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Wiener Morgenzeitung · 1926-05-11 · Heft 2591 (11.5.1926) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2591 (11.5.1926)
Date
1926-05-11
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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mi 6 «M, gifflStaj Lollswirt. fkmüftettoren als LivIfionsgeaerAe im englischen Seneraifteeik. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung-.) DirMor Willy Krauß berichtet uns aus London: D« Generalstreik hat auf ganz England einen riesigen Eindruck gemacht. Die Situation wrrd als äußerst ernst beurteilt und ma« befürchtet unberechenbare Konsequenzen. Ucber London wurde der „Notzustand" erklärt. Gleichzeitig ist die organisierte Bewegung zur Bekämpfung der durch den Streck verursachten Uebelstände in Funktion. Sozusagen jeder, der kein Sryialist ist, ha. eine Einteilung als freiwilliger Arbeiter, Chauffeur, Loko-motivfschrer, Schutzmann usw. und die Exsoldaten besondere Einteilungen echalten. Unter anderen hat Lord Lauderdale, der Präsident des größten englisch-amerikanischen Finari-ztrn-sles. das Kommando über eine K a v a! l e r i e d i v i s o n erhalten. Die meisten anderen Direktoren find in anderen verantwortungsvollen Posten eingeteilt, während meine Wenigkeit Autodienste versieh:. Die Dauer des Strecks ist jetzt noch absolut ungewiß. Die geschäftliche Tätigkeit P «ff ein Minimum reduziert. Der Abbau des Mieterschutzes in Frankreich. Innerhalb fünf Jahren. Aus Paris wird uns geschrieben: Aus den Pariser Bouleoavds wird augenblicklich ein kleines Heftchen durch die Dtraßenverkäuser angepriesen, das einen Absatz findet, wie kaum je eine andere Broschüre: Die am 1. April 1926 Gesetz gewordenen neuen ,Pois des Loyers". Mit ihnen wird die Wohnungszwangswirtschaft stasseLveise nach der Höhe der Friedensrnietfu-mane aufgehoben und damit die langevschnte Klarheit über die künftige Gestaltung der WohnungsverhÄnisse geschaffen. Bon den Bestimmungen, die hier nur auszugsweise wiedergegeben werden können, interessieren vor allem die Freigibetermine, die sich nicht etwa nach der Zimmerzahl, sondern nach der Friedensmiete richten. Die Freigäbe erfolgt für Privatwohrmngen im Paris und ftn Seinedspartement bei einem Friedensmietzins von Franken 12.000 am 1. Juli 1927; von MO am 1. Juli 1928; von 6000 am 1. IM 1929; von 3000 am 1. Juli 1930. Me übrigen Privatwohnungen werden am 1. Juli 1931 freigsgeken. Tamil ist ein Abbau der Zwrtlgswirffchast bewirkt, der sich innerhalb eines Zeitraumes von fünf Jahren vollzieht. Für .gemischte Wohnungen", das heißt solchen, die gleichzeitig Äs Wohnung und zu BerussZwecken dienen, sind die gleichen Zeiträmne bei etwa 50 Prozent höheren Mietsummen vorgesehen. In einem besonderen Gesetz wird der Mieterschutz für Räume rein industriellen oder kommerziellen Charakters bis zum 1. IM 1926 verlängert. Besonderes Interesse verdienen die Ausführun-gsbfftim-' mungen, die uns manche beachtenswerte Winke zu . enchasten scheinen. Alle freiwerdenden Wohnungen nrüssen innerhalb von acht Tagen unter Angabe der Zimmerzahl und des Preises der Behörde gemeldet und gleichzeitig durch ein Schild am Hause mit den gleichen Angaben kenntlich sein. Kein Wohnraum darf vor denk 1. Jänner in ein Theater, Tanzlokal verwandelt oder zu Bureauzwecken verwende: werden, cs sei denn, daß gleichwertige Wohnräume gestellt werden. Ausgeschlossen von deur weiteren Schutze des Gesetzes sind unter anderen Bergnügungslokale sowie Besitzer.mehrerer Wohnungen, bei denen sich der Schutz mir noch auf die Haupiwchnung erstreckt. Copyright 1926 Nachdruck verboten oy Joseph Opatovsky, New York (16. Fortsetzung) Roman eines Pferdediebes. Von I. Opatoschu. ,Manwel, willst du, daß ich zur Hochzeit komme?" Rachel blieb stehen und sah Samvel fest in die Augen. „Und ob! . . . Aber, ich weiß nicht . . . Was werden die Leute sagend „Wenn das mich nicht kümmert, was kümmert es dich, du dummer Junge! Also hör' gut zu, Sanwel: Vor der Hochzeit soll deine Schwester Herkommen und mich und unsere alte Magd einladen. Die Alte wird es schon bei Vater durchsetzen, daß ich hingehen darf. Gib acht — ich mache mir ein Ballkleid, seinesgleichen gibt es in ganz Polen nicht mehr! Du wirst Augen machen, wie vornchm deine Rachel in einem i»etfeen Seidenkleid aussieht, das bis zu den Knöcheln reicht. Und ins Haar kommt eine weifte Rose, — werde ich da 'chön sein! Dock» du merk' es dir," Rachel wurde ernst und legre warnend einen Finger an die Nase, „auf der Hochzeit mußt du tun. als ob du mich nicht kennst! Nun, warum stehst du so stumm und dumm? Geh, ich mag dich nicht!" Sanwel umschlang sie mit seinen Armen und bedeck:.' ihr G-sich: mit alüherÄen Küssen. 12. Seit einigen Tagen ging die Tür in Schloj-mes Wohnung ohne Unterlaß. Ein unaufhörliches Kommen und Gshen. Schlojme war wohl nicht allzusehr erbaut davon (denn so oft sich die Tür öffnete, mußte sich auch sein Geldbeutel öffnen), doch es kränkte ihn nicht; -heiratete doch sein ältestes Kind! Wann gab es wieder einen so freudigen Anlaß? Schlojme trug seinen S:bbatrock und saß deri ganzen Tag zu Hause, damit alles sich ja nur in -vollster Ordnung nach vorgeschrielenem Brauch abspiele. In der Mitte des Zimmers stand Chane in einer weiften Schürze und einer leichten Bluse und schlichtete ihre KMattzmg ist tmv. Strchtovb. Sie öffnete ein Hemd mit . Wiener Wwmuritiu. Tapeten Wallis Wien, l, wippHnqcrstrasse. 15 Tel. 67307,69292 Neueste franzÖsisdie1 Literatur In bester Ausstattung nur $ 1.— pro Band Soeben eingetroffen: Henry Bordeaux, La maison / Francis de Miomandt e, L aventure de ThSrfese Beauchamps / Claude Parti re, La bataille / Lncie DelarneMardrus, La dgale / Ren£ Benjam n, Les justices de palx / Myrlam Harry, La petite illle de lerusalem / Henri Dnvernois, Morte la bete ( Louis Barihou, Les amours d’un pobte / Colette, ChCrt / Co.die, Lamason de Claud ne / Pierre I Loays, La femme et le päntin / Marguertte Audonx, Marie-Claire / Claude Anei, Ar ane , RenC Boylesvc, ' Je vous ai dgsiree un soir / Raymond Radfguei, Le bal du comte d’Orgel Versand nur gegen Nachnahme oder Voreinsendung des Betrages von der neueingerichteten französischen Abteilung der Buchhandlung R. Löwit,Wicn, 1. Bezirk Rotenturmstraße 22 I Bon besonderem Jntevesse ist die Bastim-nrung, daß der Hausbesitzer mit einer s-echsmonackichen.Kiindigung einen Mieter sofort heraussetz-n kann, wenn er einen Neu- oder Umbau von mindestens gleicher Zimmerzahl errichtet und innerhalb von sechs Monaten -damit beginnt. Als Entschädigung muft jebein M'e:er dc-r Betrag einer Jahresmiete ausgezahlt werden. Für Badeorte gelten besondere Bestimmungen. Sie Riiitzenbergsche Mettrzltittskonreffon.' Lau'. „Mischar Wetaasstah" berichten die englischen Zeitungen, daß die Konzession für die Elektrift'iernng Palästinas Rnthenberg für die Dauer von 70 Jahren erteilt worden ist. Di« Gesellschaft Hai sich verpflichtet, ihre A.beiten im Laufe von füu' Jahren durchuführen. Die Regierung wtrd von der Gesellschaft keine Steuern erheben, bis nicht an die Besitzer der Anteilscheine eine Dividende von 8 Probern verteilt werden kann Für die Verbesserung des Gläubigerschutzes im Textilhandel. In der gestern abgehaltenen Generalversantmlung der Vereinigung se-lbständiqer T-extuvertreter hielt Sekretär Dr. Paneth ein anssühr iches Referat über die zur Reform der Ausgleich s o r d n u n q von den kaufmännischen Körperschaften gemachten Vorschläge. In der anschließenden Debatte wurde- Beschwerde geführt, daß vielfach nicht einmal branchenkundige Ausgleichsverwalter 15 und mehr Ausgleiche vom Gericht zugewiesen erhalten, so daß sich hieraus ein eigenes Gewerbe zum Schaden einer gründlichen Evl-edigung und der rcchtsuchenden G aubiper entwickelt habe. Besonders entschieden wurde für den mit erhöhtem Wirkungskreis auszustattenden Gläubigerbe trat das Recht gefordert, lebensunfähige, im Ausgleichsverfahren befindliche Unternehmungen zum Zwecke der Erhöhung der Quoten lignidieren zu dürfen, da die Statistik zeigt, daß der überwtagende Teil der Insolventen Kriegs- und Nachkriegsgründungen sind und die derzeitige Stabilisierung der Verhältnisse für Spekulations- und Konjunkturgewinne, für welche gerade diese Unternehmungen eingerichtet m———w—iLMWinMiwmwmum uwn>riiinniiisnwssTTintrrnmT~i im i gestickter Halskrause, betrachtete es nachdenklich und legte es wieder zusammen; -dann backte sie weiter un) sog glückstrahlend den Duft frischen Backwerkes ein. Tirza und Sure standen in der Küche; sie hatten die Blusen abgelegt und waren mit dem Zählen des «Packwerks beschäftigt, das der Bäcker soeben gebracht -hatte. Einmal ums andere kam Tirza zu Schlojme ins Zimmer, verdeckte ihre nackte Brust mit -der 'Schürze und fragte: ,-Schlojme?" „W:s gibt's?" „Was ist's mit den Fischen?" „Nur keine Sorge, Tirza! Wir werden Fische haben, richtige Fische, groß und springlebendig! Fünf Burschen sind gerade zur Zoldiewka gegangen." Tirza stieß Schlojme mit dem Ellenbogen in die Seite um deutete auf Chane, die mit.purpurrotem Gesicht ihr blauseidenes Brautkleid betrachtete. . „Wie lang ist es her, da bin ich so -dagestanden?" seufzte Tirza. „Null Schlojme im Ernst: Weißt du noch, -wasfür ein Hochzeitskleid ich getragen -habe?" ,Könntest mich wirklich etwas Gescheiteres fragen!" antwortete Schlojme lächelnd. Die Türe ging wieder auf. Srul, der Lehrer, trat ein, ein kleines -dürres Männchen mit einer Brille, in einem kurzen Rock. Mit einer Hand richtete er den Gummikragen, der hinten in tze Höhe gerutscht -w.tr, mit -der anderen nahm er den kleinen, steifen Hut ab uud trocknete seine schweißbedeckte Stirn. „Gesegnet, der da eintritt!" Schlojme streckte eine Hand dem Ankömmling entgegen und schob ihm mit der anderen einen Stuhl zu. „Gesegnet, der da weilt!" antwortete der Lehrer lächelnd. „Also Chane, meine Schülerin, hat schon Hochzeit! Die Welt steht nicht still!" Chane brachte Likör und Kuchen. Srnl trank Schlojme mit „Lechajim!" Chane, mit „Zum Wohlsein!" zu und seine dünne, spitze Ras« rötete sich. Er zog Tinte und Feder aus -er Brufttasche und Chane dAft- Mai IM. Är. Ml sind, wenin Aussicht besitzen. Das gogenwärtiae Gesetz biete #txrt ausreichenden strafrechtlichen Schutz, jedoch beweise die Praxis, daß nur dort, wo eine große Anzahl von Geschädüsten bestehe, wie zum Beispiel bei Kreditunternchmungen. -das Strafverfahren durchgeführt werde, während bei den sönstuzen kaufmännischen Unternehmungen trotz der Forderung der Gläubigerschaft die Durchführung des Strafverfahrens nicht durch zusetzen ist. SWießlich wurde bei insolventen Firmen im Handelsregister die Anführung des Zusatzes „Im Ausgleichsverfahren" bis zur Zahlung der letzten Quote gefordert. Bei der hierauf stattgchabten Wahl wurden zum Präsidenten Kammerrat Levpo'ö Beck, zu Bizepräsidenten Josef R nd i n g e r und Simon W a l o m a n n gewählt. Folgen des Verzuges bei der Prämienzahlung. Da es sich bei Bersichernngs-prämien tneist nm sehr zahlreiche und oft geringe Beträge handelt, kann das Gesetz bei Unterlassung der rechtzeitigen Prämienzahlung seitens des Bevstchernn-Asnchnrers sich nicht damit begnügen, den Versicherer lediglich aus die gerichtlich: Prömieneintrechung zu verlveifen. Es sietzt ^vielmehr aewisse schwere Rechtsfolgen vor, die verschieden sind, je nachdem, ob der Verzug eintritt, ehe die Haftung des Versicherers überhaupt entstanden ist oder aber bei Bestand dieser Haftung. Wird -die vor oder bei Beginn der Versicherung zu entrichtetkde Prämie nicht bezahlt (Anfangsverzng), so kann der Versicherer enWeder vonr Vertrage zurücktreten oder seinen Prmnienans-pr-nch gerichtlich geltend machen. Es wird aber stil lsch we ige n-d der Rückte i t t d e s Versicherers a n g e n o m m en, wenn er nicht innechalb dreier Monate vom Verfallstage die Prämie, eitcklagt. Tritt innerhalb dieser Frist der Bersicher-nn-gsfall ein, so ist der Versicherer von der Leiftnngspflicht frei, es fei denn, daß er die Prämie gerichtlich ein geklagt und dadurch bekundet hat, daß er am Vertrag seschält. Kz diesem Falle hat er nach Maßgabe der Polrzzenbestimmungen Entschäd^nng zu leisten. Zchlt der Versicherungsnehmer nach abgeschlossenem Versicherungsvertrag nicht Folgeverzng, so ist er zur'Zablung schriftlich aufzufordern, ivobei chm eine Nachfrist von mindestens einem Monat zu gewähren ist. Verstreicht auch diese Frist fruchtlos, so kann der Versicherer den Vertrag mit sofortiger Wirkung lösen. Es gilt als Kündignn-g, wetm der Anspmch huf die Prämie nicht innechäkb dreier Monate nach Ablauf der Nachfrist gerichtlich geltend gemacht wird. Insolvenzen. Das Handelsgericht hat das AuAgleichsverfahren eröffnet gegen Klausner und Geiger, Handel mit Deiden- und Textilwaren, 1. Bez.. Wipplingerstraße 17. Passiven 101.956 I., hievon bevorrechtet 12.200 S., Aktiven 53.824 S. Geboten tverden 35 Prozent in acht Äionatsraten. — Gegen I. Lichtenste in (Alleininhaber Dr.Jvan Garami), Kartonagmwarenfabrik, 17. Bez.. Haslingergasse 36. Passiven 44.747 D., Aktiven 20.268 2.. -hievon bevorrechtet 10.927 S. Geboten werden 35 Prozent innerhalb eines Jahres. — Gegen B-erlassenschaft nach Sicgmund S ch n e i d e r, Alleininhaber der Firtna stegmund Schneider, Handel von Nähseide, von Wolle. 1. Bez., Franz Josef-Kai 43. Passiven 113.222 S.. hievon bevorrechtet 15.343 s.. Aktiven 31.600 2. Geboten werden 35 Prozent in zehn Monatsraten. — Gegen „A u st r i a". A u t o t a x i g e s e l l s ch a f t m. b. H. 17 Bez., Rötzergasse 65. Passiven 30.169 S., hievon bevorrechtet 14.556 S.. Aktiven 8944 2., geboten werden 50 Prozen» in fünf Quartalsraten. — Gegen die öffentückien Gesellschafter Samuel Schächter. Etrsb Schächter. Richard sch achter, Kar! Schächter. Valli Schächter, Ludwig Reich und David Grün Wald, alle wohnhaft 12. Bez.. Meidlinger .Hauptstraße 2b, zwecks Bcceunaunp mit dem Verfahren gegen s ch a ch t e r s K l e i d e r b a n ö ebendort. — Das Handelsgericht hat den Konkurs eröffnet q^gen E. Bosko. Ges. m. b. H.. Damen-icckm. 1 Bez., Kärntnerstraße 34. Diese Finna konnte den gertcht-lrchen Ausgll.ch n.cht be-ahlen. - Gegen Heinrich Lesnar Lp-Mcrnuiftec, L Bez Htunanngasie 18. onentlicher Geiel lchrster H., Lemär ,r"? ktv at Wien. Die Firma konnte den gerichtlichen Aavaleich nicht bezahlen. — Weiter wurde, das AuÄglelchoverfahren eröffnet über die Firma Kaltner u. Co., 19. Bez. Radtergasse 13; über die Expraß-L-astanto-Tr-ansportaesellschast m. b. H., 5. Bez., Martzaretengurtel 114-118; IS sll'it.»» I »». .»ritowrfe 14: üb-r tMm Weislitz, 6. Boz., Bürgenpttal.gasse 9; über Ernestine Neuregelung des Ein- und Ausfuhrhandels in der Tschechoslowakei. Ans Prag, 10. d., wird gemc-ldet: Mit einer im Amtsblatt knndgemachtcn Verordnung verfügt -der -Handelslninist-r eine weitere, diesmal schr eingchende Aushebung des tierte ihm -die Namen der Personen, die Ein(adun-gskarten zur Hochzeit erhalten sollten. Schlojine sah andächtig zu, -wie Sr-uls Hand Wer die Kuverts lief und mit leichteti Schwingungen schöne Buchstaben hervorbr-chte; er konnte nicht verstehen, daß ein -so gelchrter Mann wie Srul sich damit übplagen mußte, von Haus zu Haus zu gehen und die Kinde-r für -einen Rudel monatlich zu unterrichten. Als Srul -müde wurde, zog -er ein Papier aus 'her Tasche, wischte dav.'-n die Feder sorgfältig ab, nahm noch ein Gläschen Likör nn-d begann Schlojme die politischen Neuigkeiten zu erzählen, die in der großen Welt sich ereigneten. Er kannte alle Kaiser und Könige, und wußte genau, über wieviel Tru-ppen jeder verfügte; und wenn -er anfing, vom Krieg zu sprechen, -dann ging einem ein wohliger -Schauer über den Rücken. Schlojnte -lauschte mit borge neigten t Kopf und offenem Munde, und -brachte eds Gespräch auf den russisch-türikischen Krieg, den er als Knabe miterlebt hatte. Er wußte wohl im voraus, tvas Srul davon erzählen würde, doch 'das machte nichts aus; Schlojme 'hörte für sein Leben gern Srul erzählen. Chane saß -die g.'nze Zeit mit geseuikten Augen 'daneben. Srul war ihr Lehrer gewesen; er hatte sie oft aus seinen Schoß genommen und geküßt. Als er sie wieder einmal auf dem Schoß hielt, trat seine Frau mit einem Kind auf dein Arm ein — seither hatte der Unterricht ein Ende und Chane he-tte bei Srul nicht mchr erlernt, als i-m -Frauengebetbuch zu lesen. Der Schammes und -einige Botenfrauen hüllen die Einladungskarten ckb. Als Schlojme mit -ihnen zusan!>lnert -das Ziminer verlassen hatte, kam Le-ben in -Srnl. Gr scherzte mit Chane, tätschelte sie und stellte ihr ein Pa-ar Fragen, -daß sie vor Scham zu vergehen meinte. Endlich war Srnl mit sem-er Arbeit fertig. Er steckte - einen Pa!pierru>'bel ein und nahm noch ein Glas Likör. Chane packte ihm Bauwerk -für die Kinder ein und lud ihn zur Hochzeit. (Fortsetzung folgt.)

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