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Wiener Morgenzeitung · 1926-05-14 · Heft 2594 (14.5.1926) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2594 (14.5.1926)
Date
1926-05-14
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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H.mwm ghih i mmmm'w — gflu- - ' au« VOTb WtM<D, iiiiütflpwiewi o® w&Rananases fst we «lMgullfigven ds FeldzWeS um die Erhöhung -er Miete« Ver«t«vorttich gemacht hat. DÜ Präsident des Bundes der HmtSdefttzer, Herr Pistor v«S Graz, verlangt den Rücktritt Starke. Dr. Stark, der auch von den Zeniralberelrllern <M Jude oder Judenstämmling bezeichnet wirb, wchrt sich ferner Haut und ist Mittwoch in einer überaus stürmisch verlaufenen Versammlung im Ottakrittger-Dräu zum Gegenangriff übergegangen. Er behauptete dort unter anderem, daß Präsident Pi stör vom Lanübund die Zusicherung erhalten habe, daß er bei den nächsten Wahlen in den Nationalität ein Mandat bekommen werde. Seither löge sich Pi stör in mancher Hinsicht Reserve auf. Auch M o i ß I (ein ehenraliger liberaler Gemeinderat) habe eine Verbindung mit den Christlichsoz-ialen gesucht nud es verlautet bereits, daß er em Gemernderat8mandat zugesichert erhielt. Der SomnrerKchrpKrn der Bunderbahneu. Ab vWvgen nette Fchrordtmng. In einer Pressekonferenz machte gestern der Betriebsdirektor der Bundesbahnen, Ing. Sedlak, Mitteilungen über den Sommerfahrplan der Bundesbahnen, der Heuer bereits am 16. d. in Kraft tritt..Durch ihn werden eine Reihe von bemerkenswerten Verbesserungen der in- und ausländischen Zugsvevbindnngen geschaffen. Als Neueinführung ist unter anderem hervorzuheben, -daß bei einzelnen Personenzügen wieder Schlafwagen in Dienst gestellt werden. Der Arlberg-Expreß wurde neuerlich beschleunigt, er geht erst um 9 Uhr von Wien ab, kommt aber wie bisher in Paris an. Hiedurch wurde in Zürich ein günstiger Anschluß erreicht. Der über Passau nach Berlin verkehrende D-Zng wird bei gleich-bleibender Ankunft in Berlin vom Westbahnhof erst um 18 Uhr 26 Min. abgehen. Der G es ä usesch nellz u g mit direkten Wagen nach Aussee, Innsbruck und Klagenfurt fährt um 7 Uhr 40 Min. ab. Der Pariser Schnellzug wurde um 5 Minuten später .gelegt und verläßt Wien um 1Z Uhr 40 Min. Für den Verkehr Wi en—S a'lzk ammer g nt werden in der Hauptreisezeit vom 12. Juni bis 19. September zwei durchlaufende D-Züge in Verkehr gesetzt, von denen der eine von Wien um 9 Uhr 30 Min. abgcht, der andere um 10 Uhr 50 Min. hier eintrifft. Auf der Südbahn st recke wird in der Hauptreisezeit ein neues Schnellzugspaar mit direkter Verbindung nach Bad Aussee und Innsbruck in Verkehr gesetzt (Abfahrt 7 Uhr 30 Min., Ankunft 24 Uhr 10 Min.). Der Tagesschnellzug Wien- Agram—Triest wird bei gleichbleibender Ankunft in Triest erst um 8 Uhr 16 Mm. abgehen. Auf der Franz-Josefs- Bahn-Strecke verkehren zwei Schnellzugspaare Wien- Prag—Berlin und Kvei Schnellzngspaare Wien—Pilsen—Eger. Durch weitere Kürzung der Aufenthalte in den Grenzstationen wurden bessere Mbf-ahrtsgeiten von Wien erzielt. Bei gleichbleibender Anikunftszeit ra Prag und Wien wird der Nachmittagsschnellzug vom Frantz-Josefs-Balhnhaf erst um 16 Uhr 36 Min. abgehen. Auch der Bäderlschnellzug Wien— Marienbad—Karlsbad—Franzensbad geht erst u»m 9 Uhr 16 Min. ab, der Gegerczug trifft aber unk 20 Minuten früher als jetzt, somit um 18 Uhr 10 Min. am Franz- Josefs-Bahnhos ein. Der Nachm ittagsschnellzng nach Pilsen erreicht dort -den Anschluß nach Marienbad und Eger. Auf der Nordbahn st reck« wurde bei sämtlichen Schnellzügen der Zoll ausenthal t in Lnndenburg bis aus 30 Minuten verringert. Ans der Ostbahn werden die im Vorjahre geführten Schnellzüge über Preßburg nach S iille i n- K as-ch-a n auch in diesem Sommer wieder verkehren. W i e n, 14. Mai. * Ein Kommerzialisierter" Btmdesbeirieb. Wir haben bekanntlich seit etlichen Jahren eine Republik, die — der Nvt gehorchend, nicht -dem eigenen Triebe — dekretiert Hai, daß die Feiertage ans ein Minimum zu reduizseren sind. Einverstanden. Dann gibt es in dieser Republik noch etwas, mit dem man — wenn's wahr ist — auch einverstanden sein muß. Die Kommerzialisierung der Bundesbetriebe. Sie soll 'das Heilmittel für die an Defizfthypertrophie leidenden staatlichen Unternehmungen sein. Siehe Bundesbahnen! Das Gremium der Wiener Kaufmannschaft, das für Fragen des Kvmmerzes wohl kompetent ist, hat erklärt, daß der gestrige Feiertag als normaler Werktag zu gelten habe. Sämtliche Wiener Geschäftsleute haben >dem Rechnung getragen und wenigstens am Bormittag ihre Läden und Bureaus offen gehalten. Nur auf der Seilerstätte, inmitten 'des pulsierenden Geschäftslebens — mit der Uhr in der Hand darf man die Pulsschläge freilich nticht zählen — 'befand sich gestern so ein kommerzialisierter Bundes- >betri«b, 'die Verkaufsstelle der Staatsdrnckerei, im reinsten Dornröschenschlaf. Nun würde einen 'das nicht sonderlich aalsregen, wenn der österreichische Amtsschimmel, statt laut zu wiehern, fest schnarchen würde; man konnte einfach in eine andere Buchhandlung gehen, wenn die Staatsdruckerei offenbar wegen des allzu gute» Geschäftsganges sich «denkt: „Nur net ansteh'n drauf". Da hat man aber wieder die Rechnung ohne die sprichwörtliche Wiener Gemütlichkeit gemacht. Die Staatsdruckerei hat eine Art Monopolftellnug und ihre Eryeuigniffe sind in den wenigsten BuchhaMungeu erhäftGch. Da es, man lese und staune, noch immerhin ewige Bundesbürger gibt, die sich für Bundesgesetzblätter iwteresfierev müssen, auch au 'dem Werktag am 13. Mai, so hat sie dieser neueste Schwabenstreich des Bureaukratismus zumindest mn einige für sie kostbare Zeit gebracht. Vielleich: werden m Laufe der Jahre auch unsere Bundesbeamten eins chen lernen, daß fie Seme Maurer sind und daß ihr Brotgeber die steuer- -cchkmde Bevölikerrmg ist, «der sie ein Schnippchen nach dem anher« Wage». Mer bis daW — „mir Ham Zeit". R. S. (HUAiyiUI Aa*. äk „ Wetter. Gestern herchhte wieder sommerlicher Schönwelker. Die BorMÄaye kündigt keine Veränderung des herrschenden Wetterchavatters an. * Die Lebensmüden. Am 12. d. wurde bei Groß'-Petersbovf im Burgenlande am Effenbahndamm die Leiche eines jungen Mannes gefunden. Der Unglückliche war von einem Zuge gerädert «worden. Sein Kopf war völlig vom Rumpfe getrennt. Der junge Mann war mit Postleruniform bekleede:. Nach Notizen, die man bei ihm fand, ist es zweifellos, daß er Selbstmord begangen hat. Mair fand bei ihm die Photographie eines Mädchens und einen Zettel, _ans dem stand: „Die letzten Grütze, Ed u a rb". Wahrscheinlich hat sich der Unglückliche wegen verschmtchter Liebe das Leben genommen. — Der 33jährige beschäftigungslose Leopold Seidl er hat sich gestern vormittags in ferner Wohnung mit einem Armeerevolver wegen Arbeitslosigkeit getötet. — Der 67jährige Hilfsarbeiter Anton Gvßl wurde am 12. d. von seiner Gattin auf dem Dachboden seines Wähnhanfes erhängt aufgefnnd-en. Er hat die Tat wegen Krankheit begangen. — Die auf der Wieden wohnhafte 46jährige Private Rosa B. wurde am 13. b. nachts in ihrer mit Leuchtgas erfüllten Küche tot anfgefnnden. Sie dürfte sich ivegen unheilbarer Krankheij «getötet haben. * Er will ein neues Leben beginnen. Am 12. d. gelangte das Polizeikommissariat Josefstad: zur Kenntnis, daß im Hanse Geblergasse 6 ein Mann antler dem Namen Johann Karl Kuenburg (vormals Freiherr von Kueneg-g), am 14. Jänner 1891 zu Wien geboren, lebe, der diesen Namen zu Unrecht zu sichren scheine. Der angebliche Freiherr v. Kuenburg hat auf Grund eines gefälschten Taufscheines im zweiten Bezirke die 32jährige Bantbeamtin. Marie B. geheiratet. Es ergab, sich der Verdacht, daß der angebliche Freiherr v. Knenbnrq in Wirklichkei: Johann Karl Schediwy heiße und von der Polizei wegen Veruntreuung, Betruges und Erpressung gesucht werde. Im Jahre 1923 hat Schediwy wegen Veruntreuung eine zehnmonatige Kerkerstrafe verbüßt. Nach anfänglichem Leugnen gestand Schediwy, die Urkunden gefälscht zu haben, um mit seiner ganzen Vergangenheit brechen, sie förmlich wegwäschen zu können. Er behauptete auch, sich unter dem Pseudonym „Ungersbach" einen Namen in der Schriftstellerwelt geschaffen zu haben. Schediwy wird dem Landesgerichte eingeliefert werden. * Eine verhaftete Taschendiebm. Anr 30. v. M. wurde bei der Straßenbahtthaltestclle auf dem Stubcuring beim Buudes-- miuisterium für Heerwesen einer Kontoristin beim Besteigen eines Straßcnbahnznges der Linie BK aus der Handtasche ein Paket mit 2100 Schilling gestohlen. Die Kontoriftiir nahm den Diebstahl erst wahr, als der Zug schon weitergefahrni war. Eine Frau teilte ihr mit, daß sie mit Sicherheit sagen könne, wer die Diebin sei. Sie hatte nämlich gesehen, tvie eine Frau, die schon vor zwei Jahren an ihr einen TaschLndiebstahlsversnch unternommen hatte, sich.in verdächtiger Weise^ - an die Kvmoristin herangemacht habe. Tie Frau konnte Mitteilen,^ daß die mutmaßliche Diebin die 24jährige Julie Hagen sei. Am 10. d. wurde nun die Hagen bei Ankunft des Schnellzuges aus Budapest auf dem Ostbahlchof verhaftet. Sie leugnete, oblvchl sie mit Sicherheit als die Verdächtige erkannt wurde. Die Hagen wurde dem Landesgerichie eingelieser:. * Der gcftohlene Dollarscheck. Am 3. November v. I. war der Praktikan: K r e j c y, der bei einer Firma im 2. Bezirk angestellt ist, ins Hauptpostamt geschickt worden, um zwei Geldbriefe auftugeben. Im Postamte wurden ihm die Briefe, deren einer einen Scheck aus 250 Dollar en'hielt, gestohlen. Als die polizeiliche Anzeige erstattet wurde, stellte sich heraus, daß der Scheck schon bei einer hiesigen Bank gegen einen Betrag von 17 7 0 Schilling e i n g el ö st worden ist.. Durch, die Erhebungen wurde ermittelt, daß den Scheck der im zweiten wohnhafte Israel Hersch Wenkert präsentiert hat. Der Mann wurde einvernommen und gab, an, er habe den, Scheck, von einem gewissen Chaim Barnch Horowitz gekauft.^ Seither wilrde Horowitz, in 'dem man deil Dieb vermutete, gesucht. Am 12. d. M. wurde er verhaftet .Er ist der 44jähvige Chajim Baruch F r e i d, richtig H or o Witz, Mt Podozloty in Polen geboren. Der Berhastete gab zu, den Scheck dom Wenkert verkauft zu haben, stellte aber den Diebstahl in Abrede; er will den Scheck mit 1700 Schilling von einem Unbekannten gekauft haben. Horowitz, der aus Oesterreich abgeschafft und wegen verbotener Rückkehr nl ehr fach abgestra ft ist. wurde gc estrn dem Landesgerichte eingeliofer:. Verhasüuig eines Budapester rldvoksten in Wien. Bon der Bndapester Sberstadthauptmannschaft ivrrrde der Budapester Advokat Dr. Alexander Mark wegen Umerschlagung und Betruges steckbrieflich verfolgt. Er ist Mitte März aus Budapezt nach Hinterlassung großer Schulden verschwunden. Es daß die SPielleidenschaft seinen Rinn herbeigeführt habe. Gegen Doktor Mark sind in Bud" '1 wegen Kreditbetrnges einige Anzeigen erstattet. Gestern frich .vnrde er im Hanse 8. Bop, Langegasse 44, wo er als Dr. phil. Alexander Jlltzes falsch gemeldet war, verhaftet. Er gab bei der Einvernahme zu, der ^suchte Dr. Alexarrder Mark zu sein, will sich aber keiner Schuld bewußt jem. Als Grund für die Falschmeldung gab Dr. Mark an, daß er stch nur vor den Nachstellungen seiner Frau, von der er seit elurgen Monruen geschieden ist, schützen wollte. Dr. R!avk wird dem Landesgerichie eingeliefert. Die Budapester Oberstadchauptmannschaft wurde von seiner Verhaftung in Kenntnis gesetzt. Der Bund jüdischer Frvuen Deutfchösterreirhs sucht Kvecks Adoption jüdisches Kind ml After von 1 bis 3 Jahren. Nur schriftliche Anfragen an Frau Selma Klar, 2. Bez.. ^erdmandsstraße 28. Welche Dame in Wien Hut die schönsten Beine? Der am 2. d. auf dem Parquet lumiweux abgchaltene Wettstreit war so lustig und anftrviert, daß nächste Woche wieder ein solcher statdflndet. Die goldene Strunlpfbandilhr erhielt Frau Lilly Hart mit 76 Stmrmen als evsten Preis, welches Ergebnis mit allgemeinem Beifall aufgeiiommeil wilrde. Nerdiopvogramm. Heute Freitag de« 14. Mn. 16 Uhr 16 Mm.: Nachmittagswnzeru Tschatkowskii: Mutche solennelle. Oskar Straus: Dorfmnfikauten. Walzer. Snvpö : Das Modell, Ouvertüre. Beethoven r „Adelaide." Chaminader Pierette. MaSeagni: .LavaUsr» rustiennn.- Benatzky Die Verliebten. Lehar: Elchftch allein, Potpourri Fetras t Erinnerungen an Jolet Strauß. Domildlon : Küss' mich. Schnuckt-Putzi! — 17 Uhr 16 Min. r Märchen aus Löten. Gesprochen von Anna Höllering und Alice Lach. — 18 Uhr 10 Min.: Wochenbericht für Sport «nd Fremdenverkehr. — 18 Uhr 26 Min. r Ueber Radiozeit, ivre Abgäbe und Aufnahme. Oberbamat Dr. Friedrich Hopfner. — 19 Uhr r Uebertragung aus der. Wiener Staate oder. «SH I Werbet Abonnenten für die I I „Wiener Morgenzeitung" I Nsüschm. Die AÄrttSgemeinschast, welche sich noch kLegßdh «it Werken von Busoni «nd Strawinsky den Dank aller Fortschrittsfreunde erworben hatte, ist auf die Operette gekommen, seitdem echt wienerische Intrigen sie ihres Führers Leo Kraus beraubt haben. Ob sie nicht die Rechnung ohne den Wirt, das Pllblikum, gemacht hat! Wer noch Geld für bat Besuch einer Operette ausgibt, sieht sich sie wohl in einem Operettentheater in richtiger Besetzung an und nicht in der Armenleutanfführnng eines notleidenden Operntheaters. Bei der Erstaufführung hat der „Bogelhändler" von Zeller sehr gut gefallen. Man merkt der naiven, unschuldigen, ehrlichen Musik wahrlich nicht an, daß ihr Schöpfer, ein wohlbestallter Hofral tm österreichischen Unterrichtsministerium, wegen Meineids zu einer Kerkerstrafe verurteilt wurde, von deren Verbüßung ihit der Tod im Jahre 1898 befreite. „Der Vogelhändler", welcher seinerzeit ebenso poptllär war wie Zellers , Obersteiger", bringt alles, was damals zu einer guten Operette gehörte, gleichsam unter einem Hut: Walzer, Duette, Coirplets, gut gebaute Finales, Drollerien bis zur Possenhaftigk-at. Aus dieser Operette tst auch heute noch etwas zu machen, wenn nur munter und flott darauf losgespielt wird. In der Volksoper versagte mitmlter das von Hans Swarowsky mit Eifer geleitete Orchester, Herr Pacher als Vogelhändler war leider völlig indisponiert, Frau Osten in der Gesangstechnik unsicher. Eine lustige Soubrette war Frau W e i ß m a n n, ganz vorzüglich in ihrer Drastik Frau Strehlau in Herr Rolle, angenehm Dr. Kraegler. Eine wohlorgamsierte Claqne animierte zu stürmischem Beifall. slb. „Stafien&fretutfee.“ Akademietheater. Wenn das Urteil des Publikums zu entscheiden hat, war die Aufnahme dieses Fuldaschen Luftspiels in das Repertoire eine künstlerische Tat des Burgtheaters. Gute Stimmung, Lachsalven durch vier Akte, Heller Beifall nach jedem Vorhang. Aber werm es nach dem - l.cteil des Publikums ginge, wäre die Bühne vielleicht noch immer das vormärzliche Kasperltheater. Soll man aus diesem Anlaß einen Traktat über die Erziehung zur Kunst schreiben? Ich stelle einfach fest, daß keine Theaterleitung, die etwas auf sich HAt, jetzt Jugendfreunde" neu einstudieren würde, es wäre denn, daß sie ein Stargastspiel dazu nötigte. Eine Handvoll Puppen, neuerdings hervorzuholen, wie sie gebrauchsferttg in der Lustspielzeugschachtel für Lkadelburgsche, Benedixsche, Blnmenthalfche oder Fuldasche Manufaktur bereit liegen, ist keine Aufgabe für Direktoren, Regisseure und Schauspieler, ist besttmmt kerne Aufgabe des Burgtheaters im Jahre des großen Jubiläums. Keiner zweifelt daran, daß sich solche künstlerische Bemühung erübrigt und daß dem lieben Theatergast diese. Gattung von Amüsement — er verlangt sie nicht, seine geistige Trägheit gibt sich ihr nur hin, wenn man sie bieteteinfach vorzuenthalten ist. Bis auf das neue Fräulein H o e s r i ch, die ihren Part recht farblos und spröde brachte, waren alle Beteiligten sehr brav. Am bravsten Herr Günther, am eifrigsten bei der Sache Herr H ö b l i n g, tapfer bemüht, zu gestalten, wo, ach, nichts zu gestalten ist, der jüngere Herr Zeska, wienerisch resch Frau Medelsky, von der Nichttgkeit ihrer Rolle selbst erheitert Frau Mayen, alle übrigen voll Verdienst imd das Publikum voll Dankbarkeit. O. A. Da« Wiener Gastspiel de« hebrWchea Mat«» HabiKiah. Wie uns der Tourneedirektor des Moskauer hebräischen Theaters Habimah, Herr Michel Kachonk, mftteiit, beginnt das Wiener Gastspiel der Habimah im Carl-Lheater am 29. Mai. Als Eröffnrlugsvorftelluntz wird An—skis „D h b u f gegeben, dann folgt Beer-Hoffmanns „Jaakobs Traum" (in hebräischer Nachdichttrng). Die Habimah hat ihre europäische Gastspieltournee im Jänner d. I. begonnen. Die Aufführungen in den Städten Pölerts waren so erfolgreich, daß über Veranlassung von Deputattonen, weiche der Habimah nachreistert, in einzelnen Städten neuerdings ein Gastspiel angesetzt werden mußte. Auch in nichtjüdischen Kunstkreisert erregten die Aufführungen der Habimah das größte Interesse, und die nichtjüdische Presse hat den Vorstellungen begeistertes Lob gespendet. Die Habimah gastiert gegenwärtig in Lemberg und gibt dann über besonderen Wunsch vor Begimr des Wiener Gastspiels nochmals eine Reihe von Vorstellungen in Krakau, wo bereits ein Gastspiel stattfand. Von Wien ans begibt sich die Habnnah nach Prag und Paris. Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse, die überall herrschen, hatte das Gastspiel dieses berühmten hebräischen Theaters biGer nebst dem iwgewo^ttichen künstlerischen auch einen großen materiellen Erfolg. Alle Mitglieder der Gesellschaft, 46 an der Zahl, find an dem Reingewinn ftt gleicher Messe beteiligt. Die künstlerssch hervorragendste Persönlichkett des Ensembles, Zemach, erhält ÄbenfoviÄ wie der Theaterfrsseur. Die Mitglieder dar -Habimah sind eine vorbildliche Gemeinschaft. Rach dem Pariser GaWpiel wird ein So runter« urlanb eingeschattet. Im HeMkgeht -die Habimah nach A'm er-Äka. Pa«s, 16. Mai. „Chicago S&feoae* meSbet, daß der Molinist K r e i $1 rr in Anerkennung der 4xxt Hm der fvanziWhen Tonkunst geleisteten Dienste gmn OWvWv<r i>e»r E^hrerrlegion ernannt worden sei. Mv IKWpAsn M» ihnt von einer Abordumrg der Prv^eHooen üdarPorcht woedsn.

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