Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2583 (3.5.1926)
- Date
- 1926-05-03
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2979076-2981549-2981670--26385-3014142- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
[pg!enr22j£2ä£sJ Wi en: Zum Abholen ln det Spedition, ll^Taborstr. 1-3* oder ln einer Verschleissteiia Trafik) monatl. o Schilling Strassenverkauf in W i e it durch die Kolporteure der Firma Q o I d sch m i e d, U Woll2eile 11 Mit Postversand iür Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling l s c h e c h o - S1 ow a k et: Mon. K 22. Jugo s I a wi e n: Mön. Din.60. Polen:Mon, 5 Zloty. Deutschland: Mon. Gm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 DISTXNMRftl S2xpr§ ym* ijn Täglich Vorstellungen um 8 Uhr 6.46 6.2 <achxuhtungen bet f r e I »- erhObungen Vorbehalten Rr. 2583 Wie». MMag. 3. Mal 1928 ■iiWMilWBBI England: Mon. 4 Schilling. Italien: Monatl* 18 Life: Rumänien: Mon. 170Lei. BulgariemMon.lOOLew«. Schweiz und das übrige Ausland monatlich Fres. 5 Redaktion. Administration Wien,ILTabonir.l Telephone: 44*0-38,43-3-18 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX., Universitätsstrasse 6-8 (Druckerei lg. Steinmann» Oesterreichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.69k 8. Jahrgang Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen find durch eir: vorangesetztes E gekennzeichnet. Russische Banken weigern sich, russisches Geld anzunehmen. Berlin, 2. Mai. Das „8-Uihr-AibenÄblatt" berichtet über die Aufdeckung großer Dschevivonetzfälschungen: Die Berliner und darüber hinaus die internationale Finanzwelt ist sosben durch die schwerwiegende Tatsache überrascht worden, daß die G e ld i u st itnte des russischen Staates im Auslande die eigene Währung nicht mehr in Zahlung nahmen. Die K r e d i tb a n k s ür d en O st e n, die in Berlin die Abwicklung der Geschäfte der russischen Union versieht, nimmt Tscherwouetzbeträge im Augenblicke nicht mehr als Zahlungsmittel an, sondern schreibt sie nur gut und läßt bis zur endgültigen Annahme jede einzelne Note erst in Moskau auf ihre Gültigkeit luchprüsin. Diese außerordentlich^radikale Maßnahme der Moskauer Regierung geht auf umfangreiche Fälschungen zurück, die in der neuen russischen Währung i m Ausla nd vorgenommen sein sollen. Die Regierung der Union wird ihre Maßnahme sofort rückgängig machen, wenn sie den Umfang und Charakter der Fälschungen festigest ellt haben wird und entsprechende Warnungen vor Fälschungen auch ins Ausland leiten kann. Kommnniftisch'sozialMche gusammenstöße. Warschau, 1. Mari. (P. T. A ) Zur Feier des 1. Mai haMN die -WarfcharreV sozialistischen Arbeiter einen grossen Zug unter Beteiligung von einigen tausend Arbeitern und Arbeiterinnen organisiert, der in voller Ordnung die Stadt durchzog, als er auf dem Wege plötzlich an verschiedenen Stellen von k o m m u n i st i s ch e n G r n ppen mit Waffen, Steinen und Revolverschiissen angegriffen wurde. Bei den Zusammenstößen wurden vier Personen getötet und zwanzig verwundet. In der Provinz verlief die Maifeier überall ohne Störung, ausgenommen in der Ortschaft Nowy Dwor, wo bei einem Zusammenstoß eine P e r s o n getötet und mehrere Personen verwundet wurden. Mehr als hundert Kommunisten, angeblich auch das Exekutivkomitee, sind verhaftet worden. Ruhiger Verlauf der Maifeier in Wien. Die Maifeier in Wien wurde in großem Umfange auf der Ringstraße abgehalten und verlief in vollkommener Ruhe und Ordnung. Ein Zwischenfall hat sich nirgends ereignet. Bürgermeister Seitz betonte in der Festrede, ldaß die Demonstration für den Achtstundentag, den Mieterschutz und den ewigen Frieden exfolge. Me ungarische ,.Pres?efmheiL". „Mag" eingestellt. Budapest, 1. Mai. (U. T. K. B.) Das Ministerium des Innern hat das weitere Erscheinen des politischen Mattes „Vila g" Ivegen seiner die innere Ordnung und Sicherheit sowie die Interessen der auswärtigen Politik des Landes gefährdenden Artikel von heute an verboten. In der Begründung des Verbotes heißt es: Das Matt hat in seiner Nuntnter vom 29. April an erster Stelle im Zusammenhänge mit den Millionennotenfülschnngen einen angeblich offiziellen Bericht der Wiener Polizei veröffentlicht, der n. a. die Ungarische Nationalbank beschuldigt, die Fälschungen begünstigt zu haben, indem sie ein Klischee zu Zwecken irredentistischer Propaganda zur Verfügung stellte, um die Slowakei zum bewaffneten Aufstande zu bewegen. Es wurde festgestellt, daß die Wiener Polizei den im „Vilag" veröffentlichten Bericht nicht ausgegeben und auch keinerlei. Mitteilung ähnlichen Inhaltes gemacht hat. Morgen früh sollen alle lebenswichtigen Betriebe ftillgrlegt werden. ganze» Lande. Rotznstand m London, 1. Mai. (Reuter.) Die Gewerkschaftskonferenz hat für Dienstag den Generalstreik in allen lebenswichtigen Betrieben, einschließlich des Transportgewerbes beschlossen, falls der Konflikt mit den Bergarbeitern nicht ibeigelegt fein würde. Dem Generalstreikbeschluß ist ein Beschluß fast aller Gewerkschaften vorausgegangen, dem Gewevkschaftsrate sämtliche Vollmachten zu erteile Der Streik wird sich auf bk Eisenbahnen, auf den Transport zu Wasser und zu Lande, de: Docks, die Setzer einschließlich der Zoitungssetzer, die Metallarbeiter, die Arbeiter der chemischen Fabriken und die Batmrbettejk, mit Ausnahme der beim Ban von Spitälern beschäftigten, erstrecken. Die Gewerkschaft der ElektrizMs- und GasarbeüÄr wird 'der Industrie den elektrischen Strom entziehen. Där Sanitätsdienst wird keine Unterbrechung erfahren. Die Versorgung mit Lebensmitteln und dar Gesundheitsdienst bleiben aufrecht. Die Gewerkschaften haben sich bereit erÄart, bei der gerechten Verteilung der Lebensmittel durch eine freiwillige Organisation rnitzulwirken. Proklamier«»« des Rotzustandes durch den Lond ö n, 1. ÄÄ. (Reuttt^ FnfÄ^ ÄS'Streiks der BerFarbeiter hat der König dw Notzustand erklärt. Eine Konsevenz der Delegierten per Bergjarboiter besetzte sich vormittags mit der in der gegenwärtigen Krise einzuschlagenden Politik. Eine zweite Konferenz, an der 400 Delegierte als Vertreter von fünf Millionen Arbeitern teilnahmen, die zwechundert Gewerkschaften von Eisenbahn-, Transportmiv Masch inenindustrie-arbeitcrn angehören, beschäftigte sich mit den Mitteln znr Untersttitzung der Bergarbeiter. Die Rvgiemng hat als Vorsichtsmaßnahme Truppen nach Wales, Laneashire und Schottland geschickt. MUttranfgerot. London, 1. Mai. (Router.) Die Regierung hat als Vorsichtsmatznahnie Truppen nach Wales, L«ttr<llshire und Schottlajnd geschickt. Eprrrnng der KMenausiühr. London, 1. Mai. (Reuter.) Sämtliche Häsin erhielten die Weisung, die Ausfuhr von Kohle zu unterbinden. Ten in See befindlichen Schiffen wurde drahtlos mitgeteilt, sie sollen zurückkehren. Rationierung von Kohle, Gas Md AettrizÜSt. London, 2. Mai. (Reuter.) Nach Beendigung der unter dem Vorsitz des Premierministers Baldwin abgehaltenen Konferenz, die bis 1 Uhr 30 Min. morgens währte, gab der Führer der Eisenbahner Thomas optimistische Erklärungen ab, in denen er der Hoffnung Ausdruck gab, daß die von Baldwin abgegebenen Erläuterungen neuerliche Verhandlungen am heutigen Tage ermöglichen würden. , Die Behörden haben eine Reihe von Maßnahmen' beschlossen, die aus eine beträchtliche Herabsetzung des Verbrauches von Kohle, Gas 'und Elektrizität abzielen. Aus Uebertretungen der "Lezüglrchen-VorschrifteN' sind-Gald,. und..GefänMiLstrafen gesetzt. Alle Depots' von Explosivstoffen werden streno überwacht. Mac Donald vermittelt. London, 2. Mar. Dhe NachmtttiajMtzmig des Genevoil» rates djesr Tvadje-Unton daiuierte solange, W die Besprechung zwischen den Regierungsmitglichetn und' den ArbÄtürvertvetern verschöbe» werden mußte. Gegen 4 Uhr vMietz der Führer tzsr Untechaus-Oppositiion, Mole Doniaild, das HAchtqncivtösr der Arbeibupattvi, offenbajr in einer vesonÄerm Mission. Man glckubt, daß vr gebeten wurde, zwischen der Regierung und dem Kongreß der Trash«!-Union sozusagen als Verüindnngsoffiziev zu hptgieM. Naher« 100 Hllnser vollständig abgebrannt. - Ueber zwei Millionen Krone« Schade». (Eigendiensi der „Wiener Morgenzeitung/0 dert Häuser vollständig e ir n g e-ä schert, wodurch Nikolsburg, 2. Mai. Die Brandkatastrophe, von der Nikolsburg neuerlich heimgcisucht wurde, entstand Ebenso wie her Riesenbrand -im Jahre 1924 im Judenvwrtel. Als Ursache des Brandes wurde fostge stellt , -daß in einem Hau-se beim A-trslassen von Schmalz das Fett ans den Herd überlies und so eine kleine Explosion entstand, die die ganze Wohnung iit wenigen Sekunden in Brand steckte. Der herrschende Wind sturm verbreitete das Feuer mit rasender Geschwindigkeit und im Nu standen ganze Häuserzeilen in Flammen. Von nah und fern eilten Feuerwehren herbei -und die gewaltige Ausdehnung des Brandes veranlaßte die Stadtgemeinde, sich um Hilfe anch an die niederösterreichischen Feuerwehren zu wenden. Tatsächlich rückten auch acht österreichische Feuerwehren an den Brandpl-.ch ab. Dem heroischen Kampfe der Feuerwehren gelang es, in einigen Stunden den Brand zunächst zu lokalisieren und um Mitternacht zum größten Teile auch zu löschen. Brandwachen blieben am Orte zurück und rückten erst gestern von Nitolsburg wieder ab. Bei den Löschavbeiten wurden vier Personen schwer, 36 Personen leicht verletzt. Soweit sich bisher überblicken läßt, wurden ungefähr h u nnahezn 200 Familien obdachlos wurden. Der größte Teil 'derselben wnride im fürstlich' Dietrichfteinschen Versorg,nngshaus und im P ia rii sie n kl öfter untergelbrocht. Ter angerichtete Schaden wich aus über zwei Milliouen Tschechenkrönen geschätzt. Die Prager Regierung hat sofort eine Notstandsaktion eingeleitet; sie hat mit der Aufstellung von zwei Notbtzvacken durch das Militär begonnen und vorläufig auch einen Betrag von 10 0.000 Kronen zur Milderung der großen Not zur Verfügung gestellt. In der Stadt wich djas Schicksal des Han-sis Quelle ngasse 9 v'ieffach als Wunder besprochen. Während in der gesamten Nachbarschaft des Hauses alle Gebäude plbgebrannt sind, ragt dieses Hans vollständig unversehrt ans der Brandstätte hervor. Dieses Hans, das ehemals die Grenze des alten jüdischen Ghettos bildete, trügt am Giebel des Daches ein großes „E re w". Als das Hans seinen Besitzer wechsilte, gelang es dem Landiesralbiner Beneby, -'bei dem neuen Besitzer djas Weiterblei'ben des Zeichens am Hause idurchzusitzen. Tatsächlich ist dieses Hans aus allen bisherigen Brandkatastrophen vollständig unversehrt hervorgegangen. f Wkluümn etc. I Im Warenhaus II 1111 11., Taborstrasse 48 Telephon 47-1-79 Go gros En debil