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Wiener Morgenzeitung · 1926-05-09 · Heft 2589 (9.5.1926) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2589 (9.5.1926)
Date
1926-05-09
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Vew 8 Wien. T-nWg Wiener Morgenzesturrg l Molkerei Franz Dobersberger! Sie», r. Be»., Rorvweftbahnflratze 5! Telephon -IV-S-LS rase I Der kauf von hygienisch einwandfreier Milch und Milchprodukten in eigenen »viUa’ctt und Depots Mauricp Rapavortgeftorbeu. AnS Lemberg wird unS berichtet: Letzten Dienstag ' starb hier plötzlich im Alter von 65 Jahren der Vizepräsident der Leinberger Handelskammer, Kultusrat Mäuriey Ra Pa Port. ^Der Verstorbene, der über 20 Jahre lang Vizepräsident der Le mb erg er Kultusgemeinde war und als i einziger aui dem alten KultuSvorskand in den heutigen gewählt! wurde, gehörte;u den angesehensten und ganz besonders um die Organisierung der jüdischen Kaufmannschaft in Galizien am! ukeisten verdienten Persönlichkeiten. Im Lenrberger .Kultusvorstand befaßte sich Rapaport hauptsächlich mir Fragen der sozialen Fürsorge und stand auch an der spitze der vom neuen Kultnsvorstand in Angriff genommenen Aktion zugunsten der Opfer der wirtschaftlichen Krise unter den jüdischen Kaufleuten und Gewerbetreibenden. Auch in der H a n d e l s k a m m e r betätigte er sich vornehmlich mit der Schaffung sozialpolitischer Anstalten nnd galt auf diesem Gebiete als Autorität. Sowohl der Kultusra: als auch die Handelskammer hielten Trauersitzungen ab. Das Leichenbegängnis fand Donnerstag unter überaus großer Teilnahme aller Bevölkerungsschichten statt, ErPlofionsunglSck in einer Munitionsfabrik. Prag, 8. Mai. Amtlich wird gemeldet: Heute früh ereignete sich in der Munitionsfabrik in P o l i c k a ein Unglück, wobei der Oberleutnant Dobry tödlich verletzt wurde. Ein Unterleutnant und eine Arbeiterin wurden leicht verletzt. Die Explosion wurde dadurch verursacht, daß Dobry aus eigenen! Interesse an der Sache den zur Umarbeitung für Schulzwecke bestimmten Zünder einer Fliegerbombe demontieren wollte. Er dürfte zufällig an der Abzngsschnnr gezogen And dadurch den Zünder in Tätigkeit gesetzt haben. Als er seinen Irrtum erkannte, wollte er verhindern, daß die Explosion in dem Raum, wo einige Personen arbeiteten und in dem sich außerdem eine große Anzahl halbadjustierter Geschosse befand, erfolge. Er lief deshalb mit dem bereits aktivierten Zünder, in der Hand aus dem Zimmer. Er hätte den Zünder bei der Tür hinauswerfen können, doch bemerkte er im Freien ebenfalls mehre re Personen, weshalb er mit dem Zünder noch weiter lies, bis er schließlich in seiner Hand zur Explosion kam. Letzte Rachrichte«. Einigung in der “ “ _ . Die Angoraer Verhandlungen. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung") Konskantinopel. 8 Mal. Bei den englisch, türkisch»« Verhandlungen über die Moslulfroge scheint nunmehr in allen Wesentlichen Punkten eine Einigung erzielt worden zu fe,n. Die Be prechungen drehe« sich setzt n«r noch «m v ebensrage«. Die einzige, roch nicht voll geregelte Frage ist der türkische Anteil an der Petroleumproüuktion MossnlS. Ler Kries in Marokko. Madrid, 8. Mai. (HavaS.) Offiziell wich gemeldet: Die Operationen in Maroiko wurden' heüie vormittags wieder anfgenommen nnd nehmen eine normale Entwicklung. Wir haben den HüelASgar im Sektor Abitdtr Md den Djebel Timegart im Sektor Melilla besetzt. Reue Huudelsverttagsverhaudluugeu. Montag beginnen in Berlin die Verhandlungen über e-ten Zusatzvertrag zum Handelsvertrag mit Oesterreich und Deutschland. An den Verhandlungen werden österreichischerseits teilnehmen: Sektionschef Dr. Schüller, vom Ministerium für Handel und Bevkchr Sektionschef Dr. M ö r t h und Dr. Förster, vom Ministerium für Landnnd Forstwirtschaft Ministeriailrat Dr. Rößler, voin Ministerium für Finanzen Ministerialrat Dr. C a n i s i u s. Den Verhandlungen mit Deutschland folgen Verhandlungen mit der tschechoslowakischen Regierung über die Revision des Handelsvertrages mit der Tschecho- . slowäkei. E Feuer in einem Pulvermagazin verbreitet sich kaum rascher als di« Nachricht vom großen Glück der Losvertriebsstelle und Geschäftsstelle -der Oesterreichischen Klassenlotterie „Glücksbauer", Wien. Nicht nur die beiden Rlesenhaupttvefser hintereinander in diesem Jahre, nein, auch Hunderte Millionen an Nebentreffern bracht« das Bankhaus Albert Bauer, Wien, 4. Bez., Favoritenftraße 4, in kurzer Zeit, Aw'schen Jänner und April, bereits zur Auszahlung. Die glücklichen Loskunden und Treffergsswinncr des „Mücksbauer", di« sich aus allen Berufskreisen zusammensetzen, versäumen nicht, ihm für seine Trefferbescheruna Dank zu sagen. Alles kauft jetzt Lose beim „Glücksbauer"; jeder versucht bei ihm sein Glück! Für Baulose, auf Raten in allen Preislagen sowie für die kommende neue Klassenlotterie werden Vormerkungen bei der Losvertriebsstelle Alber: Bauer entgegengenömmen. Klassenlospreise: Ein Achtellos S. 4.—, ein Viertellos S. 8.—, ein halbes Los S. 16.— ein ganzes Los S. 32.—. Verlangen Sie „Glücksbauers" Prospekte und Glücksnmmrrern! m die Technik Neues bringt I 'IIlIIIIII!!IIIIIllIIIIlIIIIlIIIIlIllllIII!IiIlIlIIIUIlIIIIIIIIMlilIIIIIIIllillIIIiilIIiII!I!I»II!lIIIIIIIIIlII!I!IlNI»IIIIIlIIliIIIlIIIII»I»III»»I!»»l>W Warnungsfignale und ihre/Gefahr««. Ursprünglich besaßen unsere. Fahrzeuge keinerlei Warnungssignale. Das Pferdefuhrwerk hörte man kommen, das. Rumpeln der eisenbewehrten Räder, der Tritt der Hufe genügte. -Nötigenfalls tat der Kutscher einen Zarus. Nur im Winker -beim Schütten hing man -den Pferden Glocken an.* Das Fahrrad brachte dann die „Warnungsklingel", das Auto die Hupe in den Verkchr. Je geräuschloser die Maschine der Automobile lief, je geräuschloser das Straßenpflaster, je größer der allgemeine Verkehrslärm, desto mehr gewann die Hupe an Bedeutung. Wer wie immer im Leben: Uebertreibung schadet. Kürzlich hat der Polizeipräsident von Berlin einen Paragraphen ausfindig gemacht, auf'Grund dessen Autobesitzer und -Führer bestraft werden, wenn sie übermäßig laute Warnungssignale ertönen lassen. Zn letzterem Unfug verführt besonders die elektrische Sirene oder elektrische Hupe, bei. der der Fahrer nicht wie bei der pneumatischen fortgesetzt einen Ball zu drücken braucht, sondern nur einen Schaltknopf niederdrückt. Es ist aber auch zu beachten, daß die Tonhöhe eines Warnnngsstgnales von Bedeutung ist. Sehr viele Mensch e n e r s ch r e ck en bei abnorm hohen Tönen außerordentlich, und zwar lediglich infolge unbcherrschöarer Nervenreflexbewegung, ihnen gegenüber wirkt ein schrilles Signal derartig verwirrend, daß das Gegenteil erreicht witch. Sie verlieren die klare Ueberle gung, bleiben wie angewurzelt stehen oder lausen plötzlich rückwärts. Bei manchem hat dieselbe erschreckende Wirkung schr tiefer Ton aufgelöst. Ein Warnungssignal aus der Straße, darf niemals erschrecken, sonst verfchlt es seinen Zweck. Uübermäßig laute und übermäßig schrille aknstische Signale sind gefährlicher als gar keine. Auf keinem Fall darf aber der Glauben Platz greifen, dem leider auch diele Radfahrer huldigen, daß sie ihrer Pflicht genügten, wenn sie ein laures WarnungSsignal abgeben. Die älteste Schreibmaschine. 3>ic Erfindung der Schreibmaschine ist echoblich älter, als man gewöhnlich annimmt. Bereits rm Jahre 1714 wurde ein englisches Patent erteilt auf die Erfindung einer „Maschine zum Drucken von Buchstaben, einer nach dem andern, wie beinl Schreiben". Leider ist über di« Arbeitsweise der Maschine nichts n«chr bekannt und aus den Aufzeichn-ungen des Patentamtes nichts (Yenanes zu ersehen. Jedenfalls hat sie sich nW cmgesührr, und ole englischen Staatsmänner und Kauflente des 18. Jahrhunderts mußten sich ohne Schreibmaschine behelfen. Das tiefste Bohrloch. . Bis vor kurzenr galt das Bohrloch von C z u ch o w bei Gl^iwitz in Oberschlesien, das 2240 Meter tief in die Erde vordringl, als das liefste der Welt. Wie nun die ,-Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde" mitteilt, ist es in Nordamerika gelungen, ein. Bohrloch in noch größere. Tie.se herabzusühren. Es handelt sich um die Tiefbohrung von Fairmont in West-Vivginien, die eine Tief« von 2310 Metern erreicht. .Die Arbeit, die fast drei Jahre erforderte, War« noch weiter fortgeführt worden, sie wurde aber unterbrochen, da in der Tiefe von 2310 Metern das Gestänge brach. 'Leider ergab die Bohrung trotz der beträchtlichen Tiefe kein E r h ö l, wie man erwartet hatte; dafür aber brachte sie Funde sehr bedeutsamer Fossilien zutage. Außerordentlich tiefe Bohrlöcher erzielte man ferner in Pittsburg, wo man, um aus Erdöl zu stoßen, bis in eine. Tief« von 2261 Metern drang, sowie bei Ligonier, wo im Dezember 1924 eine Erdgasbohrung erst in einer Tiefe von 2258 Metern das ErdgaS auffpürte. Diese Erdgasquelle erwies sich übrigens als sehr ergiebig, da di« Gasmenge^ die sie liefert, im Tag 6000 Kubikmeter betrügt. Geheime drahtlose Telephonie Bor einigen Wochen wurde in England die Secret Wireleß v.. genannte Gesellschaft gegründet, die es sich zum Ziele machte, eine geh ei me drahtlose Teleph'onie zu schaffen. Vorläufig sollen zwei auf diesem Gedanken basierende Sendestationen geschaffen werden, deren Darbietungen nur von jenen Personen ausgenommen werden könn:en, die Abonnenten der Gesellschaft sind. Es müssen die Empfangsapparate der Abonnenten in voller Übereinstimmung (im Synchronismus) mit 'beit Apparaten der Sendestation sein. Außerdem muß eine Art von Uebertragungswelle geschaffen werden, die von den gebräuchlichen Rulwfunkwetten derart abweicht, daß sie den Rundfunk nich: stört und bloß auf die?lpparaie der Secret Wireleß Ltd. reagiert. In der letzten Sitzung des großczi Komitees, das gegenwärtig über die Zukunft des englischen Rundfunks verhandelt, wurde auch, der Direktor der Secret Wireleß vernommen, der' angab, daß alle diesem System entgegenstehenden Schwierigkeiten bereits beseitigt seien, worauf der Vorsitzende Earl Crawford bemerkte, der Herr Direktor der Gcheimen Drahtlosen sei ein nnduly opcknistie, d. i). :;n ungehöriger Tplinnst. 9. Mai 1§26 Nr. AW Die fflEDERÖSTERREICHISCHE MOLKEREI Wien, XX. Hochstädtplatz 5 ist die Zentralstelle von 136 Genossenschaften, deren Gebarung unter der ständigen Kontrolle der landwirtschaftlichen Kammer steht 2027 100 eigene Filialen / Täglicher Absatz: 110.000 Liter FMfistf*. TAphiittpr Yrtorhiift SrhlatrnhAf« Kinrtprmllrh F^fnstf* TAphiittpr Yrtorhiift SrhlatrnhAf« Kinrtprmllrh IIUAL1TÄTS-IIIU RSTE 81 A.SheumanN |fl/tifflien-Parte Sie .Großmutter" der zuriftischeu Geheim- Polizei. Dieser Tage erschien m Moskau Anna Serebrie kowa vor den Schranken des Gerichtes, eine Frau, die vom Glanz der Legende nmflosien ist und den Namen einer „G roßmutter der z a r i st 1 s ch e n Geheimpolizei trägt. Sie hatte 25 Jahre lang der zaristischen Geheimpolizei angeihört nnd im Laufe dieser Zeit zahlreiche Revolutionäre überführt, die dann den schweren Weg nach Sibirien antreten mußten. Die war eine der m e i st geh a ßten Persönlichkeiten des alten Regimes. Bei Ausbruch der bolsschewikischen Revolution war sie von der Bildfläche verschwunden, und man hatte schon angenommen, sie sei ins Ausland geflohen oder in einem verlassenen Winkel des russischen Reiches unerkannt gestorben. Vor kurzem jedoch kamen Detektive de: Sowjets ans ihre Spur, die nach Petersburg führte, wo sie tatsächlich seit acht.Jahren unerkannt gelebt hatte. Man verhaftete sie und machte ihr wegen konterrevolutionärer Umtriebe den Prozeß. Wie nicht anders zu erwarten war, sprach das Gericht das Todesurteil aus. In Anbetracht ihres hohen Alters nnd des Umstandes, daß sie vor einigen Jahren vollständig erblindet ist, ha; jedoch das Tribunal diese Strafe zu sieb 0- Jahre Haft umgewandelt. MuMche Rebeieuiferuuug. Wie aus N ew-Jork gemelder wird, hat die Luftschiffabteilung des amerikanischen Kriegsministeviums soeben eine Erfindung ausprobiert, der man in Fachkreisen große Bedeutung beimißt. Es handelt sich um eine Vorkehrung zur Beseitigung des Nebels, der au' Landungsplätzen besonders lästig ist und schon des öfteren zu schweren Unfällen bei Flngzeuglandungen geführt hat. Nach dem veröffentlichten Berich: ist es an einem besonders nebeligen Tage gelungen, den Flu-gplatz aus einen Raum von 600 Quadratmeter Umfang bis zu einer Höhe von ,300 Meter fast völlig nebelfrei zu machen. Der Nebel-zeistörungsapparat besteht ans einer ans einem Wagen montierten Maschine, die schr starke elektrische Entladungen ermöglicht. Die Wclthandelsslotte. lieber die Veränderung d e r W e l t h a n d e l 2* flott « zwischen 1914 und 1925 gibt eine im „Schiffbau" veröffentlichte Tabelle Auskunft. Wir geben die Zahlen des Standes vom letzten Jchre und' die Prozentziffer der Zunahme, beziehungsweise der Abnahme gegenüber 1914: Stand 1925 in Mtll onen Brutto« Registertonnen England ..... .... 22,2 Ö°/o Bereinigte Staaten. , . . . . .16,3 187% Japan ...... ... 3,9 129% Frankreich. Deutschland . . . . .... 3 51% . . .... 3 81"/« Norwegen. 7% Holland. . . .... 3.6 79% Schweden..... . ... 1.8 1-6% Span len. .... 1,1 31% Dänemark .... . . . . . . 1 29% Gegen 1914 Zunahme Abnahme 48»/« England steht nach lvie vor an der Spitze, ohne jedoch eine nennenswerte Zunahme verzeichnen zu können. Ihm tommt, mächtig aufholend, Amerika schon bedenklich nahe. I a pan, I t a li e n und Holland haben hohe Erhöh « n g S z i f f e r n zu verzeichnen, während Deutschl and die einzige Ausnahme macht, indem sich sein Bestand gegen 1914 um 48% betritt g e r t hat. Gifenluvb Stirhlsaminlttng auf (tittetrifttnl* scheu Straßen. Im Stnate Idaho in Nordamerika sind Versuche angostellt worden, mn auf den Straßen das Eisen und Stahl zu sammeln, das von den Autontobilen und sonstigen Fahrzeugen herrührt. Unter einem Lastautomobil wurde ein starker Elektromagnet etwa 10 Zentimeter von der Erde entfernt angebracht. Im Laufe eines ersten Versuches sind mit Hilfe des Magneten 68 Kilogramm Eisen und Stahl auf einer Strecke von acht Kilometer gesammelt worden. Ein zweiter Versuch ergab 273 Kilogramm. Der größte Teil des so gesammelten Metalls bestand aus ä n ß e r st f e i n e m M e t a l l st a u b, der von der Abnützung der Motoren und sonstigen Eisenteil« der Fahrzeuge und Automobile herrührt. Ci ne epochemachende Erfindung im Klugwesen. Dr. Ecke «er berichtete jüngst über die Möglichkeit M Erlangung einer größeren Wirtschäftlichbeit im Äuftverkchr. Er wies «ns ein« epochemachende Erfindung hin, Benzin als Brennstoff auszuschalten nnd durch eine »eue Art der Gasverwendung die Ge-sährlichkeit des Wafferstoffgases zu vermeiden. Diese Evsindung werde bei dem Bau des nächste« LufKreuzers AuwendunH fiuüeu. —«ich.

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