Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2583 (3.5.1926)
- Date
- 1926-05-03
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Kr. WS Men, Monkag Wiener Morgenzettung S. 'Mi 1926 Wt$ Ein Triumph Oesterreichs in Budapest. 8In glatter 3:0 (2:0) Sieg gegen Ungarn. — 8ikl. Hane! und Sutti schiebe« die Lore. - 40.V0« Snschauer. ßlne neue Mische Synagoge in Saraseva. In einer feierlichen Sitzung vom 14. d. M. beschloß der Vorstand der sephaMsch-jüdifchen Gemeinde in Sarajevo aus Grund eines ausführlichen Berichtes des Synagogerrbauausfchusses, mit dem Bau einer neuen, repräsentativen Synagoge noch Ende dieses Monates zu beginnen. Die Idee, in Sarajevo eine neue Synagoge der Sephardim zu bauen, datiert schon seit dem Jahre 1900. Die Initiative gab der damalige Präsident Daniel M. Salom. Aeußere Schwierigkeiten hinderten bis jetzt die Ausführung. Erst dem gegenwärtigen begeisterten Präsidenten des Vorstandes der Sarajevoer sephardischen Gemeinde, Herrn Abraham Majer Al tarne, gelang es, die Idee endlich zu realisieren. Mit unermüdlichem und ausopferungsfreudigem Eifer förderte er alle Vorarbeiten, die nun erfolgreich beendet wurden. Die jugoslawische Regierung spendete der sephardischen Gemeinde von Sarajevo für dresen Zweck 10.000 Kubikmeter Bauholz, die Staatliche Hypothekenbank gewährte einen Kredit von 2 Millionen Dinar und die Sarajevoer Stadtgemeinde spendete den Betrag von 250.000 Dinar. ‘ H. S. Sie Völker verlangen eine Verteuerung der Semmeln. Ein Ullürralmrr bis Freitag. Im Hause der Bäckergenossenschaft fand gestern eine Bersiammlung der Bäckermeister statt, in der Kammerrat Fritsch erklärte, die Erregung der Bäcker sei infolge des fortgesetzt verlustreichen Arbeite ns sehr groß. -Obwohl verschiedene ZWischenruser alle weiteren Verhandlungen und Probebackungen ablehuteu und eine sofortige Verteuerung der Semmel auf 7 Groschen bei gleichzeitiger Erhöhung des Gewichtes um 10 Prozent verlangten, wurde schließlich beschlossen, dem Resultat weiterer Probebackungen entgegeuzuse'hen, jedoch keineswegs länger als bis Freitag z uzuwsar te tt. ein Hihschlag. Die hochsommerliche Hitze hat bereits ein O p s e r gefordert. Der 42jähcigL Briefträger Josef Stejskal wurde gestern mittags während eines Ausfluges unweit von Speising vom Hitzjchlag getroffen und mußte durch die Rettungsgesellskhaft in feine Wohnung gebracht werden. Tödlicher Absturz zweier Touristen. Graz, 2. Mai. Aus dem Rötelstein bei Mixnitz stürzten gestern die beiden Grazer Turner Tandl und Nobis, als sie die der Bahnstrecke zugekehrte steile Wand erklettern wollten, -infolge Reißens des Seiles ab. Sie fanden hiebei den Tod. Wien, 3. Mai. * Die Zahl der Personenautomobile in Wien nimmt zu.!Auf Grund der beim Wiener Magistrat,erfolgten Anmelldungen isür die AutomobKstener kann festgestellt werden,. daß. Heuer gegenüber der gleichen Zeit im Jahre 1925 trotz der ungünstigen wirtschaftlichen Verhältnisse, die Zahl der Autos sich vermehrt hat. Im Jahre 1925 standen in Wien 8 3,90 Priv atautomobile in Betrieb; Heuer sind es 0 4 7 9. Erheblich stärker ist die Zunahme bei den A u t olax i s. Gegenüber dem Jahre 1924 ist ihre Zahl von 1662 auf 2700 gestiegen. Das Pferd ist im Lohnfuhrwevk fast ganz verschwunden, wobei interessant ist, daß auch die Zahl der Pferde überhaupt in Wien von 45.000 vor dem Krieg aus gegenwärtig ungefähr 15.000 zurückgegangen ist. Uober oio Zahl der in Wien verwendeten Äastautomobile liegen mit- Müwsicht auf die seit 1. Jänner 1926 eingetretene Steuerfreiheit Vergleichsdaten nicht vor. * Ein französisch-österrLichisches Bureau für TomistA wurde von der HandÄsalbteMng der sranMijschen GeiMdÜschaft in Wien, 4. Vez., Favoriitenstraße 7. gegründet. Dieses Bureau bezweckt alle jene Personen oder Gesellschaften, welche nach Frankreich reisen wollen, kostenlos zu beraten und ihnen über die Badeorte und touristischen Stationen von ganz Frankreich und Nordasrika sowie über die üblichen Hotelpreise in den verschiedenen touristischen Regionen Auskünfte zu gelben. Das dieses Bureau sich auch zum Ziele gesetzt hat, die nach Zentraleuropa reisenden Franzosen' zu beraten, wäre es für die österreichischen Hotels und Pensionen sowie für alle einschläigen Gremien und Vereine von Interesse, diesem Bureau alle jene Auskünfte und Nachrichten zukommen zu lassen, welche geeignet sind, zur Kenntnis der nach Oesterreich reisenven Franzosen gebracht zu werden. Die Agence Hcwas wird gleichfalls in den ersten Tagen des Monats Mai an der Adresse Wien, 1. Be,;., Mahlerstraße 2, ein Bureau eröffnen, welches außer der Evteikuig von Ausminiten derseBen Art, die matertollc Realisierung der Reisen bezwecken wirb. * Mehrlittgskinder in Deutschland. Zwillingsgeburten sind, wie allgemein betaunl »ein Durfte, wohl selten, doch kommen sie immerhin noch in ziemlich großer Zahl vor. Etwas ganz anderes jedoch sind D r i l l i n g 8- und B i e r l i n g S g e b n r t e n. Sie erregen Jbel ihrem Vorkommen schon berechtigtes Aufsehen. Die Zahl der ZivillmgSgeburten im Jabre 1933 betrug in Deutschland zusammm 23.581, darunter befanden sich 7690 Geburten mit zwei Knaben, 8812 Geburten mit einem Knaben und einem Mädchen und 7079 Geburten mit zwei Mädchen - Die D r i l l t n g s q ö b u r t e n sind bedeutend geringer Es wurden in den Zähren 1020 bis 1933 zusammen 741 Drilling- - gehurten registriert, davon entfielen 188 Gebnrten aus drei Kul'ben, 190 Geburten auf zwei Kuaben und ein Mädchen, 187 Geburten auf einen Knaben und zwei Mädchen und 196 Geburten auf drei Mädchen. VterlingSgeburten sind häufiger, als allae me in angenommen wird. Ihre Zahl betrug in den Jahren 1913 bis einschließlich 1923 zusammen 35 Gebnrten. Unter den geborenen Kiudern befanden sich 64 Knaben iwd 76 Mädchen. Bet der Betrachtung der Gebur-sstattstik der letzten elf Jahre fällt deuilich der Geburtenausfall während des Krieges auf. Die niedrigste Zahl an Geburten weilen die Jahre 1917 nud 1918 auf, doch bereitS.«191S zeigt sich eins beträchtliche Zunahme. Vorlrstge. Vereine. Berkamminngen. Wiener B e 1 h - H a m i d r a s ch, 3. Bez., Ferdinandstraße 23. Heute, 6 Uhr: Lektor Dr. S. Rubi nr „Talmud." Oesterreichs Fußballsport feierte gestern in Budapest einen großen Triumph. Das nicht in stärkster Aufstellung antretende österreichische Team konnte die ungarische Auswahlelf glatt b e s i e ge n. Die Niederlage der Heimischen wurde von dom großen Publikum um so schwerer empfunden, als außer dem ziffernmäßigen Ergebnis die Ueberlegenheit der Oe st erreich er während des ganzen Spieles eine erdrückende war. Der Versuch des ungarischen Auswahlkomitees, das Team aus der Juniorengarde zu bilden, mißlang vollkonrimen. Die einzigen, die sich noch halbwegs bewährten, waren mit Ausnahme des doch schon zu alten Toth, die bereits als Repräsentative tätig gewesenen Spieler Rebro, Takacs und Kohut. In der österreichischen Mannschaft bildete die Verteidigung, ein ausgesprochenes Bollwerk. Namentlich Blum brillierte. Die Läufer bewährten sich, nur Kaller fiel etwas ob. Der glänzend arbeitende Ludwig wurde knapp vor der Pause wegen Unwohlseins durch neider ersetzt, der Ludwigs Niveau nicht erreichte. Im Angriff zeichneten sich namentlich die beiden Amateure-Leute C u t t i und Hierländer aus. Die Mitwirkung Hanels erwies sich als äußerst wertvoll. H ö ß fand an dem etwas matten E ck l keinen richtigen Abschluß. Die Ungarn tauschten noch vor der Pause ihren Mittelstürmer K o v a c s i durch S t o f f i a n, der am Vortage gegen Krakau eine gute Leistung geboten hatte, aus. Alles in allem war es ein Erfolg des offenen Professionalismus gegen die verfehlte Fußballpolitik Ungarns. Der Prager Schiedsrichter H e r i t e 8 leitete den Kampf in zufriedenstellender Weise. Die Mannschaften. Die Mannschaften spielten, wie folgt: Oesterreich: Aigner; Rainer, Blum; Kaller, Rasch, Ladwig (Schneider); Cutti, Hanel, Hierländer, Höß, Eckl. U n g a r n: Reinete (M. T. K.); Papp iE. T. C.), Tudas (Kispesti); Rebw (M. T. K.), Buza (U. T. E.), Nadler (M. T. K.); Toll) (F. T. C.), Takacs Masas), Kovacsi (33er), dann Stosstan, Spitz (Npnzeti), Kähut (F. T. C.). In der 40. Minute wurde Kovacsi, der der schlechteste Mann im ungarischen Slnigrisis war, lediglich ans diesem Grunde gegen Stoffian ausgewechselt. ■ Der Verlauf tzes Kampfes. Ungarn spielt gegen Wind und Sonne. Gleich nach Beginn rettet Blum. Weitere Angriffe rettet Aigner ruhig. In der 3. Minute geht ein Freistoß, von Hierländer getreten, knapp über die Latte. Durch Nadlers Fouls kommen die Oesterreicher in Front und in der 8. Minute gibt Hierländer, an Cutti ab, dessen Schuß wehrt Nemet« liegend nach vorne ab, Eckl erreicht aber den Ball und sendet unhaltbar ein. 1:0. Nun folgt, ein offenes Spiel, die Oesterreicher kommen jedoch immer mehr zur Geltung.; In der 17. Minute Ecke gegen Ungarn, Buza rettet. Beiderseits kommen nun die Fl ü gelle ule mehr zur Geltung, 'besonders Cutti und dann Kohout. In der 30. Minute wird Resch im Gedränge oberhalb des Auges leicht verletzt und verläßt das Spielfeld, kehrt aber nach zwei Minuten zurück. 33. Minute Ecke gegen Ungarn, die Oesterreicher sind jedoch abseits. Zwei Minuten später wieder Ecke gegen Ungarn, Rebro rettet. In der 43. Minute geht ein vorbildlicher Paß von Cutti zu Hanel, der stellt sich den Verteidigern Solo gegenüber, überspielt sic, stört, Remete kann den Ball zwar berühren, das Goal aber nicht mehr verhindern. 2:0. Seitenwechsel. Ungarn beginnt, Ecke gegen Oesterreich, Aigner hält brillant. 4. Minute Ecke gegen Ungarn, 9. Minute Ecke gegen Oesterreich. In der 10. Minute gibt es nach einer weiteren Ecke gegen Oesterreich etnett Vorstoß der Stürmer über das ganze Feld, Papp begeht einen Fehler, der Ball kommt zu Hanel, dieser gibt nach rechts ab und Cutti erzielt nach wunderschönem Schuß das dritte Goal. In der,16. Minute wird Cutti im Strafraum -gelegt, das Foul bleibt aber ungeahndet. Die Oesterreicher spielen nun auch schärfer und verschulden ebenfalls -einige Fouls. Oesterreich beschränkt sich nun auf das V-ertoidigungsspiel und hält das Resultat. In der 19. Minute Ecke gegen Ungarn, 25., 39., 41. Minute Ecken gegen Oesterreich, Aigner rettet in glänzender Manier. Zum Schluß kommen die Oesterreicher nochntals auf, beschränken sich aber darauf, ihr-e technische Uederlegenheit zu zeigen, ohne besonderen Wert auf weitere Treffererfolge zu iegen. Am Resultat wird nichts geändert. Zwei Teamspiele der Niedevösterreicher. Ei" Unentschieden und eine Niederlage. Die Auswahlmannschaft von Niederösterreich spielte Samstag und Sonntag gegen em Team der Bluidapester zweiten Klasse. Das Samstagspiel, das' in Atzgersdorf stattfand, wurde von den Ungarn 4:1 gewonnen, der gestrige Kampf, der in Wr.-Neustadt vor sich ging, endete 3:3 .(2:1 Ar Budapest). nnentMden. Kne Niederlage Hakoahs in Rew-dork. Ein amerikanisches Profiteam siegt 3*0. —- 40*000 Zuschauer. (Ei-Mdienst der „Wiener Morgenzeitung".) New-Aork, 1. Mai. Das zweite Spiel der jüdischen Mannschaft auf amerikanischem Boden endet« heute hier mit einer großen Ueberraschung. Entgegen der bei ihrem Debüt gezeigten prachtvollen Form mußten sich die Hakoahner von dem aus Professionalspielern der Vereine Grant und Indiana Floring zusammengesetzten Team eine unglückliche Niederlage gesalleri lassen. Die Wiener schienen durch die Empfangs- und Legrützungsfeierlichkeiten sowie durch Besichtigungen ermüdet zu sein. Dennoch bekamen die 4v.000 erschienene «Zuschauer von den Hakoahnern eine auf hoher Stufe befindliche Spielweise vorgeführt. Der zwar äußerst augenfällig, aber kraftlos arbeitende Hakoah-Sturm konnte sich gegen die hart spielende Verteidigung der Amerikaner, die eine Mannschaft von hoher europäischer Klasse stellten, nicht durchsetzen. Noch vor der Pause gelang es deu Amerikanern, einen Treffer zu erzielen. Wider Erwarten konnten die Hakoah-Spieler nicht nur nicht ausgleichen, sondern mußten noch zwei weitere Treffer in Kauf nehmen. Trotz dieser Schlappe wurden die Blau-Weitzen, bei denen sich Gold Eisenhoser besonders auszeichneten, lebhaft ak miert. Rapid in Prag erfolgreich. Gegen D. F. C. 2:2, gegen Slavia 1:0 gewonnen. Rapid beteiligte sich gestern und Samstag an dem großen Turnier der Vereine D. F. C, und Slavia mit ganz ausgezeichnetem Erfolg. Die Wiener spielten am ersten Tag gegen D. F. C. 2:2 (1:1) unentschieden. D. F. C. erzielte durch Bobor den eisten Treffer, doch kommen die Wiener bald stark auf und in der 26. Minute verschuldet Mährer in arger Bedrängnis ein Eigengoal, das den Ausgleich herbeisührt. Rach der Paust greift der D. F. C. mächtig an und Bvbo: kann seinen Verein neuerlich ln Fühmng bringen. Rapid gibt sich aber nicht geschlagen und die Mannschaft kämpfmit zäher Energie auf den Ausgleich, der ihr auch 6 Minuten vor Schluß durch einen schönen Schuß Hoffmanns gelingt. Gestern b-efiegte Rapid die Slav-ia 1:0 (1:0). Die Wiener traten mit.folgender Mannschaft an: Feigl; tSchramseis, Regnart; Richter, Madlrnayer, Ritsch; Wondral^ Budin, Hofstnann, Zach, Wessely. Slavia lieferte ein sehr mattes Spiel und konnte den Wienern keinen gleichwertigen Gegner abgeben. Im Tor der Slavia spielte der von Nuselsky ausgeborgte Srba. Rapid gefiel auch diesmal sehr gut, besonders die Läuferreihe überragte die des Gegners. Das einzige .Goal siel in der 18. Minute durch Wesiely, der auch der beste Stirrmer Rapids war. Simmering von Sparta 0:5 (0:1) geschlagen. Die Simmeringer lieferten ein unglückliches Spiel und hatten außerdem das Pech, durch den Schiedsrichter Kwittek auf das schwerste benachteiligt zu werden, da der Wettspielleiter zwei Qff-stde-Tore anerkannte und außerdem drei Hands -im Strafraum „übersah". Bei den Wienern waren Svsta und Kurz die besten Spieler. In der 16. Minute gab es einen Zusammenstoß zwischen Kurz und Perner, wbbei beide Spieler ausscheiden mußten. Als Ersatzleute sprangen Winter und Ka-da ein. Das erste Goal schoß Polaczek. Nach der Pause erhöhten Dvoraeek und Polaczek den Vorsprung der Prager. In der 33. Minute wurde Sesta nach einem Wortwechsel mit dem Schiedsrichter ausgeschlossen, Dvoraeek und Miclik stellten das Endresultat öo*. Die Amateure in Lawoch siegreich. 4:0 und 4:3. Der Wiener Amateur-Sp.-B. feierte an beiden Tagen seines Laibacher Gastspieles sichere Siege- Samstag siegten die Gäste gegen JMria 4:0 (3:0), wobei GeYe^, Sindelar^ Nausch und Klein die Tore erzielten. Sonntag spielten die Amateure bis zur Halbzeit noch glänzend und führten 3:0, dann fielen sie jedoch infolge Uebermüdung stark zurück, erreichten noch einen vierten Treffer und mußtm d>ann drei Treffer der Heimischen,ernstecken. Schlußresultat 4:3 fstr die Amateure. Die Torschüßen des zweiten Tages waren Kle»«. Schwartz und zwei Treffer erzielte Sindelar. Die Cricketer in Kladrro geschlagen. Der Wiener Sp.-K- .Cricketer war Gast d«r Sparta. (Kladno) und mußte eine ujnverdisnte -Niederlage von 3:1! - Toren in jtot nchnM.