilder tatsächlich hervorragend gut nnd Zweitens steht die Malerin Aoneko Aamagnchi, die die Bilder gemalt hat, in ihrer Art wohl einzig da — sie ist arm* Io§. lieber ihr Schicksal erzählt man folgendes: Als Tochter eines kleinen Reisbanern, der insgesamt sieben Kinder hatte, wurde sie nach Tokio in ein Geishahaus geschickt. Sie hielt sich dort sehr brav, versorgte die Familie sogar mit Geld, und so gestaltete man ihr, wöcheutlich einmal yeimzukehren und zu Hause zu schlafen. Als sie nun wiederum eines Tages zu Hause weilte, wurde in 'be? Nacht der alle 33 ater, öo nt Wahnsinn be falle n, erdolchte die sechs G e sch w ft c; der Geisha mit seinem Reismeffer und schnitt ihr, die im Erwachen dem Vater die Arme enrgegenstreckte, diese an den Schultergelenken ab. Das arme Mädchen schwebte lange .Zeit zwischen Tod und Loben. Einem japanischen Journalisten erzählte sie jetzt:. Meine Zukunft war dunkel. das Geishahaus wollte mich nicht mehr, und der Onkel, der mich aufnahm, war selbst in armer Mann. Doch jetzt bin ich glücklich darüber, daß ich keine Geisha werden mußte. Ich lernte malen, indem ich den Pinses zwischen den Zähnen hielt, und wünsche, mir kein besseres Leben." Tatsächlich hat sie mit eiserner Energie und zäher Ausdauer ett der Kunst, den Pinsel mit dem Mund zu sichren, eine derqxt technische Vollkommenheit erreicht, daß es chr leicht wurde, die Eingebungen chres künstlerischen Sinnes aus diesem Wege-sichtbar zu machen. Sie mffcht nnd tuscht mit einer graziösen GÄvanidtheit, die die Zuseher in Helles Staunen geraten laß:, und auch in der Geschwindigkeit chrer Arbeit sicht sie den Kollegen, die mit der Hand malen, in keiner Weise nach. 22 I ah r e hat sie gebraucht, um sich derart zu vollenden. Heute ist sie 37 Jahrte atz. , Kleines Allerlei. Prangen werden viel Ater als Tiere. So werden alt: Die Rebe 30 Jahre, die Rose 40 Jechre, der Efeu 440 Jahre, der Wachholder 510 Jahre, die Tannen 300 bis 400 Jahre, die Buche 900 Jahre, die Linden bis 1000 Jahrs, Eichen ifrft 1000 Jahre. Als die ältesten Bäüme der Erde' gelten ein Drachenbaum auf Teneriffa und eine Zypresse im mexikanischen Jndianerdorf Santa Maria del Tnle, die man beide aus 5000 bis 6000 Jochre schätzt. * Das erste menschliche Werkzeug, daabsichtsvoll angefertigt wurde, ist der Urfaustkerl. Er enfftand, indem von einem Feuersteinknollen mittels eines zweiten kugeligen Steines abwechselnd nach rechts und links kleine Splitter abgeschlagen wurden. * In einem Bienenkorb befinden sich i-m Sommer zwischen 40.000 und 50XXX) Bienen.. * Die Sprache, die am meisten gesprochen wird, ist ch i n e s i s ch. 400,000XXX) Menschen bedienen sich dieser Sprache. » - ' Bei den Massai Negern in Ostafrika rasiert die Frau ihr Haar glatt ab; der Mann aber läßt sich einen langen Zopf wachsen. Bubiköpfe gibt's dort keine, * Ein Eisberg, der 100 Meter über den Meeresspiegel emporragt, ist in Wirklichkeit 800 Meter hoch, denn er taucht um das Siebenfache seiner sichtbaren oberen Höhe in das Meer hinab. Darum weichen ihnen die Schiffe so sorgsam aus. Glauben Sie nicht bevor Sie sich nicht folvst durch einen Versuch überzeugt hoben. Di« Synchese: Allerbeste Qualität und alternlehrigster Preis ist sttten, jedoch erreicht durch das Warenhaus Brüder Tchiffmann, 3. Bez., Taborstraße 48. 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Der König hat die Demission nicht angenommen nnd den Ministerpräsidenten mit der Aufgabe betraut, eine parlamentarische Mehrheit in der Skupschtlna zu finden. Der FuSenlag in Szernowitz. Das Wahlbündnis der jüdischen Einheitspartei mit der Averescu- Gruppe. — Das jüdische TenatSmandat gesichert. Lzernowrh, 15. Mai. Auf Grttnd der einstimmigen Beschlüsse des vor einigen Tagett abgehaltenen Judentages hat die jüdische Einheitspartei untcr Führung des Geranten der Czernowitzer Kultnsgemeinde, Dr. Mayer Ebner, mit der Averescu-Grnppe ein * Bündnis für die kommenden Parlamentswahlen abgeschlossen. Auch das jüdische Senatsmandat wurde gesichert, in dem die Regierung und die verbündeten Parteien btt Averescu-Rumänvn, der Deutschen und der Ukrainer zusammen mit dem Bürgermeister der Stadt Czernowitz, Prof. Sbiera, die Verpflichtung übernahmen, den Juden das Mandat im Senat zu sichern. Morarerm und ßodremm verhaftet. Czernowitz, 12. Mai. (I. T. A.) Auf der Liste der Euza- Pariei kandidieren ins Parlament der berüchtigte Leutnant Morarescu, der an der Dnjestrgrenze zahlreiche jüdische Flüchtlinge ermordet und a.usqeraubt hat, dann aber von einen! Kriegsgericht frciaesproch.'ll wurde, sowie Zeles EoÄreanu, der den Jassyer Präsidenten Memcin ermordet hat, weil er die bedrohten südifchen Studenten in Schutz nahm. Die beiden Mörder führen eine btmrünstige antisemitische Propaganda. Morarescu führt ganze Wagen mit F l n g; e t te l n mit sich, deren Inhalt in dem Hetzrnf „Tod den Juden!" gipfelt. In S t e r o z y n e tz erklärte er öffentlich: ch habe 130 Morde begangen nnd habe mich immer zu rechtfertigen gewußt. Ich tvcrdc auch in Storozhnetz Erfolg haben." Der Präfekt von Storozynetz, Lnng ul e a c, ließ Morarescu verhaften. Nach einer Meldung des „Viitorul" wurde Zessea Codreanu in Focschani verhaftet, da er dem dortigen Präfekten drohte, er werde ihn gerade so erschießen wie seinerzeit den Präfekten M a n c i«. Inland. Parlamentarische Erledigung des Handelsvertrages mit llugarn. Bon der Absicht, in der kommenden Woche eine NationalratSsitzung abzuhalten, ist man abgekormnen. Es werden nur Ausschüsse tagen, um vor allem den Handelsvertrag mit Ungarn und das Zusatzprotokoll zum italienischen Handelsnnd Schis.sahrtsver trag durchzuberaten. Die Regierung.scheint Wert darauf zu legen, daß die beiden Verträge ehestens vonl Parlament erledigt werden. Dieser Handelsvertrag und das Zusatzprotokoll nebst einigen kleineren Vorlagen iverden die Tagesordnung der nächsten Sitzung des Na t io n a l r ales bilden, die für Donnerstag den 27. d. in Aussicht genommen ist. Die Frage, ob das von dem Abgeordneten Schönsteiner ausgeavbcitete Referat über die M i e r e n g e s e tz n o v elle von der Staatskorrespondenz veröffentlicht werdet! dürfe, beschäftigte gestern die drei Präsidenten des Nationalrates. Das Präsidium des Hauses wird in dieser Sache keinen Schritt Unternehmen und die Austragung des Streites wegen der Wahl des Berichterstatters Schönsteiner dem Mietenansf ch u ß überlassen. Dadurch hak die Opposition jedenfalls Stoff für formale Debatten erhalten. Erhöhung der Gütertarife. Der Hauptansfchuß hält Donnerstag eine Sitzung ah. Auf der Tagesordnung stehen u. a. die Durchführungsverordnung über den M i l ch; o l l; der Notenwechsel mit der Schweiz betreffend ben Milchzoff und Verordnung betreffend Abänderung des Gütertarifes der Bundesbahnen UM der vom Bund betriebenen Privatbahnen und schließlich die Verordnung der Bundesregierung betreffend das Statut für das Ehrenzeichen für Verdienste um die R ep u bl i k Oe ste rr e i ch Ir. Bavrerka beim Bundesvrüftdente«. Der neuernannte Gesandte der tschechoslowakischen Republik, Hugo 'V a y r e c k a, ist gestern uni halb 1 Uhr mittags beim VuMespräsidenteu Dr. Ha i n isch erschienen, um ihm sein Beglaubigungsschreiben zu überreichen. Eine Ghreukompagnie leistete bei der An- und Abfahrt unter ten Klängen der tschechoslowakischen Nationalhymne die Ehrenbezeigung. Bei der Ueberreichung des Beglaubigungsschreibens, die nach Austausch freundschaftlicher Ansprachen stattfand, intervenierten Vizekanzler Dr. W aber und der Vorstand der Präsidentschastskanzlei, Sektionschef Doktor Löwe nt las. 8i 6; Vvä’ r d e n ge s ü n <i Lrauville in der Kllnitnerstraße. Strandschau beim Zwieback. Deanville, Lido, Biarritz, Heringsdorf, Warnemünde . . . Träunte von goldener Sonne, blauem Gestade, brennendem Sand, gleißnerischem Luxus, Frauen edelster Zucht, apart nnd zart wie Treibhattspflanzen. In dieses Paradies fühlt nvan sich hinein,gezaubert, wenn man einer Bademodeschau bei Zwieback m der Kärtnerstraße beiwohnt. Reizende Mannequins in raffiniert komponierten Badeanzügen, Trikots, Capes und Pyjamas ziehen vorüber. AZenn sie schon längst dem Auge entschwunden sind, zieht ihnen das .Herz und die Sehnsucht nach weit, tveit zur ekvigen Sonne, zttm blauen Gestade, znnt brennenden Sand nach Teanville, Biarritz, an den Lido . . . Die stetig wechselnde Mode hat sich auch der Bade- und' Strandkleidnng bemächtigt und lanciert heuer ganz besonders entzückende Dinge. Große Buntheit, und auffallende Dsssins sind für heuer charakteristisch. Eine Errungenschaft der Saison ist das B a d e k o m p l e t. Es besteht aus einem Badeanzug llnd einem Cape oder Mantel. Für den Anzug wich hauptsächlich Wolltrikot verwendet. Reizend ist die amerikanische „Step i»"-Fasson, ans einem Oberteil in ombrierren Streisendessins und ilnifavbenem Höschen bestehend. Ein Guntniigürtel vervollständigt den knabenhaften Eindruck. Die Bademäntel ans Frottierstvfs sind einsärbig oder dessiniert, vielfach mit nberans originellen nnd dem Strandcharakter ongepaßien Stickereien geschnmckt. Aber.anch Velour, wie zum Beispiel Crepe Orleans, wird für diese Mäntel verwendet. Schr en Vogue sind große Badennchängetücher, aus Frotte und Velours, einfarbig und gentustert, mit schönen, langen Fransen. Die Farben sind von lebhafter Heiterkeit: Kräftiges Gelb und Orange, Feu, Chartrense, ein sattes Mau, Maigrün. Streisendessins sind sehr bliebt. Man sieht auch Zackenmuster und Dessins, die sich dem Kubismus nähern. Für Strandkostüme wird Taft, schwarz und in bunten Farben, wiederum gerne getragen. Die.Badepyjamas haben sich Heuer wiederum vervollkommt und ntachen n-eiben den Badokoslümen einen geradszu spießbürgerlichen Eindruck. Dann braucht die verwöhnte, verzärtelte Frcm, mn comme il faul zu sein, eine klein« Spielerei, etwa einen Teddybär aus Kautschuk, den ste herzt und kolst. Der Mann von Welt hövt dann immer nur: Ist er nicht .goldig, einzig, süß? Der Teddybär nämlich. Da kannst du gar nichts machen. Jedes Koftünr hat seinen Namen nach einem anderen sashionablen Badeort. Ganz verschämt Hört man hie nnd da Kritzendovf, Greisenstym, Klosterneuburg. Die Modelle sind nicht minder schön, Sand, Wasser und blauen Himmel gibt «stauch am Donauftvand. Und die Wienerin? Man brgucht wirklich nicht nach Deanville zu gehen... . R. S. zionistische Bezirkrsettion Msergmnd. Donnerstag dm 20. b. findet um 8 Uhr abends im> Cafe City, 9. Bez., Porzellangasse 1 (Ecke Berggasse) ein zionistisches Meeting anläßlich der Jjar-Aktion statt, lieber die „Zukunft der In den-in Palästina nnd in der Diaspora" werden sprechen: Frau Anitta Müller- Cohen, Herr Rabbiner Dr. Z. A. Schwarz, Herr Doktor Josef Löwen herz, Vizepräsident d^r israelitischen Kultusgememde, Herr Dr. .Georg Weiner, Bezirksrat. Munle Wett. Amersiilmifche Autodiebe. Daß die Amerikaner die Antos nicht nur int großen fabrizieren, sondern auch — stehlen, wird nicht jeder biedere Autobefitzer wissen. Tatsächlich blüht der amerikanische Automobikdiebstcchl heut« gerade so, wie vor vieleu Jahren der Pfevdedivbstahl im Schwange war; das geht vor allen Din,gen aus den Foststettungen einer amerikanischen Agetttnr hervor, die sich ausschließlich mit der Ermittlung von Autodieben befaßt und in -deren Listen nicht lveniger als 6600 notorische Spezialisten in diesem modernen Diebesfach figurieren. Die gleiche Agentur, die übrigens von lzahlreichen Versicherungsgesellschaften unterstützt wivd, führt auch eine Sammlung von Photographien, die rund 1600 überführt« Autodiebe im Bilde .chevhervlicht". Bon den 6600 notorischen Antodieiben sind nicht einmal die Hälfte eingesperrt; di« anderen sind. in Freiheit —- und stehlen weiter. Mit welchem Erfolg, beweisen einige Ziffern, die die amerikanische Händlevvereinignng zusammengestellt hat. Danach wurden im Jahre 1924 in Now-Bork 10.064, in Detroit 7187, in Los Angeles 7326, in San Franzisko 3267 und in St. Louis 3440 Autonlobile gestohlen. In 28 Städten, für die Echebungen angestellt -wttrdeu, wurden insgesamt 67LS1 Automobile gestohlen, von denen 47.848 tvivder belgebrächt wurden. Echt amerikanisch... Rot« Diamant nnd blauer Diamant. Man hat vor wenigen Tagen bei Äimberley tn Südafrika, dem Diamantenland, einen roten Diamanten gefunden. Dieser Diamant ist ziemlich klein, über da die roten Diamanten sehr selten sind, so schätzt man seinen Wert auf 18.000 Mark. In Frankreich besaß man einst einen blauen Diamanten. Ludwig der Vierzehnte kaufte Hn, aber er wurde im Jahre 1782 mm einer Diebsbande gestohlen, die ein gewisser Paul Miette a«- führte. Die Regierung des Direktoriums zeigte sich «nLarmherzig, und so wurden im Jahre 1787 fünf der Diebe deS blauen Diamanten zmu Tode wemriM.