Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2581 (30.4.1926)
- Date
- 1926-04-30
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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jj Polen; 25 gioszyT Wien; ZumAbholen indct Expedition, Jl.,Taborstr. 1-3, oder in einer Verschleisstelle (Trafik) monatl. 6 Schilling Strassenverkaul in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmied, 1., Wollzeile 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling T s c h e c h o - S1 o w a k ei: Mon. K22. Jugoslawien: Mon.Din.60. Polen:Mon. 5Zloty. Deutschland: Mon. Gm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 ft ach Zahlungen bei Prell- Erhöhungen Vorbehalten Nr. 2581 rener HAGAR, DIETKNZERIN DDNjW WÜVD "Ijn UiMtH-Kioü Täglich Vorstellungen um : 5 Uhr 6.48 8.30 5 Uhr 6.48 8.30 orgmMimg Wim. Freitag. 80. April 1826 IPreis 20 gl England: Mon. 4 Schilling. Italien: Monatl. 18 Lire: Rumänien: Mon. 170 Lei. Bulgarien-Mon.lOOLew«, Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration: Wien, II. Taborstr. 1 Telephone: 44-0-38,43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX., Universitätsstrasse 6-8 (Druckerei lg. Steinmann) Oesterreichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.693 8. SofitflottB Ile Frieüensverhandlungen von Udschda gescheiten? Sie Franzosm und Svauier verlangen ultimativ Entscheidung. — „Friedlicher Vormarsch." (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung.") Paris, 29. April. Die Agence Habas berichtet aus Udschda, daß die Rifdelegierten die Ausführungsbestiminungen zu. den Friedensverträgen a b g e l e h n t haben. Unter diesen Umständen scheinen die beiderseitigen Ansichten miteinander unversöhnlich. Die spanische und französische Regierung haben gefordert, daß bis zum 1. Mai eine letzte Entscheidung getroffen werde. Auf das gestern vom General S i m o n mitgeteilte Verwaltungsstatut für das Rifgebiet haben heute die Risdelegicrten eine Antwort erteilt, die nach französischer Ansicht unbefriedigend ist. Damit ist der Konflikt zwischen den Friedensdelegationen ausgebrochen. Die Kabylen scheinen offensichtlich nicht geneigt zu sein, die ihnen diktierten Friedensbedingungen einfach zu akzeptieren. Der Sonderberichterstatter der Agentur Radio führt den Konflikt auf ein M i ß v e r st L n d n i s ^zurück,. das seit Beginn der Verhandlungen bestehe. Während nämlich die Kabylen sich militärisch für unbesiegt betrachten und daher über die Bedingungen auf dem Fuße der Gleichberechtigung zu verhandeln und sich das Recht vorzuvehalten wünschten, die ihnen vorgelegten Bedingungen anzunehmen oder abzulehnen, wollen die französische und die spanische Regierung sie als B e s i e g t e behandeln und ihnen die Bedingungen einfach aufzwingen. Daher wird die Wiederaufnahme der Feindseligkeiten vorausgesehcn. Nach einer Mitteilung des französischen Ministerpräsidiums sind die französischen Truppen in Marokko auf der ganzen Front „in einer ausgedehnten Vorwärtsbewegung zur Ablösung der von Abd el Krim abgcfallenen Stämme" begriffen. Im Zusammenhang mit dieser Bewegung und zu dem gleichen Zwecke hätten die' spanischen Truppen gestern an der Ostfront einen „friedlichen Vormarsch" angetreten und die Stellungen am £ e m m a r, einem Nebenfluß des Kert, besetzt, wodurch eine Verbindung zwischen dem spanischen Lager von Azib de Midar und dem kürzlich im Stammesgebiete der Serakane errichteten französischen Posten hergestellt wurde. Der Rifdelegierte A z e r k a n e hat zugegeben, daß Rifleute in das Gebiet des Stammes der Beni Mestara c i n g e d r u n g e n sind und hinter den f r a nzösi scheu Linien bei Uezzan Schützengräben aufgeworfen haben. Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. 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Trotzdem ist die Hoffnung, einen Ausweg aus den Schwierigkeiten zu finden, noch nicht ganz aufgegeben. Den offenen Bruch zwischen den Z e ch e n besitz e r n und den Bergarbeitern hat Premierminister B a l d w i n noch mit großer Mühe verhindern können. Die Unterstützung der Gewerkschaften. Nachmittags ist eine Delegiertenkonferenz, an der sich die Vertreter von 205 Gewerkschaften beteiligten, zusammengetreten, um die zwecks Unterst ü tz u n g der Bergleute zu befolgende Politik festzrtlegen. Die wichtigsten Gewerkschaften waren vertreten, darunter die Eise n b a h n c r, die L a st f u h r w e r k e r und die E l e k t r i z i t ä t s a r b e i t e r. Die Konferenz beschloß, die Bergleute im allgemeinen zu unterst ü tz e n, doch wurde bezüglich eines allgemeinen Streiks keine Entscheidung getroffen. Die englisch-türkischen Verhandlungen. Wese nt liche Fo rtsch ritte. London, 29. April. Nach Berichten der „Morningpost" sind die englisch-türkischen Verhandlungen in Angora erheblich fortgeschritten. In einer Anzahl von Punkten sowie in der ungefähren neuen G r e n z f ü hx u n g z w t f cf; c n d e r T ü rkei und dem M o s s u lgebiet ist im Prinzip ei n e R eget u n g zustandegekommen. Der endgültige Erfolg hängt von der Regelung der Rechte der t ü r k i s ch e n P e t r o l e u m k o inst a g n i e ab. Dieses Problem sei dadurch erschwert, daß hiebei auch andere ausländische Interessen mit hineinspielen. Die englische Regierung habe k.e ine E i n w e nd u u g gegen eine g e w i s s e Teilnahme der T ü rk e i an der Entwicklung der P e t r o l e u m f e ld e r i u Nt o s s u l. Mussolini in der Kammer. Rom, 29. April. Bei der heute erfolgten Wiedereröffnung der Kammer Ivar der Sitzungssaal überfüllt, die Tribünen von zahlreichen hohen Persönlichkeiten und dem diplomatischen Korps besetzt. Ter Eintritt des Ministerpräsiden'ten M u s s ol i n i iu den Saal ries eine frenetische Ovation hervor, die mehrere Minuten lang anhielt. Alle Deputierten und das Publikum auf den Tribünen erhoben sich. Kammerpräsident Casertano hielt eine Rede, in der er den Anschlag gegen Mussolini brandmarkte und betonte, daß Attentate gegen das kostbare Leben des großen Mannes, der die Geschicke Italiens lenke, nur eine Steigerung der verchrnngsvollen Ergebenheit des i-talienischen Volkes für ihn zur Folge lhabe. Gegenüber allen gegen dm Regierungschef gerichteten Drohungen und Beleidigungen sagte Casertano, muß wiederholt werden: Gott hat ihn uns gegeben, wehe dem, der ihtt -berührt! Ministerpräsident M ussolini erklärte: Die Episode, welche. die heutige Kundgebung verursachte, liegt schon lveit zurück und ich bin dessen überdrüssig, bloß daran zu denken. Ich selbst muß ja meinen Teil der Gefahr aus rnich nehmen und ich 'beabsichtige nicht, mich zu isolieren, mich einzuschließen und mich jeder Berührung mit der faszistischen Masse und dem italienischen Volk zu begeben. In keinem Fall aber wird der Faszismus sein Programm pre'isgeben, denn alles ist vorgesehen. Es ist nottrendig, daß man es hier und draußett wisse, denn der F a s z i s m u s wird f o r t f a h r e n, mit seiner H a n d von Eisen die Geschicke des italieu i s ch e n Volkes zu lenken. Die Worte Mussolinis wurden mit begeisterten Ovationen ausgenommen. Zer Kal!sat»kongreb. Aegypten verbietet die Einreise der Delegierten Abd el Keims. London. 29. April. Tie spanische Negierung hat öer ägyptischen Negierung die Abiicht Abd et Uri m s, zweiDelegierte zum.^atifatskongretz zu entsenden, mitgeteilt. Die ägyptische Regierung hat darauf erwidert, daß liemitdemKalifatskong r e ß n i ch t s zu tun habe, daß sie aber Anweisungen geben iverde, u in d i e E i n r e i s e von Vertretern A b d e l K r t m s zu verhindern. Besuch Dnumergues bei KSnlg Georg. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) London, 29. April. Präsident Do um erg ne hat eine E i n I a d u n g des K ü n r g 3 G e o r g, ihn mr Monat Juni inLondonzu besuchen, angenommen Doumergue, der vom Ministerpräsidenten Briand begleitet sein wird, wird am 22. Juni im Buckingham-Palast absteigen und bis zum 25. Juni in London verweilen. Das franzWche Budget angenommen. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Paris, 28. April. Die Kammer hat das Budget mit 393 gegen 151 Stimmen, der Senat mit 272 gegen 7 Stimmen endgültig angenommen. Die Budgetsummen sind mit 37.498,789.468 Franken Einnahmen und 37.338,369.202 Franken Ausgaben veranschlagt. Die. angeschlossenen Budgets belaufen sich auf 6.336,523.202 Franken für Einnahmen und Ausgaben. Eine Panamadebatte im ungarischen Parlament. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung") Budapest, 29. April. In der heutigen Sitzung der Nationalversammlung beschäftigte sich Abg. Ruppert mit verschiedenen Fragen und erklärte, die einzelnen Kartelle und T r u st s besitzen atls dem Grunde eine Macht, weil Abg eo r d n e te der Nationalversammlung in ihren Direktiou e n s i tz c n. Das heutige Regie r u n g s s y st e in begehe Panamas. Minister Baß, in energischem Tone zu Ruppert gewendet: Erheben Sie eine Anklage'? Antworten Sie offen. Abg. R u p P c r t: Der Herr Minister wird mich nicht terrorisieren. Minister Va ß: Sagen Sie, ob Sie Ihre Behauptung aufrechterhalten. Graf Hohos (dazwisck-enrufend): Warum stehen Sie für Ihre Behauptungen nicht ein? Abg. Ruppert: Jeder Abgeordnete ist ein Panamist, der Direktionsmitglied eines wirtschrfilichen Unternchmens ist. Minister Baß: Also, Sie halten Ihre Anklage bezüglich des Panama aufrecht? Wir werden darüber noch abrechnen. Besonders bl i g er in Stoffen, Seide. FriiltlinflsOkkasionsVerkauirSf: nn il., Taborstrasse 48 §11| Telephon 47-1-79 En gros En detail