Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2590 (10.5.1926)
- Date
- 1926-05-10
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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I Polen; 3tS jHouyi Wi en: im Abholeo in <fef Expedition, IU Tabors«. U8, oderht elneiVerschlelsstelie Trafik) mooatl. 5 SchHlitig Strassenvtttaat in Wien dntdi die Kolporteure der Finna 0 o l d sch mied, 1, WölkeUe 11 Mtt Postversand für Wien und Oesterreich «onMd, 5 Schillitig lscheeho-Slowakek M0H.K32, Jagoslawfen: Mon.Cfin.60. Polen: Moti. 5 Zloty. Deutschland: Moa. Ott, 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. N ('•MhMhtaMMte* fcei **»•*.•- erBObmfei mliliilii Wiener ffKT» M *T Baglaad: MoMScMHtag. Italien: Mona&tfi Um: Rammten: Mob, 190 Lei. Bulgarien?Mea.lOOLevt. Schwein tmd d<ts üttge Amtend taomtftch Pm.5 WMKuOBj AflBRMQVSOll Wten,lLTaborsir«l relcphooe:44-04$, 40449 Ab 6 Uhr: 2t.*», «442 (Druckerei lg. Stetmaaun Oeaterretehisches Postspolkaasen* Konto Nt. 15069,3 St. 28M «i«,. ftontag, 10. ttui 1020 8. Solrfimtl Im redaktioneller, Teil enchotterre entgelttiche «fitettmtgLn find durch ein vorangesetzte» E gekennzeichnet. Großer Sieg Hakoahs in Khikngo. 6:1(3j0) geyerr Sparta. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Chrkago, 9. Mai. Ja Anwesenheit einer großen Zuschauer menge, unter welcher sich die Honorattore« der Stadt befanden, trat heute die Wiener Hakoah, freundlichst begrüßt, gegen den hiesigen Sportklub SParta an. Die jüdische Mannschaft führte dem begeisterten Publikum alle Vorzüge ihrer hohen Spielkultur vor. Der blendende Stil Hakoahs entzückte die Zuschauer, die wiederholt stürmischen Beifall spendeten. Bis zur Pause konnte« die Wiener drei Treffer erzielen. Nachher gelangten auch die Heimischen zu einem Goal, worauf Hakoah wiederum dreimal hintereinander erfolgreich war. Die Tore schoflen Eisenhofer (3), Wo rima« n, N c u f e l d und Schönfeld. Ausgezeichnet hielt sich auch das Verteidigerpaar der Wiener, Gold-Wegacr. Hakoah erhielt von ihrem fairen Gegner einen Wimpel rmd einen Pokal. Das nächste Spiel findet Samstag in S t. Lo u i s statt. Faszismur und Zndevfrage. Rom, 8. Mai. (I. T. A.) DerInterstaatssekretär für äusivärtige Angelegenheiten, Italiens, Gr a. n d i, äußerte sich m einem Interview mit,' dem roniischen Korrespondenten der Jüdischen -Telegraphen-AgentNr in 7 folgender Weise, über die Stellung 'der italienischen Regierung und des Premiers Müssol i n i zü den Juden: Der begeisterte Empfangs >den die! Juden, Trip 0l i t a n i e n s dem Ministerpräsidenten Mussolini Lei seinem, Besuch in der Äybischen 'Kolonie bereitet haben, hat auf ihn' den besten Eindruck gemacht. Die tripolitanische Judenheit/.'die-' seit Beginn'der italienischen Herrschaft in Tripolitanien das zivilisatorische, Werk Italiens mit allen Kräften unterstützt, füllt in vorbildlicher Weise ihre Rolle als Vermittler zwischen dem italienischen Volk und der l 0 k a l e n B e v ö l! erun g aus. Die Tatsache, daß die tripolitanrschen'Juden ihre Söhne nach Jlrrlien zwecks Studiums schicken, schafft ein weiteres Bindeglied zwischen ' Italien und Tripolitanien. Was die Judenheit in Italien anbetrifft, so muß betont iverden, daß hierein« I u d e n f r a g e n i ch t e x i st i e r t. Die enthusiastische 'Mitarbeit vieler Juden an der italienischen Freiheitsbewegung, die Begeisterung, mit der unsere Bürger jüdischen Glaubens im letzten Krieg für Italien gekämpft haben, beweist klar, daß es in Italien keinen Unterschied gibt zwischen Italiener jüdischen und Italienern anderen Glaubens. Die Ideale sind die gleichen. Minister Grandi kam auch, auf die, Stellung des italienischen Fäszismus zu 'den fäszistischen Bewegungen in anderen Ländern, die einen a n t i s e m it i s ch e n Charakter tragen, zu sprechen. Die verschiedenen europäischen Bewegungen, sagte er, die sich als fasziftisch ausgeben, sich oft auch den Namen Faszismns beilegen, haben gewiß unseren Idealen ähnliche Prinzipien. Es existiert aber keinerlei w i r k l i ch e r Z u s a m m e uch a n g zwischen dem italienischen FaSzismus und jenen Gruppen, die chm in anderen Ländern nachstreben. Die Behauptungen, daß gemeinsame Beziehungen bestehen, wurden wiederholt a u t 0 r i t a t i v d e m e n t i e r t. Man kann schon darum diese Bewegungen auch ideell nicht miteinander^ identifizieren, weil in jedem Lande andere Verhältnisse bestehen. Das gilt zum Beispiel von der Judenfrage, die wohl in Ländern mit einer jüdischen Bevölkerung von Hunderttausenden, ja von Millionen, tvo die Juden große und kompakte Gemeinschaften bilden, ihre eigene Sprache sprechen, existiert. Der italienische Faszismns schätzt. jedenfalls die, Unabhängigkeit der Völker zu hoch, als daß er versuchen sollte, Politische Bewegungen in anderen Ländern, welcher Art immer sie 1 auch sein mögen, zu stützen. - | CBHBggSIOHMHMMHMMMHBijHHHMHHHHHBHHHHM W Hita der s bi i I lg «r f Ai aa Ai 1 a 11 a Bor dem Rücktritt Ar. Luthers. Ais Kümproinibverhandlungen i« der Flasomftage gescheitert. (Eigendienst der „Wiener Morgenzettnrig.") Berlin, 1V. Mai. Der Flaggenfrage fällt nunmehr, wie erwartet, das Kabinett Luther zum Opfer. Die letzten Verhandlungen zur Herbeiführung eines Kompromisses sind gescheitert, nachdem die D e ni 0 k r a t e n unbedingt gegen die Verfügung der Reichsregierung sind und auch das Zentrum mit der Verordnung sich nicht einverstanden erklären will. Damit ist die Regierungskoalition gebrochen und die Lage der Regierung Luther n h a l tbar geworden. Der Reichskanzler hat diesbezüglich bereits am gestrigen Sonntag den Reichspräsidenten Von der Lage unterrichtet und, einen Kabinettsrat abgehalten, der sich mit der Situation befaßte. Heute wird der Reichskanzler noch einmal mit den Regierungsparteien verhandeln, doch ist mit einer Aenderung in der Haltung der Demokraten des Zentrums nicht zu rechnen, so daß der Rücktritt des Kabinetts Luther in den nächsten Tagen unausbleiblich erfolgen wird. Inzwischen laufen bereits Fühlnngsnahmen über die neue Regierung. Auf der, einen Seite finden Besprechungen zwischen den D eu t s ch n ati0nalen und,der deutschen Volks- Partei statt, die ein rechtsstehendes Kabinett mit Dr. Stresemann an der Spitze schaffen wollen. Andererseits soll die heutige Koalition unter einer u e u e n Führun g, wahrscheinlich der eines D e m 0k rate n, erneuert werden. Eine Klärung der Lage wird jedoch erst die nächste Reichs.tagssitzung bringen. manama Unveränderte Strettlage in England. Eine Rede Bnldwins im Rndio. London, 9. Mai. (Wolfs.) In hem von der „British Gazette" veröffentlichten amtlichen Cpmnmnique heißt es, die allgemeine Lage sei unverändert. Im ganzen Lande habe der von den Streikposten siegen die Beförderung der notwendigen Borräte versjrchfe Wsder- ^siand'. JHtf;SttciUnixri nachgKläflem:s>^ In HUl l jei es wieder zu- Ausschreitungen gekommen Ziemlich beträchtliche Zusammenstöße haben sich abends in Mi d d l e s b 0 r o u g h ereignet. In beiden Fallen seien die Unruhen unterdrückt und zahlreiche Berhaftungen vorgenommen worden. In den Londoner Docks herrscht vollkommene Ruhe. Im allgemeinen ist die Lage in b«t Häfen eine ausgesprochen bessere als in der Vorwoche. - Auch in Schottland hat sich die Lage gebeflert. In Glasgow und in Edinburg ist es zu kleineten Ausschreitung e n gekommen. Die Lebensmittel- und die Brennstvffrage wurde überall in befriedigender Weise gelöst. London, 9. Mai. (Wolft.) PremieMimster Baldwin hielt heute im Londoner Radio eine Rede, worin er unter anderem aussührte: Die. Regierung kämpft nicht für eine Herabsetzung des Lebensstandards der Bergarbeiter oder anderer Arbeiter. Alle Arbeitnehmer müssen das Aeutzerste tun, um die Fabriken im Gang zu halten, damit die durch den Generalstreik verursachten Beschweriden gemildert werden. Bevor die Regierung B e r h a u d l u n g e » e r ö s f n e n k a n n, mutz der Generalstreik aufgehoben werden, dann kann die Kohlenfrage geregelt werden. Das ist das faire Vorgehen. Tausendmal besser ist es, so zu verfahren, als den Kampf fortzusetzen, der nur das Elend und Unglück vermehren wird. Ich bin ei» Mann, des Friedens, ich sehne mich »ach ihm und ich arbeite und bete für ihn, Aber die Ruhe und Sicherheit der britischen Verfassung werde ich nicht den Drohungen der Gewalt ausliefer«. K»r blutige SotzaMenwndsebMg in Paris. Zufammenftötze mit der Polizei. Paris, 9. Mai. (HavaS.) Gelegentlich der Jeanne d'Are-Feier versuchten um 11 Uhr vormittags auf der Place des Pyramides Camelots du Roi und etliche Angehörige der patriotischen Jugend den Polizeikvrdon zu durchbrechen. Hiobei. kam es zu heftigen Zusammenstößen mit der Polizei und den Stadtwachen, in deren Verlaufe mehrere Demonstranten und Wachebeamte verw um de t wurden. Es wrirden 68 Verhaftungen vorgenommen, etwa 20 davon . wurden aufrechterhalten. Gegen 1 Uhr wmde der Sicherheitsdienst, wieder eingezagen. Per Wellflug zu« Sordpol. Der Amerikaner Byrd bereits abgefloge«. Oslo, 9. Mai. (Havas.) Der Forscher Byrd ist um 1 Uhr 53 Min. von Kistgs-Bay an Bord des von dom Flieger B e n n e t t gesteuerten .GroWuMNges mach dem Nordpol'abgef'logen. . ' ' @ro&5ü ralt itcr Negittungrbilduug betraut. Warschau, 9. Mai. (P. T. L) Der ehemalige Ministerpräsident - und Finanzminister LadrÄauS G'r a k i hat heute um 1 Uhr nachts vom Präsidenten der Republik den -Auftrag zur Kabinettsbildung erhalten. - Drr »tue Krieg iu Marokko. (Eigendienst der,Mener Mvrgenzettung^) Rabat, 9. Mai. Die frqnMsche ArtDerie hrt.die -Be-, festigungsa»lagen, die von den, Rifleuten ür -Ausnützirng des MaMnstillstandes errichtet -worden waren, wirksam -b e- - schossen. Am 8. b; nahmen die Französin W Sturm d« Anlagen bei Adrar-Terr ial urw rückten mochlich von Sidi Burobka weiter vor. Südlich von A jdir lwurhen m den Morgenstunden Angriffe der Rifleute .siegreich zurückgeschlagen. Im Abschnitt Ajdrr besetzten die spanischen Truppen das Plaioau von Jrjeten bis UedgulS sowie mchrere Stellungen südlich und westlich davon. Im Abschnitt-von Cert setzten die Französin und die Spanier die Vorrückung trotz des heftigen Widerstandes der RPenche fort, pie Kriegsmaterial und Munttion zurückließen. Präsident Petrowrki gegeu d« AunfiuMimu» iu der Ukraine. Charkow, 8. Mai. (I. T. A.) Im Zusammenhang mit der in Koniew während der jüdischer Paffahtage kolportierten Ritualmord leg ende, die sogar durch das Verhalten des inzwischen gemaßregeltm lokale» Milizchefs Nahrung gefunden hat, hielt der Präsident der ukrainischen Republik, Petrowsky, in einer Sitznng des Exekutivkomitees eine s ch a r f e Rede gegen den unter einem Teil der ukrainischen Bevölkerung noch herrschenden Antisemitismus. Man muß zugestehen, sagte Petrowsky, daß in der Ukraine noch Reste von Judenhaß vorhanden sind. Jetzt tritt diese Krankheit wieder in Erscheinung im Zusammenhang mit der jüdischen Landsiedlung, aber nur unter denr denkunfähigen Teil der Bauernschaft. Die denkenden Massen aber billigen dieses Werk. Selbstverständlich widmet die Regierung jeder Erscheinung, die in Widerspruch steht zu der Nationalitätenpolitik der Sowjetmacht, die vollste Aufinerksamkeit und führt einen systematischen Kampf gegen den Antisemitismus. ln Anken. Me. munren etc. im Warenhaus IL. Taborstrasse 48 Telephon 47-1-79 gras EjrMaU