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Wiener Morgenzeitung · 1926-05-04 · Heft 2584 (4.5.1926) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2584 (4.5.1926)
Date
1926-05-04
Page
– (sequence 1)
Language
German
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[Fölen; aSaioszyl Wien; ^umAbholen in de» ßjrpedltfem, JL Taberstf. 1-$ oder in elnerverschleisstelf« (Trafik) monatl. 6 Schilling Sfiassenverkanf in Wien durch die Kolporteure der Firma Gold sehmied, ]„ Wollseile 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling fscheeho-Slowakeü Mn. K22. lugoslaviem Mon.Din. SV. Polen:Mon. 5Zloty. Deutschland: Mon. Om. 4. Frankreich, Belgien: Mon. Pres. 18 N«tttMhlnr«B bei Frei* e'rhOhttfkgeo vorbehattea Vi««r HAGAR, DIBTXNZBRIN V2KM DM2 1))1 IIJMMno TIgHch Vorstellungen um: euhr 6,48 8.80 iiJjBDQfllJrj England: Mon. 4 Schilling. Italien: Mona«. 18 Lire Rumänien: Mon. 170 Lei, Bulgarien iMorUOOLew«. Schweis und das übrige Ausland monatlich Pres. 5 Redaktion, Administration Wien, II. Taborstr. 1 Telephone: 44-0-38.43-8-18 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX., Universitätsstrasse 6-8 (Druckerei lg.. Steinmann) Oesterreichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.698 Nr. 2184 Wien. Kfenstofl, 4. Mai 1926 8. gahrgaaa Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mttteilnngeü find durch ein vorangesetztes e gekennzeichnet. Sianiftische Setton Vl/Vlll, 8. Bezirk. BennonlaN 1» Heute, präzise 7*9 Uhr abends, Lug-Baomer-Feier in allen besonders eingerichteten Räumen des Vereinsheims Vortrag Sapialtt 8. B^Klrsk,. ehem. Bataillonskommandant der jüdischen Legion in Palästina Mitwirkendr Grete vratz. Professor an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst Sokolow ln SSdafrSa. Kapstadt, 1. Mai. (I. T. A.) Der Präsident der Zionistischen WAtexekntive, Nahum S o k o l o w, ist am 28. April in Kapstadt emgetrofifen. . Die Delegierten der Zionistischen Konferenz, der Sokolow beiwohnen wird, kamen mit Sonderzügen an den Hasen, um ihn zu begrüßen. An Bord des Schiffes fand sich unter anderen der Bür ge r m e i st er v o n K a p st a d t ein,, urw hieß Sokolow im Namen der Stadt willkommen. Im Verlause seiner Ansprache rühmte der Bürgermeister die jüdische Aufbauarbeit in Palästina und erklärte seine Bereitschaft, dieses Werk zu unterstützen. Es sprachen noch die Mitglieder des südafrikanischen Parlaments Alexander undKentridge, der Rabbiner von Kapstadt und führende Mitglieder der jüdischen Gemeinde. In seiner Erwiderung gab Sokolow'der Hoffnung aus die Zukunft der jüdischen Renaissance in Palästina Ausdruck, und darauf, daß die südafrikanische Iuhenheit einen großegAnteil an diesem Aufbau nehmen wich? '“/**■ Noch am Abend des Ankunftstages hielt Sokolow in der Stadthalle eine große Rede über die Lage in Palästina. Die Stadthalle war dicht gefüllt; unter den Anwesenden bemerkte man den früheren Premier, General Sm'u t h s, Justizminister Tielman R o o s, Landwirtschaftsminister G r o b l e r und andere .mchr. Nach Sokolow sprach der Keren -Hajessod-Delegierte Dr. M. Hin des. Hieraus ergriff General Sm'uths das Wort und hob die großen Verdienste des verstorbenen Lord Millner zugunsten des jüdischen Nationachsims in Palästina hervor. Im britischen Kriegskabinett waren es insbesondere Lord Balfour, der jetzige Kolomenmrnister Amery und er, Smuths, die für die Politik des jüdischen Nationabheims sich einsetzten. Zum Schlüsse sprach noch Sokolow, der die Persönlichkeit von General Smuths und seine Verdienste um das jüdische Nationalheim würdigte. Vas erste Sberhauvt der Mischen Staates. Darrrad M>med Namy Bei. Konstantmopel, 3. Mai. Nach dem Einzuge der französischen Truppen in Sue ida . hat der Oberkommissär für 'Syrien, de Jouvenef, einen Aufruf erlassen, in dem er Märt, es sei jetzt möglich, dem syrischen Staat eine nationale Regt e r u n g zu geben. Da die Mandatsmacht wünsche, eine solche Regierung raschesteris zu ernennen, habe de Jouvenel zum Oberhaupt des syrischen Staates Damad Ahmed Na mH Bei ernannt, der seine Minister selbst wählen würde. Es handelt sich idabei um «ine provisorische Regierung bis zur Pröklamierung eines Nachfolgers durch ein frei gewähltes Parlament. Letzte Frist für Abd el Krim. Udschda, 3. Mai. Amtlich wird verlautbqrt: Die französischen und die spanischen Delegierten haben die Rifdelegierten verständigt, daß sie am 7. d. ihre Handlung Sf r e i h e i t wieder erlangen werden, falls die Risbelegierten nicht bis zum 6. d. die Bedingungen vom 11. AprH im Prinzip annehmen und sämtliche Gefangenen frei lassen. A z e r k a n e und. H a d d u sind mit den Weisungen der französischen und' der spanischen Delegierten nach Alhueemas a b g e r e i st. AHerkane ve rsprach, Mittwoch wiede rzukom me n. Seneralftreü ln England. Ae letzte« kinigunssversuche um MMernacht gescheiten. — Lemisftonrgerstchte. — Grobe RervoMt l» London. (Eigendlenst der „Wiener Morgenzeituug.") London, 3. Mai, 12 Uhr 45 Min. nachts. Der Generalstreik tritt heute um Mitternacht in ganz England in Kraft, nachdem die letzten Verhandlungen zwischen der Regierung und den Arbeitervertretern ergebnislos geblieben sind. *.. Angesichts des drohenden Ausbruchs des Generalstreiks herrscht unter der Bevölkerung Londons größte Nervosität. Vor dem Parlament und vor dem Ministerium sichen T a n s e n d tz' b o « Mens ch e n, die auf Nachrichten über die Lage warten. In den Straßen sieht man Gruppen von Faszisten in ihren schivavzen Hemden patrouillieren. Lastautos mit 'bewaffneten Matrose n. durchfahren die Stadt, von der Bevölkerung als die treuesten Stützen des Landes oft stürmich begrüßt. Die Tätigkeit im Ministrium des Innern, in der Admiralität und im Kriegsministerium sowie im Bevkchrsminliftevium . . - erinnert an dtzs Tage vor Kriegsausbruch. Die.MisM; ResGieoff'iziere Vorladungen ins Kriegs-: ^ÄKnästerhtm '^r^alhM^wo für den Fall des Genenilstreiks erteilt weWm In 'der.ÄrMee wurde die Todesstrafe wieder eingeführt, was zu den w i l d e st e n G e r sichten Anlaß gab. Truppenteile sind aus dem Süden Englands nach Chatterick und Iovkfhire verschoben worden. Eine? Kasernierung von Truppen hat bisher nicht stattgefunden. In den späten Nachtstunden waren Gerüchte verbreitet, daß Baldwin zu! demissionierM beabsichtige. Wie >im Ministerium des Aeußern mitgeteilt wird, herrscht bisher . . in ganz Großbritwmien vollkommene Ruhe. Die von der Regierung ernannten D i st r ikts kommt ssä re ^haben mit der Organisierung ihrer Distrikte für den Streiffall begonnen. Im Ministerium wird erklärt, daß die Eisenbahner, 'wenn sie sich an der Verpflegung der Bevölkerung beteiligen wollten, dies unter der Aufsicht der Regierung und nicht unter der Leitung der Trade Unions tun müßten. Der Eisenbahnerverband hat alle Sektionen angewiesen, den Zugsverkehr um Mitternacht einzustellen, jedoch vollkommene Ordnung aufrecht zu erhalten, Die Abwehrmaßuahmen. Soweit sich die bisher zur Mvehr der Dtreiffolgen getrofferleu .Maßnahrnen überschen lassen, erscheint die B elieferung Londons mit Lebensmitteln durch Automobile sichergestellt. Das Post- und Telsg.raphenp e rsonal wird, wie man glaubt, trotz des Generalstreiks weiter arbeiten. Es würde aber jedenfalls den Anordnungen des Generalrates der Trade Unions Folge leisten. Zur Postbeförderung werden in ganz England die Bombenflugzeuge der britischest Lust st reit kr äste hevangezogen werden. Auch der Pjassagierluftverkehr wird aufrechtbleiben, da die meisten Piloten nicht gewerkschaftlich organisiert sind. Dagegen ist die Aufrechtechaltung der Kanalschissahvt sehr Kverfekhaft. Außerdem' befürchtet man, daß die großen transatlantischen Dampfer mjvl-ge des Streiks nicht werden Auslaufen können. In einer amtlichen Bekann-ünachnng wirb das Publikum ersucht, die Bernuhungen um die Sicherung der gerechten Verteilung der Lsbensntittel dadrrrch zu unterstützen, daß der Einkauf von ungewöhnlich großen Mengen unterlassen werbe. Ebenso werden die Klemhänbler zur Mitwirkung bei der Sicherung der gleichmäßigen Verteilung .der Lebensmittel ansgefordert. - Im Anwerbungsbureau des Außenamtes werden ftündlich 400 freiwillige Arbeit er ausgenommen. Sine anfgereste UnterhanMung. London, 3. Mai. In außerordentlich erregter Atmosphäre trat heute nachmittags das Unterhaus zusammen. Premierminister Bald^v in verlas den gestern vom König evlassenen Befehl, durch den der Ausnahmezustand über ganz Großbritmmien' verhängt wird. Diese Verordnung ,wurde vom Harzse mit 308 gegen108Stimmen gebilligt. Sodann erklärte B a l d w i n, daß selten in der Geschichte das britische Parlament sich ein e r s o e r n st e n Lage gegenübergesehen habe,, wie heute. Er sei überzeugt, daß in der Kohlenindustrie eine Besserung nicht erzielt werden könne, wenn nicht ein anderer Gei st-unter den B e t e i l i g t e n einkehre und, wenn nicht e i n e a n d e r e Organisation gebildet werde,.um die- Löhne zu prüfe,n. Eine der größten .Schwierigkeiten sei,'daß es unmöglich ist, genau zu erfahren,' Wieviel die Bergarbeiter verdienen, weil. weder die Arbeitgeber, noch die Bergleute, sich'jemals über die Ziffern einig'geworden seien. Die RegSemng sieht sich einer-Heümsfordevung und einer Nebenregierung gegenüber. Die Regierung glaubt nicht, daß eine vollständige Befragung der Arbeiter stattge-. funden hat, bevor diese despotische Gewalt in die Hände eines kleinen Vollzugsausschusses in London gelegt worden ist. Es liegt eine V e r h ö h n u u g jedes demokratifchcn Prinzips vor. Die Arbeitersührer bedrohen die Grundlage einer geordneten Regierung und sind näher daran, den Bürgerkrieg zu proklamieren, als dies seit Jahrhunderten der Fall gewesen ist. Nicht! die Löhne sind in Gefahr, sondern die Freiheit und geradezu unsere Verfassung. Hieraus ergriff im Namen der Arbeiterpartei Thomas das Wort und erklärte, was auch immer komme« möge, ob nun der Generalstreik eintrete oder nicht, die ' Wirtschaftslage würde verschlimmert werden. Das Einzige, lvas der Generalrat der Trade Unions vom Premierminister verlange, sei, daß er loyal den Unterhändlern eine Gelegenheit biete, nicht unter der Drohung einer Aussperrung z u verhandeln. Infolgedessen fordere er, daß die Arbeitgeber ihre Kündigung des Arbeitsv e r t r a g e s z n r ü ck z i e h e n. Das Parlament müsse einen letzten Versuch'wachen, um den Ausbruch des Generalstreiks zu verhindern. Lloyd George trat für die Wiederaufnah'mö de r Ve rha ndlu ng en ^zwischen Grubenbesitzern und Bergarbeitern ein und forderte die Regierung ans, die S n b-r sibienzahlung an.die Kohlenindustrie mutl 14 Tage zu verlangern, um eine Ginigung zu ermöglichen. Das Parlament werde die erforderlichen MittÄ gewiß lbewilligen. Mac Donald bezeichnete die Vorschläge der Arbeitgeber; als völlig Mmnehmbwr. Eine wichtige Industrie wie die Kchlenindnstris könne auch nicht von staatlichen Subsidien leben, die nur ein letztes Rettungsmittel sein dürfen. Hierauf wandte sich Schatzkanzler Churchill gegeü eine Verlängernng der Subfidie».Zahlung. Die Trade Unions hätten, den GeneralstreA nur in lder Ab- 1 i 119« In stoffen, Seide, mvorenefc. im Warenhaus U., Taborstrasse 48 Telephon 47-1*79 En gros Enitotall

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