Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2571 (20.4.1926)
- Date
- 1926-04-20
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Wien; Zum Abholen Inda (Trafik) monatl. ö Schilling Strassenverkaui in Wien durch die Kolporteure cfer Firma 0 o I d schm ied, U Wotlzeile 11 Mit Postversand für Wien -Uck Oesterreich monatlich 5 Schilling isch echo-Slowakei: Mon. K22. lueoalawlen: Mon.Vln.60. Polen:Mon. 5Zloty. Deutschland: Mon. Om. 4, Frankreich, Belglen: Mön. Frc*. 18 iMChithiimiiea hei l* r e i ü ftrhAhontfeii vtw&ebaHe» IPrai» io ai England: Mon. 4 Schilling. Italien: Monatl. 18 Lire: Rumänen: Mon. 170 Lei. vulgär! en; Mon.IOOLew«. Schweiz und das übrige Ausland monatlich Pres. Redaktion, Administration; Wien, II. Taborstr. 1 Telephone: 44-0-38, 43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX., (Jnlversitätsstrasse 6-8 (Druckerei lg. Steinmann) Oesterreichisches Postspatkassen - Konto Nr. 150.69^ »r. 2571 Wie«. Sitnstaa. 20. «prU 1026 8. Jahrgang Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen find durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. ♦ Sie Friedensverhandlungen in Marotto Die turnteöfifc^*f^rnnifchen Bedingungen wurden Add el Krim übergeben. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Paris, 19. April/' Ministerpräsident Br iand hatte, heute am Quai d'Orsay eine längere Besprechung mit dem Kriegsminister P a i n l e v e,, dem Generalresidenten in Marokko, Steeg,Md dem Mavschall Petain sowie mit dem spanischen Botschafter Qüinones de Leon. In diesen Besprechungen würde die Lage in Marokko, wie sie sich nach den tvährend der Nacht eingelaufenen Telegrammen des Geüerals Simon.darstellt, erörtert. Beim Verlassen des Außenministeriums eMrte Pamleve, daß die Friege nsverhandlungen fortgesetzt werden. Auf französischer Seite bestehe der leibhafte Wunsch, zu einem Ergebnis zu gelangen. Es sei wohl mit einigen Schwierigkeiten zu rechnen, aber die für die Fortführung der Verhandlungen getroffenen Dispositionen seien nicht äbgeändert worden. Die nächsten Besprechungen mit den Delegierten des Rifgcbietes sind auf Donnerstag den 22. April festgesetzt worden. Man erwartet in UKa bis dahin den im Flugzeug a'bgereisten Delegierten Kaid Kadda, der die Antwort Abd el Krims aus die von der französischen und der spanischen.... Mr-.. bringen soll, wieder zurück. „Paris Soir" teilt mit, daß die Forderung nach einer Verbannung Abd el Krims aus dem Rifgebiet vom spanischen Außenministerium ausgegangen und in Paris zunächst auf lebhaften Widerstand gestoßen sei, da die militärischen Kreise und besonders General Simon der Ansicht feien, daß durch eine derartige Forderung der Erfolg der Unterhandlungen von vornherein in Frage gestellt werde. Nach den aus Udjda vorliegenden Nachrichten haben auch die Rifdelegierten bereits gegen diese Bedingung sowie gegen eine Vorschiebung der französischen Linien Einspruch erhoben. Rif und Tanger. Paris, 19. April. Wie die Information" aus Udjda. meldet, haben die Spanier die Z o l I s p e x r e zwischen der spanischen Marokkozone und der internationalen Tangerzone durchgeführt. Das Blatt deutet dies als Anzeichen dafür, daß Spanien, wenn es auch offiziell noch keine Schritte in dieser Richtung unternommen habe, _ einen gewissen Druck ausüben wolle, um die Rifsrage .mit der Tangerfrage zu verknüpfen. Abessinien. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Rom, 19. April. Eine Verlautbarung der Agenzia Stefan i stellt fest, daß der mit England jüngst abgeschlossene Vertrag über Abessinien sich lediglich auf einige wirtschaftliche Fragen bezieht, daß dabei die Souveränität des Landes natürlich streng gewahrt wurde und daß hievon Frankreich als Mitunterzeichner des Vertrages von 1906 verständigt worden sei. Pangalor demissioniert alr Diktator. Belgrad, 19. April. (Tel.-Komp.) „Politika" veröfsentttcht ein Interview mit dem Präsidenten der griechischen Republik Pangalos, worin dieser erklärt, daß er nun nach erfolgter verfassungsmäßiger Wahl zum Präsidenten der Republik, morgen seine Demission als Diktator geben und nur bis zu den Neuwahlen Ministerpräsident bleiben wolle. Er habe bereits die Freilassung der auf der Insel Santorini internierten oppositionellen Politiker an geordnet. Ebenso werden alle verhafteten Militärpersonen auf freien Fuß gesetzt. I ü*r Besonders Billiger e« Bitte euglisch-isidische Slndieakomnnssion. — Ae «ronlsindereien. Jerusalem, 17. April. Wie hier verlautet, hat der Oberkommissär Lord Plumer in den Besprechungen mit dem Präsidenten Weizmann dessen Vorschlag akzeptiert, eine ans Vertretern der Regierung und der Zionistischen Exekutive bestehende Kommisiion zu schaffen, die die wirtschaftlichen Notwendigkeiten Palästinas studieren soll. Auch die Frage der Zuteilung von Kronlandereien an jüdische Siedler werde von der Regierung in Erwägung gezogen. Lord Plumer hat Weizmann eingeladen, ihn: nach seiner Reise durch das Land nochmals zu besuchen. Dr. Weizmann erklärte, daß die politische Lage Palästinas noch nie besser gewesen sei. Wie man glaubt, wird Weizmann am 20. April Palästina wieder verlassen. 100.000 jüdische Einwanderer: feit dem Beginn des Mandates. London, 18. April. Wie „Jewish Times" aus Jerusalem melden, geht aus der zionistischen Einwanderungsstatistik hervor, daß in. der Zeit von April 1919, das ist also seit Beginn der Wirksamkeit des Bölkerbundmandates, bis zum April 1926 100.000 jüdische Einwanderer nach Palästina gelängt sind. | Jouvenel üben die jüdische Avhoit. Jerusalem, 18. April. Wie der arabische „Felestin" berichtet, hat de Jouvenel dem Redakteur des „Mereth el Sherk" erklärt: „Euer Land ist durch die jüdische Kolonisation in ein Paradies verwandelt worden. Ich habe mit meinen Augen das Werk gesehen, das d ie Zionisten m i t i h r e m .© c l & e n n d ihren Menschen geschaffen haben. Ihr müßt hierfür Allah danken, da viele Länder darauf harren, daß die Juden dorthin kommen." Beitritt Palästinas zur internationalen Postkonvention. Londo, 18. April. Die britische Regierung hat namens der Palästinaregierung sich der Convention of International Postal Union und dem am 28. Augnst 1924 in Stockholm Unterzeichneten endgültigen Protokoll angeschlofsen sowie gleichzeitig dem UeVereinkommen für den Austausch von versicherten Briefen und Paketen und dem gleichzeitig Unterzeichneten endgültigen Protokoll. Diese Konvention und UeVereinkommen heben die Konvention und das Uebereinkommen, das am 20. November 1920 in Madrid unterzeichnet worden war, auf, an die die Palästinaregierung sich gemäß „Offieial Gazette" vom 16. August 1925 angeschlossen hatte. Weitta M der intemÄiouale Gerichtshof. ' Washington, 19. April. Staatssekretär Kellogg hat dem Völlerbund formell mitgeteilt, daß die Vereinigten Staaten an der' KonferenzzurBeratung der an den internationalen Gerichtshof vorgebrachten amerikanischen Vorbehalte teilnehmen werden. Die amerikanische Regierung halte den Abschluß eines neuen Uobereinkommens wegen der amerikanischen Vorbehalte nicht für notwendig. Sin völkischer Putsch? München, 19. April. Die „Münchner Post" meldet 'Ijeute an leitender Stelle, daß von Anhängern der völkischen Diktatur und überhitzten Monarchisten für Mai ein Putsch geplant sei. Es handle sich nicht nur um die Hitler - Leute, sondern auch um andere Gruppen der äußersten Rechten. Man wolle die Taktik vom 1. April 1923 mit besserem Erfolg wiederholen. Sir Srik Solban in Warschau. Warschau, 19. April. Der Chef der Sektion für nationale Minderheiten beim Generalse'kretariat des Völlerbundes, Sir Erik Colban, ist in Warschau eingetroffen. Unserem Korrespondenten gegenüber äußerte sich Sir Colban über den Ziveck seiner polnischen Reise wie folgt: Meine Mission erfordert Diskretion. Ich bin daher zur größten Zurückhaltung verpflichtet und kann ihnen nur ganz allgemeine Informationen erteilen. Meine Studienreisen gehören zu meinem Amt. Darum verbringe ' ich mindestens sechs Monate jährlich aus Elchen Reisen in Mittel- und Osteuropa, um genaue Nachrichten über die Lage der nationalen Minderheiten in Ländern, in denen solche bestehen, einzu'holen. Im Herbst vorigen Jahres war ich in Jugoslawien und im Jänner dieses Jahres besuchte ich A t h « n. In Warschau habe ich schon einige Male geeilt. Ich bemühe um die genauesten Daten über die Minderheitenfrage in jedent Land und schöpfe meine Informationen sowohl aus Regierungsquetten, als auch von d e» B e rt r e t e x n der M inderheite n. Ueber meine jetzige Reise nach Marschau kann ich nur so viel sagen, daß sie mir bisherschon ermöglicht hat, viele Fragen zu klären, und daß ich wex tboll es Materia l gesammelt habe. Es scheint, daß Sir Colban sich ganz besonders für den politisch-jüdischen Vertrag, die Ugoda, interessierte. Heute Abend verläßt Herr Colban Marschau und reist . nach Gens zurück. ' ln Stoffen, Seide, Muaren etc, im Warenhaus Sefljlett siber die geheimen Gesellschaften. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Budapest, 19. April. In btt heutigen Sitzung der interparteilichen Konferenz sprach Ministerpräsident Graf Bethlen zur Frage der Auflösung der geheimen Gesellschaften. Die G e h e t nt b e r & ä n b c lassen sich, führte der Ministerpräsident aus, in drei Kategorien einteilen. In die erste Gruppe gehören die sogenannten Brachialformationen, die sich nach dem Sturz der . Kommune bildeten und die fast ausnahmslos bereits aufgelöst seien. Die zweite Gruppe umfaßt jene Geheimvevbände, die als politische Vereine konstituiert sind. Diese können nach den bestehenden Gesetzen nicht zur Vorlage ihrer Statuten gezwungen werden. Es sei daher notwendig, ein Gesetz zu schaffen, das eine strengere Kontrolle dieser politischen Geheimverbände/ ermöglicht. Die dritte G r u p p e der geheimen Gesellschaften bilden a u s g e s.p r o ch e n verbrecherische Verbände, zu deren Verfolgung die gegenwärtigen Gesetze ansreichen. Zaidravecz gegen Bonrs. -Budapest, 19. April. Die Blätter deröffentlicheu eine ein getvisses Aufsehen erregende Erklärung' des RechtsaMvaltes -des FeldUchofs Zadravecg, Dr. Bela Daners, worin es heißt, daß der.Bischof dem Franziskaner-Pater B o n i s, her bisher als Sekretär des Bischoss galt, und in dessen Hause wohnte, die Leitung seine wirkschaftlichen Angelegenheiten endgültig entzogen habe, und daß Bonis nicht mehr bei dem Bischof wohne. Ae franröstsche« Recherchen. Polizeikommissär Doulcct fährt nach Konstantinopel. Budapest, 19., April. Die französischen Emissäre der» glichen heute die Aussage des Grafen Wladimir Zichy über die Lebensversicherung für Artur S ch u l tz e mit dem Protokoll, welches seinerzeit mit' Desider R a b a über diesen Gegenstand ausgenommen wurde, und stellten erhebliche Gegensätze zwischen den beiden Aussagen fest. Die Franzosen verlangen mtnmehr eine Konfrontierung des Grafen Z i ch h mit dem Sekretär des Prinzen. Polizeikommissär Doulcet begibt sich demnächst nach K o n st a rr t i n o p e l und A n g o r a, um den Aufenthaltsort des Sokolfälschers Professor Meszaros ausfindig zu machen u»ld Meszaros womöglich mit Hilfe der türkischen Regierung zu verhören. mmammmmmmmmm 11., TaMrasse 48 Telephon 47-1-71 En gros Ed dstail B1:^589^:+C