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Wiener Morgenzeitung · 1926-05-15 · Heft 2595 (15.5.1926) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2595 (15.5.1926)
Date
1926-05-15
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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wt? mam% Wtufat, SMtfige um Sttfammlungen. ®U#tt Seth. Hamid rasch. S. Be,.. Fer. dinandstraße 88. Heute. 4 Uhrr Lektor Dr. S. Rubin: .Die FamMenreinheit bet den alten Israeliten/ — Z i ontsttsche Kultur gruppe XX, Kark-Meißl-Gtraße 6/1. Heute, 7 Uhr abends, Mitgliederversammlung. Morgen, S llMfrttb, Büchsenaufstellung. V»2 Uhr Ausflug. Bon Mttgliedern eiNgeführte Gäste willkommen. —- Jugendveretn E r e» Israel. Morgen, 2 Uhr nachmittags. AuSffng. Treffpunkt FerdlnandSbrücke (Stadtbahnhaltestelle). Lespoldstädter Bülkrtzeim, 8. Be,.. Zir. luSgasfe 46. 7 Uhr r Prof. Dr. Ferdinand G r o s s e r t Die Umgebung von Paris (mit Lichtbildern). Eintritt frei. Kaufmännischer UnterstützMgSVerein Osten. Die 4ä. ordenlliche Generalversammlung findet am 26. d. im Vereinshause. 2. Beg., Herminengasse 16, um 6 Uhr aibends statt. Taaesordnuing: 1. Erstattung des VertvaltunySberichiteS. 2. Wahlen. 3. Eventuelles. Versammlung der HebrRschsprechendeu. Donnerstag den 20 d. um 6 Uhr nachmittags wichtige Versammlung aller -Hebraisten im Lokale, 2. Beg., Glockengasse 30. Hebräische Lehrer, Schüler des Gymnasiums, Pädagogiums und andere wollen erscheinen. Es steht eine wichtige, kulturelle Aktion bevor. Die Lesehalle des'jüdische« Jugendheimes für die westlichen Bezirke, 16. Bez., Herklotzgass-e 21, ist db heute täglich von 7 vis 10 Uhr abends gevffn-et. Die feierliche Eröffnung erfolgt in den nächsten Tagen. Zionistische Bezirkssektion Brigittenau. Samstag im Cafe Neptun, 20. Bez., Gaußplatz 7, um halb 8 Uhr Vortrag von Serrn Fr. Michael Gold stein Wer „Talmud isch^ Rechte". onntag um 7 Uhr im Bethaus Ausche Dach Wu^edek, 20. Bez., Traunfelsgosse 3, Schekelverfammlung. Referent Herr AM Taubes. l Kunst. Bühne. Buch. / yedenkabend Kr Schalom Alrichrm. Die Jüdische Bolksbibliochek Zion veranstaltete am 18. d. aus Anlaß des 10. Todestages von Schalom Alvjchem in den dichtgefüllten Olympiasälen eine Gedenkfeier für Schalom Alejchem, die im Sinne der letztwilligen Verfügung des -großen Volksdichters einen durchaus heiteren Charakter trug. In feiner einleitenden Ansprache erinnerte Schriftsteller M. Groß an das Testament Schalom Alejchems ^welches die „Wiener Morgenzeitung" in ihrer Ausgabe vom 13. d. veröffentlicht hat). Man dürfe sich nicht der Trauer um den vorzeitigen Verlust des größten jüdischen Humoristen hingeben. Er habe verlangt, daß man an seinem Todestage seines Namens lachend gedenke und seine allerfröhlichsle Erzählung vorlese. Groß würdigte dann die Bedeutung Schalom Alejchems, der den Schundroman und die nachteilige Wirkung der HaSkala in der jüdischen Literatur durch sein Werk erfolgreich bekämpft, habe, erläuterte die Vorzüge seines einzigartigen Stils und zog feinsinni-g eine Parallele zwischen Schalom Alejchem und Perez. Die künstlerischen Darbietungen wurden mit der dramatischen Szene „Beim Doktor" eröffnet und mit der Komödie „Maseltow" geschlossen. Beide Stücke wurden von bewährten, jüdischen Schauspielern, den Damen Meisels, We i n t ra u b - G r a f, Weiß der g. sowie den Herren Jcna Reismann, B. Mittler, D. Nachbar. N. Meisels, S. Podzamze und Benzroll S: g a l I überaus wirkungsvoll gespie.:, der Letzt-genannte zeichnete sich in der dramatisierten Skizze , Beim Doktor" ganz d-sonders aus. Auch die Vorlesung des Herrn Samuel Schwager und die Gesangsvorträge des Herrn Oberkantor Gerson Margul -ies, -der unter anderem Schalom Alejchems schlaf, mein Kind" wunderschön sang, fanden stürmischest Beifall. Es war eiste würdige Schalvm- Alejchem^Fcier. ' Mische Musik durch Rudi». Ein hebräisches Konzert der radiotelephonischen Zentrale Roms. (Eigendienst der „Wiener Worgeirzeitung".) Rom, 16. Mai. Das wachsende Interesse für die jüdischen Probleme und besonders für jüdische Kunst und Literatur unter den intellektuellen Kreisen Italiens hat die radiotelephonische Zentrale Noms veranlaßt, ihren Abonnenten ein hebräisches Konzert zu bieten, Am 19. d. um 9 Uhr abends wird Fräulein Lha S ch w a r tz (Sopran) folgende Lieder in hebräischer Sprache singen: ,Minhag hadasch" von Bialik, Musik von I. Engel; ,,Oroth holmim" von Ben I z ch a k, Mllsik von I. 21 ch r o n, und das Volkslied „Heder katan". Aus den Theatern. Burglheater. Moraen, 3 Uhr nachmittags, „Der -ewige Jüngliu 8", ‘/,8 Uhr abends .D i e fünf Frankfurts xu (Abonnement V. Gruppe). 311 a b c tu t e t b c o t«t. Morgen. 3 Uhr nachrniftags, „Set Querulan i", l(t8 Uhr abends „Jugendfreund e"., Overntd « ater Morgen. V,7 Uhr abends. „Der N o s e n k a v a l t e r". V o l t s o p e r. Morgen Sonntag ' gelangt, „Der B o g e l h ä n d l e r" zur Wiederholung. Deutsches V o t t s r b e a t « r. Leute, 8 Uhr abends, deuische Uraufführung von Sacha Guttrus Lustspiel .1 7 1 ö F i n u c s". Als NachrtttktagSvor"e!lUttgerr llbr) gehen heute RestroyS Posse E"u l e n s p i e g e l* und morgen Lengyels „T a i f u rt" in Szene. T b e a l e r in d v r I o i e t ft a b t. Heute. 8 Ubr abends, Prem ere von O'Neill» Schauspiel „Kaiser Jones". L u st s v t e l t h e a t e r. Die Vqistellungen der Revue „R u rr p um die 3t i e s e" beginnen um 8 Uhr. Sonntag nachmittags „R o t k ä p p ch e n". Mle«rr Mskstr«M,ma VkWtchStttt. H«ute stndei die letzte Vorstellung der Rovuecherette „Journal der Liebe" statt. In dieser Vorstellung verabschiedet sich Klara K a r r y. 3lb Sonntag den 16. ch. gelangt allabendlich „Gräfin Mariza" zur Auffrchrung. « dklmi Marlow, die geschätzte Wiener Soubreiw, ist nach kurzer Krattkbeit in Hagen (Westfalen) geistorben. Tie populäre Kunstlerm. die mit ihrem bürgerlichen Namen Hcrminc Baß hieß, wird in Wien bestattet werden. « Der Bun-esprLstdent im Oesterreichischen Museum. Der Bundespkäsidöttt Dr. Ha itt i sch hat gestern in Bealeituna des Sektionschess Dr. Löwenthal und des Ministerialrates Dr. Klaftersky die anläßlich des 70. Geburtstages des Regierungsrates Prof. Rudolf La risch im Oesterreichischen Museum veranstaltete Internationale Ausstellung moderner MNstlerischer Schrift unter Führung des Hofrates Doktor Trenklvald und des Kustos Dr. Änkwicz eingehend bestchtigt und sich sehr anerkennend über die ausgestellten Arbeiten geäußert. S Festfeier der Wiener Nationalbibliothek. Wie die KorrespMdenz .Herzog meldet, findet in den Tagen vom 25. bis 29. d., Mettnich der 28. Versammlung deMHer Bibliothekare, eine tfeier der Wiener Nationalbibliothek statt. Die offizielle Beßung des Bibliolhekartaaes und die Jubiläumsfeier der Nationalbibliothek findet im Prunksaale unter Mitwirkung des Wiener Mäunevgc-saugsvereines Mittwoch den 26. d. um halb ll Uhr vormittags statt. Die meritorischen Verhandlungen finden Donnerstag den 27. und Freitag den 28. d. im kleinen Festsaale der Universität statt, wobei Fachleute Wer aktuelle Bibliothcksfrogen sprechen werden. Versteigerung der Sammlung Georg Eckl. Das Auktionsmstitut Dr. Ignaz Schwarz, 1., tzabsbnrgergasse 3 (Telephon 78-605, Telegrammadresse: Schwarzkunst, Wien) veranstaltet in der Zeit vom 10. bis 16. Mai eine frei zugängliche Ausstellung der berühmten Sammlung Georg'Eckl, die vom 17. Mai an in ihrem ersten Teil zur Versteigerung gelangt. Die Sammlung Georg Eckl gehört namentlich in bezug auf Viennensia zu den führenden und ersten von Oesterreich. Der erste Teil der Versteigerung hat zum Inhalt: „Theater und Musik". In zeder Abteilung finden sich ganz hervorragende Seltenheiten und eine Anzahl Unica. Die Versteigerung ( der Sammlung Eckl ist ein Ereignis, das, die Aufmerksamkeit der gesamten Sämntlerwelt des In--' und Auslandes nicht nur m dieser Abteilunng, sondern auch in allen folgenden auf sich lenken wird. Internationaler Kongreß der Bibliothekare und Bücherfreunde in Prag. In der Zeit vom 28. Juni bis 3. Juli l. I. findet in Prag ein Internationaler Kongreß der Bibliothekare und Bücherfreunde statt. Der Kongreß, welcher auch mit einer Ausstellung verbunden ist, wird sich, mit allen Fragen, die das Buch betreffen, befassen und dürfte daher, alle Bibliothekare jeder Kategorie, wie die Bibliophilen, Exlibris-Sammler, Schriftsteller, Herausgeber, Verleger, Buchhändler und Buchbinder intcressteren. Das Generalsekretariat befindet sich in Prag 1-79. — In Vertretung der Mischen Nationalbibliothek, in Jerusalem wird Dr. Hugo Bergmann an der Tagung teilnehmcn. '_ ♦ verrat von Betrlebsgehelmnkffen. Ein Prozeß wegen unlauteren Wettbewerbes durch Erzeugung von A-udionlamsren, den die Firma Kremenezky angestrengt, hat vorgestern einen Schöffensenat des Landesgerichtes unter Vorsitz des Hosrates Dr Czerny beschäftigt. Die Anklage richtet sich gegen die Gesellschafter der Radiofirma Eagle, 2Dolf Jacoby und Zoltan Dezsö, mit der Begründung, daß sie Fabrik^cheimnisse der Fabrik Krentenezky, welche ein Angestellter dieser Fabrik ihnen verraten hat, vevwendet und dadurch die Firma Kremenefky beträchtlich geschädigt haben. Nach der von Dr. Sch u lass vertretenen Privatklagr beschäftigt sich die Firma Krcmenezky seit mchrevrn Jahren mit der Erzeugung von Audionlampen, das sind R a d i o l a m p e N für Röhrenapparate. Diese Lampen werden in der Fabrik Kremenefky au.f Grund eines eigenen Verfahrens hergestcllt; KremcncM beziffert die Kosten der Vorbereitung dieser Fabrikation mit u ng e f ä h r drei Milliarden. Bei diesen Versuchen war von 2lnfan>g an der langjährige technische 'Angestellte der Firma Krcmenezky, Karl Schönbauer, in leitender Stellung tätig, so daß er in alle Beiriebsgeheinrnisse dieser Erzeugung eirrgeweiht war. Karl Schönbauer setzte sich nun anfangs 1925 mit Zoltan Deziö ins Einvernehmen, nm gemeinsam mit ihm eine eigene Fabrikation für Radio zwecke, vornchmlich für 3l,idionlampen, ciuzurichien. Dezsö assoziierte sich mit dem Kaufmann Jacoby und cs wurde in dessen Hause mit der Fabrikation begonnen. 2luch Schönbauer trat als Gesellschafter in die Firma ein. ohne vorderhand seine Stellung bei Kr-emrnech) au-szugebrn. Vorsichtshalber nannte er sich im Betriebe der Eagle Karl Kurz. Karl Schönbauer, als Zeuge einvernommen. gab an, daß er, nachdein sein Verrat aufgedeckt wurde, weiter int Dienste der Firma Krnnenezky verblieb; sein Gehalt wurde auf G00 Schilling e rh öh t, außerdem wurde ihm eine zehnprozentige Betelliguug an dem 'Fabrikations.gewinn zugestanden, dtach der Anklageschrift habe Kremenesty an der Wahrung ieincs Iludionf-abrikatiousgchermnisses d-eskialb ein großes Interesse, weil dasselbe durch ein Patent geschützt ist. Die Verhandlung wurde nach dreieinhalbstündiger Dauer zur Vorladung von Zeugen vertagt. 8ku ^vMurvrozetz weaen 80 WWfartien. Eine Klage Lederers gegen die Depositenbank. Gestern vorinittags kam eilt Prozeß jur Austragung, welchen der Spiritusindustrielle Dr. Lederer gegen die 3lllgemeiue Depositenbank und ihren geivesenen Generaldirektor-Stellvertreter Neu mann angestrengt hatte. 3lls Nebenintervient figurierte Herr Camillo Castiglioni, der sich bekanntlich seinerzeit verpflichtet hatte, alle aus vicsem Spiritusprozesr?r>n>aMe»den Schäden zu ersetzen. Bekanntlich bildete diese Sache seinerzeit Gegenstand einer S t r a f u n t e r s u ch u u <j, die resu!tatlos verlauten ist. In der Klage führte der Vertreter Lederers, Doktor Pollak. aus. baß Lederer .geme'mi'am mit der Dozwsitenbank ein Syndikat gebildet habe, welches 154 Waggon Spiritus an die; Prager Spiriiusstelle verkarlst habe. Während nur 20 tschechische _16. Mai Mo _ GeWch Kronen pro Liter verrechnet wubden, sei taksSchl-ich beim VkrßMfs das Fünffache dieses Preises erzielt worben. In der Klage! wird nun behauptet, daß die Geschäftsfühmng des SynditzakS, welche Herrn Heinrich und Samüel Bronner oblag, große lieberbeträg-e dem Syndikat nicht abgeliefert habe. Außerdem seien noch große Mißbräuche und Be r sch le i e r rk-nge n vorgekontinen. 08 Waggons sind Wechaupt nicht verrechnet wovden. Bei 79 Waggons wurden f i n g r e r t e P r e i s e in den Büchern angegeben und wichtige Belege v-ernichtet. Der Klagevertreter überreichte eine Klageschrift in der Länge von 100 Seiten'. Sechs Advokaten intervenierten. Zum Studium der Klage und Stellung: von Nebenbeweisen wurde die Bechandlung vertagt. Der HausverZvaltcr kü,:n nicht kündigen. Der Oberste richtshof hat in -einer Mietftreitigkcit, in welcher es sich darum i hairdelte, ofb der Hausverwalter int Namen des Hauseigentümers l zur Kündigung berechtigt ist, entschieden, daß nur der Hauseigentümer selbst dazu legitimiert sei. In der Begründung wurde angeführt, daß in dem Falle, wenn der Hausverwalter namens des Hausbesitzers kündigt, die Kündimrng dabin lauten hat: Der Hauseigentmer, ver.reten durch seinen vevollmächtigten Hausverkvalter, als kündigende Partei . . . Die Kündigung darf aber nicht mit dem Namen des Ha«lsverwalters unterzeichnet sein, auch wenn di-sser seine Eigenschaft als. Bevollmächtigter beisetzt. Münchmeyer verläßt Borkum für sechs Monate^ Aus Borkum wird berichtet: Am 11. b., abends, ging der Prozeß, den der völli'sche Pastor Mü n ch me y e r gegen Dr. Volk lein, Doktor; Eharig und Pels angestrengt hatte, zu Ende. Das Ergebnis ist; eine vollständige Niederlage für den klägerischen Pastor, der. um; einen Vergleich zu erreichen, sich verpflichtet hat, einen sechs-. monattgen Urlaub, der bis 10. Oktober 1926 zu dauern beim J Landeskirchenamt in Hannover zu beantragen. Der Vergleich wird am Montag den 17. b. rechtskräftig. Der Schluß der Beweisaufnahnve brachte noch einige sehr bezeichnende Einzelheiten. Es wurde festgestellt, daß Münchmelzer eine, Evklärrtng "znr Veröffentlichung vovbereitet hatte, in der er mit der Stellung Borkums unter holländischen Ichutz drohte. Der ObeMrgermeister Kiebitz aus Borkum erklärt als Zeuge, Münchm^er habe nur Unfrieden in die Gemeinde gebracht. Sensationell wirkte die Verlesung der beiden Urteile der Kirchenbehorden, die in schärster Form eine mißbilligende Kritik von Mrnchmeyers Verhalten aussvrachen. Die ihm zur Last gelegten HaMungen, heißt es dort, leien von solcher Schwere, daß man sogar schwanken könnte, nicht nur eine Entfernung Münchmeyers von Bovkkm durch eine Strafversetzung, sondern seine Enffernnng alls der Hannoverschen Landeskirche übechanpt zu beschläeßM mwi Kurssturz der Lira. Die amerikanische Kontrrmine im VvrÄngrmrd. — Ahschwochung der Devisen Brüssel, Paris mtb Warschau. Das wichtiAe Ereignis auf den gestrigen intevnaüonaüen D-evisenmärkten war der rapide Konk-ursverfall der Devise Mailand. Die Lire wurde ziemlich stark ausgeboten und bekundete schon gegen Schluß der Vorsivoche seine innere Schwäche, die sich darin zeigte, daß die Leihsätze für Lire von 16 auf 22 Pwzent und jetzt auf zirka 30 ProMt .hin ausschnellten. Diese Vorposten der inneren Schwäche führten nuitmehr zu einem Kurssturz von zirka 9 Prozent. Die Devise Mailand senkte sich von 20,56 aus 18,70. In Finanzjkreisen fuhrt man den Rückgang ans die Jnterventtonskäuffe der englischen, französischen und belgischen Negierungen zur Ddützung chver Valuta zurück, welche für diese Zwecke ihre Liregukhaben den Devisenmärkten zur Verfügung stellten. Nachrichten, welche aus Mw-York eingelangi sind, besagen, daß dort die Stimmung für die italienische Währung schr flau ist. Tatsächlich nehmen die Kursrückgänge der Lire in erster Netze . . von New,-Mark ihren Aitsgang. Ueber die Hintergründe dieser amerikanischen Kon'termine zirkulieren verschiedene Versionen. Es sich um Gegner der jetzigen innerpolitischen Vcrlhältnisse handeln, welche auf diese Werse dirrch Untergrabung der italienischen Valuta eine Aenderung der jetzigen politischen Richtung in die/Wege leiten wollen. Es scheint sich aber auch um Motive innerwirtschaftlicher . Natur zu handeln. Nach dem vor zwei Tagen veröffentlichten statistischen AuAveis ist das Handelsdefizit Italiens stark gewachsen. Es beträgt bereits 2688 Millionen Lire. Dies scheint die Zahlungsbilanz Italiens sehr ungünstig beeinflußt zu haben. Im Vorjahre konnte das um die Hälfte kleinere Handelspassipnm in der Höhe von 1482 Millionen Lire dadurch wcttgemacht werden, daß der große Frenrdenstrom dein Lande ungeheure Mittel zugeführt hat, die die Zahlungsbilan; günstiig beeinflußt und eine stabile Haltung ver Lire verursacht h«!ben. In diesem Jahre hat der Zuzug der FwnDen eine starke Abnahme erfahren. Es hat nicht nur die Zahl der deutschen Jtalienreksenden, sondern auch Ver englischert und amerikanijckien Touristen sehr abgenommen. Die ungünstige Wirtschaftslage hat die Reiselust nach Italien eingcdämmt. Dadurch ergibt sich ein starkes Passiv um der Zahlungsbilanz, Vas wohl statistisch noch nicht, erfaßt wurde, dafür aber' um so stärker in Ver gesteigerten Nachfrage Italiens nach ausländifcheii Devisen zum Ausdruck konrmt. Auf diese große Nachfrage ist es auch zurück;«führen, daß oer Devisenlechsotz schon seit zwei Wochen die abnorme Höhe von 30 Prozent beträgt. Jtalieit muß seine auswärtigen Schulden in fremden Valitten begleichen. Auch das Rohmaterial für die norditalienDh: Industrie muß in fremdeil Valuten l>ezahl: werden. Im Vorjahre konnten diese Devisen aus den Zuflüssen der Fremden an die italienischen Banken genommen werden. Jetzt ist dies uinnöglich geavorde». Jlvsolgedessen steigert sich der Devisenbedarf von Stunde zu Stunde. Schon vor zwei Jahren hatte Italien einen ähitiichen Liresturz aufzuweisen. Damals stellte sich auch im Jitlanve die Flucht vor der Lira ein, die den Swr; stärker verschäost« a'iL dies auf den internationalen Dalutenplatzen der Fall geaveijen ist. Jetzt hat der Liresturz seinen Ausgang vom Auslande genommen.. EL sind, aber Anzeichen bemerkbar, daß auch die P»»N in Jtakien selbst platzzugreifen begimtl. Hier liegt die grvßr Dchchr für bfc italienische Ara.

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