Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2592 (12.5.1926)
- Date
- 1926-05-12
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 86% known words query
- IRI
…/2979076-2981549-2981679--26481-3014247- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Wien, Mittwoch Serie 8 Wiener Morgenzertim, 12. Mar 1926 Nr. 269L Starke Steigerung der Quoten und in Eisenbahnprioritaten. An der gestrigen Börse herrschte in einzelnen Prioritäten ein lebhaftes Geschäft. Die Rudolfsbahnprioritäten notierten 59.000. Auch in Berlin herrscht eine große Nachfrage nach diesen Prioritäten, welche gestern dort 4,3 Prozent notierten. Die Rndolfsbahnschuldverschrerbnngen wiesen einen Kurs von 40.000 auf. In Berlin lautete gestern der Kurs 3,9 Prozent. Außerdem waren die Quoten stärker gehandelt. So notierten die Quoten von 87er Nordbahn 9000, Nordwestbahnschnld 5000, Franz-Iosef-Prioritäten 16.500, Franz-Josef-Schuld 17.500. Postpakete sollen bis 6 Uhr aufgegeben werde« können. In einer vorgestern im Gremium der Wiener Kaufmannschaft stattgefundenen Sitzung des Berkehrsausschusses stellte Kommerzialrat S ch u s ch n y den Antrag, bei der Postveüwaltung zu verlangen, iw& die Annahmcheit für Postpakete bei den Wiener Postämtern über 4 Uhr hinaus erstreckt werden möge, da es derzeit unmöglich ist, Postpakete am Tage des Einlangens von Aufträgen zu befördern. Schon die Besorgung der Ursprungszeugnisse, der zollamtlichen Hausbeschau bringen unvermeidliche Verzögerungen mit sich. .In den deutschen Städten sind die Dienststundeu für die Postpaketannahme von 8 Uhr morgens bis 6 Uhr abends,' in der Zeit von 6 bis 7 Uhr abends können Pakete .gegen eine ganz geringe Zuschlagsgebühr bei jedem Postamte aufgogeben werden, wahrend bei den Bahnhöfen von 8 Uhr morgens bis 10 Uhr abends Postpakete ohne jeden Zuschlag angenommen werden. Es wurde beschlossen, an die Postdirektion heranzutreten, daß Postpakete bei den Postämtern bis 6 Uhr abends angenommen werden. Insolvenzen. Das Handelsgericht chat das Ausgleichsverfahren eröffnet über die Wiener W e r k st ä t t e, G. m. b. H. Die Aktiven betragen 482.100 S., die Passiven 1.650.000 Schilling. Es wird eine 35prozentige Ausgleichsquote in sechs Monatsraten zahlbar angeboten. In Wirtschaftskreisen wird der Zusammenbruch mit dem Fallisement des Bankhauses P r i m a v e s i in Zusammenhang gebracht, der durch lange Zeit hindurch als ein großzügiger Unterstützer des Unternehmens galt. Die Haupt; ächlrchsten Erzeugnisse, die weit über die Grenzen unseres Landes Ruf hatten, waren kunstgewerbliche Stoffe, Keramiken und Metallwaren. In Wien besitzt die Wiener Werkstätte die zwei bestbekannten und künstlerisch ausgestatteten Verkaufslokale in der Kärntnerstratze und am Graben. Das Ausgleichsverfahren wurde ferner eröffnet über I. Kraus u. Co., 18. Bez., Währingergürtel Nr. 53; über Rudolf Müller, Tuchwarenhandel, 3. Bez., Hauptstraße 53; über Franz V o n d o r, 1. Bez., Zedlitzgasse 7; über Hermann Bohurinskh, 17. Bez., Hernalser Hauptstraße 80; über Matthäus.Josef Schier. 4. Bez^, Karolinengasse 21; über Fritz Hot nkes, 12. Bez., Schönbrunner Schloßstraße 38—40; über Ignaz Goldhammer, 1. Bez., Brandstätte 6; über Leopold Breit, Autobesitzer, 12. Bez., Tichtelgasse 25 und über Siegfried Hamburger, Pelzwarenhändler, 19. Bez., Döblinger Hauptstraße 33 a. — Der Konkurs wurde gegen Rudolf Steiner, Realitätenbesitzer, 14. Bez., Arnstetngaffe 25, eröffnet. Ein Weltkllpfertrust. In New-Bork «ist die Gründung eines neuen Kupfertrusts im Zuge, der 90 Prozen-: der Meltproduktion beherrschen soll. Die an dem neuen Trust, der Copper Export Trading Association, beteiligten Unternehmungen geben an, daß sich die Abmachungen lediglich ans das Ausfuhrgeschäft beziehen und das Schwanken der Preise auf dem Weltmarkt verhindern sollen. Die amerikanische Regierung hat ursprünglich ihre Genehmigung ans Grund des Arrt-i-Drustgefetzes verweigert, doch soll der Trust die Bedenken der Regierung bereits zerstreut und die Zustimmung auf Gund des Mebb-Pomerence-Gesetzes (dieses gestattet den Zusammenschluß zu ExporHvecken) erwirkt hüben. Wiener Warenbörse. Der gestrige Verkehr spielte sich in sehr enaen Grenzen üb. Kaffee und Zucker w.-ren sehr fest letzterer erhöhte sich um l bis 3 S pro 100 Kilogramm Auch Schweinefette zogen um 5 bis 10 S. infolae der geringe en Z>- suhren an. Chem kalten und technische Oele lagen ge'chastSlos Es notierten! KolonialtvarenKaliee: Aew-Dorker Dollar 17.45, Cantos Prime 625 —. T e er Peeco Java. Orange 1150.— Gewürze Paprika, edelsüß 670.— Pfeffer Singapore schwarz 630.—, Kümmel, neu, holl. 140.—. R e i 8: Burma 66.-. Italienischer 80.—. Zucker: Raffinade-Kristall 217.50 tschech.K. Würfel (in Kisten) 240.— tschech. K. Lequar 1925 —, Pflaumen, bosn., in Kisten. 70/75 132.—, Kranzfeigen. Calamata ——, Barimandeln, superior660 —, Chemikalien SeDifett« ottO Sfllotentorfe bind 11. Mal 1926. ' N- «Vm** Devisen Giw ♦sr* o# 'Vst** IUI AVNV« fiele Wsre Attftteftum . . .. » 284 35 285 *6 6.1275 6 1676 Prantöstschc Noten . . & 22.07 22.23 Belgrad <#*••<« . . 12.4776 12.6175 Stockholm 189 ltl 18 70 Hotisndlsehe Noten . * Berit« ....... 168 87 Warscnao ....... 80 — 60 5 italienisch« oten * . » Brüstet . 22.16 22.28 Zutidi * * 6 136.80 J 87.30 idRoslawiiehe Noten . . 12.425 l 12.4850 Budapest . . 88 86 69.18 Valuten Polnisch« Noten . . . 68.26 69.25 Bukarest ...... ... 2.8275 2 5476 KuntttrtisChe Noten . . . 2.66 2.60 London«..«.»» . . '34 j.44 AtnerikSntSeke ftOMB 707.— 711.— tnssische Noten «oman.) Mailand.. . 28.115 . 28.215 tiil gische Nöten .... Schweltet. Noten ... New*York...... . . ,07.26 710 76 Bulgar. Not. ..*••• Deutsche Noten «... Tschecho-slow. Noten . 20.00 21.02 Paris . ..... . . 22.11 22 21 188.16 168.76 Tflrkisehe Pfund*Noten . Pr»p ..... 20 0487. 71 87 ivvoitsehe ««tert 84.26 M.42 Mn«aftsctt'* Note» 08.79 90.19 Aetzkali. 88/92 114.—, Aetznatron. 128/130 Solvay 64.- Alaun. in Stücken 35.— Ameisensäure. Sb% 160.— Bora,, krist. 108.—, Chlorkalk, 110/115 31.—, Chromnation 115.-, Eisenvitriol 14.-. Essigsäure 80%. für Genußzwecke 240.-. Wiener ProsuUtenbörjr. Die Preise iu Amerika sind leicht rückgängig Dagegen war der Budapester Markt etwas fester. Auch Wien verlief freundlicher, da sich aus der Tschechv'lowaket und aus dem Deutschen Reich nach Weizen gesteigerte Nachfrage zeige. Die Anbote waren um 50 Gtofchen höher Da va> Anbot in Mais sehr gering ist, zogen auch die M a i s p r e i s e an. Es notierten r Weizen, Inländischer 42 2b btS 42.75, Ungarischer Tbeiß 79/80 Kilogramm 45.75 b's 47 60 Ungarische: 13.- bis 4550, Jugoslawischer 76 Kilogramm 4250 bis 43.50. Jugoslawischer 77/78 Kilogramm —.— bis —. Roggen Inländischer Marchfelder 27 50 bis 28.—. Bester Boden 26.50 bis 26.75* G e r st e r Brauware inländische 81.— bis 34.- böhmische mährische —bis M a i 8: Ingolawischer 20.75 bis 21.75 Ci« auanti« neu 91.— bis 32 — Hafer Inländischer 29 — bis 30. Reis Italienischer 79.— bis 82.—. Burma 64.— bis 66.—. Mahlprodukte Grieß mländllcher 82.— btS 83.—, Weizenmehl 0 inländischer 79.- bis r-0.—. Kochmehl 2 inländisches 68.— bis 71.— Brot' mehl '«ländische? 44.— bis 48 — Wiener Vieh Märkte. Der Auftrieb zum gestrigen B o r st e n v t e h m a r k t betrug 99c3 Flei'ch- und 4034 Fettschweine Bei ruhigem Verkehr waren Fleisch chweiue um 10 bis 20 Groschen höher, während sich schwere Fett chwe ne nur schwach behanvten konnten. ES notierten: Fleisch chweine 1.90 bis '.30 S. und Fettschweine 180 b's 2.2 > S. pro Kilogramm Lebendgewicht — Der Auftrieb zum Pferdemark t betrug 145 Gebrauchs-, 278 Sch.ächtervferde und aus der Ko« lumazabteilung 2. 0 Pferde. Der Verke r gestaltete sich lebhaft. Es notierten Kuilchvferde 600.— bis 120».— S.. leichte Zugpferde 4»0.— bis 1200.— S. und schwere Zugpferde 600. - bis 100.— S. Schlachterware prima Qualität —.70 bis - .95 S.. mindere Qualität — .40 bis — .65 S. und für die Wurstbereitung —.20 bis —.35 S. pro Kilogramm Lebendgewicht. _ Wiener Börse. Abgeschwacht. — Kurssturz der Staiftsöckhnwerk. Unter dem Eindruck der flauen Berichte aus den Nachbrrbörisen eröffnete der gestrige Verkehr in lustloser Haltung. Die Umsätze waren gering. Spekulation und Publikum hielten sich von jeder GrschaftstätiKeit fern, da sich die Aüslandsbörsen mit größeren Berkaufsausirägen einstellten. Bon der allgemeinen Abschwächung war nur der Rentenmarkt ausgeschlossen, bei dem fast alle Effekten um einige 100 K. höher eiusctzten. Die stärkte Bewegung herrschte in der Staatsbahnkulisse, welches Papier sich auf die Aieldunig über eine ungünstige Bilanz rapw senkte. Dazu gesellten sich noch größere Abgarben der Kontermine, welche die ohnehin flaue Tendenz noch weiter drückten. Nach einzelnen Schwankungen schlossen Staarsbahnwerte Iu den tiefsten Tageskursen. Nachbörslich wurden sie weiter ausgeboten -und verloren nach einem Anfangsverlust von 27.000. K. weitere 2500 K. Brunner Maschinen wurden verhältnismäßig wenig umgesetzt, sie gingen jedoch ebenfalls'leicht zurück. Bou der matten Haltung der. ':-.^'U'ohnweri2 übertvuct!:1) Teuden; auf alle vbri7M in der Kulisse gchandelten Effekten, welche fast durchweg tiefer schlossen. Im Schranken war das Geschäft sehr rrchig. Bei säuernder Realisationsneiguna gingen auch hier die meisten Effekten zurück, doch waren die Kursverschiebunyen nicht so bedeutend. Fn der K u l' s s e verloren u. a. Staatsbahn 29.500 Kronen, Salgo 21.500 K-, Btünner Maschine» 11.500 K.. Alp »e 4800 K., Felten 5000 K., Waaaner 6700 K.. Timber 24.900 K. und Anglobank 4000 K. Höher waren nur Juli-Süd um 9000 K. und Siemen? um 1700 K. Auf dem Rentenmarkt profitirrten die Goldrenten 1000 K., die übrigen P pierrenlen schloffen um 200 bis 400 K. höher. Im Schranken gaben Grazer Brau 30.000 K. ab, Scheidemandl 59.000 K., Konstanz 35.000 Kronen, Galicia 10.000 K, Fünfkirchen-Barcrer 25.000 K., Ung. noblen 30.000 K. und Un.i. Zucker 20.000 K. Höher waren nur Stölzle Glas um 11000 K, Apollo um 8000 K. und Jnugbunzlauer um 10.000 K. Von den Exoten notierten Unioersae Bau 13.500 bis 14.330 K. BezugSrechtr Carborundum 4000 K. . Ausländische Börsen. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung/') Berlin, 11. Mai. Ohne jede Anregung, eröffnete der Verkehr in ruhiger Haltung. Auf die Meldung über eine baldige Lösung der innerpolitischen Spannung festigte sich die Tendenz. Die Börse schloß freundlich. Es notterten Ltmenioie —euo. Lombarden neue i)esterreicht!che Staatsbahn 20.50 Darmsiädter Ban« 125.—, Deutsche Ban, 123.— Dresdner Bank 109 — Oesterreichische «redtl 7.—. Oesterreichische Landerban^ —.— RetchSbank 139.50 Wiener Bankverein 5 80 Untmtbani 6 01. Daimler Motoren 63—, Dunamit Nobel 76 50 »selten & Guilleaume 128.—. Prag, 11. Mai. Nach ruhigem Beginn gingen zahlreiche Effekten infolge flauer Auslandsberichte zurück. ES notierten 6"/o>ge osterreichi'che Staatsanleihe 83.—, ZtvnostenSko 353.— Analobank 59— Aiercurbank 35.—, Oesteneichilche Kredit 55 75 Wiener Unionbat, 49 50. Wiener Bankverein 45 50 FerdinandS-Nordbahn 3520.-. Böhmische 'iuckerindustrie S05.— Schoeller 2255.—, Nestomitzer siuckerindustrie —Bereinigte Elektrizität Wie» 151.—, »lusfig Chemische 627.-. Weltbräu Pillen 2330 - Königs, nofer »iemem 1625. BrÜnner Maschinen 185.— . Simmering« 93.50 Rot-Kosteletzer Texttl 846.— CoSmanoS 400.— Alvine Montan 105.—. Berg und Hütten 2070.— Poldihütte 434—. Brager Eisen 728 - Skoda 694.— Budapest, 11. Mai. Abgaben der Kontermine drückten die Tendenz. Die Börse schloß mit Rückgängen. ES notierten: Britisch-Ungarische Bant 29.— Ungart che Kredit 247.— Oe''erretchi>che Kredit 115.—. Wiener Bankverein 99.— skommerzialbank 800.— Gran»Sza8zvarer —.—, Oberungarische Berg und Hütten 206.—, Magnesit —, Ungarische Ällg Kohlen 2905.— Salgo Kohlen 416 — Urlkanv Kohlen 1008.— Ungarische Hokherr 103.—. Nimamnranv 96.—. Staatsbahn —, Ungarische Zucker 1295.—, Oesterreichische Gas —. __ sie Devisenkurse. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) 11. Mai. fSDeutieutune von 12 uyr.) Berttrt 123.05 1123.05-, Holland 207.70 '207.60,, New-Aork 617.— '516.87), London 26.10V, 25.08l/2,, Paris 1617»/, (16.30) Mailand 20.617« '20.67). Brüssel 16 85 16.-), novenaagen 135.— (131.75 Stockbolm 138 30 133.15), Oslo 11160 112.20, Ä.'adrid 74.22'/, <74.30,. Buenos Atres 207.50 208—). Bran 15.3» V« (>5.30,. Budapest »007230 «0.007230,. Bukarest 1.96-/. 1.90 nom.). Belgrad 9.10-/. '9.11, Eosia-3.73 (3.72-, Warichau —Wien 72.96'/. 72 97V,) mr 100 Schilling. Prag, 11. Mai (Devisenkurse.) Berlin 803.25 <803.25,. Zürici' 653.250 > 652.87,. Paris 105 30 '106.05,, London 163.75 .) 63.70, 'New-Vork 33.70 133.70^, Betgrav 59.40 '5940,. Bnkaren 12.4250 -12.6750,. Wie« 47650 <i« 479.50 (476.37) für )U0 Schilling. Warschau 317.— 312—'.Budapest4.6875 <4.6862..Jugosla,nt,che59 2250 ^59.1750,, 'Oesterreichische gestempelte Krone 474 62 ( 474.50* Polnische 313 50 306 50 Ungarische 4.68 (4.68) Bvoauest, 11. Mat. Devsieukurte — Eigenbericht.) Berlin 16.991'/, Amsterdam 28.685 Kopenhagen 18.630, Stockholm 19.088 Aew-Aork 71.870 London 346.570. Paris 2224. Brüssel *220 Prag 2113.50 Belgrad 1259. Bukarest 267'/2, Warschau 6600, Wien 10.072V* Sofia 517.—. Mailand 2846 Zürich 13 814.—. Belgrad, 11. Mai. (Devisenkurse.) London 275.10, Parts 176. - New-Äorl 56.65 Gens 1096.75 Mailand 225.50, Prag 168.10 Berlin 1350 ~ Wien 800 50. Bukarest 21.75, Sofia —, Budapest 0.0794 Brüssel —. Amsterdmn —. Warschau —.—. Warschau, 11. Mai. (Devisen.) Belgien 32.29 bis 32.45, ( erlin —dis —Holland 408.81 bis 410 85, London 4903 bis 4027. New-Aor! 1008— »iS 1012— Parts 31.84 oiS 32.— Schwei, 195 34 bis 196.31, Budavest —.— bis —, Prag 30.13 bis 30 27 Wie» bis für l00 Schilling, Italien 40.63 bis 40 83 Swckholm —.— bis —, Bukarest-bis — Copyright 1926 Nachdruck verboten oy Joseph Opatovsky, New York (18. Fortsetzung) Roman eines Pferdediebes. Von I. Opatofchu. ,MÄrlich komme: ich, gewiß, warum tzenn nicht?" quittierte Srul mit höflichem Lächeln die Einladung und ging in die Küche, wo er sofort einen derben Witz losließ. Tirz-a und Sure kv:''ch<en vor Lachen. Bor dem Haufe stand Sanwel mit einigen Burschen und zimmerte eine lange. Tafel aus Brettern für das Festmahl. Die Tafel durchzog tot ganzen Hof. .13. Behaglich saß die Braut auf einem gepolsterten Lehn-- siuhl in ihrem ölaufti-denem Hochzeitskleid, das vorne mit Maßliebchen geschmückt war; auf ihrem Kopf prangte ein breiter Myrtenkranz, unter dem ein weißer, foettei Schleier fließend über ihre Schultern bis zu den Hüsten stel. Ein Walzer eMang. . . Mädchen bildeten Pagre und schwebten leicht mit übernlütigsm Lachen in ihren bunten raschelnden Kleidern dahin, aus denenihre jungen Glieder lockend winkten. Die Burschen sähen aus dem Gemach der MuWer dem Tanz der Mädchen zu und 'hatten ihre Freude daran. Die jüngste Tochter Mendels, des Gutspächters, in deren Haus die Braut vor der Trauung Aufenthalt genommen hKte, stand mit ihren Pensionsfreuudinnen die sie eigens für diesen Tag eingeladen hatte, auf dem Balkon; die Mädchen vergnügten sich daran, zuzufehen, wie ,gewöhnliche Leute" Hoch-eit machten. Im Saale -wurde es eng. Junge und alte Frauen tewu< TiiM und zwei Frauen aus ihrer neuen Schwäherschaft gingen mit TMetts Backvevk durch den Saal und boten den Gästen an. In der Tür erschien Bejle, Graimls Frau. Sie. trug in grünes, seitwärts geknöpftes Seidenkleid mit zivei Reihen Vergißmeinnicht bestickt, die Aermel aus schwarzem durchsichtigem Seidentüll. Um ihren Hals und die runden Schultern 'lag ein gestrickter himmelblauer Seidenschal, der sich 4vie eine Schlange wand und ringelte. Die Hände umhüllten lange, weiße Seidenhandschn'he, das schwarze Ha-ar tvar a la Sezession gekämmt und die dicken Zöpfe zu beiden Seiten waren in Knoten über die Ohren gelegt. Bejle trat geräuschvoll ein und eilte behend durch den Saal; ihre schmalen Füßchen übten reizvolle Anziehungskraft. Stürmisch küßte sie die Braut und blieb mit ihr stehen; sie schien die Blicke, die auf ihr ruhten, nicht zu bemerken und spielte lässig mit dom >dünnen Goldkettchen, an den; ein kleines Parfümflakon hing. „Sicher eine Warschauerin!" flüsterten die Frauen einander zu. Bejle Chatte Sanwel erblickt; lächelnd winkte sie ihn mit dem Finger heran. Sanwel wußte nicht, was er tun sollte: sollte er in den Frauensaal ge'hen? Sollte er bleiben? Doch er httte keine Zeit, einen Entschluß zu fassen; das Teine, graziöse Frauchen steuerte rauschend auf ihn zu. „Masel tow, Sanwel!" Bejle streckte chm'ihre kleine Hand im weißen Handschuh entgegen. Sanwel dankte errötend und hielt dabei ihre Hand stst. ,Mrum sind Sie unsichtbar, Sanwel? Ich merke schon, Sie sind ein Mann von Mort! Sie haben doch, glaube ich, versprochen, zu uns zu kommen; so warten wir noch immer aus jden Besuch!" SaNwel -begann zu stottern, kam mit der Ausrede nicht Mate und errötete noch mehr. Beste bemerkte es und hatte ihre Freude daran, daß ein so kräftiger Bursche -rot werden konnte wie ein junges Mädchen. „Für diesmal ist Ihnen verziehen,'doch von jetzt ah müssen . Sie.ein braves Kind sein, verstanden!" girrte Bejle, bog sich schalkhaft vor und drückte ihr Knie.an seinen Schenkel, Sanwel fühlte eine Blutivelle durch sei): Gesicht strönwu. „Und jetzt, Sanwel, lassen Sie etwas springen; wir wollen tanzen!" „Mer... die Frauen... sie -werden doch..." begann Sanwel zu stottern. „Aber was! Ich nehrn's auf mich. Ich >sage einfach, ich sei eine Ihrer Tanten!" Bejle lachte laut und ihre kohlschwa-rzen Augen schleuderten Blitze. Sanwel warf den Musikern Geld für. einen Tanz zu, faßte.Beste um die Taille und mischte sich mit ihr unter dio tanzenden Mädchenpaare. Einige alle Fraslen verzogenden Mund, doch schließlich — es ist eine Hochzeit! Alle sähen zu, .wie Beste tanzte. Sie schwebte leicht wie ein Vogel dahin und ihre Füß-e 'berührten kaunl den Boden. Sanwel hielt sie leicht umfaßt und beugte sich ein wenig vor; «der Duft ihres Bustns berauschte ihn, er vergaß alles und fühlte nur, daß er in einenl Zau'bertanz dahinWvebte. Immer stärker schlug ihm der Pavfümduft entgegen und berauschte ihn; das knisternde Seidenkleid wand sich um ihn, flatterte, und züngello wie eino Schlange. Bejle rief den Musikern zu: „Pas d'Espagne!" Niemand tanzte. Bejle nahm an einem Ende des Saäöes Ausstellung, Sanwel ant anderen. Beste hob mit der Rechten ihre Schleppe und die Lackschuhe mit >den Wvarzen, durchsichtigen Mrümpfen trippelten vorwärts. Z-nm Tanz 'bereit, sang sie die Introduktion leise mit. Der.hmmielbläue Schal flatterte um den Hals und blendete die Augen. Sie hob einen Fuß, schob leicht das kurze weiße Unterkleid seittvärts, bog ihren elastischen Leih graziös nach vorn, hob hinten die runde« Schultern und schwebte San'wel entgegen. Blitze schoflen aus ihre« schwarzen Augen .,, Morts, jolgt.^