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Wiener Morgenzeitung · 1926-05-12 · Heft 2592 (12.5.1926) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2592 (12.5.1926)
Date
1926-05-12
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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jjpgleiii 2Saroszy[ Wien; Zum Abholen in der Expedition, 1L Taborstr. 1-3, oder in einer Verschlefsstefle (Trafik) monatl. 5 Schilling Strassenverkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma 0 o l d schmied, 1„ Wollzeile 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling Tsche eh o-Slowakei: Mon. K22. Jugoslawien: Mon.Oin. 60. Polen: Mon. 5Zloty. Deutschland: Mon. Om. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 Nachzahlungen bei Pr ela« erhOhttngen Vorbehalten 91t. 2592 lener »len, Mittwoch. 1S.Mai1S28 nrrgnnnrat Engl a « d: Mon. 4 Schilling. Italien: Monatl. 18 Lire: Rumänien: Mon. 170Lei. Bulgarien: Mon.IOOLew« Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration Wien, II. Taborstr. 1 Telephone: 44*0-38,43-3*19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX., Universitätsstrasse 6*8 (Di uckerei kg. Steinmann) Oesterreichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.69tz 8. Jahrgang Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. » lfl" 1,11.■»'."■.—. ■ i-'.'l ... ... ■ Ergebnislose Fried ensverhandlimgeu! Ser englische Generalstreik geht weiter. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeittmg".) London, 11. Mai. Als Fortsetzung der Sonntag nachts eingeleiteten inoffiziellen Besprechungen Aber eine Beilegung des Generalstreiks fanden heute neuerlich Verhandlungen zwischen den Arbeiterführern Thomas und M ae d o n.ald mit dem Präsidenten der Kohlenkommission, Sir Herbert Samuel, statt. Um halb 11 Uhr abends wurde bekannt, daß sich diese Friedensverhandlungen als fruchtlos erwiesen haben. Keiner der beiden Teile hat sich zu einem prinzipiellen Nachgeben verstanden. t Gin Krönest. Unter dem Vorsitz des Königs wurde heute im Ouckinghampalast ein Kronrat abgehalten. Wie verlautet, beabsichtigt König Georg, sowohl den Ministerpräsidenten wie auch die Arbeiterführer um eine baldige Wiederaus nah me der Verhandlungen zu ersuchen. Der Vollzugsausschuß dev GvuVenavbvitev hielt heute eine Sitzung ab, die den ganzen. Nachmittag andauerte. Nach Schluß der -Beratung teilte; der Generalsekretär der Grubenarbeitergewerkschaft, C o ok^ mit, daß die von allen Provinzverbänden eingelangten Berichte übereinstimmend den Vollzugsausschuß - äufsorderten, nichtnachzu geben rmd unter keinen Umständen eine Lohnverminderung oder Arbeitszeiterhöhung anzunehmen. Die Zahl dev Streikenden hat eine b e t rä ch t l i ch e Erhöhung erfahren, indem Angehörige von Industrien, die bisher vom Streik nicht berührt waren, sich dem Aus st and angeschlossen haben. Dem „Exchange Telegraph" zufolge sind dies M et a l l a r b e i t e r, W e b e r e i a r b e i t e x, Mechaniker und Steinbrucharbeiter. Die Stimmung ist heule ruhiger geworden. Die Londoner Börse verkehrte tnt allgemeinen.Vectra uensvol l. Die wichtigsten Staatspapiere zogen beträchtlich an. Die Bersicherungssätze fiir Waren, die in den Hafenschuppen lagern, senkten sich. Die/Zahl der erscheinenden Blätter hat zugenommen, doch bleiben sie im Format sehr klein und auf höchstens zwei Seiten beschränkt., Der Dienst der Freiwilligen für die Omnibusse, die Untergrundbahnen und andere Dienstzweige ist vollkommen normal. Die Versorgung mit Lebensmitteln ist im allgemeinen. normal.. Die Regierung gibt abends bekannt, daß im ganzen Lande Ruhe und Ordnung herrschen. Es sind fast gar k e i u e S crb o t a g e v e rs u ch e vorgekommeu. Heiterkeit im Unterhaus. Im Unterhaus wurde heute zum ersten Male eine Mit der Schrei b m a 's ch i n e hergestellte Tageso r d n nng verteilt. Während der Sitzung ereignete sich ein bezeichnender Zwischenfall. Ein Abgeordneter fragte, ob die Negierung davon Kenntnis habe, daß in dem Londoner Bezirk StepneY eine große Zahl von Fabriken und Häusern o h n e e l e k t r i s ch e s L i ch t und elektrische Kraft seien, und welche WLaßnahmen die Regierung dagegen zu ergreifen gedenke. Die Frage, die lediglich den Lokal Interessen des Abgeordneten entsprang, erregte allgemeine Heiterkeit. Tschechoslowakische Auszeichnung sstr PrSsldeut Woikiechowrtt. Prag» 11. Mai. Der Präsident der Republik hat dem Präsidenten der polnische» Republik, W o j e t e ch o w S k i, das Kollier zum Großkreuz des Weißen Löwen ordenS verliehen. Weizmauns Rede in Paris. Kami mit Vorsicht. ' (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung.") Paris, 10. Mai. Auf der Rückreise aus Erez Israel hielt sich Präsident Dr. Weizmann in Paris auf, wo ihm zu Ehren vom Pariser Keren-Hajessod-Komitee in den Sälen des Hotel Continental ein von den angesehensten jüdischen Persönlichkeiten von Paris besuchter Empfangsabend veranstaltet wurde. Die Versammlung wurde von Herrn Zadve Kahn eröffnet. Begrüßungsansprachen hielten die Herren Hillel Zlatopolski und Dr. Fild e r m a n n, worauf der Professor der Sorbonne, Viktor Basch, eine begeisterte Rede für den Zionismus hielt, die darin ausklang, daß nicht nur die Juden, sondern jeder gerechte Mensch verpflichtet sei, den Zionismus zu fördern. „In der ruhmvollen Geschichte des französischen Volkes", schloß Prof. Basch seine Rede, „das für die Freiheit so viele Opfer gebracht hat, würde eine Lücke entstehen, wenn es dem Judentum, dem Volke der Gerechtigkeit, beim Aufbau seines Heimlandes nicht hilfreich zur Seite stünde." Pros. Basch hat den.anwesenden Präsidenten der Zionistischen Organisation, einige Mitteilungen über die gegenwärtige Lage in Palästina zu machen. Präsident Weizmann führte hieraus unter an-, derenl aus: ... ' ' „ffiit jittb mUt^;it^bcie"^t^äL p - Erez. Israel ist nicht mehr ein abstraktesPegrisf, eine unbewegliche Sache, die zu jeder beliebigen Zeit.mit einem Rundblick erfaßt werden kann. Erez Israel ist das Leben selbst, ein dynamisches Leben mit allen Schwierigkeiten und Hemmungen des Lebens behaftet." . Starken Eindruck machten die Ausführungen Weizmanns über die politische Lage und die Halt«ng der englischen Mandatsmacht. Weizmann stellt fest, daß hie Mandatsmacht in der Frage des Aufbaues von Erez Israel eine passive Rolle spiele. Gegenüber den jüdischen Forderungen bezüglich der .Zuweisung von Regierungsboden an die Juden, der entsprechenden Budgetierung des Schulwesens und der Erleichterung der Einwanderung nehme die Regierung eine etwas hartnäckig zuwartende Haltung ein. Er hoffe jedoch, daß die Juden durch k o n s e q u e n-' tes Verharren auf ihren Forderungen die englische Verwaltung doch dazu bringen werden, den gerechten Forderungen stattzugeben. Er mahne jedoch zu großer Vorsicht in der Durchführung des Kampfes. Man werde diese seine Mahnung erst nach Jahren verstehen und zu würdigen wissen. Die Beziehungen zur arabischen Bevölkerung haben sich st a r k g e b e s s er t. Die wichtigste Rolle bei dieser allmählichen Verständigung haben der Hammer und das Pflugeisen in der Hand des Juden gespielt. Es gehörte viel Mut und Takt dazu, unter Unzufriedene zu gehen und sie zu überzeugen, daß wirkein e bösartigen Konkurrenien sind. Wir kamen mit dem Pflug m der Hand . . . Im weiteren Verlaufe seiner Ausführungen wies Weizmann daraus hin, daß die 150 arabischen Lehrer aus Aegypten vom jüdischen Werk in Erez Israel begeistert waren, daß arabische Telegraphisten und Techniker hebräisch lernen, um im hebräischen Technikum in Haifa Aufnahme zu finden, was ein Beweis dafür sei, - daß das tägliche Leben ein reguläres Zusammenarbeiten schaffe, das sich m Zukunft noch vertiefen werde. In den letzten vier Jahren, seit unsere Chaluzim in den verworfensten, Winkeln des Landes, umkreist von Arabern, arbeiten» hat sich k e in ein z i geh Zw is ch euf all ereignet..Das will schon etwas sagen.' —; . ' In den. letzten Jahren ist der Prozentsatz der jüdischen Bevölkerung im Lande ■*'•****+&-^ auf 17 Prozent gestiegen. Das schwierigste Problem ist gegenwärtig die E i u w a nder u n g s fr a g e. Für ein so kleines, noch armes Land ist der Zuwachs von 40.000 Juden sehr vieL Proportionen genommen, im Vergleich mit den Möglichkeiten in Amerikanist ein solches Anwachsen zu rasch; Erez Israel ist in den Möglichkeiten, neue Menschen cmfzunehmen, begrenzt. Der Emigrant, der nach Amerika geht, findet dort Geld. In Erez Israel ist es umgekehrt: Man mutz erst Geld hinschicken, dann können auch Menschen hinkommen. Die Zahl der Juden in Erez Israel hangt von dem Willen des Weltjudentums ab. Auf die Notwendigkeit der Schaffung von Geldmitteln hinweisend, sagte Präsident Weizmann: „Ich sage es den Juden der ganzen Welt: Das Tor nach Erez Israel ist klein, aber der Schlüssel zu diesem Tor liegt' in euren Händen! Werdet ihr, die ihr in rückwärtigen Reihen steht, jene Chaluzint stützen, die in den Schützengräben für die Realisierung des Zionismus kämpfen, dann werden sie euch auch dm Sieg erringen. Re Konferenz der kleinen Entente. Graz, 11. Mai. Die „Tagespost" meldet aus Belgrad: Die Konferenz der Staaten der kleinen Entente ist für den 17. b is 19. I-uni in Veldes angesetzt. Dort wird auch die Frage, der Verlängerung des anr 25. Oktober d. I. a!blausenden Bündnisvertrages zwischen Jugo- Sie Palststlnaeinwandernng. Jerusalem, 8. Mai. (I. T. A.) 1650 Personen sind im Monat April in Palästina eingewandert. Die Anzahl der Einwanderer im März betrug 2000, im Februar 2700 und im Jänner 2300. 984 Einwanderer aus Polen. Warschau, 10, Mai. (I. T. A.) Laut den eben hier für den Monat April veröffentlichten Ziffern begaben sich im Monat April 984 Juden nach Palästina. Dies ist die monatliche Durchschnittsziffer der Immigration aus Polen nach Palästina. Im Februar betrug die Zahl 930 und im Jänner 1100. Im Jahre 1926 war die Gesamtzahl 17.740. Neutfchland und der BSlkerbundrat. (Eigendienst her „Wiener Morgenzeitung".) Genf, 11. Mai. Im Ausschuß zur Prüfung der Umbi ldnng de s Bö lkerbu ndrat es gab heute Botschafter v. Hoesch folgende Erklärung ab: Die deutsche Regierung hat die Einladung des Völkerbundrates zur Teilnahme an den Arbeiten des Ausschusses unter gewissen Vorbehalten angenommen. Deutschland ist in seiner besonderen Stellung zur Beobachtung einer gewissen Reserve genötigt, angesichts der ich im Augenblick keine sormelleu Vors chlage machen kam. Ich behalte mir aber vor, wenn sich im Laufe der Verhandlungen bestimmte Vorschläge herauszulkriställisieren beginnen, dazu Stellung zu nehmen. Ich hoffe, daß die Verhandlungen zu einem befriedigendem Ergebnis führen werden, die es Deutschland erlauben werden, seinen Eintritt in den Völkerbund ohne Schwierigkeiten zu vollziehen. Ist Stoffen, Seide, mtraren etc, txxi Warenhaus 11., Taborstrasse 48 Telephon 47» 1*79 En gros En detail

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