Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2577 (26.4.1926)
- Date
- 1926-04-26
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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unöüjn I Polen; aSfliouyl Wien. Zum Abholen in del Expedition, II., Taborstr. 1*3, oder in einerVersehleisstelie Trafik) monatl. ö Schilling Strassenverkaul in Wien durch die Kolporteure der Firma Ool da eh mied, U Wollseile 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 6 Schilling 1 schecho-SIowakei: Mon.K22. Jugoslawien: Mon. Din. 60. Polen: Mon. 5Zloty. Deutschland: Mon. Om. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 > ach tahlttnßen hei Freit» •rhöhani'cn »orbthtll«« Nr. 2577 Wiener orgenMuna England: Mon.4Sehfl8ng. Halten: Monatl. 18 LH«! Rumänien: Mon, 190Lei. Bai garten rMon.1wLsM. Schweiz and des Otafee Ausland monatlich Frei. 5 Redaktion, Administration: Wien, tL Tabonir« 1 Telephone: 44-0*38,48-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 38*2-82 IX., Univeraitätsstrasae 6-8 (Druckerei lg. Steinmann) mmammmmmmmtammmmamm Me». Montag. 26. April 1926 Oesterreichlsches Postsparkassen-Konto Nr. 150.696 mmmamammmmm 8. gahrgan« Sensationeller Sieg Sakoahs in Amerika. Sie mmt ~~ " ■ m'rni das New'Vorker Seam 4:0 (0:0). Priistdent Soolidge und der New-Borker Bürgermeister auf der Ehrentribüne. 25.006 Zuschauer. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung.") New-Dork, 25. April. Mit allen Anzeichen einer großen Sensation ging hier heute das mit Spannung erwartete erste Spiel des Fußballmeisters von Oesterreich, der jüdischen Mannschaft Hakorch aus Men, vonstatten. Dije Vervnstaktung, die auf dem populären Platze Pologrounds stattsand, gestaltete sich außer ihrer sportlichen Bedeutung zu einem gesellschaftlichen Ereignis allerersten Range?. Außer dem Präsidenten Coolidge und dem Bürgermeister New-Jorks, Mr. Walker, und vielen Vertretern des diplomatischen Korps waren, die hervorragendsten Persönlichkeiten der New-Jorker Gesellschaft, darunter Abordnungen sämtlicher jüdischen Korporationen vertreten. In der Geschichte des amerikanischen Sportes steht der heutige Tag einzig da und bedeutet zweifellos einen verheißungsvollen Wendepunkt in der Entwicklung des h i e f i g e n F u ß v a l lsportes. Schon dadurch Mein hat sich die 3Mn>er jüdische Mannschast durch ihr AufMen das größte Verdienst' erworben. 2 5.0 0 0 Zuschauer umsäümten das tadellose, die norwvailen Fußballmaße aufwsifende Spielfeld. Dieser für hibsigp FuAallverhältnisse erzielte Rekord wäre zweifellos noch höher auSgesttllen, wenn nicht der r egnerrschtrübe Tag viele vom Besuche absehalten hätte. Stürmisch begrüßt, betraten die Haikoahner in ihrer bekannSen blciu^vÄtzen Drnß mit dem M«Wn Dawid das Sprelstld. Nach dm Begrüßungsansprachen, die sich sehr herzlich gsstaltetcn, begainn das Spiel.. Ein st -2 r k e s S t 8 d 1 c t c a m New-Aorks stellte sich den Wienern. Xk New-Aorker, die seine außerordentlich starke Mannschaft stellten, begann«: das Spiel im schnellsten Tempo, wodurch sich das Match die ganze Zeit hindurch sehr s ch a r s gostalttete. Die Wiener begannen etwas verhalten und fanden sich gegen Ende 8er ersten Hälfte, die torlos endete, immer mehr und mehr. Nach d r P a u s e Legten sie mächtig los und erzielten in gleichmäWm Intervallen durch Nenfokb, Häusler, Grünwiald und Wort, mann ihre Treffer. Das Publikum entzückte sich an den glänzenden Darbietungen der Hakoahner, die alle ihre technischen, und taktischen Kunststücke zum besten gaben. Als das Spiel zu Ende Ivar, wurde der jüdischen Mannschaft begeisterter Jubel zuteil. Das großartige Debüt Hakoahs ist ein glanzender Auftakt für die weiteren Spiele. Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. Sneida von dm Franzosen erobert. Beirut, 25. April. (Havas.) Die französischen Truppen haben nach seiHsstündigem Kampfe Sneida eingenommen. Ter dentsch-rnssische Vertrag. Berlin, 25. Apr'.l. (Wolfs.) Zu dem deutsch-russischen Vertrag erfahren das „Berliner Tageblatt" und der „Lokalanzeiger", daß sich beide Staaten in dem Vertrag gegenseitige Neutralität für jeden Angriff zusichern, der nicht von einer der beiden Parteien herbeigeführt ist. Die Neutralität bezieht sich auf jede Form wirtschaftlicher Kriegführung. Das im Rapallo-Vertrag vereinbarte deutsch-ruffische Freundschaftsverhältnis soll durch Förderung der gegenseitigen wirtschaftlichen Beziehungen bekräftigt werden. Zum Ausgleich von Schwierigkeiten ist die Bildung einer Schiedsinstanz vereinbart worden. In der Anlage werden die einzelnen Vertragsbestimmungen erlänteri. In dem beigefügten Notenwechsel wird auf die Bedeutung des Artikels 16 des Völkerbundstatuts eingegangen. Dies geschieht, wie das „Tageblatt" berichtet, in einer Form, die sich nicht von den von deutscher Seite bereits abgegebenen Erklärungen unterscheidet. Wie der ^okalanzeiger" erfährt, soll der Vertrag durch Deuffchlanid beim VolkerhuwMretariat in Genf, hinterlegt werden. Eine Robe Litwinows. Moskau, 25. April., (Wolfs.) In der heutigen Schlußsitzung des Zentralvollzugsausschussts, der auch der deutsche Votschafter Graf Brockdorff-Rantzau beiwohnte, gab Litwinow unter dem Beifall der Versammlung den Abschluß' des deutsch-ruMchen Vertrages bekannt und evklärte, der Vertrag enthalte keine geheime Klausel und es bestehe kein ergänzendes geheimes Protokoll. Er stelle lediglich eine Präzisierung des Vertrages von Rapallo dar. Die Beantwortung der Frage, ob der Berliner Vertrag im Widerspruch zum Geiste von Locarno stehe, hänge davon ab, welchen Zweck man mit Locarno verfolge. Werde mit Locarno die Befriedung Europas erstrebt, so müsse jedermmm den Abschluß des deutsch-russischen Vertrages auf das wärmste begrüßen. Wenn aber Locarno den Zlveck verfolge, einen Mock gegen die Sowjetunion zu schaffen, so widerspreche der heute in Berlin Unterzeichnete Vertrag einem solchen Geiste von Locarno. PaMina und da» britische Reich. London, 21. April. (I. T. A.) „Times" geben eine Sondernummer „Die britische Reichsprodüktion" heraus, in der auch Paläst'.va ein entsprechender Raum gewidmet ist. Die Nummer enthält einen Artikel Leonard Steins über die Industrie in Palästina, die 'hren Aufschwung dem Zustrom von jüdischen Einwanderern und jüdischem Kapital zu vevdanEen hat. Israel Cohen, der Generalsekretär der Zionistischen Organisation, lieferte Beiträge über „Geschichte der Zionistischen Organisation", „Geschichte des Keren Hajessod und des Palästinaaufbaues" llttd „Ter Landbesitz' als Faktor der Wiederbesiedlung Palästinas". Sie Schließung der Arrorbureaur in PaMina. Jerusalem, 24. April. (I. T. A.) Der aus Palästina uusgoiviesene Chef der palästinensischen Abteilung der sowjetvufsischen Handelsgesellschaft Aroos, Herr Gleser, teilte der Palästinensischen Telegraphen-Agentur mit, daß die Abteilungen der Arcos in Haifa, Jaffa und Jerusal e m geschlossen werden als Protest dagegen, daß Lord Plumer Herrn Gleser ausgvwiesen hat. Die Palästinaregievung habe dem Hauptbureau mitgeteilt, daß sie die Handelstätigkeit der Arcos in Palästina auch weiterhin nicht stören wolle, sie sei nur gegen die Anwesenheit G l e s e r s in Palästina, da sie ihn in Verdacht hat, daß er politische Propaganda betreibt. Diese Behauptung der Regierung entbehre der Grundlage ganz, und gar. Ne« Keh gestorben. Stockholm, 25. April. (Wolfs.) Die Schriftstellerin Ellen Key, die, wie bereits gemeldet, seit längerer Zeit schwer krank darniederlag, ist in der vergangenen Nacht in Strand am Wettersee gestorben. Ellen Key wurde am 11. Dezember 1849 als Tochter des hervorragenden schwedischen Politikers und Schriftstellers Emil Key geboren. Die berühmte Essaiistin übte insbesondere durch ihr Werk „Das Jahrhundert des Kindes" außerordentliche Wirkung. Sie verfaßte eine Reihe bemerkenswerter historischer Studien und Biographien (darunter die „Bi-ider aus der Frühzect und dem Mittelalter Schwedens" und die Biographie des Dichters Aimquijt), chr Lebuis'.verk galt aber der Kindererzichrug und dem Frauenrecht. Was die Frauenfrage betrifft, wurde sie im Lager der Frauenrechtlerinnen von den Radikalen bekämpf:, weil sie in ihrer Schrift „Mißbrauchte Fraiienkrast und natürliche Arbeits- - gebiete der. Frau" die Berücksichtigung weiblicher Eigenart bei Wahl der Berufe forderte. Sie war eine der edelsten Persönlichkeiten und eine faszinierende Rcdueriu. ftu den Jahren vor dem Weltkriege war Ellen Key „die große Mode", hu letzten Jahrzehnt sprach man wenig von dieser bedeutenden Frau, und man las ihre Werke noch weniger. Sie SemmelvreiserhShung verschoben. In einer -gestern abgehalten,cu Versa nun! i ng des Verbandes der Wiener Bäckermeister wurde beschlossen, die Erhöhung des Preises f ü rSe -tu mein vorläufig u m eine Woche-zu verschieben. In der Zwischenzeit sollen neue Berhandl-uugen mit -der Regierung geführt werden, unr von dieser die Ertauihnis für die Preiserhöhung zu erwirken. Nächsten Sonntag findet neuerlich eine Versamlim-ug der Bäcker statt, die über die Preiserhöhung definitiv bestimmen soll. Berkanf der White Star-Flotte. New Aork, ^5. April. (Wolff.) Zu dem bereits gemeldeten Rücktrittt I. P. Morgan S und S t e e l s als Direktoren der Internationale Mereantile Marine CY. wird noch bekanntgegeben, daß die Veranlassmtg dazu der Umstand gegeben hat, daß der Londoner Teilnehmer an dem geplanten Verkauf von einem Teil des Eigentunts der Gesellschaft interessiert sein könnte. Dem Bsrnehmen nach h^ben sowohl die C u n a r d L i n e, wie F o u r n e s W i t h y C Y. Angebote aus die White Star-Flotte gemacht. Bessere Mssicht aus Verwirklichung soll der Uev er gang auf die Cunard-Linie haben. Der Kaufpreis dürfte etwa 35 Millionen Dollar betragen. Me« ohne Bier. Heute früh sind die Wirte und Kaffeesieder, Hoteliers und Greisler in den Bierstreik getreten. Insgesamt machen den Boykott die Gastwirtegenossenschast mit 4000 Mitgiliedcrn, die Genossenschaft.der Kaffeesieder mit 1000 Mitgliedern, das Ho:elgvemium und die Kaffeeschäukergenossenschcrft mit 600 Mitgliedern und die Greislermit 10.000 Mitgliedern mit. Dir Delikatessenhändler, die zumeist Flaschenbier verkaufen, haben sich vom Boykott ausgeschlossen. . In allen bierausschenlenden Lokalen wurden große Plakate 'angebracht, auf bemn kurz mitgeteilt wird, daß der Bierboykott im Interesse des Publikums.zur Verbilligung deS Bierpreifes durchgeKyrt wird.. Die Genossenschaft der Gastwirte hat in Verbindung mit den anderen Streikenden einen e i g r n e n S t r e i kdienst eingerichtet; Radfahrpatrouillen kontrollieren die einzelnen Lokale. Sollte irgendwo ein Streikbruch vorwmmen, so werden auf Aviso achtzig bis hundert Wirt? sich in das betreffende Lokal begeben und dort je ein Glas Sodawasser bestellen, um so das Lokal ruhig zu blockieren. Man rechnet mit einer kurzen Dauer des Streiks. hmmmmmmmmmmmmi »II., Taborstrasse 48 I Telephon 47*1*79 I Engros En detail 11 11 In Stoffen, Seide, Waschbaren etc. Warenhaus un mm