Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1926-05-15 · Heft 2595 (15.5.1926) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2595 (15.5.1926)
Date
1926-05-15
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2979076-2981549-2981682--26505-3014274
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Wien: Itm Abholen in det Expedition, IL Taborstr. 1*3, oder in einer Verschleißteile Trafik) monatl. 5 Schilling Strassenverkaut in Wien durch die Kolporteure der Firma Gold schtn ied, i„ Wollxeile 11 Mit Postversand füt Wien und Oesterreich monathch 5 Schilling 1 sch echo-Slowakel Mon. K22. Jugoslawien: Mon. Din. 60. Polen: Mon. 5Zloty. Deutschland: Mon. Qm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 'aciuahltmsen bei er hOhtmifaiS rorbehafle« Wiener umomn England: Mcp.4SchHBng. Italien: Monatl. tfi Rumänien: Mon. lfOLei. Bul garten r Mon.K)0ieo«. Schweix und des übrige Ausland monattleh Ff», a Redaktion, Administration Wien, a Taboritr. 1 Telephone: 44*0*38,4S4MV Ab 6 Uhr: 21-102, 264*2 IX* Unterst tatsstrasae 6W, (Drucket* lg. Steinmann OesterreidMsdws Poetspa kessen «Konto Nr. 150.69- Rr. 2198 Wie». SametOR, 15. Mai 1926 8. gahrsaaa Generalstreik und Bürgerkrieg. PUsudoN außerhalb der Gesetze» gekeilt. — Reue Kämpfe in Warschau. — Me Regierung interniett? — Antisemitische Srreffe. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung.") Am redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. jiiniiiiiiifiiiiiiiiiiiim I ÜBERALL ERHÄLTLICH | 1 Blaimscheins ü I Spezial PFLANZENFETT Spezial I I 100 Prozent Fettgehalt g | TO | D frrTWp e2dtö TV n neun Din nrawn nnn) W S Erzeugt unter Aufsicht Seiner Ehrwürden Herrn =s Oberräbbiner Jesaia Fürst (Adas Jisroel) =§ | Fabrik: Wien. Xlü. Dlefenhachgasse 59 | iiitiiiiiiiitiiiiiiiniiiiiiniiiiiii)iiiiiiiiiiiiiiimiiiniiin»iiiimiiii»iiiinniiiimiiiiiiBiilF Bor der Tagung der Mandatslommiilion. Jerufcckem, 14. Mai. (I. T. A.) Die Exekutive des Paläst:nensisch-orabischen Kongresses hat dem OteVkommissär für Palästina, Feldmarschall Lord Plumer, ein Memorandum zwecks Uebermittlung an die ständige. Mimdatskommisston des Bölkcrbundes, der im Juni d. I. in Genf tagen wird, überreicht. Wie schon mifgeteitt wurde, unter scheint sich dieses neue Memorandum der arabischen Exekutive von dem früheren dadurch, daß sich diesmal die Beschwerden auf zwei Punkte beschränken: Unter Himveis aus Artikel 22 des Völkerbundstatuts, der die Unathängigkeit eines höher entwickelten Territoriums vorsieht, und aus Artikel 3 des Palästinamandats, der eine lokale Autonomie für Palästina Vorsicht, wird für Palästina die Einsetzung einer nationalen demokratischenRegierung gefordert. In dem Memorandum wird die Mandatskommission in ihrer Gesamtheit eingcladen, nach Palästina zu ko mm e n, um die Verhältnisse an Ort und Stelle zu prüfen. * Die Frage, ob ein Besuch der Mandatskommission in Palästina zwecks Prüfung der arabischen Beschwerden zulässig sei, wurde während der Tagung der Mandatskommiffion i m O k t o b e r v. I. diskutiert. Das britische Kommissionsmitglied Sir Frederic Lugard erklärte damals einen solchen Besuch für. ganz unzulässig. Auch das Komntissierismitglied Herr Rappard meinte, es dürfe nicht der Anschein erweckt werden, als ob das Mandat, das aus der Balfour-Deklaration basiert, in Frage g e st e l l t w e x b e n könn e. Cs wäre aber gut, wenn e i n Kommis sionsmitgl ied inoffiziell nach Palästina ginge. Tabei wies Herr Nappcird darauf hin, daß sein eigener Besuch in Palästina ihn dazu gebracht habe, leinen früheren Standpunkt zu ändern. Witt arabischer Einigitngskongreß in Jerusalem. Dentalem, 11. Mai. (I. T. A.) Am 14. d. wird in Jerusalem ein Kongreß eröffnet werden, der einer Einigung der arabi chen Parteien in Jerusalem den Boden vorbereiten soll. Wie „Meraat ei Sherk", das Organ der arabischen (gemäßigten) Nationalpartei, mitteilt, arbeitete der Präsident der extrem nationalistischen arabischen Exekutive M u s a K a z i m -P.a s ch a, an einem Modus für einen Ausgleich zwischen der arabischen Exekutive und der arabischen Nationalpartei. Das Organ des moslemitischen. obersten Rates, „Sowt Ashaab", weiß zu melden, daß außer M u s a K a z i m P a s ch a zwei ägyptische Führer, Z a k i Pascha und Doktor M a h j u b S a b e t, sowie der syrische Führer R u s h d i Sali Bei, die alle jetzt in Palästina «veilen, für den Zusammenschluß der arabischen Parteien in Palästina eifrig tätig sind. * Prag, 14. Mai. Die „Prager Presse" meldet aus Warschau: In einer amtlichen Mitteilung beruft sich die Regierung darauf, daß sie über 240 Stimmen des Zentrums und der Rechtsparteien im Parlament verfüge und damit die Mehrheit des Parlaments hinter sich habe. Die Erklärung des Marschatts Pilsudski, die er als Antwort auf die Aufforderung des Staatspräsidenten gab, sich zu unterwerfen, veranlaßte die Regierung zu einer Proklamation, in der Pilsudski als Rebell erklärt und außerhalb des Gesetzes gestellt wird. Nachrichten, die die Negierung veröffentlicht, behaupten, daß im ganzen Lande die öffentliche Meinung gegen den Staatsstreich sei und daß die Negierung a l s Verteidiger des Parlaments und der Verfassung angesehen werde. Kriegsmini st er Malezewskihat Warschau verlassen - und sammelt v i e r A r m e e k o r p s. Men Pilsudski, welche die Hauptstadt umzingeln und die im Belvedere versammelte Regierüng befreien sollen. Nachts wurde beschlossen, für heute den Generalstreik zü erklären. Seine Durchführung würde die U n t e r Hindu n g d e r T r ü p p ent r a n s p o r WMn f ^Ml s e n b a ch üre w bedeuten. Von der Polnischen Grenze bei Tefchen wird berichtet, daß der Kampf zwischen dert Streitkräften Pilsudskis und den Regierungstruppen heute früh neu entbrannt sei. Der Anhang Pilsudskis unter denregulären Truppen sei noch immer im Anwachsen. Die Parteien der Linken haben durch eine Erklärung, vie Regierung Witos um jede «Preis st ü rzen zu wollen, praktisch für Pilsudski Partei ergriffen. Aus P e t r ö w i tz an der schlesisch-polnischen Grenze wird das Gerücht gemeldet, daß Nachrichten aus Warschau zufolge der Ministerpräsident Witos ur-.d die übrigen Mitglieder der Negierung von Ntarschall Pilsudski gefangen genommen worden seien. Wie die „Prager Presse" aus Warschau meldet, sind die Kämpfe im Siidwesten Warschaus um das Belvedere noch unentschieden geblieben. Beide Parteien ziehen von auswärts B e r st ä r k u n g e». Heran. Aus Lemberg werden Revolten gemeldet. Ueber ihr Ergebnis ist bisher nichts bekannt. Der Zentralausschutz der polnischen sozialistischen Partei, in der Pilsudski selbst einst eine hervorragende Rolle spielte, erläßt in einer Sonderausgabe des „Robotnik" folgende Erklärung: „Arbeiter und Bürger! Die Regierung Witos, die sich auf eine Bande der schwärzesten Reaktionäre, der Faszisten, Monarchisten und Kettenhändler stützt, ist die Vernichtung des polnischen Staates. Die Fortdauer dieser Regierung ist eine Provokation aller ehrlichen Menschen. Seid bereit, jeder Aufforderung der polnischen sozialistischen Partei zu folgen." Die Verantwortung für die blutige Auseinandersetzung wird in der Erklärung den Ratgebern des Präsidenten der Republik zugeschrieben. Es wird darauf hingewiesen, daß am A b e n d d e s Staatsstreiches die Vertreter der Linksparteien bei der Adjutantur des Präsidenten um eine Audienz im Belvedere angesucht haben, um einen Ausweg aus der Situation zu ermitteln und Blutvergießen zu vermeiden. Sie hätten die Antwort erhalten, der Präsident sei beschäftigt und könne sie nicht empfangen. Hierauf gaben die Vertreter der Linken die sorntelle Erklärung ab, daß sie dem Präsidenten der Republik für den weiteren Verlauf verantwortlich machen. Die Warschauer Ereignisse haben nunmehr auch in den großen polnischen Provinzstätten ihr Echo gesunden. In Lemberg sammelten sich gestern große Menschenmengen auf der Hauptstraße an. An die Spitze der Garnison in Lodz hat sich General Maloch o w s k i gestellt. Sämtliche Negierungsgebäude wurden vom Militär besetzt. Der dortige Woiwode amtiert und hat einen Aufruf an die Bevölkerung gerichtet.' Die Telephon- und Eisenbahnverbindungen in Lodz wurden gesperrt. Auf den Straßen werden Kundgebungen für ilsudski veranstaltet. Sonst herrscht Ruhe. Die Verbindung zwischen dem Stabe Pilsudskis und dem Parlament wird durch die Abgeordneten Marek und Niedzialkowski von der sozialistischen Partei und dem Abgeordneten Bartel vom Klub der nationalen Arbeit ausrechterhalten. Von den Rechtsparteien sind nur wenige Abgeordnete im Parlament erschienen, das keine Sitzungen abhält. Heute mittags wird auch der letzte Telegraphenverkehx ^für ander? als militärische Zwecke eingestellt, da M Misten TekLgräphenleitunget^vonMn Zerstörungen der Eisenbahnstrecken mitbetrofsen wurden. Die Modelle von Piliudski genommen. Prag, 14. Mai. Nach hier eingetroffenen Meldungen aus Warschau sind Donnerstag früh aus Posen zwei regierungstreue Jnfanterieregimenter vor Warschau erschienen. Im Laufe des gestrigen Nachmittags ist von den Pilsudski-Trnppen auch die Warschauer Zitadelle eingenommen worden. Die Regierungstruppen, die sich beim Belvederepalais konzentriert haben, werden vom Minister für Heerwesen, General Malezewski, und dem ehemaligen. Generalstabschef Stanislaus Haller befehligt. Die Regierung befand sich Donnerstag um Mitternacht noch im Belvederepalais und unterhielt mit den Behörden im ganzen Lande die Verbindunng durch Flieger und mittels Hughesapparaten. KoMvromibbereitichaft Pilsudski». wenn Witos demissioniert. Tefchen, 14. Mai. (Wolfs.) Nach einer gestern nachts emgetroffenen Meldung, habe Marschall Pilsudski seine Bereitschaft znm Abschluß eines Kompromisses zwecks Vermeidung w eiteren Blutvergießens unter der Bedingung des Rücktrittes des Kabinetts Witos erklärt. bin Kommunique Pilsudski». Warschau, 14. Mai. Im Wege der amtlichen Polnischen Telegraphen-Agentur wird das folgende Communique verbreitet, das beweist, daß Marschall Pilsudski bereits über den amtlichen Apparat verfügt: „In allen Verhandlungen mit der Regierung hat Marschall Pilsudski die kategorische Forderung nach dem sofortigen Rücktritt der Regierung Witos gestellt. Die Person des Staatspräsidenten Witos stand außerhalb der Verhandlungen. Die Verletzung der dem Präsidenten gemäß der Verfassung zustehenden Rechte war nicht der Zweck der ausschlietzlichgegendie Regierung gerichteten Manifestationen der Armee. Die vollständige Pazifizierung der Hauptstadt, die eine gewisse Verzögerung erlitt, weil Marschall Pilsudski unnötige Opfer zu vermeiden wünschte, ist eine Frage von wenigen Stunden. SMT Besonders b i « I lg e r Frühlings Okkasions Verkauf In Kokken. Seide.. — Waschbaren etc. im Warenhaus fl., Taborstrasse 18 Telephon 47-1*79 :n gm En detail 0238340^5^

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.