Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2587 (7.5.1926)
- Date
- 1926-05-07
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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1. m 1926 Seit« 7 feSGB?_Ws>, F«G>tz gBltWW M««NkMu«S (Rtt D«aW» ^llathemm". Dieser Tage ist tat BerVn« D«tvogelverlag ein Schauspiel von Gerd T s l - i e n erschiene«, welches die tratsche Mgur Watt« Rathena»- zmn Mt- I m£tm ifipitiut ^ul* Eta jüdisch« Bühnenküustl« geftsröe«. In Lemberg «uL vor kurzem der berühmte jüdische Komiker Sem S chiltt « g. In den letzten Jahren lebte der Künstler in großer Not. Ei« Wien« Revue^knsemble in Ezernowitz. Wie wir erm wird sich gegen Ende dieses Monats ein Wiener Revuele unter ver Führung veS Direktors Zwillinger nach Ezernowitz begeben und im dortigen „Kolosseum" einige Bereit« in Wien gespielte und auch einige neue Revuen zur Aufführung brinM. Dem Ensemble gehören unter anderem an: Herr Josef Biktora, der zuletzt tm Ronacher spielte, mtd Lola Lehrv, Anny Wipperich, Julius Aurich und Paul Gerhard, die wahrend der Winterfaison t« d« *Hölle" engagiert waren. Serichtssaal. «dt Pnyeß «ge« den Hemnrseber des »Abend-. Gestern vormittags fand im Nerhaudl-ungssaatt S des Be- -iMyerichwr Riemsrgaffe unter dem Vorsitz des HoftateS Webnmoun Re DechanRemg in einem Prozeß gegen den HarünSgeber des Albend", Karl Colbert, und seine« Sohn Ernst Colbert statt. Die Devteidiguug der wchtevschienenen Angeklagten hatte Dr. Bakenttn Rosenfeld Mernomme«, für den Dr. S. Schlesinger erschiene« war. Der Kläger, Dr. Fritz Tauber, wurde dürch den Rechtsanwoikt Dr. Otto Eibuschitz vertrete«. Die Klage richtet sich Ms euren Schadenersatz von 2390 Schilling und ans Unterlassung von gegen däe gute« Sitte« verstoßenden Handlungen G 1 des Gesetzes gegen de« D«la«>teren Wettbewerb). Der Kläger D. Fritz Tauber war »ach dem Kviegsemde Redakteur der Amtlichen Nachrichtenstelle. Dort •Mi er sich zu Beginn des Jahres ISS2 froiwAig «chbanen, um die StÄle eines ParlamentsredakteurS beim ^Albend" crngnnchmeu. Er ließ sich dazu von rein ideale« 8ewoggründen bestimmen, vornehmlich das Motto' des Albend": ,Mo es Stärkere gibt, immer auf Seite dos Schwächeren", kettete ihn. Anfangs leisten Tauber seine Arbeit reibungslos, erst im zweiten Jahr seiner Tätigkeit traten ^zwischen jhmund den, Herausgeber, Herrn Karl Colbert, Differenzen ein. Um diese Zeit stand, wie die AnNageschrift atÄsuhrt, der „Mond" in einer heftige« Fehde mit der Arbeiter-Zeit«« g". Dr. Tauber sÄtte verbuchen, einen B eamte« der Hammerbroiwerke zu bestechen, damit" Ä^r nähere Mitteilungen über Betrügereien mch Mitzstande, die m»- geblich bei diesem sozialdemokratisch gefichrten Unternehme« vorgekommen waren, mache. . Infolge seiner Whängigßeit konnte Dr. Tauber nicht, wie 'er es wollte, diesen Versuch brüsk zurückwoisen, sondern muhte sich «damit begnügen, Herrn Colbert zu sagen, daß er wicht glaube, daß sich ein sozialdemokratisch organisierter Genosse da-u herigeben werde, gegen Geld fein Unternehmen zu verraten. Diese Antwort cf-nittierte Colbert mit der Bemerknng: ,ß\ t kb n- «r« ja bis zu einer Million gehen." Weiterhabe Colbert seinem Redakteur Dr. Tauber zuge- Mutet, Nachfovschnngen darüber zu pflegen,. oh es wahr wäre, daß der damalige Präsident des Nationalrates S e i tz sich ein Palais gekauft habe und auch darüber, daß der ehemalige Bnudeskangler Renner sich in dieser seiner Eigenschaft ein doppeltes Gehalt habe zahlen lassen. Die passive Resistenz, die der Kläger diesen Zumutungen Colberts entgegensetzte, habe den Zorn ColbertS entfesselt. Dr. Tauber wollte ntw nur mehr vertragsmäßig feine parlamerrtarifchen Berichte bringen und beklagte sich über all diese Umstände bei dem damaligen ' Chefredakteur Alexander Weisz, welcher ihn zu beruhigen trachtete und seine Rede mit Hinweis aus Colbert mit den Worten: „Lassen Sie das alte Schwein reden" beendigte. Einige Zeit später «Ser traten Me Betriebsräte des ,/Abenh", Dr. Klausner mck Dr. Milrath, sin Aufträge des Herausgebers cm chn Heran, um mit chm eine friedliche Lösung seines ,Mita rbe iterv e rhältn ifses herbeizuführM. Es wurde eine mehrmonatige Abfertigung vereinbart, von der der Kläger jedoch nur eine« Teil erhielt. Dr. Fritz Tauber nahm nun im Jahre 1926 den Kampf iöe$«n Colbert auf und ließ eine Zeitschrift unter dem Titel ^Gch klage an" erscheinen. Karl und Ernst Colbert hätten uun versucht, de» Verkauf und die Kolportage des Flugblattes zu verhindern. Ernst Colbert sei bei den Besitzern d« Zeltmlgsstärche erschienen rmd habe ihnen sowie den Leitern der betreffenden Kolportageorganisationen gedroht, allen jenen,' ffe die Zeitschrift „Ich klage an", sichren, den Verkauf des yMenid" zu Mzicheil. Die große Verbreitung des Blattes sei naturgemäß für die Kokporietpve mit einem bedeutenden Nutzen derdunden, so daß diese Drohung tatsächlich zur Folge gehabt habe, daß der Bevtriob unterdrückt tvurde. Ernst Colbert sei auch bei der Firma Goldschmied erschienen und habe es duvchychcht, daß auch vo« dieser Seite die Zeitschrift aas den Zei- MngSständen Verbote» wurde.. Infolge dieses Boykottwar D nicht möglich, die &.Q00 Exevrplare zählende Auflage der gtaftfefot Nummer z« verkaufen. Dadurch entstand für den Kläger **« Schade« vo« 8380 Schilling, die w nun fordert. Durch das Borgehe« der Beklagten sei auch ein Verstoß gegen § r de» Gesetzegegen dm unlautere« Wettbewerb gegeben. Die KSogchäantwoMng bestreitet hie eirrMmt Punkte. Alexander WetSz, der ursprünglich von dem Beklagten als Ze«g« Kxntafe« wa^ toto nun Mvückye-ogen. Daraufhin verlangt der AeMger die tzShvMg dieses Zeugen. Zu diesem Zwecke «jd $a FühvMg wem Zeugen wich die BechaMuug Bottswlrt. «Irtschaftrbrief aus Pole». StAmdttak. Shchige Devisenmärkte. — veffveung d« . (Bon unserem Warschauer Korrchwndenten.) Die polnische Regierung ist zurückgetreten. Die groß« Frage,. Re jetz' alle wirtschaftlichen Faktoren beherrscht, lomtet: DaS soll jetzt geschehen? Wird mit der Aenderung der Regiencvgsmünner auch eine Besserung der tristm wirtschaftlichen Lage Platz greisen? Wird er gelingen, die Wirtschaft ohne Hilfe des Völkerbundes zu sanieren oder wird map sich schließlich doch an diese letzte Instanz wenden müsien? Täglich kommen neue Meldrmgen über die Füntzehnmillionendollaranleche von Dillon, bis jetzt ist aber diese anschnliche Dumme in die Staatskasse noch nicht eingeflossen. Die jüdischen Abgeordneten im Schn verweisen immerfort.darauf, daß mit der Stabilisierung der Währung noch nicht alles für die Wirtschaft getan Sst. Sie machen dam Finauzpvogramm des Ministers Z d z i e ch o w s k i den Vorwurf, daß er, getreu seinem Vorgänger GräbÄi, alle Steuevkasten »ur. der städtischen Bevölkerung aufevlegt, die nur 30 Prozent der GesamtbevMerung ausmacht, während die anderen 70 Pröztat, die die Landbevölkerung bilden, fast steuerfrei sind. Es wird darauf verwiesen, baß während die unmittelbaren Steuern jetzt um io Prozent erhöht wurden und neue Beleuchtqtngs- UM , Luxussteuern. eingeMhrt wurden, noch immer die Verordnung von Grabski besteht, auf Grund deren ein Bauer, der nicht Mchr als ist Hektar oder 26 Joch Feld besitzt, von der Einkommensteuer gäntzlich befreit ist. Der Mische Kleinhanidwevker oder Greisler in der StM muß dagegen schon bei einem Jahreseinkommen von 1600 Zloch, das nach eryer Fachstatistik nur die Hälfte des Einkommens eines solchen Bauern ist, jährlich 93 Zloty an Steuern zahlen. Diese Steuerpolitik war utüb ist für die Mische Wirtschaft ruuiös. Sowohl der Mische Kaufmann als auch der jüdische, Handwerker lönnen diese Steuern nicht bezahlen, zumal die allgemsiue wirrfchaftlirhe Lage m Polen auch die VechienstnMlWeiten aus ein MnimAn rednKiert hat. Die von Pr. Reich initiierte Mische Bank für Kleinpolen soll der Rot der Mischen Bevölkerung, durch Kreditgewährung abhelfen. Das Institut, über. besten Gründung in unserem Blatte schon berichtet wurde, ist der Anfmerffqmkeit der weitesten Kreise sowohl in Polen M auch ' im Ausland würdig. Die Hilfe, die' jetzt aus England uwd ans. Am-rrikq kömmt, kann der. gangen großen Not der Jlchen /in Polen sicherlich nicht gerecht werden. Selbsthilfe ist daher ■ dringendstes Gebot der Stzsnde. ,1 Auf dem Devisenmärkte kann man diese Woche von einer dichten Beruhigung sprechen. Die großen Kursschwankungen haben fast gäntzlich ausgehört. Der-Dollar hält sich im Privat- «msatz höi 10.M und öMziev wsrd er weiterhin mit 9.70 notiert. Die >,schwane Börse" glaubt aber nicht an bas weitere Fallen, der ausländischen Valuten, denn die meisten Termintransaktionen ftzr den 5. Mai wurden mit einem Knrs von 10.45,- für einen Dollar getätigt. Die Ursachen der toilweisen Entspannung auf dem Valutenmavkte sind auf psychischem Gebiet zu suchen. Der Beischluß des Budgetprovisoriums im Sejm und der ziemlich günstige Ausweis der Bank Polski. sur die zweite' Aprildekade — das sind die Hauptgründe der EnHpanuun-g. , Die Handelshilantz', die unabhänchg von der schon acht Monat« andauermden Aktivität letztens eine kleine Verschlechterung erfahren hat, scheint sich wieder zu bester«. Im April wurden nämlich viele GetreidetrausaktiEN mit einigen Ländern SkaMuaviems, mit Belgien und der Dschechoislvwakei albgeschlosteii, gleichzeitig hat die Tschechoslowakei^ a« Polen ein größeres Jmportkontingent von NaphthaprodMen und Bich zugestaudeu> .Die. Pesser.gng der HmdÄLbttantz und das Ginströmen der PNu'terf.vänt ExWt kann der polnischen Nationalbank, die Möglichkeit geben, den Zlotykurs auf aus- und inländischen Märkten, zu regulieren. BiGer konnte nämlich die Bank Polski . die Nachfragen der wirischaftlicheu Kreise, nach Valuten nicht befriedigen, denn sie hat selbst nur ganz geringe Vorräte besessen. ' Die . wichtigsten Mien notierten am Ende der Woche: öpro'eutige. Konversottonsanleihe 33.—, Handelbank 1.65, Bank Polski 48W?bis 48.75, Bank Zachodni 0.85, Warschauer Zucker 1.50, Wle I.TA bis 1H8,' Fitzner 0.89, Stavaoowiee 0-.83, Zielmiewski 10.—, Haöevhusch 5.25, Chodorow 3.40 bis 3.46. Abschied Mautners aus der TertMudustrir. Die Konverttiom zwischen der Bereinigten Textil-A.-G. mW der Trumamr Textil-A.-G. Eine bemerkenswerte Transaktion, die sowohl von der österreichischen.Finanz als auch von der Textilindustrie mit großem Interesse verfolgt wird, hat sich m der Boavoche holl-- zogen. Die Trumaner Aktiengesellschaft für Baumwollspinnewi und Weberei,^ deren Aktien zu 80 Prozent denr 'bekannten Dextilindustnellen Isidor Mautner gehörten/. hat ein Aebereinkommen mit der Vereinigten ö st e r r e i ch i s ch e n T e x t i l - A.-G., ebenfalls einer Gründüng Mautners, ge troffen, wonach die Produkte in einer - gemeinsamen Verkaufsorganisation vertrieben werden sollen. Mt dieser Transaktion ist der Rücktritt des bedeute Men Textilindnsttiellen Oesterreichs, der in den letzten 30 Jahren in der Textilindustrie eine hervorragende Rolle gespielt hat, verbunden. Isidor Mautner hatte, bereits vor dem Kriege einen großen Textilkonzern geschaffen, der sich auf eine gange Anzahl von Textikmternehmnngen Oesterreichs, Ungarns, der A^chechoslowÄei und Jugoslawiens erstreckte. Mautner mußte vor Mi Jahren in voWrücktem Alter die Leitung dieses Konz«nS, dessen Kern die Vereinigte österreichische DextilindttstrieM.-G, ' ldete, ckbgeben. Ws Konkun'enzrücksichten übernahm er nach seinem Rücktritt den Müller- H Atillfl Ai ü BaIia ü * Wollspinnerei, die zu den größten der Tschechosioivakei gehört. Die Aufrechterhaltung dieses Betriebes während der letzten Krise stellte an die finanzielle Potenz Mautners große Anforderungen, dem« er auch vollkommen nachgekommen wäre, wenn er nicht auch an einer Wiemr Kleinbank, der Neuen Wiener Bankgesellschaft, interessiert gewesen wäre, die vor zwei Jahren in Schwierigkeiten geraten war unfr zu deren Sanierung' große Mittel in Anspruch genommen wurden. Mautner hatte sich für dieses Bankunternehmen iuterestiert, weil er gehofft hatte, in diesem einen StützPnLÄ für seinen neuen m Bildung legriffeuen Textilkonzern zu finden. Für diese umfangreichen Ausgaben haben aber seine Mittel nicht mehr hingereicht. Er war gezwungen, zur Beschaffung größerer Mittel große Posten Oberungarischer Berg und Hütten zu lont* barbieren. Dieser Umstand veranlaßt« dle Kontermine, in diesem Papier größere Spekulationen zu unternehmen, nxrs die bekannten Kursschwankungen der Obemngarischen Berg und Hütten zur Folge hatte. Mautner stieß auch einen großen Posten Steyrernmhlaktien ab, die infoige>desten das Kursuiveau dieses Papieres ebenfalls drückten. Doch auch diese Mittel reichten nicht hin, um den Geldbedarf feiner Industrie- Unternehmungen zu decken. Um nunmehr von den Sorgen der Geldbeschaffung hefreit zu sein, wurde die vorerwähnte Transattion mit de« Bereinigten österreichischen JMlftriegesellschaften geschloffen. Die notwendigen Kredite werden von der Oesterreichrschen Bodenkreditanstall, der Oesterreich-ffchen Kreditanstalt und der Triester Baumwollgesellschaft Siemat beigestellt werden. Mautner bleibt weiter im Besitze des MtienPakets an der Tranmau-Marientaler Aktiengesellschaft, wird aber auf die Verwaltung dieses Texttlkongerns keinen gtoßen Einfluß mehr ausü'ben. Die Neue Wiener Bankgesellschaft, deren Liquidation bereits seit einigen Monaten erwartet wird, dürfte nunmehr diesen Schritt in einigen Wochen vornehmen. Mautner selbst wird auf die Verwaltung fernes Konzerns nur indirekt Einfluß nchmen. Tamtt wich er faktisch aus der Textilindustrie Mnteleuropas, in der er bis vor tarzem eine so große Rolle spielte, ausscheiden. Heftige Schwankungen ms de» IrnftenmSrtten. D« fvmMsche und belgische Franken trotz JnASenWn wottttl rückgängig. Much gestern wupderr, eibenso wie i» den letzten Tagen, dir. französischen und belgischen Devisen auf allen ütteMatianalen Handelsplätzen stark ausgeboten. Die Anbote waren teAwsffe fo groß', daß von seiten der franMffchen und belgischen Regierungen «ft Mßeren Jnterventtorren vorgegangen werden mutzte, um einen katastrophalen Kurssttrvz p. vochinderu. Die Interventionen waren-aber auch nicht von langer Dauer. Trotz RegstrAngserklämngen und aktiven Interventionen Motzen beckde . Devisen unter dem gestvigen Mvevn. Der französische Fr ä nkett senkte sich in Zürich vorübergehend cmf MZ0, ßounte jedoch dann mft 16,18 geM 16,86 vom Vortage Wietzen. Auch der belgische Franken senkte sich «nd Motz nach heftigen Schwankungen mit 16,—. Flau lagen auch die meisten anderen Devisen. So wurde u. a. der rumänische Leuim Wiener llsancenhondel gegen Zürich vovüberhegend mit 1,47 gehMdelt. Deckrlngskäuse festigten jedoch den Le«, fcet mit 1,63 schloß. In Zürich fMst notierte Bukarest 1,47 gegen 1,77. Diefr Notierung ist jedoch .ein NaWrcken nach de» Ansla>ndsbörsen vom Vortage. Eme leichte Verflauung vorzeichnete auch der Z l o t y. New-Aork notierte gegen Warschau 10,25 bis 1VM. Die einzige Währung, die bei diesen Bewegungen nicht mitgevsiftn wurde und der gegenüber die Kurse sich am besten wideHpieyÄn laffen, ist der Schweizer Franken. ' In Paris ist die BeunrichMug übet den Kurssturz des Franken ungemein groß, Jntereffant ist, daiß Puiblttzrm und Preffe die letzten Kursrückgänge der Bank von England zu- .schieben, welche zur/Stützhug des. englischen Pfundes den grötztm Teil ihres Frankenbesitzes auf den Markt wirst. tzvtwnrs m einem netten iugofiawischrti Wechselgeseh. Der ständige jugoslawische Parlamentsausschuß für Haudvlsgesetzgebung hat den Entwurf zu einem neuen Wechsel- «nd Scheckgesetz ausgearbeitet und der Gefetzesabtellung tat JrffttMimsterium sowie den wirtschaftlichen Körperschaften zur Begutachttrng überreicht. Als Grundlage dieutmr die Grundsätze, welche auf der Konferenz im Haag i« den Jahren 1910 und 1912 ausgestellt wurden. Der neue Entwurf zevgt, wie die „Wirtschaftskorrespondenz" erfahrt, ge^nüber dem derzeit geltenden Recht insbesondere folgende Abänderungen: Bei Zeitsichtwechseln ist eine Zinsenvereinbarung zuläffig, was für den U eberseehandel von großer Wichtigkeit ist. Wne von dem Trassanten auf dem Wechsel angebrachte Klausel, daß er seine Haftung für die Zahlung ausschlietzt, wird alS nicht vorhanden angesehen, der Wechsel aber behält seine Gülttgkeit. An Stelle der Vorlage des Wechsels zur Auszahlung kann die Präsentterung bei einem Clearingamt treten, was bisher mrr in den ehemals österreichischen und ungarischen Gebieten möglich war. Die Akzeptationssrist betrügt noch dem neuen Entwurf sechs Monate (gegenüber bisher zwei Jqhrerü. Andem bisherigen serbischen Wechselrecht wurde die Dettverattonsfrifi von 24 Stunden von der ersten Präsentattou zur Annahme übernommen. Falls der Trassanr die Honorierung ablchnt, kann der Inhaber des Wechsels sofort Regreß mangels Achlnng unter Abzug der Diskonts erheben. Ueber dos SchicksÄ des Wechsels muß auch der Aussteller unterrichtet werden. Am Verzögerungen und Protesttoften zu vermeiden, kennt der amt Entwurf eine Art Protestersatz. Dieser besteht i» einer schriftlich« Erklärung des Troffamen oder DomizWat« auf dem Wechsel selbst, welche von drei Pers«»e» zu fertige« ist. D« Wechsellnhober kann ans Grund ein« solche« Erklärung d« Wechsel innerhalb der Protestfrist in das PWieflitgsstiu «tn* fcgfefer