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Wiener Morgenzeitung · 1926-04-21 · Heft 2572 (21.4.1926) · p. Seite 10

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2572 (21.4.1926)
Date
1926-04-21
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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©rite 10 ®fw, MtWP WIen«r M»eW«M«»« A. April IAO Nr. MS MvkscheS Smateurtram (MtaiHWtW»Wii - «* \WttttivlulWIJ # Das jüdische Amateurteam wird am L Mai das erste »uswärtige Spiel, und War in Bratislava austragen. Der G.'gner des Teams ist der S. C. Makkabäa, einer der spiel, stärksten Wischen Vereine der Tschechoslowakei. MaÜabäa gc- Mt der ersten Klaffe an und nimmt in Bratislava die gleiche Stellung ein, wie in Wien die Hakoah. Der Verbandskapitän, Mscus, hat für diesen AuRvahAamPf folgende Mannschaft nominiert: Steiner (I. A. £); Klarfeld (I. A. C.), Kolifch (Kadimch); Haas (I. A. C.), Ronis (Hagibor). Singer 2 (Kadimah); Pi Hinter (MaÜadi). Grünfeld 2 (Hakoah), Adler (I. A. C.), Fuß (Hakvah), Sternbach (I. A. C.). Ersatz: Finko (Kadimah), Sei dl er, Lutz 2 (Makkabi). Die Mannschaft wird am 28. d. auf dem Hakoah-Platz trainieren und nachher ein kurzes UelbungSfPisi auStragen. Sämtliche Spieler werden ersucht, bis spätestens SamStag den 94. d. ihre Paffe bei Herrn Dworiansky, 1. Bez.. Weihburggaffe 26. abzuliefem. Schlachtenbummler sind herzlichst willkommen. Anmeldungen ebenfalls bei Herrn Dworiansky. Sporttlub Hakoah, Sektion Brigittenau. Heute um 8 Uhr abends Mitgliedervollversammlung im Cafe Jägerhvf, 20. Bezirk, Gaußplatz. Vorträge des Herrn Generalsekretärs Eugen Eisler und des Herrn Sekretärs Paul Goldberg. Sämtliche Mitglieder werden gebeten, zuversichtlich zu erscheinen. Aus dein Mischen Gportveebank». Sitzung vom 19. ApM 1928. Anwesend: Földes, Stockknopf, Dworiansky. Donath, Rubin, Fiscus, Guttnmnn. Mit Makkabaä (Preßburg) wurde ein Spiel gegen das Antateurteam des jüdischen Sportverbandes am 2. Mai in Preßburg abgeschlossen. Die Reise machen sämtliche Vorstandsmitglieder auf eigene Kosten mit. Am 13. Mai trägt das Amateurteam gegen eine kombinierte Hakoah-Mannschaft ein Probespiel aus. Das Spiel gegen die Auswahlmannschaft des jüdischen Sportverbandcs der Tschechoslowakei dürfte voraussichtlich am 16. und 16. Mai in Wien stattfinden. Außer dem Team wird auch Hakoah ein Spiel gegen das jüdische Team der Tschechoslowakei bestreiten. Die erste Cuprunde des jüdischen Verbandes wurde mit Rücksicht auf den am 2. Mai stattfindenden Kampf in Bratislava auf den nächsten freien Termin verschoben. Die Geschäftsstelle des Verbandes befindet sich bei Herrn Dworiansky, 1. Bez., Weihburggasse 26. Sämtliche Zuschriften und Geldbeträge sind dorthin zu senden. Herr Jng^ Guttmann (Hagibor) wurde in den Vorstand kooptiert. Nächste Borstandssitzung Montag um 8 Uhr abends. Noung Jewish Sporting Club. Freitag den 23. d. außrrord.'ntliche Generalversammlung int Cafe Universal, 7. Bez., neuen abend. Tennis-Meisterschaft gegen Hasmoma. Halb 8 Uhr. Freitag Training am Neubaue'r-Platz (Iver-Wagen). Leichtathletik. Las internationale leichtathletische Meeting Rr Hakoah bas am 8. und 9. Mai stattfinden wird, verspricht durch die Leib nähme hervorragender Namen einen glänzenden Verlauf. Wd berichtet, haben die beiden deutschen Sprinter Ho üben mi» Schüller ihre Teilnahme zugesagt. Gegenwärtig ^beschäftigt fick Hakoah mit der Besetzung der Mittelstrecken. Aus Ungarn will man., den hervorragenden 800-Meter-Läufer Bars i lowirtes lassen, dem man 2 ch o c m a n n (Breslau) und die Tscheche? Vohralik und Strniste entgegenzustellen beabsichtigt. Dei schon längere Zeit in Deutschland'ansässige Finne K a tz soll du Langstrecken bestreiten. Handball. I. A. C.—Sparta (Deutsch-Wagram) 2:2 (0:0), Das MW Team tonnte sein D.Mt in der Meisterschaft m-it einem Erwlg abschließen. Cs war der weit . routinierteren ^Sparta voWommev ebenbürtig. . - Mira Qcttii , waren Star Aus den Vereinen., S. B. Makkabi. Morgen um haN 9 Uhr abeM Vollversammlung. Erscheinen aller Mitglieder Wicht. Akademische Sektion: Täglich äb 6 Uhr abends Ping-Pong-Training, Donnerstag, halb 7 Uhr abends, Spielerversammlung. . Lcwrrtadt 1826 klaeddruck verboten b^ .looepli opswvslcy, t^ev Vorlc Roma« eines Pferdediebes. Bon I. OPatofchu. (Autovisierte Übertragung von Siegfried Schmitz.) 1. GaLvatn-aichmM-ag. Glühende Sonnenstrahlenibündel -rangen durchs offene Fenster und wurden im Reflex zurückgeworfen; Wei silberne Säulen zitterten in der dicken Lust. Avisthen den beiden .Säulen lag eine dicke weiße Katze mit einem schwarzen Fleck astf der Schnauze, den schmalen Kopf mit den zum Spalt eingeengten grünlich-schrmmernden Augen zwischen den ausgestveckten Vorderpfoten; sie schien zu träumen. Eine Fliege schwirrte an ihr vorüber. Und der elastische Leib der Katze -schnellte vor; die Wege war gefangen. Die Katze beleckte sich em paar SM* mchm Hre frHere Pose wieder ein und träumte weiter. Schlojme Kradnik*), ein großer magerer Jude mit einem kurzen, schütteren Bart, hielt seinen Nachmittagsschlaf auf einem Federbett neben der Tür. Erbsengroße Schweißtropfen traten auf seine hohe Stirn, die sich unvermittelt in einen glänzenden KahKoPf sortsetzte, blieben eine Zeitlang in einer Reihe stehen und setzten sich dann einzeln in Bewegung, bis schnürelange Wasserfäden' scher Schlojmes ein wenig eingefallene Wangen zogen. Chane, Schilöjmes älteste Tochter, ein Mädchen schon hoch in den Zwanzigern, stand vor dem Spiegel und kämmte ihr Haar. Da hob sie ein wekug ihr steifgrstävktes Kleid, trat einige Schritte zurück, setzte kokett einen Fuß vor,.als wollte sie tanzen, und lächelte zufrieden. „Genug geputzt!" ries Sure, Chanes jüngere Schwester, auch kein junges Mädchen mehr, während sie an Chane vorüber zur Tür ging. „Wirst dem Berek auch so gefallen!" ,Salz dir in die Augen!" schrie ihr Chane nach. Dann durchschritt sie verärgert einige Male das Zimmer und verschwand. . cnr ein Spitzname, der Dieb, in diesem Falle Pferdedteb bedeutet. Tirza, Schlojmes Gattin, eine bejahrte Frau, faß in einem roten Barchentschlasrock, eine bunte Schlashaube auf dem kahl geschorenen Kopf, beim offenen Fenster, schabte eine gelbe Rübe und hörte mit lächelndem Mund den Geschichten zu, welche die Freunde ihres Mannes einander.erzählten.' Vor dem Fenster saßen auf einer breiten-Bank mit vier Füßen einige ältere Pferdehändler, die Westen offen, die Filz- Hüte mit den schmalen Rändern ins Gesicht gedrückt, und träge ging zwischen ihnen ein Gespräch hin und her: „Ob ich Elfe Wilner*) kenne?" begann ein Rothaariger, dessen Gesicht von Sommersprossen übersät war. „Zum Lachen, so wahr ich lebe! Ich habe doch über zwei. Jahr bei ihm gearbeitet! Auf jeden Jahrmarkt mit ihm, wir haben immer zusammen gegessen. Der Junge tonnt' Euch eine ganze Kalbsbrust aus einen Sitz „hinemchieben", so wahr ich lebe! Seinetwegen Hab' ich doch zehn Monate beim Kübel**) verbracht." Die Zuhörer lächelten. ,Jhr lacht. Glaubt mir, so -wahr ich lebe, der Junge ist zu bedauern; er ist ein guter Kerl!" „Keine Kleinigkeit", mischte sich Tirza ms Gespräch, indem sie zugleich einen Löffel geschabte.Möhren in den -Mund schob, „volle zehn Jahre einem Dieb nachjagrn! Ihr wißt ja, über zehn Jahre sind's, feit ihn die Polizei in den Radzennower Wäldern hetzt! Und wär' nicht -der verfluchte Stach, der sich in Eljes Mädel verliebt und ihn der Polizei verraten hat, Elje wär' auch jetzt nicht verschüttet***) worden." „Eins hat mich immer gewundert", setzte Tirza -nach einer Keinen Pause fort; „der Junge hat-doch wenig mit Juden zu - tun gehabt, sich immer mit dem Mädel■ herumgeschleppt; aber nie hat man-gehört, daß er einen Juden überfallen hätte; immer -waren es reiche Gutsherren, Pfaffen." ,^a, ja",.stimmte einer brummend zu, „aber jetzt wird er seine Lektion kriegen.. „Aber was!" unterbrach ein dritter. „Da haben sie auf den Richtigen getrossen! Ihr dürft nicht vergessen, Elje ist gewöhnlich durch den Kamin eingestiegen, hat alles einge- *) Wilner — ein Mann aus Wilna. Hier der Rufname eines jüdischen Räuberhauptmannes,, der lange Jahre im nordwestlichen Polen hauste. **) Kübel — Bezeichnung des Gannerjargons für Gefängnis. ***) Verschüttet werden — von der Polizei gefaßt werden. schläfert, die Kassen und Kasten gesprengt, einen Zettel hingelegt, daß er, El-je, Besuch gemacht l)at, und ist davon! Er ist nicht 'zum erstenmal vor Gericht; heut' verurteilen sie ihn und morgen ist er wieder mit seiner Bande in den Radzenncwer Wäldern. Ihr könnt Euch auf ihn verlassenV- „Wenn ich daran denke", -begann der Rothaarige mit verlegenem Hüsteln, „wie Elfe einmal einen Burschen erstochen hat, stehen mir noch heute die Haare zu Berge. Höret zu: Das war... tvarten wir... ja, gleich: Hier wohne ich zehn Jahve, vorher zwei im Dorf, drei beim Militär... wieviel ist das zusammen...? Ich glaube..." „Fünfzehn.Jahre", Haffen einige unisono nach, die ungeduldig der Geschichte harrten. - - „Hm, hm, schon fünfzehn Jahre! Die Zeit läuft...!! Nun, kurz... wo bin ich stehen geblieben? Ja... Der Rymäker Gutsherr hatte eine falbe Stute mit 'weißen Wecken, ein prächtiges Stück, gute füüshundert Rubel ltvert, Elfe hatte ein Aug' auf die Stute geworfen und Nacht für Nacht mußt' ich mit ihm -beim Gut hemmtarchenen*). Kurz und gut, wir konnten die Sülle Nicht erwischen. Ich. häb' 'geglaubt, den Jungi.'n frißt die Galle. Am Abend nach Pfingsten sagt er zu mir: ,Hör' zu, heute war im ,Hof" Feiertag, das Gesinde 'hat die ganze Zeit gesoffen und alle schlafen fest -wie die Toten; komm' mit, heute kriegen wir die Stute. Kurz, und gut, w-rr 'haben Kostok, den Sohn des Försters, mitgenommen und sind losgegangem Ich hietz beim Zaun Wache, sie gingen in bm Stall, holten etliche Bund Stroh heraus, streuten es über den Hbf und holten das Pferd. Mitten in der besten Arlbeit macht ein Füllen Lärm; es -war chm wohl bang nach der Mutter und so wiehert es unaufhörlich. El-je befahl dem Kostok, das Füllen zum Futtertrög zu führen und es dort stehen zu lassen^ Der Bursch kchrt um und holt das Füllen. Wir stehen, warten. Plötzlich schreit das Füllen auf; der Schrei war so furchtbar, daß mir das Blut m den Adern stockte. Wir lause» zum Futtertrög: ,da sticht der Bursche und fchneivet mit seinem stumpfen Messer dem Füllen den Hals durch., Ich sage Euch, so wahr ich lebe: es war mir unheimlich zunmle! Ehe war kreidMeich geworden; er spuckte dem Burschen in's Geftieß und ging mit einem'Much aus dem Hof./ Mr Hm nach. (Fortsetzung folgt.) *) Bezeichnung des Gaunerjargons für hin- und herwandern. W *Theater von heute 5 V.8 7*8 7,8 7-8 BwrotDeattf: Lady Wiudermeres Fächer Hfe«ae«l<niujcr: Onkel Toni SfMtwper: Oolhieper: Wenn ich König wäre ve»tteoe§ UoDcstbeatert Än Spiel von Tod. und Liebe ia (Kr 30Stftta4ti S)lc guten Freunde 1 tialHHRd-CDtlttf Ich Hab' Dich lieb .. 1 ' Stackttdealerr Der Musikant Gottes > ReiliSHKltgNe, Sie geht «NN Mm moamttr rdeater: Fräulein Jofette - meine Fra» «attr»le!tve»ttr r Rund um die Riefe CftMUr aa der Dita: Die r ßarl-CDeattf: Die verbotene l^rau Wr. Blrsertfteateft Journal der Liebe Zsd..rtt»a§§.cdeaier r Die spanische Nachtigall 7^8;WM,MIIIIIIIIMMIII!»IIIIIIlIIIIIIIIIIIIlIIIIIIIIlINlIMIIIIIIIMIIIIIIIIIlIIIIIIIIlIIINIIIII,,IIIIINMMMMMM«INIIMIlIILu! Jtpe m Ollo-Cbeatefi Haller-Revüe lielet Hlaitlerkabarelt ($of* Astor). II., Pratechraße 60: Du» Fräulein 1« KWbett »dar. ll.. Taborstratzv ILr zu Gott^ /»8 Vfi 8 Sthieke Stfauho nur bei Wien, U) lobontraße Nr, 8a Auserlesene Neuheiten in Frühjahrs« m Aiieimv von B. im 2, Bmrtrk DRUCKEREI- U. VERLARS AKT.-GES. VORM. IGNAZ 3TBINMANN HIN, K UN1VERSITÄT5STRASSE F«t 6-8 FERNSPRECHER 25-2-92 Uebernahme von Druckaufträgen aller Art auch in fremden Sprachen / Bücher / Broschüren / Zirkulare / Prospekte Briese / Fakturen Lieferscheinbücher Flugblätter/Karten ^ageszettllUgeN Durchschreibebücher Wochenschriften / Fachblätter L Flach- und Rotationsdruck Massenauflage» / Eigene Buchbinderei und Stereotypie »IWWaWW«S«IUl!iaiiWWaWiWMWWiW««>«iWMM!lsiUIWIMS iMMKZrs UW«I II« Ihrm Beitfedem roinigon mm4 «W . Mbtatan doppelt WW» Serttfodorn-SRoitk II., Glockengasse Nr. 4 Telephon 47-309 1 « Ihrem eigenen Inter* esse werden Sie gebeten, bei Bestellungen auf die .Wiener Morgeiueitung* sich ro berufen! >09Od»O4*O4PQ*KMO*»O4»O*» NÄH MASCHINEN FANRRXDBR192« ,«n«h a«a«ii izalflite! IX., I>l«ahf«n9tolne*ra«a« Np, 37 IV.« Wlatfn. Hauptntr. 3. All«lnvar> Rauf d«r „VIKtprla',»Mlotorrador PICK 1 ANZUG! S 2 - 1 glattes Rostilm . . - S2.M gobDgalt und gereinigt von Staub und Schmutz durch ,.DANDY“ KUider-BAgilamtalt nadk amerik, SgtUm Wien, IV.. MargaretheoitrassP 3ü. Auf teiepdoaiecheu Anruf Abholung n. Zustellung -SO OroadiM TBL. 49-4>37 128 . TBL. 36-6-54 Ocularliim Wien, l. Kärntnerstr, 39 eisigang Annagassa 1, Tal.77043 Untersuchung der Augen und Verord-1 nung pasaondor Augonolllsar | täglich von 9 bis 6 Uhr abends ■T kostenlos ~VM unter der Leitung des Augenarztes Herrn Dr. Foborskl asm Fil d’ecosse Ruderleibchen Jakob Gelles, l., Rotgasfv 1 (Ankvrhof) Herausgeber «. Eigentümer! Jüd. Zeitungs« u. Berlagsges. m. b. H., Wien, L Bez., Tabor« stratze 1—3. Berantportl. Redakteur! Jakob Kicausz, Wien, 19. Bez.» Brechergafse 9. — Druckerei- und BerlagS-A.-G. Jg. Steinmann, S. Aez., LnÄmMWsbe M. % 1 i 53534848235323485323484853482353234848232323235353534848535323234853

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