Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2578 (27.4.1926)
- Date
- 1926-04-27
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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1 Wien: Zum Abholen in det Expedition, fiLTaberstt. 1-3, oder in einet venehleisstelfe (Trafik) tnonatl. 6 Schilling Strasscnverkaul in Wien durch die Kolporteure der Firma Qo 1 dsehmied, 1, Wollzeile 11 Mit postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling f schecho-Slowakeh Mon. K 22. Jugoslawien: Mon,Din.60. Polen:Mon, öZloty. Deutschland: Mon. Om. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 NtthttlUaitien bei P t«t - erhOhangeii Vorbehalte# Wiener HAOAR. DIBTXNZfiRlfi V2rtpr^ yxm ijn Täglich Vorstellungen um: oxamian Engl and: Mon. 4 Schillin*. Italien*. Monati. 18 Lite. Rumänien: Mon. 170Lei. Bulgarien tMon.lOOLewt. Schweiz und das fibrigc Ausland monatlich Frcs. L Redaktion, Administration; Wien, U. Taborstr. 1 Telephone: 44-0-38,43*3-19 Ab 6 Uhr f 21-102, 25-2^2 IX., Universitätsstrasse 6-8 (Druckerei kg. Steinmann) Oesterreichisches Postsparkassen-Konto Nt. 150.69B «r. 2978 Wien. tomtag. 27. April 1826 8. Jahrgang Der deutsch-ruMe «ertrag. Der Wortlaut. — «ui die Lauer da« Kai Jahren abgeschloffea. Im redaktionelle« Teil enthaltene entgettNche Mit« ietlnngen find durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. «SS------- VS'.— "-. ..!!■■'.' l,lISLlBllll,1 'I Re zionWche Kampagne in Amerika. New-Aork, 25. April. (I. L. A.) Das Komitee für den Fünf-Millionen-Dollar-Drtve zugunsten der zionistischen Institutionen hat bekanntlich für Nsw-Aovk ein Kontingent von 1,600.000 Dollar festgesetzt. Bis heute halben die Juden Rew- Aovks ans diese Summe bereits 1,400.000 Dollar aufgebracht. Die Kampagne begann am 17. Jänner und sollte das ganze Jahr dauern. Am 20. d. fand im Hotel Astor ein Bankett statt, welches von Louis Lipsky, Vorsitzender der Zionistischen.Organisation Amerikas, geleitet wltrde. Ansprachen hielten Nathan Strang, Ch. N. fötal i k, Dr. Schmarja Lew in, Rabbi Stephen S. Wise, Benjamin Winter und.der Leiter des Drives Einanuel Reumann. Morris A. Zeldkn, der die Kampagne in Nsiv-Awk leitet, führte aus, das Resultat der Neiw-Aorker Kampagne, die 'ik drei Monaten 1,400.000 Dollar, einschließlich 260.000 Dollar für spezielle Fonds, erbracht hat, bedeute einen ungeheuren Fortschritt; die Dumme übersteigt die Eingänge des gakzen Jahres 1925 unt 75 Prozent. Emarmel Neumann eeilte mit, die aus allen Derlen Amerikas einlaufenden Berichte erweisen, daß überall die Fortschritte denen Nekv-Nnks verhältnismäßig gleichkommen. Malik in Chikayo. Chikago. 24. Zlpvil (I. T. A.) Zu Ehren des großen hebräischen Dichters Chaim Nachman Bialik fand ein Diner statt, dem. etwa 400 führende Juden EhikagvS beiwohnten. Nach eitler Ansprache Bialiks wurden. 80.000 Dollar zugunsten des zionistischen Drives gespendet. Bisher haben die Inden Chicagos 200.000 Dollar beiigeträgen. Die Quote für Chikago beträgt 500.000 Dollar. Wahlen zum arnevikanisch-jüdischerr Kongreß. New-Iork, 24. April. (I. T. A.) Das Administrativkomitee des Amerikanisch-jüdischen Kongresses schrieb die Neuwahlen für den Kongreß auS. Jede jüdische Gemeinde in den Bereinigten Staaten hat das Recht, einen Dslegierten zir entsenden. Größere Gemeinden entsenden mehrere Delegirte. Die Stadt New-Aork wird in 16 Wchldistrikte eirvgeteilt und wählt insgesamt 100 Delegierte. Der gegenwärtige Kongreß wurde 1923. gewählt. Seine Geltungsdauer laust im Oktober dieses Jahves ab. Zn diesem Zeitpunkt soll der neue Kongreß zusamwentreten. Berlin, 26. .April. (Wolfs.) Der zwischen Deutschland und Rußland in Berlin abgeschlossene, von Außenminister Dr. Stresemann und Botschafter Krestinskh Unterzeichnete Vertrag, enthält vier A r t i k e l n, die folgenden Wortlaut haben: Artikel 1: Die G r u n d l a g e d e r B e Ziehungen zwischen D e u 1 s ch l a n d und der U n i o n der sozialistischen Sowjetrepubliken bleibt der Vertrag von Rapallo. Die deutsche Regierung, wie die Regierung der Union der sozialistischen Sowjetrepubliken werden in fr e u n d s ch a f tl ich er Fühlung miteinander bleiben, um über alle, ihre beiden Länder gemeinsam berührenden Fragen politischer und wirtschaftlicher Art eine Verständigung herbeizuführen. Artikel 2: Sollte einer der vertragsschließenden Teile trotz stiedlichen Verhaltens voneinerdritteu Macht oder von mehreren dritten Machten angegriffen werden, so wird der andere vertragsschließende Teil wahrend der ganzen Dauer des Konfliktes Neutralität beobachten. Artikel 3: Sollte aus Anlaß eines Konfliktes der in Artikel 2 erwähnten Art oder auch zu einer Zeit, in der sich keiner der Vertragsschließenden Teile in kriegerischen Verwicklungen befindet, zwischen -ritten Möchten eine Mqalition zu dem Zwecke geschlossen werden, IWtz Mew der vertragsschließenden: Teile einen wirtschaftlichen oder finanziellen Bohkslt zu verhangen, so wird sich der andere vertragsschließende Teil einer solchen Koalition nicht anschließen. Artikel 4: Der Vertrag soll ratif!ziert und die Ratisizierungsmknnden sollen in Berlin ausgetauscht werden. Der Vertrag tritt mit dem Austausch der Ratifiziernngsurkunden in Kraft und gilt für die Dauervon f ü »f I a h r e n. Die beiden vertragsschließenden Teile werden sich rechtzeitig vor Ablauf dieser Frist über die Weitere Gestaltung ihrer politischen Beziehungen verständigen. Dem Vertrage ist ein Notenwechsel zwischen Botschafter Krestinsky und Dr. Stresemann beigefiigi, in dem beiderseits betont wird, daß' 8er Vertrag wesentlich zu der Erhaltung des allgemeine» Friedens 'betragen wird und daß die beiden Regierungen es für zweckmäßig halten, alsbald in Erörterungen über den Abschluß eines allgemeinen Vertrages zur friedlichen Lösung der zwischen den beiden Teilen etwa entstehenden Konflikte einzutreten, wobei insbesondere die Möglichkeit des Mdsgerichüichm Verfahrens und des Vergleichsverfahrens 'berücksichtigt werden sollen. In der Note Dr. Strafe man ns wird tveiters erklärt, .daß die beiden Regierungen auch die grundsätzlichen Fragen erörtert haben, die mit dem Eintritt DentfchLmds in den Völkerbund Zusammenhängen. Die deutsche Regiemng sei überzeugt, daß die Zugehörigkeit Deutschlands zum Bölkerbun d kein Hindernis für die freundschaftliche Entwicklung der Beziehungen zwischen Dewtfchfonh und der Union der sozialistischen Sowjetrepubliken bilden kann. Sollten, was die deutsche Regierung nicht annimmt, im Rahmen des Völkerbundes irgendwann etwa Bestrebungen hervortreten, bxc. im ■ Widerspruch mit seiner grundlegenden Friedensidee einseitig gegen die Union der sozialistischen SowjewepMiken gerichtet waren, so würde Deutschland derartige» Bestrebungen ml fr al I em Ng chdruck - e ntgegenwirken. Nach Artikel 16 und '17 der VMrbundsatzung . käme ein' Sdnktionsverfahren gegen die Union der Sowjetrepubliken, abgeschen vonweiteren Voraussetzungen, nur dann in. Betracht, tmnn die Union der Sowjetrepubliken einen Angriffskrieg gegen einen dritten Staat eröffnet. Dabei ist zu berücksichtigen, daß die Frage, ob die Union der sozialistischen Republiken bei einem bewaffneten Konflikt mit einem dritten Staate -er Angreifer ist, mit bindender Wirkung für Deutschland NM mit dessen etzener Zustimmung entschieden werden könnte und daß daher in dieser Hinsicht etwa von anderen Mächten gegen die Union der sozialistischen Sowjetrepubliken erhobene, nach deutscher Ansicht nicht berechtigte Beschuldigungen-Deutschland nicht zwinge n würden, an irgend - welchen auf Grund des Artikels 16 eingeleiteten Maßnahmen teilzunehmen. Die Friedensverhandlungen in Udschda. Eine Forst vis zum 1. Mai. Udschda, 26. April. (Havas.) Amtlich wird bekanntgegeben, daß die Verhandlungen zwischen der französischen und der spanischen Abordnung einerseits und der Risabordnung andererseits heute abends auf Grund der am 11. d. dem Rifminister Li Mohamed Azerkane zur Kenntnis gebrachten Bedingungen beginnen. Die französische und die spanische Regierung haben beschlossen, die Verhandlungen in Udschda bis 1. Mai zu erstrecken. Wenn bis dahin eine Vereinbarung nicht zu st an de kommen sollte, würde sogleich die Offensive beginnen. Lar englische Budget. London, 26. April. (Tel.-Komp.) Im U-ntechaust brachte heute nachmittags SchatzkanAer Churchill den Budgeworanschlag em. Der Voranschlag für das Jahr 1926-27 schließt in den Ausgaben mit 812,600.000 und in den Einnahmen mit 804,700.000 Pfund,: hat also ein Defizit von 7,900.000 Pfund. Churchill kündigte an, daß die von der Reaiermvg gewissen Industrien gewährten finanziel len Erleichterungen im wichsten Jahve nicht erneuert werden sollen, da die strengste Spa rpolit i k ^befolgt werden soll. Dir Welttvirtschaftskoukerenr. Tagung des Wölkerbundnusschusses. Genf, 26. April. Der vont VöAerbundrat einberusene Ausschuß zur Vorbereitung der Weltwirtschaftskonferenz ist heute zu seiner konstituierenden Sitzung zusammengetreten und hat zunächst den belgischen Senator T h e u n i s zu -seinem Vizepräsidenten gewählt, der an Stelle des vom Völkerbundrat ernannten, äber durch Krankheit verhinderten Präsidenten Gustav Ador (Schweiz) die Arbeiten des Ausschusses leiten wird. Dem'Ausschuß gehören 38 Mitglieder an, die 2 3 Staaten vertreten. Theunis ließ zu Beginn der öffentlichen Sitzung eine Rede des Präsidenten. Ador verlesen, in der unter Berufung auf die Beschlüsse der BölkevbnndversammlU'Ng und 'des BöÄerbundrates vom September 1925 die Aufgaben der Kommission in großen. Zügen dargelegt wevden. Nachmittags befaßte sich der Aus- ' schuß in nichtöffentlicher Sitzung mit dem Arbeitsprogramm. Wiederaufnahme der deatsch-polnischen Verhandlungen. Am LI. MM. Warschau, 26. April. Die. deutsche. Regierung hat der Polnischen Regierung die Wiederaufnahme der Berhattdlungen betreffend ein polnisch-deutsches Handel süb er e inkommen für den 21. Ma i vor¬ Me rumSnischeu Neuwahlen. Bukarest, 26. April. (Orienb-Radio.). Das Amtsblatt verüffeEcht ein Dekret, M welchem die Mahlen für >die Kammer ans den 25. Mai, die in den Senat auf den 28. Mai anberaumt werden; das neugewählte Parlament wird für den 25. Juni einberufen. 8in Jude im neneu rumünilchen Kabinett. Bukarest, 23. April. (I. T. A.) Der neuen Regierung Ä v e r e s e u gehört auch ein Jude,, der hervorragende Ingenieur Jaroslovici, als Bizeminkster für Industrie an. Ihm untersteht insbesondere das Gruibenwssen. Jarosloviei, der der erste Jude in einem rumänischen Kabinett ist, nahm bis jetzt keinerlei Anteil an jüdischen Angelegenheiten. Sie innervollttsche Steife in Jugoslawien. Belgrad, 26. April. Der Hauptaüsschuß der radikalen Partei hat mit 46 gegen 25 Stimmen die Ausschließung des früheren Präsidenten der Skupschtina, Ljuba Joban o.vie, aus der. radikalen Partei beschlossen. Die FolKn dieser Ansschließnng des zweiten Führers der Radikalen aus der Partei lassen sich noch nicht äbschen. Man erwartet allgemein die Demission der Regierung Uzunobie, da es ihr unter den durch die heutige Abstimmung geschaffenen Verhältnissen kaum möglich sein wird, eine Mehrheit in der Skupschtina zu gewinnen. Die Entscheidung dnpfte am 5. Mai beim Wiederzusammentritt des Parlaments fallen. geschlagen. Besonders billiger - -.~ BrfliterSctiiflinann II., Taborstrasse 48 Telephon 47-1-79 Engrot En detail l )\ t B1::1/..::C