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Wiener Morgenzeitung · 1926-04-19 · Heft 2570 (19.4.1926) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2570 (19.4.1926)
Date
1926-04-19
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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I Polen; 2S atossy j Wi en. Zum Abholen in 6« Expedition, IL Taborstr. 1-3, oder in einer Vetaehleisstelle Trafik) raonati. 6 Schilling Strassen verkant in Wien durch die Kolporteure der Firma Oold schm ied, 1„ Wollzeile 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling i schecho-Slowakel: Mon. K22. Jugoslawien: Mon. Din. 60. Polen:Mon. 5Zloty. Deutschland: Mon. Om. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frea. 18 '«cUtahitingtta de« **!«}•* rhOhungeti Vorbehalte» Jlr. 2S70 teuer England: Mon. 4 SchiHHlg. Italien: Monatl 18 Liier Rumänien: Mon. 170Lei. Bulgari en - Mofl.lOOUwi. Schweiz und das übrige Ausland monatlich Pro. h Redaktion, Administration; Wien, IL Taborstr. 1 Telephone: 44-0*38,43-3-1! Ab 6 Vhi: 21-102, 25-2-82 IX., UniversiUtsStrasSe 6-^ (D uckerei lg. Steinmann' Oesterrelchlsches Postspa ihassen-Konto Nr. 150.69. Me«. Montag. 19. April 1926 8. Jahrgang ’ mtm Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein vorangesetzi.. E gekennzeichnet. .-m—i.ii.i...im ■■■... .., > > ..... .... Friedensverhaudlungen in Marotto. Taurirt, 18. April. Die Besprechung zwischen Delegierten der Riflente und der französisch-spanischest Delegation hat heute mittags im Lager der B e r t e a u x begonnen. Dchang-Tso-Lin in Peking. (Cigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) LLondon, 19. April. Wie „Chicago Tribüne" ans Peking meldet, haben die Truppen Tschang-Tso-Lins trotz der dein Wohlfahrtsausschuß gegebene Zusicherung, daß eine Besetzung nicht erfolgen werde, gestern Peking besetzt. Die Besetzung ging in vollster Ruhe und Ordnung vor sich. In einer Kllndgebung erklärten die Besatzungsl-ruppen, daß sie die St'dt 3 um Schutze gegen Ko m nt u n i st e n besetzen und Leben und Eigeutitm der Bürger schützen werden. Mn FarzisienSberfall in MSHrisch-Sftran. tElgendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Prag, 19. April. Gestern vormittags kam es in *01 äh r is ch - O st r a u zu einem faschistischen Ucberfall auf den Parteirag der deutschen demokratischen Freiheitspartei. Der Prager Universitätsprofcssor und frühere Abgeordnete Doktor Kafka hielt gleich nach Beginn ein Referat Wer die innennnd außeitpotitische Situation. Schon nach seinen ersten Worten verlangten tschechische Fasz 'isten, die sich in den Saal eingeschlichen hatten, unter ungeheurem Lärm, daß nur tschechisch verhandelt werde. Als der Vorsitzende ans das Un-gesetzliche deV Handlungsweise himvies, singen die Faszisten zu tobett an und stimmten unter den Rufen „Auf nach B e r l i n" tschechische Lieder an. Ein Appell an den an-ivoseniden Polizeikommissär war ergebnislos. Die Bevsammlnng konnte nicht stattsinden und unter fortwährenden?, u s a m m e n st ö ß e n mußte der Saal geräumt werden. Revision Oes Prozesses Mar Waebmg gegen Lheovor Fritsch. Hamburg, 17. April. (I. T. A.) Bor dem hanseatischen Oberlatldesjiericht in Hamburg fand die Revisionsverbairvlunig in dem politischen Beleidigun-gsprozeß statt, den die beiden'Hamburger Bankiers Max M. Warbt»r-g und Dr. Kack M eich ton gegen den Herausgeber der antisemitischen Zeitschrift „Hammer", Theodor Fritsch, angestrengt hatten. Der Prozeß hatte in der ersten Instanz zu einer Verurteilung des Fritsch zu drei Monaten Gefängnis, in der zweiten Instanz aber zu einer Aufhebung dieses Urteils und zu einer sehr weitgehenden Auslegung dees 8 193 (Wahrung berechtigter Interessen) zu einer Geldstrafe von 1000 Mark iür dett Angeklagten geführt. Die heutige Revisionsvechcmdlung 'ührre zu einer v 0 l l e n A u f h e b u n g des in der zweiten Instanz ergangetten Urteils, indem der Schutz des § 193 dem Angeklagten nicht mehr zngesprochen wurde. Auch die vorr dem Angeklagten Fritsch eingereichte Revision wurde verworfen. Numuchr wird also der Pmzeß gegen Fritsch noch einmal zur Berh a n ö l u n g tonuueu. Reorgllnisatko» der amerikanischen Hins. Ausdchnung der Arbeit auf Südamerika und Pailästin«. 'R-ew-Aork. 16. April. (I. T. A.) Die indische Eint' ^l.-tererhilfscesellschast H i a s hielt in New-Uork ihre Jahresversammlung ab. Cs ilvmdc beschlossen, die Ge'ellschast aus ganz neuer Grundlage zu reorganisieren. Es soll eine beratende Körperschaft geschaffen werden, in der Vertreter aller jüdischen Organisationen Amerikas sitzen sollen. Es lvnrde ferner beschlossen, daß die Hias ihr Tätigkeitsfeld durch Einbeziehung von Südamerika and Palästina «.'Weilern soll. Das Werk der Gel-Übermittlung anieri-lauisclzer Bürger an Vertoartdte in Osteuropa uiird fortgesetzt werden. Eine etHSrtma Ir. Stresenmnnr. — Sine Srgiiarnng r» Locarno. ) MI m (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung.") Berlin, 19. April. Reichsaußenminister Dr. Stresem a u u hielt auf feiner Rückkehr vom Urlaub am Parteitag der württembergischen deutschen Volkspartei eine autzer.politische bedeutsame Rede über die derzeit im Gange befindlichen deutsch-russischen Vertragsverhandlungen und führte hiebei unter anderem aus: „Es ist für Wich sehr schwer, über Verhandlungen zu sprechen, die nvch in Schwebe sind, über einen Vertrag, der weder paraphiert noch abgeschlossen ist. Der Borwurf, datz die deutsche Regierung über diese Vertrags- Verhandlungen die ausländische Presse zuerst informiert hatte, ist vollständig abwegig. Eine solche Information ist selbstverständlich nicht erfolgt, wohl aber eine Information der Möchte, die mit «ns den Rheinlandpakt abgeschlossen hoben. Wir halten es für richtig, diejenigen, mit denen wir über alle außenpolitischen Grundfragen uns geeinigt haben, auch über diese Verhandlungen aus dem Laufenden zu halten, ein System, das in Gegenseitigkeit sich durchaus empfehlen würde. Aber wcvdie Verhandlungen mit Rußland als eine A b I e h r vo n d e r L 0 c a r no-Politik ansehen wollte, verkennt den Grundgedanken dieser P o litt L Die Verträge von Locarno bezwecken die Friedenssicherung in Europa, sie hatten keinen «rggresiven Charakter gegen irgendeine Macht. Wenn Deutschland mit Rußland Vertragsverhandlungen führt, die stör beide Mächte darauf Mmsach« m, «SK* «O'Ä.JsifeäL vetbeiden Staaten, nicht anzufchlietzen und tm übrige» m wirtschaftlichem, freundschaftlichem und beiderseits vorteilhaftem Verhältnis zu bleiben, so ist das ein Grundgedanke, den auch andere Staaten ihrem Verhältnis zu Stutzland zugrundelegten. Unsere ganze Politik muß darauf eingestellt sein, unter Anerkennung der Gleichberechtigung Deutschlands eine wirkliche Befriedung Europas herbeizuführen und auf der Grundlage des Friedens Deutschlands Fortentwicklung zu sichern. Wenn die Verträge mit Rußland zum Abschlüsse kommen, so werden sie die natürliche Ergänzung zu Locarno sein, um diesen obersten Grundgedanken der deutschen Politik znm Ausdruck zu bringen." Wie die „Welt am Montag" berichtet, wird die s 0zialdemokratische Partei die Einberufung des auswärtigen Ausschusses noch vor dem Wiederzusammeniritt des Reichstages fordern, um den Reichsaußenminister zu befragen, warum die Oeffentlichkeit über den Gang der Verhandlungen m i 1 Sowjet«n tzlau d nicht informiert worden ist. Festzustehen scheint, datz die Anregungen z u in Pakte von Rußland ausgegangen, find und daß in der Vorgeschichte der jetzigen Besprechungen unter anderem auch Karl Rade! mit einem nach Berlin gebrachten Vorschlag eines militärischen Bündnisses eine Rolle spielte. Die weitgehenden Wünsche der Sowjetregierung fanden jedoch in Berlin kein Gehör, aber man einigte sich schließlich darauf, Verhandlungen über ein Freundschasts- und nicht einen Augriffsvertrag ÄNMMerL,' -V Große Steigerung der Keren Halefsod- Einnahmen. Das Hauptbureau des Keren Hajessod in London hat im Monat März 65.296 Pfund, gegenüber 39.617 Pfund im März 1925, eingenommen. Demgemäß hat das Hauptbureau im März 1926 die höchsten Einnahmen seit August 1925 aufzuweisen. Dies ist hauptsächlich auf die erhöhten Einnahmen aus den Bereinigten Staaten und Südafrika zurückzuführen. Das Keren- .Hajessod-Burean in den Bereinigten Staaten hatte mit Rücksicht, auf die Passah-Feiertage dem Hauptbureau eine spezielle Ueberweisung von 100.000 Dollar zur Berfügung gestellt, von denen 50.000 Dollar im März und 50.000 Dollar im April eingegangen sind. Das Keren-Hajessod-Bureau in Südafrika hat dem Hauptbureau 7500 Pfund als Vorschuß ans Rechnung der bevorstehenden Aktion, die mit der Ankunft Nah um Sokolows Ende April eingeleitet wird, znkommen lassen. Die Eingänge ans R u m ä n i e n betrugen 2763 Pfund, ans Kanada 2048 Pfund, ans E r e z Israel 1744 Pfund, aus Deutschland 1345 Pfund, ans Polen, Holland und England zwischen je 1000 und 1346 Pfund. Aus Kuba ist im Monat März die erste Ueberweisung in der Höhe von 695 Pfund zu verzeichnen. Die G e s a m t s u m m e der Eingänge des Hauptbureaus per 31. Mär-. 1926 beträgt- 2,2 6 6.8 7 7 P f u n d. 12.446 PaMinaeinvandrrrr in fünf Monaten. Jerusalem, 14. April. - In den fünf . Monaten Oktober 1925 bis Ende. Februar 1926 war eine Einwanderung voll Insgesamt 1.27446d. h. eine monatliche Durchschnittsziffer von 2500 Personen zu verzeichnen, von denen 8368 oder fast 66 Prozent Arbeiter und deren Angehörige waren, die aus Einwandernngszertifikate der Zionistischen Organisation zugelasseu wurden. Wie zu erwarten, hat sich infolge der momentanen Verminderung der Arbeitsmöglichkelten die jüdische Einwanderung verringert. Es kamen im Oktober 8343, im November 2791, im Dezember 2695, int Jänner 1625, int Februar 1492 Personen an. Für den Mürz fehlen noch genaue Zahlen, aber man berichtet Über eine beträchtliche Erhöhung, ungefähr 2450, die Voraussichtlid auch archalten wird. Die polnischen Einwnndevee — gelernte Arbeiter. Warschau, 14. April. Wie das hiesige Palästinaamt mitteilt, sind hon den in Polen gemeldeten mehreren tausend Antragstellern auf genehmigte Einwandcrungszertifikate für Palästina 2528 gelernte Arbeiter. 1057 Kandidaten sind als gelernte Bauarbeiter eingetragen, 574 sind landwirtschaftlich ausgobildet, 124 sind Bäcker, 117 Weber, 70 Schneider, 67 Näherinnen, 52 Gerber, 28 Schuhmacher, 84 ungelernte Arbeiter, 355 gehören verschiedenen Berufen an. Diese Ziffern geben die o*r 1. März registrierten Arbeiter an. Die öghhtischen Lehrer in Palästina. Aus I e r u s a l em wird gemeldet: In Tel- A w iw sind 113 ägyptische Lehrer in Begleitung des ägyptischen Staatssekretärs für Unterricht, Rn sh di Bei, eingetroffen. Sie erwidern den Besuch paläst'mensisch-'jüdische: Lehrer in Aegypten im vorigen Monat. Wie bekannt, wurden die jüdischen Lehrer vom ägyptischen Unterrichtsmimster Ali Pascha Mahir, vom Oberkommissär Aegyptens, Lord Lloyd, «rno vom Kbnig F u a d empfangen. In Tel-Awitv wurden die ägyptischen Gäste vom Oberrabbiner U s i e l und Bcrtr.'tern der Stadtverwaltung sowie der Lehrerschaft empfangen. Staatssekretär Ru sh di Bei betonte m einer Ansprache die^Notwendigkeit eines gegenseitigen Kennenlerne n s zwischen Aegypten und Palästina. Mord im Gerichtssaal. Rom, 18. April. Bor dem Schlvürgericht in Neapel fand gestern die Berufungsverhandlung in einem Mord- Prozeß statt. Der Angeklagte gebärdete sich überaus aufgeregt. Die Hauptbelastungszeugin, eine 65jährige Frau, wurde unmittelbar nach ihrer Aussage, in der sie den Angeklagten belastete und dessen Schwager entlastete, von der Frau des Angeklagten durch einen Dolch st ichgetötet. Äleichzeitig gerieten ans der Anklagebank die Haüptbeschuldigtcn in ein Handgemenge, so daß der Prozeß unterbrochen werden muhte. mr Besonders büliger Ifl StOffBH JClUß. 1 in Stoffen. Seide. Qiif wasciim etc. 00» Im Warenhaus B-l! k, LULL II., Taborstrasse 48 Telephon 47*1-71 Ga gros En detail

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