Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2588 (8.5.1926)
- Date
- 1926-05-08
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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| potent asanmyl Wi en: Zorn Abhol ett in der fTrafik) monatl. ö Schilling Strassenverkauf in Wien durch die Kolporteure dei Firma Q o 1 d schm ied, l.. Wollzeile 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling 1 sch echo-Slowakel: Mon. K22. Jugoslawien: Mon. Din. 60. Polen: Mon, 5 Zloty. Deutsch] and: Mon. Om. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. IS ('«chMhltmgen Bet t* re I«. erhdhttfkgen rörbebalidt Rr. 2988 Wien. Samstag. 8. Mai 1828 £ fffriii'M'al Engla n d: Mott. 4 Schilling. Italien: Mona«. 18 Uns Rumänien: Mon. 170Lei. Bulgarien rMon.lOOLewi. Schweiz und das Qbtige Ausland monatlich Frcs. S Redaktion, Administration Wicn/ll. Taborair. 1 Telephone: 44-0-38.48-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX,, Ufllversitatsstrasse 6-8 (Druckerei lg. Steinmann) Oesterrelchfsches Postspatkassen-Konto Nr. t50.69m 8. Jahrgang WindischMtz und Radofftj. Ser FraniensSlscherhrozeb. in Budapest. Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. ^imiiiHiiiiiiiiinittHiiiimiiiiiiiinitdiiitiiiiiiiHimiiiiiiimiBiiHmiRintiHmRiitBi^ ( ÜBERALL ERHÄLTLICH ff H Blaimscheins | 1 spezM PFLANZ EN FETT-w«/ 1 i 100 Prozent Fettgehalt § ■ •'»3 1»3, I 100 Prozent Fettgehalt Ü ätod'p l2O">D w "i man mn nnawn nnn) D Erzeugt unter Aufsicht Seiner Ehrwürden Herrn j=j =5 Oberrabbiner J e s a i a Fü r st (Adas Jisroel) jg I .Fabrik: Wien, XIO. Diefenbacltgasse 59 § Der Franken wird gestützt. Aus der Morgan-Änleihe. Paris, 7. Mai. . Wie „Paris ©otr" meldet, hat Finanz minister P e r e t vom Ministerrat die Vollmacht, erhalten, zum gegebenen Zeitpunkt die Morgan-An- l e i h e von hundert Millionen Dollar zur ausländischen Märkten zu verwenden. Der «eue Krieg in wiaratto. Rabat, 7. Mai. (Havas.) Die Flieger haben in den «ersten Morgen stunden ihre T ä t i g fei t heg onnen und die feindlichen Ansammlungen mit zahl reiche nBom«ben geworfen. Die Truppet: der östlichen Gruppierung haben die Bewegung in-der Gegend von Ke r t begonnen, im Zusammenwirken mitdni spanischen.Truppen. Die polnische Regkernngskrise. Caeinsky legt die Mission zurück. (Eigendienst der „Wiener- Mörgenzeitung".) Warschau, 6. Mai. Der Deputierte Caeinsky hat mit Rücksicht auf persönliche Schwierigkeiten bei der Bildung des Kabinetts seine Mission, die neue Regierung zu bilden/zurückgelegt. . Mitos neuerlich betraut. Warschau, 7. Mai. Der Führer der Bauernpartei Piast, Wi l v s, 'hat.vom Präsidenten der Republik neuerdings den Auftrag erhalten, das Kabinett? zu bildert, In.'Sejmkreisen wird das Gelingen seiner Mission optimistisch beurteilt. Die FlaggeRkrlse in Deutschland. Rücktritt Dr. Luthers? (Eigettdienst der „Wierser Morgenzeitung".) Berlin, 7. Mai. In der innerpolitischen Situation, wie sie -urch die Flaggenverordnung geschaffen ist, ist bis jetzt keine Aenderung eingetreten. In den Wapdelgängett des Reichstags wurde heute ganz besonders die Haltung der demokratischen Reichstagssraktion errötert, die bekanntlich, gestern beschlossen hat, für dm s o z i a l i st i s ch e n Mißtrauensantrag am konmtenden Dienstag zü stimmen. In Parlamentarischen Kreisen wird das Gerücht verbreitet, Reichskanzler Dr. Luther habe erklärt, er sei entschlossen, .zu rückzutre ten, falls eine der Koalitions- Parteien für den Mißtrau e n s a n trag stimnten sollte. - . - : Das Schicksal des sozialistischen Mißtrauensantrages hängt von der H a l t n n g des Zentrums ab. Falls das Zentrum Stimmenenthaltung üben sollte, und es den Rechtsparteien geling:, ihre sämtlicher! Abgeordneten an der Äbstimrnung teilnchmen zu lasseit, würde das Mißtrauensvotum abgelehnt werden. B u d a p e st, 7. Mai. Bor dem JUsttzpakais in der Markogasse versammelte sich schon in den früheren Morgenstunden eine große Menge in kr. Hoffnung, Einlaß zu finden, ohwchl die Karten — insgesamt ständen dem Publikum 50 Karten zur Verfügung — schon lä ng st ver te i lt ivaren. Die Eingänge und die Umgebung des Gerichtsgebäudes waren von starken Polizeidetachemerils 'besetzt. Ohne Eintrittskarte kann nicht einmal der Gartg d.'s zwetten Stockwerkes, in welchem sich der große -Schwurgerichtssaal befindet, betreten werden. Außer den an dem PrcHeß unmittelbar Beteiligtest sind im Verhandlungssaal hauptsächlich Journalisten anwesend. Es sind Anmeldungen aus Amerika, Ettgland und Frankreich eingelausen. Das Ministerium des Aeußern hat für die ausländische Presse einen eigenen Telephondienst, in einem Nachbarzimmer eingerichtet und auch den Korrefpondenzbureaus wurde ein eigener. Räum zugewiesen. Den Mitgliedern des diplomatischen Korps ließ das Ministerium des Aeußern fünfzig Sitze reservieren; sie wurden nicht in den gewöhnlichen Bonkreihen untergebracht, sondern es wurden ihnen drei Logenzugewiesen. Anläßlich der Hauptverhandlung ist in Budapest auch der Generalinspektor der Banqne de France, Jules -Emmery, angekommen, der bekanntlich beim Bekanntwerden der Affäre als Erster inBegleitung von ftanzösieiMf.Mn..M^r ^Begleitung stnideh. M,Costlävd'äst. k n gü Ungemein g r o ß'e s Aufsehen ertegte die Plötzliche Aenderung, die gestern in der Person des Verteidigers des Polizeichefs Nadossy eingetreten ist. Während sich bis gestern unter den Verteidigern keine i n Z i g e r I n d e befand, ist diese Einheitlichkeit durch die Wahl des Polizeichess Nadossy überraschenderweise gestört worden, indem dieser den bekannten Kriminalisten . Dr. Gaston Gal mit feiner Verteidigung betraute. Dr. Gal ist ein Führer, der oppossitionellen demokratischen Partei. Die Einheitsfront der rasscrrschützlerischen Rechtsanwälte erlitt übrigens auch einen zweiten Durchbruch, da die Verteidigung, des Sekretärs des Prinzen Windischgrätz, Tesider Raba, von dem radikalen Dr. Ruftem V a m b e r y übernommen tvurdc. Den Vorsitz irr der Verhandlung führt der Vizepräsident des Strafgerichtes Dr.. Geza Töre'k'y, die Anklage vertreten Oberstaatsanlvalt Dr. Gustav S; t r a ch e und der Bizeprälsident der Staatsanwaltschaft Dr. Mä kkey. Gegen dreiviertel 9 Uhr rverd.'n . die Angeklagten in den BerhaMurtgssaal geführt. Voran schreiten der Gefängnlsinspektor Ludrvig G e r s y und ein Justizsoldat mit aufgepflanztem Bajortell. Hinter ihm bemerkt man zunächst die hochgewachsene Gestalt des Landespolizeichefs N a d o s s y, dem ein JustiztvachmaMfolgt. Hinter ihm Prinz Windischgrätz und-der Reihe nach die übrigen in .Haft befindlichen Beschuldigten, zusammen 22. Hinter ] c b c m. B e f chu ldigten marschiert ein Justizwachmann. Im Berhandlungssaal werden die Angeklagten, nicht wie usuell, auf der Anklagebank, sondern auf d r e i gegenüber der Präfidöntenestrade ausgestellten Bänken placiert. An den -beiden Enden jeder Bank ist ein Gesängniswächter postiert.-. Llwgeklngt sind: Prinz Ludwig W i n d i s ch g r ä tz. 44 Jahre alt, geboren in Krakau, römisch-katholisch, verehelicht, penstoltierter königlich ttpgarischer- Ernährungsminister und Großgrundbesitzer. Seine Verteidiger: Dr. Franz U l.a i n und Adalbert Daniel. Dr. Emmerich Nadossy, 50 Jahre alt, evangelisch, verheiratet, srtspendierter königlich ungarischer Staatspolizeilandeshauptmann. Verteidiger: Dr. Alexander Erdelyi und Dr. Gaston Gal. Ladislaus Gero, 42 Jahre alt, römisch-katholisch, Jrtgenieur. Bdrteidiger: Dr. Franz U l a i n. Ferner Johann V iragh, Ludwig Kornell K i ß, Franz Hampel und Ladislaus S p a n n r i tt g, alle Angestellte des kartographischen I n st i t u t e s. Sie werden von Dr. Adalbert Schubert verdeitigt. Ferner Fr. P a r r a g h, Verteidiger Dr. Aurel Kelemen; Arpad Ägoston, Verteidiger Dr. Horwach; Bela Velösy, Verteidiger Dr. Gerlei; M a n k o v i c s, Verteidiger Dr. Simon; Be'la B a r g h a. Alexander Kurz. 45 Jahre alt, römisch-katholisch, Oberrat des kartographischen Institutes, Tibor S ch w e tz, 29 Jahr« alt, römisch-katholisch, Privatbeamter, Verteidiger Dr. Vonta; Josef Sz ö r t s c y, 38 Jahre alt, römisch-katholisch, Vizepräsident des Nationalverbandes, ferner Stephart Winkler werden von Dr. Zimmermann verteidigt. Ter Privatsekretär des Prinzen Ludwig Windischgrätz, Tesider R a b a, 36 Jahre alt, röntisch-katholisch, Gabriel B a r.o ß, 42 Jahre alt, römischkatholisch, Generaldirektor der Postspavkaffa> wird von Doktor La.za r oerteidigt. Endre 2lndor wird durch Dr. Alexander Daniel verteidigt, K o v a c s durch Adalbert Dauer. Ferner sind noch angeklagt Josef H a a l a, Scharff O l ch v a r y und General Ludwig H a i t s. Um dreiviertel 11 Uhr öffnet sich die Tür zum Richterzimmer ~ und unter der Führung des Kurialrichters Geza Töröly betreten die Richter den Saal. Die nehmen Platz. Unter gwßer Spannung erhebt sickj der Präsident und sagt: „Ich eröffne die Hcwptverhandttmg". Bei der Ve.rtes'-ng der Zeugirtckiste konstatierte der Prä» sident, daß Graf Wletdimir Zichy unbekamrten Orts verreist sei. - Mch ^raf-Emmerich KarolYi ist von Budapest abgereist . und es konsthe . ihm, die Porladuug nicht, zugestellt werden. Ebenfalls n i cht e r s chl e rt e n' sind: Gras Jolann M'.i ke S und der Abgeordnete GeorgAntrag des Präsidenten Sztrache beschloß der Gerichtshof, die Hanptverhandlung trotz der Abwesenheit dieser Zeugen durchzuführen. Sodanrr wird die Anwesenheit der vorgeladetierr Zeugen konstatiert. - Mehrere Zeugeri haben sich entschuldig t. Bei der Verlesung des Namens des Abgeordneten H i r, der sein Fernbleiben ebenfalls entschuldigt; bemerkt der Gerichtspräsident, daß die Anklage be Hörde - von der Einvernahme Hirs Abstand genommen habe. Die Zeugen werden bann entlassen mit dem Bemerken, daß vor Montag keinesfalls die Reche an die Zertgenverhöre kontnren 'werde. Hierauf wird der Entscheid des Anklagesenates im ganzen Umsartge verlesen. . Als erster wird Nadossy aufgerufen, der mit sichtlich erregter Stimme seine Personalien angibt.-Als er auf die Frage nach seiner Stellung, einen Aloment überlegend, „suspendierter fLandesPolizei chef" anwortet, geht eine lebhafte Bewegung durch den Saal.. Er gibt weiters an, ein A d v o k a t e n d i P -l o m und einiges Vermögen zu besitzen. . Prinz Windischgrätz stützt sich, als er sich von seinem Sitze erhebt, um die Fragen des Gerichtes zu beani- 'worterr, auf einen Stock. Auf die Frage, des Präsidenten gi-b: er an, Vater von sechs Kindern, pensionierter Min-st.r und pensionierter Major zrt sein und über Vertnögien zu. verfügen. Um 11 Uhr war die Verlesung der Anklageschrift beettdet. Der Präsident gibt bekannt, daß sämtliche Angeklagte, mit Ausnahme N a d o s s y s, den Vechandlungssaal zrr verlassen haben. Sodann wird mit dem Vechör Mdossys 'begonnen. Vorsitzende r: Haberr Sie, Herr Nadossy, die An» klage» verstanden? Nadossy (mit heiserer, unruhiger Stimme): Ja. Herr Präsident, ich habe sie verstanden. Vorsitzender: Bekennen Sie sich schuldig? -. Nadossy (am ganzen Leibe zitternd-und mit kaum hörbarer -Stimme): Ja, Herr Präsiden:, ich fühle mich schuldig. Nadossy wischt sich mit seinem Taschentuch den Schweiß von der Stirn, er ist sehr aufgeregt und sagt zum Präsidetttrtt mit flüsternder Stimme: Bitte, Herr Präsident, um einige Minuten Geduld, bis ich meine Gedanken geordnet nabe, damit ich die ganze Angelegenheit ausführlich und zufammenhängen-i. darlege. lige r IW Besonder s toi -. - ' ' " ' ‘ Uinipii i Kfl U|jr itn Warenhaus »Ft UM Ul 11., Taborstrasse 48 Tekphon 47*1*79 En gros En detail m J ^2547^09855^8209