Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2573 (22.4.1926)
- Date
- 1926-04-22
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Wi en. Zum Abholen m der Expedition, v, Tabotstt. 1-3, oder in einer Verschleisstelle 'Trafik) monatl. b Schilling Strassenverkaut in Wien darch die Kolporteure der Firma Qo I d schmied, Wollzelle 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling f sch ec ho* Slowakei: Mon. K 22. Jugoslawien: Mon. Din. 60. Pol en: Mon. 5Zloty. Deutschland: Mon. Gm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 Nachzahlungen ha JP reI •* erhhhnngen rernehetten Wiener uziinri England: Mon. 4 Schilling. Italien: Monatl. 18 Lire Rumänien: Mon. 170Lei. Bul garl en Mon.IOOLewr. Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. Redaktion, Administration; Wien, II. Taborstr. 1 Telephone: 44-0-38,43-3-1L Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX., Universitatsstrasse 6-8 (Druckerei lg. Steinmann) Oesterreichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.69h Rr. 2578 Bleu. Lonnerstag. 22. AprU 1926 8. gahrgang Sie Setneorganilationen in Dentfdllanb. Las Arbeltsprogramm des Reichstagransschnsses. (Eigendtenst der „Wiener Morgenzeitimg/H Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen find durch ein vorangesetztes gekennzeichnet. Jas zionistische MtionskomUee. Noch kein Dermin festgesetzt. Berlin, 21. April. (I. T. Ä.) Im Hinblick aus die Tatsache, daß von den fünf Mitgliedern ■ des P rä s >idiums des Mtionskomtees je eines in Amerika und Palästina sich befinden, ist nur eine Sitzung der europäischen Mitglieder des P r ä s i d i u m s des Mionskömitees möglich gewesen. Die'Sitzung.fand am 19. und 20. di'in Berli n in den Räumen der Zionistischen Vereinigung.für Deutschland statt. An ihr nahmen teil der Präsident' des Aktionskomitees L. Motzkin und die beiden VizeprÄstdentsn Färbst e i n und L e v i te. Diese Sitzung beschäftigte sich außer mit einer Reihe aktueller Fragen mit Zeit, O r t, P r ogramm und Tagesordnung der nächsten Sitzung. Sie zog die Tatsache in Betracht, daß nach dem in London von der Exekutive und dem Präsidium des Aktionskomitees gemeinschaftlich festgesetzten Projekt, die Sitzung des Aktionskomitees rmIuli d i e s e s Ja h r e s inIe r u s al e m abzuhalten, seitens der a m e r t ka n i s ch e n Zionisten und seitens Palästinas verschiedene andere Vorschläge eingelassen sind. Das Präsidium des Aktionskomitees stellte sich auf den Boden des in London angenommenen Beschlusses, die Sitzung in Jerusalem im Juli a'bzuhalien. Die endgültige Entscheidung wird jedoch nach der Rückkehr Dr. Weizmanns aus Palästina zu Beginn des Monats Mar von der Londoner Exekutive und dem Präsidium des Mionskomitees gemäß der Geschäftsordnung getrchisM werden. - SiaS PrcksEiüm des Aktionskomitees hat bereits in feinen * 'sehr eingehenden Beratungen ein reichhaltiges Programm für die Sitzung vorgesehen und ist aus Grund der bereits vorliegenden notwendigen Fragen zur Ueberzeugung gekommen, daß dre kommende Saison des Aktionskomitees über nicht weniger als zwei Wochen sich erstrecken werde. Sie llebersührung Rordons «ach PalSftina. .Paris, 21. April. (I. T. A.) Die sterblichen Ueberreste des am 22. Jänner 1923 verstorbenen zionistischen Führers unv berühmten Schriftstellers Dr. Max Nord au werden am Freitag den 23. d. von Paris nach Marseille gebracht, von wo sie mit dem Dampfer „Lamartine" nach Palästina überführt, um auf palästinensischem Boden beigesetzt zu werden. Die Urne wird von zahlreichen Freunden Rockaus nach Marseille begleitet werden. Der Dampfer wird am Dienstag dm 27. d. Mirseille verlassen und am 5. Mai Jaffa anlachn. Bekanntlich wurde Nordau in Parks eine religiöse Bestattung zuteil. Der Leichnam wurde in einen Talith gchMt. Zionistische Flaggen deckten den Sarg. Der Bestattung wohnten mehr als 3000 Personen bei. Nordaus intimster Freund, Dr. Alexander Marmor ek, der kurze Zeit darauf ebenfalls verstarb, sprach am Grabe das Kaddischgebet. Ter Oberrabbiner von Frankreich, Dr. Israel Levt, leitete dre religiöse Ze'remonie. . " . R« allmohammedanischer Kongreß in Sedschas. Delhi, 21. April. Der König von Hedschas sandte än die ganze muselmanische Welt Einladungen, einem in Hedschas sta.tfindenden allmohammedantschen Kongreß beizuwohnen. Das ZentralkomtteedeSKalifats hat beschlossen, die Einladung anzunehmen. BezugUch der r e l i g i 8 s e n A u f st ä n d e und der B e z i e- Hungen zwischen Mohammedanern und Hindus schlägt das Kalifat vor, m i t d e n O b e r h ä u pt e r n derHindns inVerbindungzu treten und, falls eine freundschaftliche Lösung nicht gefunden ivtirde, ein Programm aüSzuarbeiten, das geeignet wäre, den Mohammedanern Schutz zu bieten. Lord Reading — Marquis. London, 21. April. Der König hat Lord Reading In Slnertennuttfi feiner. SJeubtenfte während lein« Amtszeit als Vtzekönig von Indien den M a r q u i st i t e l verlieben. Berlin, 21. April. Der Vorsitzende des Femeuntersuchungsausschusses. des 'Reichstages: legte heute folgendes Arteitsprogramm vor. Danach sollen; * * als Fememorve angrsehen »verden: Anschläge auf Menschenleben auf Grund des Spruches einer O r g a n i s a t i o n oder der B e rabredung einzelner ihrer Mitgl i eder'wegen eines von chnen als verräterisch angesehenem Verhaltens sowohl gegenüber Mitgliedern und ehemaligen Mitgliedern als auch gegenüber Außenstehenden. Als Femeorganisationen sollen in Betracht kommen: 1. Die Schwarze Reichswehr. 2. Die Organisation R o ß b a ch. 3. Die Arbeitsgemeinschaft Mayer (Breslau). 4. Die Einwohnerwehr in Bahern (Machen). 5. Der Blücher-Bund. 6. Die Orga-nisation Consul. 7. Der Werwolf. . Das Arbeitsprogramm des Vorsitzenden wurde g e n e hm i g t. Bezüglich der Einwohnerwehr in Bayern wurde 'be- Das chrischrMandat... Jerusalem, 20. April. Nach einer Meldung aus B e i r ü t erließ das französische Oberkommiffäriat eine amtliche Verlant- ^bavung, daß der Völkerbund den Standpunkt de Jouvenels in Angor a unterstützt habe. Paul Boncourt habedem BMevbundrat die Angelegenheit auseinandergefetzt und der Rat lehnte eine Beantwortung des Memorandums des syrisch-palästinensischen Kongresses ab. Ebenso habe es Briand abgelehnt, den europäischen Vertreter der Aufständischen, Emir Schakib A r s l a n, zu empfangen. .Ferner wird bekannt, daß.die drusische Jugend im Libanon eine Versammlung einbernfen habe, um Stellung zum gegenwärtigen Stand des Aufstandes zu nehmen. Die Einbevuser werden einen Appell an die Brüder in Djebel Drus Vorschlägen, in welchem diese ausgofordert werden, das Blutvergießen einzustellen und mit dem Oberkommissär in Verhandlungen einzutreten, bevor das französische Heer Djebel Drus erobert. Weitere Unterwerfungen. Paris, 21. April. Wie die Agence Havas aus Beirut berichtet, haben sich mehrere Stämme in der Gegend von Aleppo unterworfen, nachdem Flugzeuge Bomben a b g e w o r f e n hatten, wobei eines der Dörfer achtzehn Tote zu verzeichnen hatte. Republik Srob-Llbano». Par<is, 21. April. Nach den heute in MachÄle eilW- «trvffelnen Meldungen aus Syrien enthält der VersaHsu ngsen tw nrs füx das Liba« ong ebivt isölgenldÄ Bleftnn'iuunMn: Die R«e publik Groß-Libanon ist ein unabsh äugiger Staat mit der Ht.Wptistädt Alhue. Seine .Flagge ist blan-lve'iß-rot mit einer Feder im wvißen MaMenseD. Der Staat anerkennt alle Konsesjsioneu, dorvn freie Ansübuug ß r garantiert. Er gelvähr'leistet volle Ge wissen ssr ei heit, Freiheitdes Unterrichtes, PressenndBersammlungsfre i>heit. Die oslftziellm Stal^-tsGrachsn sind arabisch und französisch. Die gssetzgcherWe Ge- -rMt wird vom Senat nnld der Deputierteitkiamme r ausgeribt. Die Exckntkve viegt in der Hand des Präsidenten der Republik, eines Staatsm i n i sters und der anderen Minister. Das aktive Wahlrecht geWhrt allen Svaatsang-chörigen über 21 Jchren. schlossen, die Untersuchung nur auf.dje Lantzesloitnug zu erstrecken. Die nächste Sitzung wurde aus den 28. d. anberaumt. Auf der Tagesordnung steht die Berichterstattung über den Fall Brauer. ' ‘ 3er monarchMche preußische Richterverei«. Berlin, 21. April. Die Blätter melden: Der G e sa m tv-orstand des Preußischen Richtervereines hat einen Beschluß gefaßt, daß die M i t g l i ed sch a f-t im Preußischen Richterverein mit der Mitglieds ch a f t i m R e p n b l i k a n i s ch e n R i ch t e r b u n d u nv e re i n ba r sei. An die Mitglieder des Preußischen Richtervereines, die gleichzeitig Mitglieder des Republikanischen Richterbnndes sind, wurde die Frage gerichtet,- ob sie zur Aufrechterhaltung ihrer Mitgliedschaft tm Preußischen Richterverein aus dem Republikanischen sstichterbund aus scheide n wollen. Der lIenatspräsident beim Kammergericht Dr. G r oßm a n n erklärte in einem offenen Brief an den Vorstand des Preußischen Richterverines: „Ich warte ab, ob Sie den Mut aufbringen, ein langjähriges Mitglied Ihres Vereines, wegen seiner Betätigung im Sinne der Weimar:'^- Verfassung auszuschließen," 81« englisch-törkikcher Sicherheitspatt? " (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) London, 20. April. Nach einer Agenturmeldnng. au§ K'o nstantinopel verlautet dort. Großbritannien habe der Türkei einen langfristigen Sicherheitspakt mit wirtschaftlichenVorieilen angeboten unter der Bedingung,,, daß die Türkei die m e s o v o t a m i s ch o Grenze, so wie sie vom Völker bund festgesetzt worden ist, a n n e h m e. Mussolini beruhigt die Dürkei. London, 21. April. „Exchange Telegraph" meldet aus K o n st a n t i n o p e lr M u > s o l i n t hat in Angora einen offiziellenSchritt unternommen, um die Beunruhigung über die Gerüchte von einem beabsichtigten AngriffJtalienSgegendieTürkeizu 3crstreuen. __ Sie tschechoslowakische Schulreform. Hebräisch als Unterrichtssprache zugelasseM (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Pjrag, 21. April. Das Unterrichtsministerium hat 'einen Entwurf über die Schulreform sertiggestellt. Zu den Abschnitten über die M i n d e rhei t s r e ch t e in der Schule bemer'tt der Motivenbericht unter anderem: Die hebräische Sprache wird als Unterrichtssprache z u g e l a s s e n, hauptsächlich mit Rücksicht aus die lokalen Verhältnisse in der östlichen Slowakei. Doch kann der Forderung jenes Teiles der jüdischen Bevölkerung, die für ihre Kinder _e i g e n e j ü d i s ch e Schulen mit tschechoslowakischer oder d e u tscher Unterrichtssprache wünschen, nicht stattgegeben werden, da die Verfassung und der Vertrag vo» Saint-G erma in nur sprachlichen und keineswegs ethnischen Minderheiten .das Recht aus öffentlichen Unterricht verbürge. Die Juden konnten daher ihren Anspruch nur geltend machen, insofern sie als sprachliche Minderheit austreten. Arzynslis SemifRo« nicht angenommen. Die Regierung bleibt im Amte. Warschau, 21. April. Ministerpräsident Graf S k r z h n s k i hat heute 1 Uhr mittags dem Präsidenten der Republik die D e m i s s i 0 n des Gesanttk a b i n e t t s überreicht. Der Präsident hat jedoch die Demi ssi0n nicht augen0m nten. Die bisj herige Regierung bleibt somit im Ainte. In Stoffen, Seide, Waschwaren etc, Im Warenhaus BrOderSchlffmaan 11., Taborstrasse 48 Telephon 47-1*79 En iros En detail