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Wiener Morgenzeitung · 1926-05-16 · Heft 2596 (16.5.1926) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2596 (16.5.1926)
Date
1926-05-16
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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©efte 6 SffTon, roitm-, avck I# bett schwersten Fällen, sowie Frostbeulen, bewach?-- und Schwielenbildung werden unter Garantie in der seit 30 ^nlmn mit deninodernsten Hilfsmitteln eingerichteten ort ovädi chenMeßmrd Scbuhanstkrlt Andrea? Reich. VI, Mariabtlferstraße Nr.103,behoben. Dieser Spezialist arbeitet fttrge undeF ße nicht? Aas Museum für Agrikultur und Ratorwifsenschakt in Jerusalem. Der nette Museumskatalog. Eine schöne Lag-Baomcr-Gabe, dieser kleine Katalog tiber das naturhistorische Museum iir Jerusalem, der wir der Erlösung des jüdischen Bodens und von der nerien Verbundenheit des Volkes mit der Natur erzählt. Nnückfremdbert, ja Nakrrfeindschaft waren die sichtbarsten Zeichen der Galuth. Nicht mir wirlschastlich bedeutet die Rückkehr zu bäuerlichen Berufen und zur Nairrr eine Ncuaissance des Volkes. Me Werte, die die jüdische Freiheit in Palästina schaffen wird, werden ans der neuen Urspriinglichkeii und Naturnähe heworgchen. Darunl ist das Museum für Agrikttltur und Naülrgeschichte, über -essen Sammlungen ein kleiner Katalog berichtet, für uns eines der erfreulichsten Symptome der Entwicklung der jüdischen Arbeit in Palästina. Der Katalog des Museuins erschien in zwei Sprachen, in der hebräischen und englischen. Aus dem Vorwort -es Direktors des Museums, I. Ettinger, nnd der Einleitung seines ersten Mitarbeiters, Dr. I. Mi'bashan, erfahren wir die Gründungsgeschichte des Museums. Im Jahre 1919' eröffnete Ettinger, der Leiter des Kolonisationsdepartenrents der Zionistischen Organisation in Jaffa eine Agrikulturausstellung, die hauptsächlich zwei Aufgaben hatte. Zunächst sollten die Kolonisten und die Arbeiter selbst neue landwirtschaftliche Methoden -kennen lernen und andererseits sollte die Ausstellung der Palästinensischen Regiemng die Möglichkeit geben, sich von den Erfolgen der jüdischen Arbeit zu überzeugen. Um beiden Aufgaben gerecht zu werden, mußten sowohl Erzeugnisse des Landes gesammelt und gezeigt, als auch ausländische Maschinen, landwirtschaftliche Geräte und Aehnliches ausgestellt werden. So wurde diese Ausstellung in Jaffa zum Kern des künftigen Museums. Schon im nächsten Jahre, 1920, wurde diese Ausstellung als Museum für Agrikultur und Naturwissenschaft nach Jerusalem übertragen. Das Museum wird vom Keren Hajessod finanziert und geleitet. E^' bezweckt die vollständige Sammlung aller Arten dgr Naturschätze Palästinas, das ist der Flora, Fauna, der Mineralien und der' Fossilien, ferner aller landwirtschaftlichen Erzeugnisse der jüdischen Kolonisation und die Ausstellung und Aufbewahrung des gesammelten Materials nach wissenschaftlichen Gesichtspunkten. Das Museum zerfällt in zehn Abteilungen, und zwar: 1. Abteilung für Traubenkultirrr, die 40 verschiedene. Traubenarten enthält; 2. Früchtesektion, umfaßt sowohl alle. Arten der.palästinensischen, als auch viele Gattungen der europäischen Früchke und karDier?e" Früchte/ die von der Entwicklungsmöglichkeit dieses Industriezweiges in Palästina zeugen; 3. Die Waldsektion, in der über 70 Arten von Bäumen aufgestellt sind, darunter viele aus fremden Ländern, so Aegypten, Italien, Frankreich, Kalifornien Australien, die zur Neuausforstung des Landes von Baron Rothschild und dann vom Kolomsattonsdepartement der Zionistischen Organisation eingeführt wurden; 4. Abteilung für allgemeine Bodenkultur, die alle Arten von Feldfrüchten umfaßt, die in Palästina angebaut werden; 5. Die Flora von Palästina. In dieser Abteilung sind tausend Arten von Pflanzen getrocknet und angeordnet in Herbarien gesammelt; 6. Geologische Sektion. Enthält mehrere tausend Arten von Mineralien und Fossilien aus neuer und älter Zeit, die in zwei Räumen aufgestellt sind. Darunter find' viele Mineralien, die Perspektiven für die ökonomische Entwicklung des Landes eröffn: Salz, Gips, Phosphat und Bitumen aus dem Jordantal, wunderschöner Marmor aus Obergaliläa und Kall ans dem Gebirge mn Jerusalem; 7. Zoologische Sektion, in der 200 Arien palästinensischer Vögel bis MN kleinsten Kolibri des Jsrdantales zu sehen sind. 8. Die enthmologische Abteilung, in der 500 Arten von Insekten aufgcnadelt sind und in Nastaun konserviert werden. 9. Die Abteilung der lokalen Produkte, in der einige wichtige landwirtschaftliche Jndustrieprodukte ausgestellt sind; 10. Eine Sammlung von wiffenschaftkichen Illustrationen -in Aquarellen, die künstlerisch cmsgeführt find. In dieser Abteilung befinden sich auch viele Photographien und Landkarten. Das Museum enthält auch eine Bibliothek, die über 1000 Bände und nahe an 4000 krrze naturwissenschaftliche Bulletins in meihveren Sprachen zählt. Für dieses Museum, das, wie aus diesem Berich hervorgeht, schon wirklich den Namen eines ernsten wissenschaftlichen Instituts verdient, gibt sich in Palästina und den Ländern der Galuth ein großes Interesse kund. Bisher haben das Museum zirka 27.000 Personen besucht. Allein im Jahre 1925 besuchten das Museum 6000 Personen. Darunter viele Stu-. denten und Lehrer hebräischer und arabischer Schulen. Neben der erzieherischen Aufgäbe will auch das Museum dem Keren Hajessod dienen, indem es von Zei! zu Zeit seine Propaganda durch Verstellung neuer Photographien aus dom Lande unterstützt. D!e Juden der ganzen Welt, denen das Wohl Palästinas am Herzen lägt, haben jetzt die Pflicht, ihrem Interesse für diese wichtige Institution praktisch Ausdruck 311 geben. Durch Uebersendnng von Materialien und durch finanzielle Unterstützung. Heute muß aller Zionismus und jedes Interesse tätige Hckst bedeuten. Ws-rrrr.' MdüMmettuttz, Pitt Bericht über das jüdische Emigrations« wesen an den Weltkongvesr für Emigration. Am 18. d. wird in 2 0 n d 0 n der Weltkongreß der Emigration eröffnet werden. Ter Sekretär des inte r nationalen G e w e r k s ch a f t s v e r b a n d e s, Jvhu W. B r 0 w n, hat für den Kongreß einen allgemeinen Bericht unter dem Titel „Weltwanderung und Arbr:t" vorbereitet: der Bericht widmet einen entsprechenden R.nim Problem der jüdischen Wanderung, insbesondere der E i n w a n d e r u n 0 n c ch P a l ä st i n a. Es wird festgestellt, ^aß von 1920 bis 1924 etwa 50.000 Juden Nach Palästina ekngewanderi sind. Häupt'ächlich kamen die Einwanderer aus Polen und Rußland. Die S ö w i e t r e g i e r u n g erteilte bis 'En de 1923 keint A u s re i se e r la u b nisse, die Einwänderer aus Rußland reisten illegal.' Im Jahre 1924 kamen ans R u ß I a n d 3112, aus Polen 6670, aus anderen Ländern 7660 Juden. Gegenwärtig wird es den Juden loicbcrunt schwerer gemacht, Rußland zu verlassen. Jetzt wandern nach Palästina durchschnittlich 3500 Juden im Monat ein. Die Einwanderung in den ersten neun Monaten 1925 betrug 27.004. Aus Rußland dürfen nur diejenigen Inden nach Palästina gehen, die wegen ihrer Zugehörigkeit zu den Zionisten oder den Zionisten-Sozialisten des Landes verwiesen werden. Die polnische Einwanderung steigt infolge der schweren wirtschaftlichen und politischen.Lage der Inden in Polen. Das Jahr 1925 hat eine starke Zunahme der Fomisieneinwanderung erbracht. Der Bericht hält sich bei der neuen Jmmigrationsovdnung vom Juni 1925 aus und zitiert die Beschwerde der Allgemeinen Arlditerföderativn Palästinas (Histadruth Haowdm), daß dieses EinwanderungsAZsetz dir Juden unter Mißachtung der Balsour-Deklaration als Ausländer behandelt. Es wird daraus 'hingewiesen, daß die Juden aus Polen und Rumänien, die nach Palästinagethen, zunächst ihre frühere Staatsangehörigkeit aufgeben, sich durch langwierige Arbeit für Plästina ausbrlden. Wenn man ihnen, obwohl sie im Besitze des Visums sind, die Erlaubnis zur Einreise vorenthält, so ist dies eine große Härte für einen Einwinderer, der sich mehrere Jahre für die neue Arbeit vorbereitet, und sich vielleicht das Reisegeld erst hat ausborgen müssen. Da das gegenwärtige Einwanderungsgesetz im Widerspruch' §u den Satzungen des Mandates steht, fordert -der Kongreß dessen Annullierung. Die Arbeiterföderation Palästinas wandte sich an die britischen Genossen und die Genossen der Internationale mit der Bitte, ihren Einfluß dahin auszuüiben, -daß das Gesetz.annulliert wird. Das Komitee des jüdischen Arbeiterverbandes Palästinas erwartet eine starke^ Einwanderung aus Rußland und wstnscht, daß die Hälfte der Einwanderungsquoterl den Chaluzim aus Rußland reserviert wird. ' Der Bericht Browns schließt mit der Feststellung, >daß sich die jüdische Bevölkerung Palästinas in fünf Jahren -mehr als verdoppelt hat. Gegenwärtig nimmt sie jährlich um 30 Prozent zu. Sie zeigt eine große Aktivität ans allen Gebieten. Die neuen Siedler bringen einen großen Enthusiasmus mit. Den Arabern g e ge n ü6c r wird eine P 0l i t i k d e s W 0 h l w 0 l l e n s b.e t r i e b e n. Tel-Awiw entwickelt sich, so glaubt man, zum bedeutendsten Industriezentrum des mittleren Ostens. Sobald Palästina über einen modernen Hafen verfügen wird, wird dieses Land das Z e nt r u m d e s Handels immittleren Osten werden. Man erwartet, daß die jüdischen landwirtschaftlichen Kolonien im vorigen Jahre sich soweit 'herauseritwickelt halben werden, daß sie ohne jede Außenhilfe werden bestehen können. . Die EinUmnderunttseinfchränkung in den Neberfee ländern. Der Bericht des Sekretärs der Internationalen Gewerkschaften JchnW. Brown an den WelÄvanderungskongreß behandelt auch die allgemeinenjüdischen.Wander u n g s f x a g c n und stellt fest, daß der Weltkrieg auf die jüdische Bevölkerung Europas z erst ö r e n d gewirkt uni, das AuÄwanderungsbedüvfnis gestärkt hat. Der Antisemitismus, die politischen und noch mehr wirtschaftlichen Umwälzungen nach dem Kriege haben dieses Bedürfnis noch gesteigert. Der jüdische Emigrationsstrom nach den Bereinigten Staaten wurde schon durch die I m m i g ra t i 0 nsb i ll von 1W1 stark gehemmt und durch die Bill von 1924 ka tast rop ha l; u rückg e st oßen. Im Jahre 1920 gingen 90.000 Juden über die europäischen Häfen nach Ueberseeländern. Die jüdischen Ha uP t e m i g ra t i onsze n tre n für Palästina sind Warschau, Kowno, Riga, Lemberg, Bukarest. Durchwandevungszentren sind Kon>ft.ullinopel, Berliu, Czerncwitz. Nie NeiMeniMevwahlen in Berlin. Berlin, 15. Mai. Morgen finden hier die Wahlen zur Repräsentantenversailunluttg der jüdischen Gemeinde statt. An den Wahlen nehmen sechs Parteien teil, von denen zwei, die jüdische Volkspartei und die religiöse Mittelpartei, miteinander verbunden sind. Die jüdische Bolkspartei stellt/ eine Liste voll 35 Kandidaten aus. Listenführer ist Rechtsanwalt Dr. Alfred Klee. Ter Wahlvorschlag der Poale Zion umfaßt 1,0 Name", Lislenlührer ist der sozialdeinvkratische Reichstagsabgeordnete Dr. Oskar C v hn. W. Mät Nr. - Kultusgemelndewahlen lu Lim. Nach sielxmjähriger Pause finden heute die Wahlen in den Linzer Knltusvorstand statt. Nach zwei... i.nm Wahlkompronu'ß gehen diesmal die Wahlen im Zeichm des Wahlkanipfes zwischen dell von den Zionisten geführten vvlksbewußten Juden und den Erben der de:. /raelilischen, Alttiberalm vor sich. Die Zionisten h.Tn an die. jüdische Wählerschaft einen Aufruf erlassm, in tvelchem es unter anderem heißt: Nach jahrelanger Frist babt ihr wieder zu entscheiden, in: welcher Richtung sich unser jüdisches Geineiikweisen weiter enlwickÄn soll und werdet ihr durch die ^Vbgaibe des StinmWttcks eme Einstellung Mn Judentum und zum jüdischen Volke manifestieren. Ms bisherige Minorität konnte die zionistisäie Fraktion naturgemäß ihre Postuiate im Kampfe gegen den Geist der bisherigen Majorität nur in. bescheidenem Maße durchsetzen^ An euch jüdischen Wahlem liegt es nun, durch werktätige Svmpathie und treue Gefolgschaft uns zn legitimieren, unser Progranun zum Wolste.unserer Gemeinde zu verwirklichen. Gcht es doch darum, die Kultusgemeinde zum Hort und zur Pflegestätte jüdtsckier Kultur zu erheben, und so den tiessozialen Geist unseres altehrwurdigen Schrifttums ftir die fernste Generation zn verankern. Jüdische Mitbürger! In diese>l sieben Jahren haben die zionistischen Mandatare den Beweis erbracht, tme ernst es ihnen ist um alle jüdischen Werte, haben erwiesen, daß ihre Begeisterung selbstlos und nachhcrltend eine heilige Flamme, ist, genährt von der Ehrfurcht vor der jüdischen Vergallgenheu nnd von dem unerschütterlichen Glauben an die beglückende,. jüdische Zukunft! Juden! Wenn ihr wollt, daß unsere Gmreinde ein lebendiges Glied des ganzen iüdüschen Volkes sei, daß unsere Jugend zu ausrechten, volksbewußten Znden hemnwack'se. erfüllt von wahrliast jüdischen Werten, daß die ehrwürdigen Trrd:5rmnr nnd die alte, heilige Sprache unseres Volkes mit neuen: -eben erfüllt lverde, dann tretet in unsere Reihen! Gestern abends fMd im Lä>ndlersaal in L'iinK eme Versammlung statt, bei tvelcher Oberbauvat Robert Stricker über die Bedeutnng der Wahle« sprach.. Die! Versammlung war sehr stark besucht. katist-liemcllivsclien, wdß und färbig, reich mit Spitze Batist-Hemdhöschen, weiß und färbig, reich mit Spitze S 9.50, Crepe de Chine in modernen Pastellfarben mit Handarbeit S 29.50, Reizende Popelin-Pyjamas 8 39.— im WÄSCHESALON Olga BARON Tel. 71-8-41 I., Seilergasse 3 g Tet. 71-8-4» SSSäSmmännmmämmmmtimmmmmmmmmmam 11—i» m lifiwiwi w w iwi Fügend, Kar-Aktion und ^MerdslKd. Alle Parteien diskutieren die Jugendfrage, überall ist sie Problem. Die zipnistische Jugendarbeit litt bisher an der „Großzügigkeit" der Propaganda; zur unbedingt wichtigsten Arbeit, der ungeheure Opfer fordernden Kleinarbeit der Erziehung,, fand man wenig Menschen. Wie gewinnen wir neue Kräfte, wie kommen wir über-' Haupt an sie heran? Was verlangen tvir? Opfer und wieder Opfer. Was bieten wir? Gelegenheitzu opfern, und dannt Freuden, die so besonderer, so hochstehender Art sind, daß wir von vornherein auf die große Masse verzichten niüssen. Das muß die Grundeinstellung der Zionisten, der alten wie der jungen, sein. Wir werden unsere Anhängerzahl nie über einen gewissen Prozentsatz des Volkes hinaus vermehren können, weil eben die Mehrheit der Menschen, auch der jüdischen, nicht „ideal" eingestellt ist und unsere Betvegung diese Einstellung, unbedingt verlangt. Wird unser Problem nicht so, sondern „praktisch" aufgefaßt, stehen wir vor sogenannten „Krisen" die nichts anderes bedeuten als Reinigung unserer Reihen von Gesinnungsgenossen, die mit den Erfolgen „gewonnen" worden sind und jetzt versagen. Jjar-Mtion bedeutet nur Erhöhung der eigenen Aktivität, bestenfalls Wiedergewinnung alter, guter Gesinnungsfreunde, die vielleicht gerade wegen der nun Abgefallenen arr der Arbeit nicht teilnehmen. Was können die Jllgendlichen für die Organisation tont*? Nicht Scheinerfolge, Scheinanhänger suchen, sondern Einkehr halten. Not tut die stetige Ertveiterung des geistigen Horizontes. Wichtig ist nicht allein Sprache, Geschichte, Literatur, Natur, wichtig ist auch ein lebendiger Zusammenhang mit der jüdischen Gegenwart, und hier wieder nicht allein Erez Israels, sondern des ganzen Volkes. Damit kommen. wir in Gebiete, tvo wir neue Jnipnlse bekommen und geben können. Die jüdische Völkerbundliga stellt ein solches Kampfgebiet dar. Unsere Rechte als künftige Bürger — ob in Erez Israel oder im Galuth —, unsere Pflichten im Rahmen des Volkes, im Rahmen der Welt, hier sehen wir sie in neuem Licht. Dr. Karbach sagte. unlängst zn einigen Jugendführern: „Wir verlangen, daß man in Genf des Palästinamandates gedenkt und sich über die Juden den Kopf zerbricht; ja, haben ivir nicht ans diesem Grunde, schon die Pflicht, auch der anderen Probleme mitlösen zu helfen?" - Wenn nicht schon heute, wo wir noch Bittsteller sind, sicherlich. dann, wo wir freie Bürger unseres Landes, resp. Minoritätsangehörige in der übrigen Welt sein tverdeu. Hier beginnt eine Gesundung in der Auffassung unserer Mission, die schon Gordon angedoutet hat: „Die Sehnsucht des jüdischen Menschen, vom Individuum zur „Menschheit" zu gelangen, war bisnun Haltlosigkeit, nunmehr steht es uns frei, aus der bisnun fiktiven Menschheit als gleichberechtigte Mitglieder in die Bölkergeureinschaft der Erbe, die wirkliche Menschheit, zu gelangen." Wir können also doch nrehr als Freude an Opfern Meten! Wir haben noch wirkliche Agitationsmtttel. Geben wir doch unseren jungen Freunden festen Halt in der Welt. Das läßt uns froh an unsere Ausgaben denke«. Oskar T e ller.

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