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Wiener Morgenzeitung · 1926-05-14 · Heft 2594 (14.5.1926) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2594 (14.5.1926)
Date
1926-05-14
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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ffte» flM& _ *pw| ' $CK «WSW «WvMD« VW W» N«V«M Lrr LKA. Asche GeneralstreS hat ach Ktrarr AahMdmttteim«kt imeveffante Folgen geAitigt. Ja Galizien, Jugoslawien and Rumänien waren nämlich noch vor AuGruch bei General« streikS größere Eierftndangen «ach England aufgegefrsn Warden, da England seit jeher Eier aus jenen Gebieten begicht. Ws der GeneralstreÄ anSgobvochen war, Dchieten die- EKorteure, daß die Eier in den Häfen liegen bleiben würden, ohne nach England versendet zu werden. Um dem zu begegnen, wurden die Eierlsendungen aufgchalten, um sie am nächsten Konsumorte zu verkaufen. Go wurden eine ga,rze Anzahl von Waggons mit Eiern, welche ihren Weg über Wien nehmen sollten, von den Exporteuren in Wien aufgehalten und veräußert. Die Folge davon war «in Ueberaugebot von Eiern in Wien, mit welchem der Wiener Markt nicht gerechnet hat. Es trat eine leichte Kurssen-ung «in. Daraus ist es zurÜckyuMren, daß in den letzten Tagen trotz der etwas fortgeschrittenen Saison, dennoch die Eier im Preise gefallen sind. Stark« Nachfrage nach Lai in Prag. Nur Prag wird uns gemeldet: Hier herrscht seit einigen Tagen «ine rege Nachfrage nach Leinoten. Diese ist so groß, daß Kr den Lei in Prag 1,28 Prozent mehr gezahlt werden als im Wiener Clearing. Die Ursache der starken Nachfrage beruht in erster Reihe auf den Käufen der tschechchlowakischen Viehhändler, welche in Siebenbürgen größere Vleheiukäufe besorgen wollen und -er novdböhmischen Getreidchändler, welche Futtermittel aus Rumänien zu kaufen beabsichtigen. Di« Prager Kaufleute fürchten, daß das Steigen des Lei anhallen könnte und wollen sich infolgedessen möglichst rasch eindecken. Die groß« Nachfrage nach Lei hat bewirkt, daß große Leiniengon von Wien nach Mag geschmuggelt werden. M- ■■ Umstellung eines Teiles der Triest« Motte aüf Naphtha. In den Schiffswerften von Venezia Giulia wird feit einem Jahre fast ausschließlich an der Herstellung von Motorschiffen und an dem Umb^n alter Dampfer auf Naphchafeuerimg gearbeitet. Nähgarnfarik in Haifa. In der vor ungefähr einem halben Jahre in Haifa eröffneten ersten Nähgarnfabrik in Palästina, die mit neuen Maschinen und e ektrischer Antriebskraft in enrdpäischer Weile -ingerichtet ist, sine jetzt nur 10 Arbeiter beschäftig:. Die Produktion kann der aus tem Lande kommender Nachfrage nicht nachkonrrnerr, weshalb jetzt die Besitzer, die aus diesem Fabrikationsgebiete schon in Lodz große Erfahrungen gesammelt haben, ein; Vergrößerung der Fabrik beabsichtigen. Geplante Aufhebung des Tabakexportzolles in Palästina. Wie „Mischer Wetaossiah" berichtet, soll die palästinensische Regierung beabsichtigen, den Tabakexportzoll, der bisher 10 bis 12 P-rzcnt des Wertes betrug, demnächst aufzuheben. „Oesterreichische Steuer- und Mrtschastszeitung." Aus dem Inhalt der Mainummer: Steuevkalender für Oesterveich. SteuerrunÄschau von Dr. Löwenfeld. Die allgemeine Evweribssteuer bei offenen Handelsgesellschaften von Dr. I. Ambor. Die Bucheinsicht von Dr. Frydmann. Härten des Jnvestitionsbegünftigungsentwuvfes vom Buchsachvcrsiän-igcu Fischer. Das moderne Warenakkreditivgefchäft .von Grimme isen. Durchschreibe- oder MafchinenbuchhMrmg im Bankbetricbe von Prof. Metzl. Btlanzbeisprechungen der österreichischen Brauindustrie von Dozent Mayer. Entscheidungen des Vevtvaltungsgerichtsofes von Hofrat Bartsch. Gesetze, Verordnungen und Erlässe. Dir Verteilung des Eigeuvertnögens in der Golderöffmm-gsnlairz von Prof. Schi.gut. Die Auswirkung des Goldbilonzenjesetzes ans <£in#elfirtncn und Personengesellschaften von Dilsktor HercheS, ufw. usiv. ___ tSIllfCt WWWWNttttU Film und Kino. .seine sShae.' Etil FA« voll seltener, treffficherer P„WÄum«vir«amkeit wurde mit diesem Werke um die Person Rudolf Gchrldk r a u t S herumgeschrieben. Er spielt hier die Fiaur eines jüdischsn Lear und was er in dieser Rolle gibt, ist die vollendete Berkömrung warmer, guter Menschlichkeit, die eine wundervolle Mimik zum Ausdruck bringt. Diese kleine Farnilieniragödie, in das Milieu der Aermlichkeit des modernen Ghettos eittgcMtngt, schiDen packend ein seltsames Geschehen von der Liebe eines Vaters zu seinen Söhnen, vom Verlieren und Einsamwerden, von Schuld und Mißverstehen, von Verrat und Verzeihung. Der alte Cominsky, ein nach Amerika eingewattderter Ghettoiude, hat zwei Söhne. Der eine, eine berechnende, streberische Natur, ist sein Liebling und der andere, -der als Zeitungsverkäuf-er das Geld für das Studium des enteren verdient, muß sich mit dem Rest der iVatrrliebe. die für ihn übrig bleibt, bescherdcn. In seiner freien Zeit lernt er boxen, bildet sich langsam zum Professional aus, w:ll einen Berus ergreifen, der von den Traditionen und dem Verständnis feiner Familie weitab liegt. Und wie sein Vater von diesem Vorhaben erfährt, wirft er ihn aus seinem Hause, will nur mehr einen Sohn haben, nur dorr einen kennen. Doch lohnt dieser übel genug die übergroße Liebe seines Vaters, verlobt sich mit einer reichen Erbin und verleugnet seinen Glauben und seine Familie. Am svlben Tage besteht der andere Bruder siegreich semen ersten Boxkampf und gewinnt einen Preis von tausend Dollar, die er seinem Vater schenkt, um ihn, der schwer, fast tödlich erkrankte, eine Erholungsreise zu ermöglichen. Der Vater erkennt seinen Irrtum und verzeiht auch feinem früheren Lieblingssohn. der. von Reue gepeitscht, wieder zu ihm zurückkchrr. Diese publikumssichere, konflikt- und probleinreiche Handlung wurde von dem Regisseur Edward Sl om an geschickt in eine Reihe fesselnder Bilder umgcwawdelt, die, oft mit gutem .und gesundem Humor durchsetzt, in flottem Tempo abgerollt werden., Wie bereits eingangs erwähnt, steht die Gestalt Schildkrauts im Mittelpunkt der Handlung und.diese wurde für ihn geschaffen. Sie gab ihm Grlagenheit, alle Register seiner großen, vollendeten Kunst spielen zu lassen, sie gab ihm Gelegenheit, eine Figur zu schaffen, die jedem, der diezön Film sah, unvergeßlich bleiben wird. — Aber auch die anderen Darsteller gaben Bestes, so Rosa Rosanova als Mutter, George Levis als guter Sohn, Artur Lu bin als der undankbare, und Blanche Me hass eh ist als Braut schön, aninulsvoll und rührend. Besonders muß hier noch das richtige Erfassen des jüdischen Milieus und die spannungsersüllte Atmosphäre des mit sthr geschickten Einstellungen s'estgchaltenen Boxkampfes hcrvorgehoben werden. _ „Bon tour, Parts." Nein, lieber gleich: „Adieu!" — In verwaschenen Farben „ .: die Bilder einer vor Etwa drei oder vier Jahren in Paris abgespielten Mistingnette-'Nevue über die Leinwand, erstarren entweder in einem Chorgcsong, den drei Damen mit alten „Schlagern" und ungeübter: Stimmen im Orchester darstellen! wollen, oder führen ein unentschiedenes Rennen im Tanz mit j der Begleitmusik auf. So. prachtvoll und unterhaltend die Revue I im Original gewesen sein mag, so ärgerlich wirkt sie von emem unbeweglichen Apparat ausgenommen, und in unerfreulicher Farbigkeit aufdie Leinwand projiziert. Auch daß einige Damen, die nackt Erscheinen, Beine von dem graziösen Bug echter - Rokokomöbel besitzen, kann rricht schr tröstlich wirken. — Interessant ist vielleicht nur an dem ganzen Film, daß Man durch ihn erfährt, daß in Paris Solotänzer in gleichen: Altsmaße wie Tänzerinnen verwendet werden und daß cs auch im Gegensatz 131: den „Tiller-Girls" „Casinoboys"' gilbt. Mer das kann, man schließlich auch jeder französischen 'Zeitung schneller und billiger entnehmen. — Die Mist: nguette selbst erscheint dreimal als unkenntliches Filigranfigürchen. und wenn im Orchester eine Sängerin mit zitterigen Tremolos :md Trillern ihr ein altes Chanson als ihr Solo oktroyieren will, wird sich auch der mutigste Mann' seiner Flucht nicht schämen. Vielleicht wären Teile dieser Revue — eine gute Kolorierung vorausgesetzt — ein nettes Beiprogramm. Alber als Hauptprogramm hält sie keinen Bruchteil von dem. was ihre Plakate versprechen. Cop^rlxht 1826 Nachdruck verboten v Joseph Opatovsky, New York (18 Fortsetzung) Roman eines Pferdediebes. Bon I. Opatoschu. Die Musik brach plötzlich den Tanz ab und. ging in einen Marsch über. Bon überall her tönte es: „Zur ChuPe! Zur E'hupe! In glücklicher Stunde . . .!" Als Sanlvel sich erhob, war i:jemand u:chr im Saale. Hastig ging er auf die Straße und bahnte sich mit den Wenbogen eimn Weg durch die Menge, welche die Straße vom Marktplatz bis zur Schul' füllte. Marcka in Begleitung eines rothaarigen Burschen kam ihm entgegen: „Masel tow, Sautvcl! Bist ein feiner .Herr!" rief ihm Manka zu, „schämst dich deiner alten Fremwe! Deine Schlvester hat Hochzeit und dir paßt cs nicht, mich einzuladen!" „Dummes Mädel, Ivenn ich Hochzeit haben und dich nicht einladen werde, dann hast du ein Recht, dich zu beklagen! Ich bin froh, daß man mich eingeladen hat!" antwortete Sanwel lächelnd. 14. Die Tafel aus Brettern« die Sanwel gezimmert and im Hof ausgestellt hatte, war mit Blitzlampen des Fuhvtvevkerbethauses beleuchtet. Sie bestand aus zrvei Tischen; an einem saßen die Männer, am andern die Frauen. Eine Gruppe von Stallburschen und Mischern stand am Eingänge des Hofes und sah ehrfurchtsvoll zu, wie Schlojme ,^radnik" seiner Tochter Hochzeit machte. Sanwel saß an: Männertisch und trank ein Aas nach dem andern. Er hatte das Gefühl, daß sich sein ganzes Innere hob und in den Kopf stieg; es konnte Nicht lange dauern und das Hirn mußte ihm aus dem Schädel fliegen wie ein Propfen aus einer Flasche! „Sanlvel, kornmen Sie, helfen Sie mir noch einen Korb Likör hertragen; es ist keiner mehr da!" Beste ging mit flammendem Gesicht auf ihn zu. „Ein schlaues Weib!" blitzte es in Santvels umnebeltem Hirn auf: er ging mit Beste hinaus. Statt ins Haus gingen sie zum Apfelbaum. „Sanwel, wo ist der Brannüvein?" fragte Bejle und sah ibn: kokett in die Augen. „Schweig'!" antwortete Sanwel und umschlang sie fest. „Sanivel, nicht hier! Genug . . .! Mein Mann kmnmt!" ^Sanwel ließ sie jäh los, sah sich um und brüllte auf: „Marsch, fort zum Mann!" Bejle ging gekränkt. Sanlvel legte sich unter den Apfelbaum. Er spürte einen schlechten Geschmack in Munde, fühlte sein Blut kochen und gegen das Hirn zu strömen, das sich immer höher hob. Ein furchtbarer Ekel vor Beste erfaßte ihn. Einige Male tauchte Rachels Bild auf, verschwamm ater sofort wieder ... Als aber 'Sanwel cinschlaftn wollte, erschien wie zum Trotz wieder Rachel vor seinen Augen . . . Seine Schläfen hämmerten. Er ging zum Brunnen und benetzte seinen Kopf mit Wasser. Vom Hof her klang fröhlicher Gesang und zügelloses Lachen . . . Sanwel war der ganzen Hochzeit überdrüssig. Er schritt steifbeinig wie auf Stelzen durch die stillen Gassen. Da uwd dort schlief in einem Winkel ein Nachllvächter, den' dicken Stock in der Hand. Ohne seinen Willen war Sanwel zu Rachels Hans gekourmen. Es stand inmitten ei-n.'s kleinen Gärtchens, von einem hohen Zaun urngeben. Srnwel blieb beim Zaun stehen und dachte angestrengt nach. Stille. Er spitzte die Ohren; ihm war, als hörte er jemanden weinen. Das Weinen wurde zum Schluchzen ... Ohne lange zu überlegen, setzte Sanwel über den Z«n und schritt auf das Haus zu. Gin Fenster stand offen; das Mondlicht fiel hinein. Im Bett lag Rachel in einem weißen Nachthemd. Ohne recht zu wissen, was er tat. hielt sich Srnwel mit Ut Hand am Fensterrahmen, zog sich envpor und schwang sich ins Zimmer. Bertvirrt blieb er stelhen. Rachel machte eine leichte Bervegung, öffnete em wenig die Augen und schloß sie wieder. Dann schien fie sich an etwas z>: erinnern und schrie, die Augen weit aufgerissen, laut ans. X9# UwrtnmWUm. Las Hakoah-DamtM-SchvimE MSnzeM» Abschluß fr* VMmstÄANg. - WM SftMWs-e Tltiflufcff JWPlw» Der Mike Tag des hielt das, was fr« «che versprochen, voll und ganz. ES war ein glanzvolles Fest, «it dem sich die Veranstalter, vor allem Hakoah-Leitung und SÄtivn, unvergängliche Verdienste um den Wiener SchwimmPort erworben haben. Die ausvpfernöe Arbeit des Sekre-tariats hatte eine hervorragende Organisation geschaffen, di« eine flotte Abwicklung der Konkurrenzen ermöglichte. Ein ausverkauftes Haus an beiden Taigen konnte die Veranstalter auch in finanzieller Hinsicht befriedigen. Ausgezeichneter Sport und zwei österreichische Bestleistungen entschädigten das Publikum reichlich. Die Re'ttktate waren r 200 - Mete» - Freistilschwimmen fllt Herren - Ittgenb: 1. Wetnd: (Han: ) n . 2 rvlelch .vakoah) n : 44. 200-Meter-BrustschwiMMn füt Damen: 1. 3 i mm et« mann (DerUn) 3 : 2B. A u e I ä n d e r b e st k e i st u n g, 2. Bienenleld (Hakoab) 3: 33 Die Bienenfeld trat krank on. 100-Meter-Jreistilschwimmen: 1. B a r a n y (Egcr) 1:2?, 2. Bicskey :Ege>) 1 r 7t>. 3 LicclNenstein (Hakuaa) 1: 2,2 Springen für Kiwben: Beck Franz aus 3 Meter Höhe und Hans Beck aus 7 Mete-, beide ^etchnen sich aus 100-Meter-Freistilschwimmrn für Damen: 1. Lehmann (Dresden) t r 18,l, A u s l ä n d e r v e st I e : st u n g, 2. Löwy (Hakoahl 1:20, österretchtscherRekord, 9. Koch (Danubia) 1:31,6. Frltzi Löwy verliert durch schlechten Start und eine schlechte Wende viel Zeit 3 mal 66,66-Meter-LasrnstalsÄ für dritte Senioren: 1 Hatoäd A 2 r 33.4, 2. .Vcnoatz B 2 : 37, ., 3 W. A. S. 2 r 46. 3 mal 100-Meter-Brnststasfel für Damen: 1. Danub"m— Hakoah kvmb. (Settenhammer, Fteticher, Löwy) 5: 07, 2. Germania Bert-,: (Kitschner, Teffel, Zimmermann), herrliches Rennen. Fritzi Löwy wehrt den Endivurt der Zimmermann glänzend ab. 4 mal 260-Mcter-Frsistilstaffel: 1. Hakoah A (Nassau, Goldberger, Guth, Liechtenstein) 11 r 27.2, ö st e r r e t ch tsch er R e k ü r d, 2. 1. W. A. S. K. -1 : 51,1 3. Vienna t2 : 35. 5 mal 33,33-Metor-FroiMtafftl für Damen: 1. Danubia - Hakoah komb. (Kodn, Löwy Fleischer) 1: 56,4, 2. Germania und Po'eidon komb. 1: 59 1. 4 mal 33,5-Meter-FreistilstaM: 1. Bisvkcy-Farkas- Lajta-Barany 1 r 12,6, 2. zcauff-Schäffer-Gotdberger-Ltechtensteni 1:16,8. 100-Meter-Rekordversnch im Bruststil: 1. Wondrovitz (Vienna) 1: 25,4, 2. Schaffer lW. A S>.) 1 r 26. Pushball für Damen: Es wurde 2 mal 6 Minuten gespielt. Berlin gewann 1:0. Die Regeln sind ähnlich denen des Herrenwasserballs. Der Ball hat einen Meter, tnt Durchmesser, das Tor soll 6 Meter weit und 1-/»'Meter hoch sein. In Ermanglung solcher wurden die Wasserballtore benützt. Wird der Ball durchs Tor gedrückt, dann zählt das fünf Punkte, der Ball über, die Outlinie gebracht, bedeutet einen'Punkt. Das Spiel __CENTRAL-KINO --- )J . Ta bor strasse 8 Telephon 42-3-41 Prolongiert! Von heute bis 17. Mai: Prolongiert! SEINE SOHNE Modernes Sittenbild in 8 Akten mit RUDOLF SCHILDKRAUT und das übrige Schlagerprogramm Beginn der Vorstellungen: 8/<6, V«8, */t9 Uhr Sanwel erbleichte; er trat näher,, um sie zu beruhigen. „Hinaus! Richtige Diebsart! Wie kann man nur so unverschämt sein, sich bei Nacht zu einem Mädchen eiWuMichen. Schauen Sie, d.:ß Sie fortkommen! Sofort!" . SankvÄ war wie vom Blitz getwffen. Ohne ein Wort zu erwidern, sprang er aus dem Fenster, streß dabei mit dem Fuß eine Scheibe aus und blieb erschrocken beim Zaun stcheu. So stand er eine Weile, spuckte dann kräftig aus, drückte den Hut ins Gesicht und wandte sich zum Gehen. Als er sich umwandte, glaubte er Rachel beim Fenster stehen zu sehen. Mit einem grimmigen Fluch sprang er über den Zaun, doch nienrand war zu seihen. Still ging Sanwel in die Stadt zurück. Irr seinem Kopfe hämmerte es zum Zerspringen, er hatte das GeM, als müßte jetzt und jetzt fein Hirn in tausend Teilchen zerbröckelen, und in den Ohren klang es'ihm unaufhörlich: ,Mchtige Diebsart! Diebsart! Diebsart!" „Brrr ... Aber so sind sie alle! Wenn Moffche Koniarz mir vor anderen Leuten begegnet, kennt er mich nicht; aber wenn er mich braucht, dann wird er W! Dem muß ich noch einmal die Kutteln herausreißen! Jetzt bin ich sirr Rachel ein Dieb; wie sie mich gebraucht har, war ich ein Prinz! Nein, nie mehr geihe ich zu ihr! Die chassidrscheu Mädchen sind nichts für unscreinen! Nein! Gradul hat recht: Mit emem Weibsbild soll man sich nicht zu stark einlassen . . Samvel spürte plötzlich kalte Regentropfen auf seinem erhitzten Gesicht und blieb stöhen. Am Himmel hing eine schwere, finstere Wolle, die innner dicker wurde und sich immer tiefer auf die Stadt saickte. Aus einem Winkel lief sin vagiereuder Hund mit eingezogenem Schweif Sanwel zwischen die Beine. In seinen: Aerger versetzte Sanwel dem herrenlosen Tier einm festen Fußtritt. Der Hund heulte auf und entfloh hinkend mit heiserem Gebell. Sein Bellei: hallte in der stiller:, dunklen Gasse unheimlich wider und erweckte in Sanwel eme schreckliche Traurigkeit. Eine weiße Fenerfchlange durchfuhr plötzlich die frmGe Wolle und es wurde noch dunkler. Ein furchtbarer Donnerschlag folgte und gleich darauf goß es wie a»rs Kannen. (Fortsetzung svrgt?

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