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Wiener Morgenzeitung · 1926-05-05 · Heft 2585 (5.5.1926) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2585 (5.5.1926)
Date
1926-05-05
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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f Polen; 25 artmv j Wi en: Zum Abholen iti der Expedition, ILTaborstr. 1*3, oder in eitierverschleisstelle fTfaflk) msnskl. 5 Schilling Strassenverkäut in Wien durch die Kolporteure der Firma Ö o l d ach mied, Wollxelte 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling 1 schecho-Slowakei: Mon. K22, Jugoslawien: Mon.Din.60. Polen:Mon. S Zloty. Deutschland: Mon. Om. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 *ach*ahltmgen bei h r e 1 erhohungen ▼orbehalieB Rr. 2585 Wiener . ♦ Wien. Mittwoch. 5. Mai 1926 HAflflR. DISTXNZBRIN oanpN’ ’yxita ijn Tiglleh Vorstellungen um: 6 Uhr 6.46 6.30 ipreis aö fll England: Mon. 4 Schilling. Italien: Monatl. 18 Lire: Rumänien: Mon. 170Lei. Bulgarien: Mon.lOOLews. Schwei2 und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration Wien,H.Taborstr.l Telephone: 44-0-38,43-3*19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX., Universitätsstrasse 6-8 (Druckerei lg. Steinmann) Oesterreichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.69H 8. Fahrgimg Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen find durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. Dar östemichilche Konsulat in Jerusalem. Wie die „Wiener Morgenzeitnng" erfährt, wurden gu,tern der Präsident des Zionistischen Laudeskomitees für Oesterreich, Dr. Desider Friedmann, nnd Gemeinderat Dr. Leopold Plaschkes vom Bundeskanzler Doktor R a m e k empfangen. Gegenstand der längeren Anssprache, der auch Generatsekretär Dr. Peter beiwohnte, bildete die Frage der Besetzung des österreichischen Konsulates in Jerusalem. Der Bundeskanzler erklärte den bei ihm erschienenen Herren, die österreichische Regierung beabsichtige, schon in der allernächsten Zeit ein effektives Konsulat in Ierusalent zu errichten. Der zu ernennende Konsul, ein österreichischer staatlicher Beamter, soll gleichzeitig mit f der korisirlaren Jurisdiktion für Aegypten Getraut werden. Memorandum des Waad LeiiMi für den Bölkerlmnd. Jerusalem,: 4. Mai. (I. T. Ä.)- Ter Waad' Leumi ^iationcklrat der JaÄen Palästinas). chat. in seiner letzkn - Sitzung den Eniilvurseines der,M a nd a t s k o in m t s s i o n des Bölkerhundes zu untvvbreilendeil Memorand'nms endgültig durchiteratien nnd angenommen. Es wird dies das erste Memorandum. ' .i,.-tzas durch den Waad Leumi der Mandatskommission i.>..rroicht' wird; es, wird im Juni d. I. der in Gens tagenden Mandatskommission durch Bermvttlu-ngder Zionistischen'--Qrganisatisw»' NMerbreftetwerden. , -;;. ,;■ . . .. . . Das- Memorandum enMlt zrvei - Abschnitte. Im ersten Abschnitt wird die Lage r n P a l ä st t na ■ dargellegt, im Zweiten werden Informationen Mr das jüdische Aufba nwerk.in Pa l äst i na gegeben.und die Möglichkeiten einer kräftigeren Unterstützung der Kolonisation auseinandergq'etzt. . Während der Tagung der Völkevbundmandatskom-- mission wird tn Genf, eine-Abordnung des Waad Leumi »veilen,. die -sich ans den folgenden Personen, zusammenisetzt: Dizengoff, früher Bülgermeister oon Te'l-Awiw, Rabbi U^ie'l und Arlosvroff. . - sakolow in Südafrika. JohanniSburg. 4. Mai. (I. T. A.) In' der großen Lo.ndthalle,zn Kapstadt fand ein großartiger Empfang für Na hu m So ko low statt; dieser Abend bedeutete gleichzeitig die feierliche Eröffnung der 10. Z i ou i st e n k o n f e r e n z der südafrikanischen Landesorganisation. Der Vizepremier T i e l m a n R u o s, der Wehr- - minister Kolonel C r e ß w e l l und der Oppositionsführer General Smuts zollten den zionistischen Zielen hohes Lob und rühmten die Führerpersönlichkeit Sokolows. General Smuts insbesondere sprach s ch a r f g e g e n d i ej e n i g e n I u d e n, d e it e nder P a l ä st inaauf'bau g l e i ch g ü l t i g ist. Der Bürgermeister von Kapstadt, der den Vorsitz führte, hielt eine Ansprache an den Ehrengast Sokolow, der Generalgouverneur sowie Premierminister Hertzog sandten warme Begrüßungsschreiben. Vom Dache dev Stadthalle wehte die z i o n r st i sch e F l a g g e. Die Regierungskrise in Polen. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeilung".) . Warschau, 4. Mai. Heute soll die Regierung Dkrzynski zurückireten. Alle Parteien berate)! über die Haltung währen!) der bevorstcheudett Verhandlungen zivecks' Schaffung einer neuen Regierung. Hegte tritt auch, her jüdische Sejmklub zusammen, nur seinen Standpilnkt festznlegen. Es wird in diesem Zusammenhang viel bemerkt, daß neulich der Präsident des polnischen Sejms, Rataj sich an einen jüdischen Deputierten mit folgender Beluevknug gewandt hat: „Es ist schade, daß dev jüdische Sejmklüib jetzt keinerlei Initiative zeigt. Ihr seid jetzt am lvünigsten tlt den Kampf..zwischen.der Rechten und Linken verwickelt und ihr solltet. darunl KomPromißvorschläge in den aktuellen finanziellen Fragen' machen."' mr B e s o n cä e r $ |» r 139er M Die Industrie lahmgelegt. — Fünf Millionen Arbeiter im Streik. — Keine Verhandlungen. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung/^) London, 4. Mai. Seit heute früh streiken in England die Eisenbahner, dte Matrosen der Handelsmarine, die Handels fliege r, Straßenbahner, Antobuschanffeure, die Schriftsetzer, Mechani k e r, Met a l lar b e it c r, Bauarbeiter, E l e k t r 01 e ch n i k e r und G a s a r b e i t e r. Die Angestellten haben sich dem Streik bisher nicht angeschlosseu Die Zeitungen erscheinen in sehr beschränktem Umsang, so daß die Bevölkerung zum großen Teil auf die Uebermittlung von Nachrichten durch die F u n k st a t i 0 n e n angewiesen ist. die fünfmal täglich Meldungen verbreiten. Den Zeitungen wurde uahegelegt, im Interesse der Anfrechterhaltnug der Preßfreiheit, die einen 1 Teil der Konstitution Englands bilde, alles daran zu setzen, um ihr Weitererscheinen.sicherzustellen. , : Die Zahl der Streikenden wird ans 5 M i llionen für ganz England geschätzt. Alle in London einlaufenden Nachrichten bestätigen, daß das industrielle Leben im ganzen Lande lahmgelegt ist. In allen großen Zentren feiern Tausende von Arbeitern. Das Land beginnt, sich den neuen Verhältnissen anzupassen. Mehrere Eisenbahngesettschaften teilen mit, daß ihr ^Dienst'.eingeschränkt ist, doch hofft man, daß er wieder wird.erweitert werden-könneM^- ^. 4 .7, . ''"h rm ganzen Müde Muhe. 'Herrscht und daß sich überall. Tausende von freiw i l l rg e n A r bei i e r n in die Listen eintragen lassen. Die Straßen Londons bieten einen eigenartigen Anblick. Die Straßenbahnz ü g e sind gänzlich ans dem Stadtbild v e r s ch w n n d e n. Man sieht nur A N t 0 m 0 b i l e. Infolge des massenhaften Fußverkehrs der Bevölkerung sind die Straßen überfüllt und gestaltet sich das B 0 r w 8 r t s k 0 m m e n sehr schwierig: Eisenbahnen, Untergr.undbahnen und Autobusse feiern vollständig. Die BahnHöfe sind verlasscn. Ueberall sind Streikposten aufgestellt. Die Gewerkschaften sind mit der Wirkung der Streikparole sehr znfrieden und sprechen von einerhundertprozentigen Beteiligung. Bon der Regierung wird festgestettt, daß genügende Borräte an Lebensmitteln vorhanden und alle Vorbereitungen für die weitere Zukunft getroffen sind. Nichtsdestoweniger hat sich der Bevölkerung eine wahre Hamsterwnt bemächtigt. Vor allen Lebensmittelläden sind lange Reihen von Menschen angestellt wie bei Beginn des Weltkrieges. Die behördlich kurrdgemachten Höchstpreise haben nur w e n i g B e r u h i g u n g geschaffen. Die Polizei hat . alle ihre Reserven einbe rufen. Nach Liverpool sind Truppen abgegangen. In Mersey ankern zwei Schlachtschiffe. Im Arsenal von Woolwich ist die Arbeit eingestellt worden. Die Gebäude des Arsenals wurden von Truppen b e setzt. Die von der Regierung geschaffenen Demokratie und den Machtgelüsten einer Minderheit hinzustellen. Die Versorgung mit Elektrizität, mit Gas und mit Nahrungsmitteln funktioniert einwandfrei. Der Eisenbahnverkehr hat im Laufe des Tages mehrere Einschränkungen erfahren. Zwischen. London und der Bannmeile, insbesondere ans den e l e k t r i s ch e n Linien, wird ein eingeschränkter Dienst aufrechterhalten. Einige Züge halten die Verbindung zwischen London und Jork,. Manchester, Leeds, Bedford, Derby und N011ingham sowie den anderen großen Zentren aufrecht. In Schottland verkehrt, eine gewisse Anzahl von Zügen. In Edinburg sühnen Studenten die Stnaßenbahpzüge und die Autobusse. Km Kabinettsrat. Das Kabinett hielt vormittags eine Sitzung ab. Sodann wurde Bald Win vom K ö n i g i n Audienz empfangen. Bis jetzt ist kein neues Anzeichen vorhanden, daß | v;' - •"*.-: ■' / Venhandlungen zwischen den Regienung nnd den Gewenkschnften' - . wiedep ausgenommen: werden: sollen.. In Gewerkschafis- ».kreisen -ist map der Ansicht, .daß gegen .Ende dieser - Woche die Verhändlungen über die Beilegung der Krise wieder ausgenommen werden dürften Die Labour Party faßte heute den Beschbrß^an den Sitzungen des Unterhauses nur dann teilzunehmen, wenn die Frage des Generalsstreiks zur Debatte gestellt wird. Dieser Beschluß wird allgemein so anfgefaßi, daß die Partei auf die Regierung einen Druck zur Wiederanknüpfung der Verhandlnngen ausüben will. Sympathiestreik Ser Seeleute? Die Gewerkschaften der englischen Seeleute haben .,cute beschlossen, eine Abstimmung über . einen S y mpal h i e st r e i k zu veranstalten. Das Parlameat ohne gepmüte LasesorötiÄNtz. Zum e r st e n m a l in der Geschichte des englischen Parlaments konnte bei Eröffnung der heutigen Unteryaussißung keine gedruckte Tagesordnung unter die Abgeordneten verteilt werden. Nur in der Bibliothek des Hauses war die Tagesordnung angeschlagen. Sofort nach Eröffnung der Sitzung legte Premierminister Baldwin einen Antrag vor, wonach alle bis zu den Pfingstferien stattsindenden Parlamentssitzungen ausschließlich der Diskussion über'die von der Regierung vorgelegten Gegenstände Vorbehalten sein sollen. Dieser Antrag wurde mit 221 gegen 107 Stimmen angenommen. Darauf ging das Unterhaus zur B u d g e t b e r a i u u g über. Philipp Snowden erklärte'namens der Arbeiterpartei, daß die Laboür-Abgeordneten nicht beabsichtigen, gegen die heutige Budgetdebatte zu opponieren, daß sie aber wünschen, das Haus möge sich mit der Frage des Generalstreiks befassen. Lloyd G e 0 r g e schloß sich namens der Liberalen diesem Wunsche an. Nachdem Churchill noch die Finanzvorlage eingebracht hatte, vertagte sich das Haus auf morgen. Durch den vorzeitigen Abbruch der Sitzung soll alle» Parteien ermöglicht werden, noch heute zur.Lage Stellung zu nehmen. StrMebaUe im Lderhaus. Im Oberhaus fand heute die Debatte über den Streik sowie über die Ursachen, die dazu führten, statt. Lord H a l d a n e, der für die Fortsetzung der Verhandlungen eintrat» erinnerte daran, daß die Bergarbeiter diejenigen irvtstanidsopganisatiouen arbeiten mit vollem Erfolge und gänzlich reibungslos. Zahlreiche Reservisten haben sich ohne Aufforderung der Regierung zur Verfügung gestellt, her es in zunehmendem Matze'gelingt, den Streik als einen Kampf zwischen der seien, die im Weltkrieg für England gekämpft haben. Lord Oxford betonte, der Generalstreik sei ein Schlag gegen d i e A l l g e m e i n h e i t. Es sei besonders bedauerlich, daß man zu einer Zeit, in der man ans iyiernf Moioren eie u l im VVarenham U., Taborstrasse 48 Telephon 47-1-7» En btos En detail

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