Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2580 (29.4.1926)
- Date
- 1926-04-29
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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I Polen; »gitr^vT Wien: ^um Abholen in der Expedition, 11., Taborstr. 1-3, oder in einerVerschleisstelle (Trafik) monatl. 6 Schilling Strassenverkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma Gol d sch mied, 1„ Wollzeile 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling 1 schecho-Slowakel; Mon, K22. Jugoslawien: Mon. Din. 60. Polen: Mon, 5Zloty. Deutschland: Mon. Gm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 ‘'facbzahlangen bei Preiscrhßhungen ▼orbehalien OHRMMMI HAGAR i DIITXNZBRIh 03KPM würo izn ILMOS-U-KillO Tiglieh Vorstellungen um Wiener m I Täglich Vorstellungen um : | JL |sühr 0.4B a.ao| orgen;eltung preis 20 a England: Mon. 4 Schilling. Italien: Monatl. 18 Lite: Rumänien: Mon. 170 Lei. Bulgarien :Mon.l00Lewa, Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. ä Redaktion, Administration; Wien, 11. Taborstr. 1 Telephone: 44-0^38, 43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX., Universitätsstrasse 6-8 (Druckerei lg. Steinmann) Oesterreichisches Postsparkassen - Konto Nr. 150.693 Nr. 2580 Wien. Donnerstag. 29. Avril 1926 8. Jahrgang khamberlaln über dm deuM-ruUchen Lertmg. Sie englischen Vorbehalte. — Seutschlands Eintritt in den Völkerbund. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung.") London, 28. April. Im Unterhaus fragte Oberst Wedgwood, ob die englische Regierung sich irgendwie der Auffassung des tschechoslowakischen Außenministers Dr. Bene sch anschließe, daß die Locarno-Mächte berechtigt seien, von der deutschen Regierung zu verlarrgen, daß sie keine N e u t r a l i t ä t s v e r p s l i chtung gegenüber Rußland eingehe, die mit ihren künftigen Verpflichtungen ans Artikel 16 der Völkerbundsatzung in Widerspruch stehen könnte. C h a m b e r l a i n erwiderte, die englische Regierung habe bei der Erhebung von Vorst e llungen gegenüber Deutschland wegen des deutsch-russischen Vertrages nicht im Einvernehmen mit einer anderen Regierung gehandelt. Wie er bereits in seiner Beantwortung einer Anfrage vom 21. d. festgestellt habe, seien von der deutschen Regierung Zusi ch ernngen gemacht worden, daß der deutsch-russische Vertrag mit der Völkerbundfatzung nicht unvereinbar sein werde, und er habe den Bot s ch a f t er i n Verl in beauftragt, die deutsche Regierung, von der großen Bedeutung in Kenntnis zu setzen, die England diesem P nn kt e. n o t we n di g e r s se. " . Aus eine weitere Anfrage des Abgeordneten Wedgw v o d, ob Chamberlain dem Hause sagen könne, aus welchen Gründen sich die c n g l i s ch e Negierung der A u f f a s s u n g D r. Benes ch' nicht a nschließe, erwiderte Chamberlain verneinend. „Der Text des Vertrages und des Notenwechsels", sagte er,' „liegt jetzt vor, aber ich habe noch nicht die Zelt gehabt, die Schriftstücke mit der erforderlichen Sorgfalt zu prüfen, und ich möchte erst aus Grund eines eingehenden Studiums meine Meinung darüber äußern. Andererseits habe ich es mit Rücksicht'auf die von der deutschen Regierung gemachten Zusicherungen nicht für notwendig gehalten, außer den hier erwähnten weitere Vorstellungen ' zu machen, und ich wurde auch-von, anderer Seite nicht dazu aufgefordert." Auf eine weitere Anfrage erklärte Außenminister Chamberlain, das Hauptziel des englischen Vertreters Leim Wiederzusammentritt, des Völkerbundrates werde sein, die Zulassung Deutschlands unter Gewährung eines ständigen Ratssitzes - herbeizuführcu. Der englische Vertreter werde sich ganz allgemein an die Instruktionen zu halten haben, die Ui der letzten Session ihm, dem Minister selbst und Si * Rodert Cecil, erteilt worden. Angesichts der in der.Märztagung gefchassenen neuen . Lage, werde aber Großbritannien zu der neuen.Ratssession üntdr Befreiung'von hüWMerWichtstngen^'ßegerkWer et* waigen Forderungen anderer Mächte gehen. Persien verlangt eiuen ständigen Ratssttz. -Paris, 28. April. Der „Jntransigeant" meldet aus englischer Quelle, daß Persien einen ständigen Sitz im' Völkerbündrat beanspruchen werde. ' In» redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitieilunge» sind durch ein vorangefetztrs E gekennzeichnet. Skrztznski demissioniert am 4. Mai. Keine Annahme einer Wiedevbetraunng. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Warschau. 28. April. Wie bereits berichtet, hat Ministerpräsident Skrzynski mit den Vertretern der einzelnen parlamentari'chen Fraktionen Verhandlungen über eine eventuelle Erweiterung der Regierungskoalition angebahnt. Die Vertreter der Linksparteien sowie deS jüdischen K l u b S erklärten sich g eg e n e i n e Zusammenarbeit mitdem Ministerpräsidenten, solange als das gegenwärtige Kabinett nicht seine Demission gegeben habe. Im Gespräche mit dem Führer des Arbeiterklubs. Abgeordneten T h u g u t, und dem Führer der Bauernpartei, Abgeordneten D o m b s k i, erklärte Ministerpräsident SkrzynSki er werde am Dienstag den 4 Mai dem Präsidenten der Republik neuerlich die G e s a m t d e m i s s i o n des Kabinetts überreichen. Eine e v e n t u e l l e W i e d erbetrau ung milder 8k abin ettsbil düng werde er a b l e h n e n. __ Sie englische Ko-lenttife. Noch kein Ausweg. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung") London, 28. April. Drei Tage vor der Einstellung der staatl'chen Unterstützung für die Kohlenin>dustrie hat die Krise tat Kohle n berg bau rroch nichts von ihrer Schärfe v e r l o r c n. Die wiederholten V e r m ittlungsversuche des Premierministers haben bisher kein greifbares Ergebnis, gezeitigt, abgesehen davon, daß er die beiden Parteien zur Wiederaufnahme der Verhandlungen zu bewegen vermochte. Der Generalsekretär der Bergarbeitergewechchaiften Cook erklärte heute Pressevertretern, daß bisher kein F o r t s ch r i t t in der Belegung des Konfliktes erzielt worden sei. Baldwin setzt seine Besprechungen mir den Vertretern der Grubenbesitzer und der Bergarbeiter fort. Die Kammerwahlen iy Rumänien. Kooperation des demokratischen Blocks mit den Juden. (Eigendicnst der „Wiener Morgenzeitung".) Bukarest, 28. April. Das AnitMatt „Monitorul Official" veröffentlicht das königliche Dekret über die Ausschreibung der Neuwahlen für die Kammer und den Senat. Die Wahlen in die Kammer sind im ganzen Lande für den 28. Mai anberaumt, während die Wahlen in den Senat an zwei Tagen durchgeführt werden. Am 28. Mai, gleichzeitig mit den Abgeordnetemvahlen, finden die allgemeinen Senatorenwahlen statt; hingegen rverden die verschiedenen Fachrammern und Universitäten am 30. Mai ihre Vertreter in den Senat wählen. Das neu gewählte Parlament wird am 26. Juni zur ersten Sitzung zusammentreten. Dieser Tage fand in der Wohnung Michael P o p ov i c s' unter Teilnahme Man ins eine Beratung der Führer des demokratischen Blocks statt, in welcher die Bedingungen formuliert wurden, unter denen der demokratische Block zu einer Kooperation mit dein jüdischen bereit wäre. Der Inhalt dieser Bedingungen wurde vorläufig nicht besanntgegeben und bildet gegenwärtig den Gegenstand von Beratungen innerhalb des jüdischen Wahlblocks. Dir kinnahme von Sneida. Paris, 28.. April. (Tel.-Komp.) Nach einer Meldung Der Agence Radio aus B e i r u t betragen die Verluste der <m den Kämpfen um Sueida beteiligten elf französischen Bataillone 80 Tote und 27 0 Verletzte. Die Verluste der Drusen werden auf et»va 1500 Tote und Verwundere geschätzt. Die öot&etetlenöe Welttvirtschastskonserenz. mit Arbeiten der Kommission. — Bildung dreier Unterkomitees. (Eigendieust der „Wiener Morgenzeituug".) Genf, 28. April. Der Präsident der BölEerbundkommission, für die Vorbereitung der internationalen Wirtschaftskonferenz, T h e u n i s, gab heute nachmittags in öffentlicher Sitzung ein Expose über die bisherigen Arbeiten der Kommission. Die Kommission habe in den Beratungen von Montag und Dienstag Gelegenheit gehabt, die Ansichten der Mehrheit ihrer Mitglieder über die zur Diskrission stehenden Fragen anzuhören. Trotzdem die einzelnen Konferenzteilnehmer ganz verschiedene Interessen vertreten und aus verschiedenen' Ländern stammen, sei eine aufrichtige Aussprache zustande gekommen. Theunis fügte hinzu, daß die künftigen Arbeiten der Kommission sich hauptsächlich in folgenden zwei Richtungen bewegen würden: 1. Zur Herbeischaffung und Sichtung des Aiaterials für die Feststellung der gegenwärtigen Lage der verschiedenen Zweige des Wirtschaftslebens (Dokumentation). 2. Festsetzung des eigentlichen Programms und des Reglements der künftigen Wirtschaft s k o n f e x c n z, die sehr wahrscheinlich nicht nur eine, sondern mehrere Sessionen werde abhalten müssen. Das vorbereitende Wirtschaftskomitee hat drei Unterkomitees gebildet, die aus je 12 Mitgliedern bestehen. Das erste K o m i r e e (P r o d u k t i o n s s r a g e n) hat den Italiener B e l l o n i zum Präsidenten gewählt. Das zweite K o m i t e e (R a t i o n a l i s i e r u n g der Produktion) wird voll' H v d a c (Tschechoslvivakei) präsidiert, das d r i t t e Komitee (Tariffrage n) von dem amerikanischen Professor der Nationalökonomie Aoung. Prinz Windischgriitz wird nicht enthaftet. Eine Aktion der L^itimisten. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Budapest, 28. April. Die legitimistrschen Abgeordneten unter.Führung des Grasen Julius Andrassy bereiten seit einiger Zeit eine Mion vor, 'um vom Justizminist'er die Enthaftung de s P r i nz e n W i n d i s ch g r ä tz Mit Rücksicht auf dessen erschütterten Gesundheitszustand durchzusetzen. Da der Justizmimster zwei Wochen unpäßlich war und erst heute im Parlament erschien, konnte die legitimistische Aktion erst heute beginnen. Graf Andrassy suchte.den Justizminister Pesthy auf und konferierte mit ihm eine halbe Stunde lang. Wie ■ verlautet, haben die Besprechungen Andrassys mit dem Justizminister keinen Erfolg gehabt. Justizminister Pesthy beharrte auf dem Standpunkt, daß Windischgrätz nicht auf freien Fuß gesetzt werden könne, da er nach ungarischem Gesetz, eine Gefängnisstrase von fünf bis zehn Jahren zu gewärtigen habe. Die Fememorde. Berlin, 28. April. Der Femeuttterfuchungsausschuß des Reichstages hielt heute wieder eine Ätzung ab. Dem Ausschuß ist ein Schreiben des „Werwolf" zugegangen, worin diese Organisation es als „ungeheure Beleidigung" erklärt, in die Fem e m o rdu n t e rs u ch u n g e i n bez o g e n zu werden. Aus der Tagesordnung stand die Untersuchung des Falles der Ermordung des Studenten Bauer aus Rostock, der der Organisation Blücherbund in München angehört hat und im März 1923 von einem Mitglied dieser Organisation, dem ' ©tu» denten Blindau, erschossen.worden ist, weil er angeblich Verrat geübt haben soll.. Das Volksgericht hat Blindau zum Tode verurteilt, , Der Untersuchungsausschuß des Reichstages wird nunmehr durch Vernehmung von Zeugen klarzustellen versuchen, ob eS.sich in DLinchen um eine Femeorganisation gehandelt habe. mr Besonders billiger Friihllnss Okkasions Verkauf In Stoffen, Seide, Waschbaren etc, im Warenhaus 11., Tahorstrasse 48 Tclephoa47*l»79 En gros En detail